Dragon’s Dogma 2 angespielt – Spaßiges Fantasy-Epos mit Ecken und Kanten

"Dragons Dogma 2" ist ab sofort m Handel erhältlich.

„Dragons Dogma 2“ ist ab sofort m Handel erhältlich.

Vor kurzem ist das lang erwartete Action-Rollenspiel Dragon’s Dogma 2 erschienen. Ich bin seit dem Start meiner „Spieler-Karriere“ Fan des Genres und habe mich auf den Titel gefreut. Nach einigen Stunden in der Fantasy-Welt konnte ich mich mit den guten, aber auch mit den weniger guten Seiten des Titels auseinandersetzen.

Kauft ihr das Spiel, startet ihr nach einem kurzen Vorgeplänkel in einem sehr umfangreichen Charaktereditor, in dem ihr euren „Erweckten“ zusammenstellen dürft. Dabei habt ihr die Auswahl aus zwei Rassen und dürft so ziemlich jedes Detail an eurem Alter-Ego anpassen. Warum ihr der Erweckte seid? Der Hintergrund dazu ist schnell erklärt. Ein riesiger roter Drache erscheint und soll die Apokalypse einläuten. Ihr tretet diesem aber wagemutig entgegen und als Dank reißt er euch das Herz aus der Brust. Fortan dürft ihr euch Erweckter nennen, werdet von vielen damit als eine Art Messias gesehen und seid in der Lage, mit Vasallen zu interagieren. Diese können aus einer anderen Dimension geholt und in euer Team aufgenommen werden, das aus vier Charakteren besteht. Ihr habt dabei immer einen Hauptvasallen, der euer ständiger Begleiter ist, die anderen zwei Plätze könnt ihr dynamisch austauschen, wie ihr wollt. Die kann man sich auch von anderen Spielern ausleihen.

Durch diese Team-Dynamik ergibt sich im Laufe des Spiels ein wenig das Gefühl, dass man mit anderen zusammenspielt, obwohl das gar nicht der Fall ist. Auch andere Titel (Dragon Age und Co.) haben Teams, doch das hier fühlt sich für mich bisher am besten an. Als Team erkundet ihr nun die riesige Spielwelt und soll im Grunde dafür sorgen, dass der Erweckte, der auf dem Thron sitzt und somit ein Betrüger ist (denn es darf nur einen geben), verschwindet.

Ihr habt mit dem Hauptmann einen Verbündeten, der euch Hinweise gibt und euch auf Missionen schickt. Wirklich gut erzählt ist die Story jedoch nicht. Man baut nicht wirklich eine Verbindung damit auf oder verliert sich gar in den verschiedenen Strängen. Meist ist es lose dahingeworfen und hier liegt aus meiner Sicht auch eine Menge verschenktes Potenzial.

Was jedoch gut und herausfordernd ist, sind die Quests an sich. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Rollenspielen gibt es keine eindeutigen Quest-Marker, die euch zu einem bestimmten Punkt auf der Karte schicken. Stattdessen erhaltet ihr Beschreibungen oder eine grobe Gegend und müsst euch durch Gespräche und Erkundungen an den genauen Standort herantasten. Auch geschehen bestimmte Dinge nur zu bestimmten Zeiten oder ihr müsst nach ein paar Tagen erneut zum Punkt zurückkehren. Das alles wirkt sehr durchdacht. Die Vasallen helfen euch außerdem dabei.

Einige kennen auftragsrelevante Dinge oder helfen euch beim Aufspüren versteckter Truhen oder beim Sammeln von Kräutern und Gegenständen zum Erstellen neuer Rezepte, Tränke etc. Ich mag das Prinzip, denn somit interagiert man wesentlich mehr mit der Spielwelt und den NPCs, kommt aber wesentlich langsamer voran.

Währenddessen ihr durch die Spielwelt zielt, müsst ihr allerlei Schergen den Garaus machen. Dabei sind die Kämpfe äußerst dynamisch und auch das Zaubern geht nicht so reibungslos von der Hand, wie ihr es aus anderen Titeln gewohnt seid. Denn bis der Zauber gesprochen ist, dauert es eine Weile. Man kann zwar einen Schnellzauber wirken, der verbraucht aber noch mehr Ausdauer und ihr müsst im schlimmsten Fall ein wenig warten, weil ihr aus der Puste seid.

Ihr trefft auf riesige Zyklopen, Greife und vieles mehr und müsst während des Kampfes die Schwachstelle ausmachen. Die Gegner greifen auch nicht immer mit einem Standardangriff an. Hat euch ein Wolf getroffen und ihr liegt am Boden, kann es gut vorkommen, dass dieser euch 40 Meter an der Kehle in den Wald zerrt und eure Vasallen euch zu Hilfe kommen müssen. Das kann auch ganz schön auf das Nervenkostüm gehen. Die KI der Vasallen funktioniert dabei aber ziemlich gut, verschiedene Klassen greifen gut ineinander.

Während der Kämpfe sammelt ihr Erfahrung, die ihr in eure Laufbahn stecken könnt. Das kann ein Magier, Bogenschütze, Kämpfer etc. sein. Mit dem Aufstieg könnt ihr neue Zauber oder Fähigkeiten freischalten. Leider gibt es keine doppelte Belegung und man kann immer nur vier Fähigkeiten ausrüsten, die im Kampf zur Verfügung stehen. Was mir im Kampf gefehlt hat, ist unter anderem eine Lock-On-Funktion. Gerade als Kämpfer kann das in der Hektik für Chaos und Verwirrung sorgen. Auch die Rolle zur Seite vermisse ich sehr, denn die kann man ziemlich oft sehr gut gebrauchen.

Das Spielsystem wird abgerundet von einer wirklich guten Grafik mit einer Menge Details in Spielwelt und an Charaktermodellen. Ich habe auf der PlayStation 5 gespielt (André hat schon was zur PC-Performance geschrieben) und bin in Summe sehr zufrieden. Einstellungsmöglichkeiten gibt es bedauerlicherweise wenige. Ihr spielt mit 30 Bildern pro Sekunde und in den meisten Szenarien sind die auch stabil von der Konsole zu erreichen.

Gelegentlich habe ich jedoch das Gefühl gehabt, dass es vordergründig in gefüllten Kämpfen, vielen Zaubern und mehr doch stellenweise kleine Ruckler gibt. Der Soundtrack ist meiner Meinung nach ebenfalls hervorragend und passt perfekt zum Setting. Dazu kommt eine schöne Synchronisation, die ebenfalls gut zu den Charakteren passt. Ich habe im Test auf Englisch gespielt.

Ein weiteres Manko des Spiels: Es gibt nur einen Spielstand. Ihr könnt nicht mehr als einen Charakter anlegen und parallel spielen. Einer oder keiner – heißt es bei Capcom. Man möchte, dass ihr euch auf einen konzentriert und bietet euch über die Laufbahnen die Möglichkeit, auch zwischen den Klassen zu wechseln. Auch die Rast im Spiel will gelernt sein. Die ist im Gasthaus nicht günstig und Lager-Bausätze gibt es auch nicht immer in Hülle und Fülle. Die könnt ihr außerdem auch nur an bestimmten Punkten auf der Karte nutzen. Das macht die Herausforderung meiner Meinung aber aus.

Es gibt zwar eine Schnellreisefunktion, doch die Steine, die dafür benötigt werden, sind sehr rar gesät. Ihr erkundet dadurch zwar wieder mehr die Spielwelt, weil die Reise entweder zu Fuß oder mit einem Ochsenkarren stattfindet, verbraucht aber mehr Zeit. In der Nacht sollte man auch besser nicht durch die Gegend ziehen. Die Laterne kann man weitestgehend vergessen und es lauern noch mehr Gegner im Dunkeln.

Bevor ich mein Fazit ziehe, lasst mich etwas zum Thema Mikrotransaktionen sagen. Ja, die gibt es. Muss man sich darüber aufregen? Nein. Warum nicht? Weil man keines der Items, die es für 99 Cent bis 3 Euro gibt, im Spiel nicht ohnehin finden kann. Das Spiel weist euch auch gar nicht darauf hin, dass es eine theoretische Abkürzung über den Kauf eines Kerkerschlüssels oder von Lagerausstattung gibt.

Klar, Mikrotransaktionen müssen per se nicht sein und ich finde sie auch nicht gut. In dem Fall finde ich die Implementierung jedoch nicht aufdringlich. Offen gesagt, bin ich auch erst darüber gestolpert, als ich die schlechten Bewertungen bei Metacritic las. Das Spiel dafür jedoch derart in den Dreck zu ziehen, halte ich für überzogen. Doch man hat bei Updates an Diablo IV auch gesehen, dass eine verärgerte Community kein Spaß für Entwickler ist.

Der Ärger war sicher auch daher besonders groß, weil die Mikrotransaktionen eingebaut wurden, nachdem die ersten Reviews draußen waren. Das ist natürlich stark verbesserungswürdig.

Konzentriert man sich aber auf das Spiel, fällt mein Fazit positiv aus. Sicher gibt es vereinzelt Ecken und Kanten, doch in Summe macht mir der Titel sehr viel Spaß. Es ist ein rundes Gesamtpaket, was anders ist, als die Konkurrenz und sicher auch nicht jedem Spaß machen wird. Meinen Nerv trifft es und Rollenspieler, sollten es auf jeden Fall im Auge behalten.

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail

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4 Kommentare

  1. Quasi ein Elder Scrolls für Arme.

  2. Willi Winzig says:

    Nur auf STEAM, Denuvo inside & dröflzig Microtransaktionen drinne für grundlegende Dinge!
    Ne danke, ich wart auf die GOTY-Edition bei gog …

  3. Deutsche Synchro? Dachte es sei auf englisch und nur deutsche Texte… war für mich ein Grund NICHT zu kaufen…

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