Druck auf soziale Netzwerke wächst: Auch Starbucks pausiert jegliche Werbung

Am Wochenende hatte ich darüber gebloggt, dass Unternehmen wie Honda, Coca-Cola und auch der Gigant Unilever mit seinen unzähligen Marken wie Ben & Jerrys, Magnum, Langnese Knorr, Axe, Dove und Rexona ihre Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken bzw. speziell bei Facebook einfrieren. Nun gesellt sich auch Starbucks dazu.

Was ist der Stein des Anstoßes? Bürgerrechtsbewegungen haben kritisiert, dass die sozialen Netzwerke bzw. insbesondere Facebook zu wenig gegen Rassismus und Hetze unternehmen würden. Viele Unternehmen stimmen nun in diese Kritik mit ein und verzichten deswegen temporär auf Werbeanzeigen auf den Plattformen, um Druck aufzubauen und Flagge zu zeigen.

Altruismus oder doch eher Imagepflege? Das kann man sich bei solchen Schachzügen natürlich fragen. Die Anzahl der Unternehmen, die zeitweise auf Werbung verzichten, wächst jedenfalls – über 160 Firmen sollen mittlerweile mitmachen. Auch auf Unterstützung europäischer Unternehmen hofft man dabei. Zu erwähnen ist, das Starbucks sich nicht dem Boykott „Stop Hate for Profit“ angeschlossen hat, sondern auf eigene Faust agiert – ähnlich wie etwa Coca-Cola.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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58 Kommentare

  1. Nur so passiert da endlich was, da kann man noch soviele lokal Gesetze verabschieden, aber der ökonomische Druck da wird erst was bewirkt.

    • Da haste recht. Bin mal gespannt wie Facebook reagiert. Zuckerberg mit seiner großen „Meinungsfreiheit“ und „Grundwerte“ Argumentation, wird lustig wenn er da dann auf einmal ganz andere Töne spuckt. Sollte Facebook nichts ändern, muss man sagen das er zumindest zu seinen Argumenten steht und nicht wie ein Fähnchen im Wind einknickt.

      • facebook ist ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen, also werden sie selbstverständlich auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen sobald der monetäre Druck zu groß wird.

        • Ne Zuckerberg stürzt da niemand. Das gibt die Eigentümerstruktur gar nicht her.

          Im Prinzip kann er machen was er will, aber das wäre natürlich alles andere als Ideal.. 😀

  2. Double Irish With a Dutch Sandwich Starbucks? Nee, is klar, komplett altruistischer Laden, glaube ich denen sofort…

  3. „Altruismus oder doch eher Imagepflege?“

    Ha! – Eher Hypokrisie! Vor allem wenn ich da von Starbucks dem Ausbeuter lese; es fehlt eigentlich noch Nestlé..

  4. Da wird halt gerade eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Da darf man nicht hinten anstehen.

    • Ja stimmt, Rassismus ist ja – gerade auch in den USA – ein ganz neues Problem. Und das Facebook sich gerade auch in der Hinsicht immer sehr stark zurückhält, wurde ja auch nicht etwa schon seit Jahren kritisiert. Aber wirklich eine ganz „neue Sau“.

  5. Meinungfreiheit ist eben nur gut solange sie vom linken Spektrum kommt.

    • Ahja? Stört es dich also, wenn du dich auf Facebook nicht mehr rassistisch äußern dürftest?

      • Ich mache das nicht, aber mich würde es stören, wenn andere das nicht mehr dürften. Meinungsfreiheit ist immer noch besser als Zensur. Wo fängt das an und wo hört das auf? Und was er meint, ist, dass Menschenverachtung auch von links kommt. Den heuchlerischen Doppelstandard kann man sehr gut bei Twitter beobachten. Hate speech von links darf bleiben. Mit ein bisschen wegschieben und anderen das Maul verbieten kann man keine strukturellen Probleme lösen.

        • Dich würde stören, wenn andere sich nicht mehr rassistisch äußern dürften?
          Ernsthaft?

          Sollten alle Beleidigungen und Verunglimpfungen auch einfach stehen bleiben?
          Senken wir die Standards des gesellschaftlichen Zusammenlebens doch immer weiter, bis du auf der Straße einfach ohne Grund – und ohne Konsequenzen für den Angreifer – so richtig auf die Mappe bekommst …. na nich, dass wir noch jemanden in der freien Ausübung seiner Meinung einschränken.

          Freiheit ist nicht nur die Freiheit jeden Scheiß von sich geben zu dürfen, sondern auch die Freiheit der anderen, sich nicht alles bieten lassen zu müssen. Dazwischen muss sicher auch abgewogen werden, mit einem pauschalen „soll doch jeder einfach jeden beleidigen dürfen“ kommen wir aber sicher nicht weiter.

      • Ja mich stört das, weil was die Linken mittlerweile alles als „rassistisch“ bezeichnen, ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Mir gefällt diese neue Zensur nicht. Mittlerweile soll es ja schon rassistisch sein wenn man jemanden fragt woher er kommt. Und wehe man kritisiert Scheinflüchtlinge und gewalttätige Familienclans. Das geht ja gar nicht. Sind alles Opfer der Gesellschaft. Am besten nichts sagen und machen die Augen zu. Multikulti funktioniert super!

        • Du verstehst nicht, was daran rassistisch ist, wenn du einen Deutschen nach seiner „Herkunft“ fragst, aufgrund seiner von dir gedeuteten „Rasse“?
          Aber um lesen und schreiben zu lernen, hat die Denkleistung noch gereicht? Erstaunlich.

          • Junge, was ist schlimm daran, wenn man mit echtem Interesse einen Deutschen nach seiner kulturellen Herkunft fragt, die ganz offensichtlich nicht hier in Deutschland ist?

            • Die sind dann getriggert, laufen rot an und dann explodiert ihnen der Kopf. 😉

              Ganz sensible Sache also. Das gilt es um jeden Preis zu vermeiden!

        • So ist es!
          Gestern in einem Zeitungsartikel von einem Schwarzen in Deutschland gelesen, dass er es als rassistisch empfindet wenn er das Kompliment bekommt, er würde gut Deutsch.
          Das kann ich alles nicht mehr ernst nehmen.

          • es ist halt auch so unglaublich dumm … da leben Menschen seit ihrer Geburt in Deutschland, sprechen nicht selten auch noch richtiger als die „richtigen“ Deutschen und müssen sich dann „Komplimente“ machen lassen … so als könnte man mit dunkler Haut nicht richtig Deutsch lernen.

    • Was für ein Blödsinn. Menschenverachtende rassistische Aussagen, haben nichts mit links zu tun, sondern sind Menschenrechte für Jeden. Menschenverachtende und rassistische Aussagen, haben nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern sind Angriffe auf auf den Einzelnen und haben im Netz nichts zu suchen. Diskussionen ja, aber nicht, wenn es verletzend wird.

      • Hallo Dominic , vor allem aber sollten allein Gerichte entscheiden was publiziert gehört und was nicht. Ich bin von daher gegen Tendenzen entscheidungskompetenz an firmen wie Facebook und Co. zu übertragen . melden an die zuständigen Behörden – ja und immer , wenn zweifel bestehen. löschen , zenssieren nur dann wenn das von unabhängigen Richtern angeordnet wird. Das ist auch eine Grundfeste der Demokratie. Es gibt äußerungen die gesetzlcih verboten sind z. B. leugnung der Verbrechen die an jüdischen menschen begangen wurden. Da gibt es kein wenn und aber . die entscheidung darüber , ob ein kommentar aber unter „Rassismus“ fällt sollte nicht bei Facebook liegen sondern im Streitfall von einem ordentlichen Gericht entschieden werden. nennt man Gewaltenteilung . von daher halte ich persönlich nichts von der Verlagerung von Befugnissen in die hände der online-Dienste , wenn es keine eindeutigen gesetzlcihen Verbote gibt. Das heisst man muß dann ggf. auch ertragen daß bis zu einem richterentscheid äußerungen online bleiben. Das ist der preis der Freiheit .

  6. Das hier unter diesem Bericht natürlich auch Rassisten sich versammeln, und uns allen erzählen wollen, dass das alles nur ein “ Sau durchs Dorf “ treiben ist, zeigt dass es schon lange überfällig ist !

    Rassismus tötet in Deutschland nicht seid BLM.

  7. Das würde ich so nicht stehen lassen, Andreas. Facebook besitzt auf ihren eigenen Servern sowas wie Hausrecht. Die dürfen beliebig zensieren ohne dort gegen irgendwelche Freiheitsrechte verstoßen. Nur weil man alles was „legal“ ist sagen darf, heißt das noch lange nicht, dass man das überall sagen darf.

    Genau so wie ich leute aus meinem Haus werfen darf, ohne vorher ein richterliches Urteil abzuwarten, genau so darf Facebook moderierend eingreifen.

    Das hat nichts mit der Übertragung von irgendwelchen Kompetenzen zu tun.

  8. Was wäre wohl, wenn Google und Facebook keine Werbung mehr von Unternehmen schalten, die:
    -Steueroasen nutzen
    -nicht mehr oder weniger als den ortsüblichen Mindestlohn zahlen
    -ihren Mitarbeitern keine Krankenversicherung bezahlen
    -nicht für die notwendige Schutzausrüstung zahlen
    -Kinder- oder Sklavenarbeiter in Subsubunternehmen beschäftigen
    -Mitarbeiter, die einer Gewerkschaft beitreten, feuern
    -mittels paramilitärischen Gruppen oder korrupten Regierungen gewaltsam Bauland räumen lassen
    -Produkte herstellen, die nicht halten was sie versprechen und Leben und Umwelt gefährden
    und so weiter…

    Das wäre mal spannend zu sehen, wer da überhaupt noch werben darf!
    Meiner Meinung nach sollten Facebook und Google hier in die Offensive gehen und diesen Kampf durchkämpfen. Wer meint, er könne mit Moral andere zu etwas zwingen, soll das dann gerne auch selber aushalten.

    Der Bibelspruch „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ ist ein wirklich tiefgehender Gedanke und ist gerade hochaktuell!

    • Whataboutism ist ja wirklich immer eine gute Diskussionsgrundlage … also … wenn man über nichts mehr diskutieren möchte … oder dafür sorgen will, dass niemand mehr etwas zum Thema sagen „darf“. Also im Grunde eigentlich nur ein Versuch, andere – mit unliebsamen Meinungen – nicht zu Wort kommen zu lassen.

      • lol. 2017 hat angerufen, will „whataboutism“ zurück haben.

        Der Verweis unseres Vorpsters auf die angeblich neugefundene Moral von Unternehmen wie Starbucks und Unilever ist relevant.

        Tatsächlich waren das bei Unilever z.B. schon immer Assism Früher im Kongo von ihren Sklavenfarmen gelebt, heute führen sie den Mob an wenn’s darum geht Marktmacher wie Facebook & Google unter Druck zu setzen.

        • Was?
          Also … weil Deutschland zwei Weltkriege angefangen und Millionen Menschen ermordet hat (unter anderem aus rassistischen Motiven), dürften „wir“ (ja, auch du) uns heute auch zu nichts mehr äußern. Verstehe ich das richtig?

          • Da es in Berlin wieder salonfähig geworden ist, Juden auf offener Strafe mit einem Gürtel auszupeitschen und diesbezüglich weder empfindliche Haftstrafen, noch Ausweisungen stattfinden, sollten wir uns wirklich nicht äußern.

            Wir haben nämlich nichts aus unser eigenen Geschichte gelernt und wer als Zeichen der Vielfalt Juden prügeln lässt, braucht nicht um Onkel Tom weinen-das glaubt einem doch keiner.

            • Stimmt, es ist ja nur „richtig“, wenn das von Muslimen ausgeht und in Berlin passiert. In Halle oder München sind das nur Missverständnisse gewesen und wenn 20% der „guten“ Deutschen im aktuellen Jahrtausend noch der Meinung sind, dass „der Einfluss der Juden in der Welt zu groß ist“ haben die bestimmt nur die Fragen nicht richtig gelesen. Schon klar.

          • Nein Ole. Du liegst mal wieder vollkommen daneben.

            Deren heutiges Verhalten ist ja gerade nach wie vor verwerflich. …also das hat sich eben nicht groß geändert.

            Es ist ja gerade überhaupt nichts gutes daran, von Facebook mehr Zensur zu fordern.

            Also Nazis, Kriege & Opfer wieder einpacken. Das passt hier doch einfach gar nicht.

      • Ist wieder Gefühletag im Waldkindergarten?

        Woher kommt eigentlich immer diese verzerrte Wahrnehmung, dass man alles diskutieren müsse? Dazu noch mit argumentativen Superleichtgewichten wie dir, die alles persönlich nehmen und andere Meinungen überhaupt nicht aushalten können.

        Privatunternehmen haben nicht das Recht, politische Einflussnahme zu nehmen! Das will man nicht im Parlament (Lobbyismus!) und das braucht man auch nirgends sonst.

        Starbucks verkauft Kaffee! Wenn du dir von einem Heißgetränkebereiter erklären lassen willst, wie du oder andere sich zu verhalten haben, dann mach das. Da muss keiner irgendwas diskutieren, weil das von der Sache so dermaßen dämlich ist, dass man dazu nichts weiter sagen muss.

        • Ist das eigentlich schizophren, zu fordern, dass es keine Diskussion geben sollte und dann … ähm … jaaa … zu diskutieren?

          Und das mit Privatunternehmen, die deiner Meinung nach nicht das Recht haben sollten, politisichen Einfluss zu nehmen, ist halt auch so eine Sache. Einer von Trumps Wahlkampfleuten hat genau dafür bis vor den obersten Gerichtshof gestritten, um dies rechtlich möglich zu machen. Und da es ja hauptsächlich um die USA geht, dürfen sie also genau das, selbst wenn dir das nicht passt.

  9. Rassismus ist alles was nicht meine Meinung ist…
    Aber Ernsthaft erkennen die Firmen das Risiko von eigener Meinung und die geringe Hebelwirkung von Werbung.
    Effektiver ist jede altmodische Schilderwerbung – da gibt es auch kein merkwürdiges Routing, social-justice-Inkuisitions-Kommittees oder Adblocker … Amen.

  10. Warum müssen sich eigentlich ein paar wenige Marken von Unilever einzeln positionieren? Welche Marketingstrategie betreibt Unilever denn da? Ist evtl. alles Heuchelei, damit die Leute weiterhin glauben, das seien noch eigenständige Firmen?

    • André Westphal says:

      Unilever verfolgt seit jeher die Strategie sich als Konzern eher im Hintergrund zu halten und die Marken einzeln für sich sprechen zu lassen – das macht man seit Jahrzehnten so und ist absolut nicht neu. Das ist schlichtweg die Unternehmens-Philosophie.

      Ergibt auch Sinn, da Unilever ein sehr großes Produktangebot abdeckt. Da möchte man z. B. nicht Reinigungsmittel / Hygieneartikel und Lebensmittel in einen Topf werfen. Übertrieben gesprochen: Oder würdest du im Supermarkt Milch oder Joghurt von Shell kaufen? Da hätten die meisten Menschen automatisch den Öl- oder Benzingeschmack im Mund ;-).

      • Ok, das leuchtet schon ein. Möchte bei Essen auch nicht an Tampons denken. Bleibt halt ein fader Beigeschmack, wenn Tarnung und Strategie wichtiger sind als eine grundlegende Überzeugung.

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