Ehemaliger PlayStation-Manager bezweifelt Wirtschaftlichkeit des Xbox Game Pass

Der Xbox Game Pass von Microsoft bietet zweifellos viel fürs Geld: Es sind nicht nur zahlreiche Spiele von anderen Entwicklern enthalten, sondern auch alle First-Party-Titel von Microsoft – und das jeweils direkt ab dem Launchtag. Der ehemalige PlayStation-Manager Shawn Layden bezweifelt jedoch, dass sich dieses Modell einer Spiele-Flatrate auf Dauer rentieren könne.

Damit stimmt er quasi direkt den Aussagen des Chefs der PlayStation-Sparte, Jim Ryan, zu. Letzterer hatte in der Vergangenheit ebenfalls erklärt, dass so eine Flatrate sich für Sony nicht lohnen würde. Die eigenen Triple-A-Titel würden regelmäßig Budgets von mehr als 100 Mio. US-Dollar benötigen. Das könne man nicht über ein Abonnement wieder hereinholen. Sony zog mit ähnlichen Begründungen dann auch die Preise seiner First-Party-Spiele für die PlayStation 5 um 10 Euro an.

Layden wiederum erklärt, man würde viel zu hohe Abonnentenzahlen benötigen, um die Entwicklungskosten hochkarätiger Spiele über Abogebühren abzugelten. Dafür gebe es gar nicht genügend Gamer. Er denkt auch nicht, dass die Verfügbarkeit von Konsolenspielen an mobilen Endgeräten via Streaming über die Cloud eine Lösung sei. Denn das Gros der Anwender spiele zwar auch gerne an Smartphones und Tablets, da seien aber andere, kurzweiligere Erfahrungen gefragt – keine Core-Games. Cloud-Gaming sieht er aktuell auch dadurch im Potenzial als eingeschränkt an, da dafür sehr stabile und schnelle Internetgeschwindigkeiten notwendig seien. Das sei selbst in Industrienationen nicht überall gewährleistet.

Microsoft vertritt da logischerweise eine andere Ansicht. Der CEO Satya Nadella verwies in der Vergangenheit auf das enorme Wachstum des Xbox Game Pass. Zudem sei der Blick allein auf die Abogebühren ein Fehler: Denn die Abonnenten des Xbox Game Pass würden gleichzeitig mehr Geld in DLCs, Erweiterungen und auch weitere Spiele im Microsoft Store pumpen. Offenbar motiviert die Flatrate also zu weiteren Ausgaben. Daher könne man den Xbox Game Pass insgesamt sehr wohl als wirtschaftlich bezeichnen.

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17 Kommentare

  1. Ich denke auch das ist erstmal ein Versuch Konsolen zu verkaufen und die Xbox beliebter als Playstation zu machen.
    Denke nicht das dies für ewig so bleibt.

  2. Da spricht auch Sony mit einer Marktkapitalisierung von 11 Milliarden USD über Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 2,15 Billionen USD. Microsoft hat den längeren Atem solange die Investoren nicht meckern kann das ewig so gehen.

  3. Ich hab auch den Game Pass Ultimate und kaufe trotzdem Spiele. Hat Sony wohl nicht weit genug gedacht. 😉
    Sehr viel wird dabei bestimmt nicht abfallen, aber verkauft im gleichen Atemzug mehr Konsolen und man hat eine weitere Werbeplattform.
    Allerdings schätze ich mal, dass der Pass in nächster Zeit wenigstens 1-2 Euro teurer wird.

    • André Westphal says:

      Ich denke Sony fehlt da der Wille ein Zuschussgeschäft zu machen, da sie eben eh Marktführer sind und auch deutlich weniger Geld auf der hohen Kante haben. Nadella gibt ja indirekt auch zu, dass der Game Pass sich eher lohnt, weil die Abonnenten auch mehr Geld anderweitig ausgeben – was aber auch eine Korrelation sein kann. Sprich: Wer mehr Geld für Games ausgibt, abonniert auch eher den Game Pass und umgekehrt – ohne Kausalität in eine der beiden Richtungen.

      Microsoft hat aber eh genug Geld in der Hinterhand, sodass sie mit dem Game Pass auch erstmal weiter nicht den Reibach machen müssen, wenn es denn Kunden anzieht.

  4. Wie kann er nur.
    Game Pass über alles!
    Phil Spencer sagt es ist gut, also ist es so.
    Zur E3 gibt es mit Sicherheit wieder Neuigkeiten.

  5. Ich bezahle 120€ für 3 Jahre Gamepass Ultimate. Also 3,33€ im Monat. Das kann ja gar nicht wirtschaftlich sein…

  6. Layden ist ne guter. Der wirde, wenn man sich reinliest, bei Sony ja quasi rausgeekelt von der neuen Führung. Er hat Gamer aber stets sehr gut verstanden. Ob das bei Ryan so ist, bezweifle ich.

    • André Westphal says:

      Ryan interessiert sich nach meinem Eindruck nur in so weit für die Spieler, als dass sie möglichst viel Geld ausgeben sollen – er ist aber eher der Typ Wirtschaftler mit wenig bis keinem echten Interesse an Gaming. Jedenfalls ist das mein Eindruck und seit er die Führung übernommen hat, spiegelt das die Strategie auch eher wider.

      Spencer z. B. kommt deutlich authentischer rüber und zeigt auch stets viel Wissen über Spiele und ihre Geschichte, dem nehme ich zumindest ab, dass er da eine Begeisterung für hat – was sich auch in seinen Entscheidungen zeigt. Leider war vorher Don Mattrick der Kopf der Xbox-Sparte und hat viele und teils drastische Fehlentscheidungen getroffen.

      Am Ende haben sowohl die Xbox- als auch die PlayStation-Marken ihr Für und Wider. Microsoft ist aktuell zweifellos deutlich kundenfreundlicher und hat meiner Ansicht nach die etwas ausgereiferte Plattform mit einem gewissen, technischen Vorsprung. Sony hat dagegen die stärkeren Spielemarken und die besseren Entwicklerstudios.

  7. Alle verbinden den gamepass mit der xbox, das ist aber nicht was Microsoft will, die wollen xcloud App auf jedem tv, wenn man den Gerüchten traut ab 10 sep auf der Switch. Die wissen ganz genau was die da machen.

  8. Haben auch mal Leute über Netflix gesagt. Aktuell führt noch die Playstation – in 2 Jahren ist der Game Pass deutlich vor der PS5. Microsoft macht sich unabhängig von Plattformen. Xbox oder nicht Xbox ist dann wurscht. Du kannst dann ohne Extra-Hardware hochauflösende 4K Games mit Raytracing auf nem Fernseher zocken. Oder an einem alten PC. Oder am Handy. Es ist nicht der Game Pass allein, der spannend ist, sondern die Cloud Games. Noch ist alles Beta und nicht perfekt. Aber das ändert sich. Es gibt viele Menschen die gerne spielen, aber keine moderne Konsole kaufen und keinen hochgezüchteten PC haben. Die kaufen dann den Game Pass. Noch für kleines Geld. Später für 15, 17, 20 Dollar…Netflix hat es vorgemacht. Microsoft weiß: Die aktuelle Konsolengeneration ist die Letzte. Da muss man vorbereitet sein.

    • Bei Netflix hat man damit auch recht behalten.
      Netflix schreibt zwar „Gewinne“ von 2 Milliarden aus, dem gegenüber stehen aber Schulden und Kredite in Höhe von gut 20-30 Milliarden Dollar. Die geben nämlich im Jahr so um die 15 Milliarden für ihre Wokeflix Eigenproduktionen und Lizenzen aus.

      Es ist ganz einfach: Wenn ich mit meinen 210 Millionen Kunden weltweit maximal 2 Milliarden einnehmen kann (die zahlen ja nicht überall 14€), aber jedes Jahr 15-20 Milliarden ausgebe, dann bin ich pleite. Netflix lebt von Krediten, das ist ne Blase.

      Amazon und Microsoft sind mit ihrem Streaming auch nicht profitabel, nicht im Ansatz. Aber deren andere Geschäftsfelder sind es, und das massiv. Microsoft und Amazon können sich das leisten, die machen damit Verlust, aber weil sie über genügend Barmittel verfügen, eben am Ende doch Gewinn.

      Vermutlich werden nach ein paar Jahren die Streamingangebote auch wieder verschwinden, denn irgendwann geht denen auch mal die Puste aus, was das querfinanzieren angeht.

      • Streaming wird nicht verschwinden. Das Angebot wird sich einfach anpassen. Die günstigen Preise sind der Einstieg, um schnell viele Kunden zu gewinnen. Sobald das Kundenwachstum stagniert, erhöht man die Preise peu a peu und wird zusätzlich andere Dinge einführen. Beispielsweise wie jetzt bei Disney+, dass man trotz Abo für die neusten Filme bezahlen muss.

        In Zunkunft wird es wahrscheinlich ein baseline Angebot geben für die Abo Gebühr und die neusten Hits kosten dann zusätzlich. Weiterhin wird es früher oder später Werbung in welcher Form auch immer geben, siehe jetzt schon Amazon Prime. ggf. verkauft man das doppelt teure Abo ganz ohne Werbung. Oder man unterbindet aktiv das Account-Sharing und „zwingt“ mehr Personen zu bezahlen.

        Natürlich wird man genau abwägen, da es bei Werbung / Sharing wahrscheinlich auch Leute geben wird die abspringen aber was ist deren Alternative? Anderer Streaming Dienst der früher oder später das Gleiche macht oder wieder zu Kauf / Leih-Version? Die wird für 3 4 Filme immernoch teurer sein als das Abo.

        Bei Spielen ist es noch was anderes, da der Produktionsaufwand im AAA Bereich immens ist aber auch hier wird man Lösungen finden. Momentan geht es einfach darum möglichst viele Kunden ins System zu holen und später wird kassiert. Das wissen die Investoren auch und somit wird da die nächsten Jahre auch weiterhin viel Geld fließen.

  9. Mich als Casual-Gamer haben sie mit dem Game Pass von der Playstation auf die Xbox bekommen. Effektiv spiele ich aber nur zwei Spiele aus dem Game Pass wirklich regelmäßig und für eines davon (Forza) habe ich das Addon gekauft. Somit ging zumindest bei mir Microsofts Plan voll auf.

    • Mir persönlich ist es ehrlich gesagt, ein bisschen zu riskant, bei einem Game Pass-Spiel irgendwelche Addons zu kaufen, da ich befürchte, dass das Spiel dann einfach irgendwann rausgenommen wird und dann stehe ich blöd da. Gut, man kann das Spiel dann normalerweise immer noch nachkaufen, aber das ist ja auch nicht der Sinn davon.
      Ist bei Microsoft-Eigenproduktionen vermutlich auch wieder ein bisschen anders als bei Drittanbieter-Spielen.

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