Disney streicht Fox-Kinofilme zusammen und schiebt viele Marken zu Disney+

Disney plant mit Disney+ einen neuen Streaming-Dienst, der noch dieses Jahr in den USA startet und wohl Anfang 2020 bei uns in Europa seinen Einstand geben könnte. Dabei verlässt man sich nicht nur auf Inhalte von Disney, Pixar, Marvel und Co., sondern auch auf die Marken von Fox. Letztere hatte Disney ja für 71 Mrd. US-Dollar geschluckt. Doch wie das im Zuge solcher Ak­qui­si­ti­onen so ist, fallen auch Dinge dem Rotstift zum Opfer.

So hat der Disney-CEO Bog Iger die Entwicklung vieler Fox-Pläne gestoppt und will viele der verbleibenden Projekte nicht ins Kino hieven, sondern lieber zu Disney+ und Hulu schieben, um die beiden Streaming-Angebote mit Inhalten zu befeuern. Ausgenommen bleiben nur wenige, große Marken. Eine Rolle hat dabei wohl auch der kommerzielle Flop des letzten X-Men-Abenteuers „Dark Phoenix“ gespielt.

Jener spielte bei einem Budget von 200 Mio. US-Dollar nur  250 Mio. US-Dollar ein – berechnet man die Kosten für das Marketing ein und dass da auch die Kinobetreiber ihren Anteil abzwacken, sind deftige rote Zahlen die Folge. Auch bei Kritikern kam „Dark Phoenix“ mehr schlecht als recht an, so dass das wohl ein eher unrühmliches Ende für Fox X-Men-Marke ist. Sie soll nun in den nächsten Jahren von Disneys Marvel-Chef Kevin Feige neu ausgerichtet und ins Marvel Cinematic Universe integriert werden.

Auch „Avatar“, „Deadpool“ und die Reihe um „Planet der Affen“ sollen im Kino weitergehen, stellen aber Ausnahmen dar. Safe ist auch Fox Searchlight. Unter dem Searchlight-Banner veröffentlichte Fox in der Regel Filme mit geringerem Budget für ein erwachsenes, anspruchsvolleres Publikum – typische Kritikerlieblinge und Oscar-Kandidaten sozusagen. Auch Fox Searchlight will man aber parallel für seine Streaming-Angebote mit einspannen.

Andere Marken wie „Nachts im Museum“, „Gregs Tagebuch“ und „Kevin Allein zu Haus“ möchte man ebenfalls bei Disney+ mit Reboots unterbringen. Bob Iger hat dabei betont, dass man von Anfang an bei der Fox-Übernahme sehr an Disney+ gedacht habe, denn da liefere das Unternehmen sozusagen das perfekte Futter. Im Kino scheint Fox als Marke aber in Zukunft eine immer kleinere Rolle zu spielen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Finde ich die richtige Strategie. Gerade für Familien ist Kino ja mittlerweile sehr teuer, da fährt man mit einem Monat für unter 10€ billiger und Disney streicht das Geld direkt ein. Am Ende gewinnen alle. Die Kinobetreiber haben sich einfach verzockt, sind zu teuer. Zumal die auch kaum Werbung machen. Ich weiß gar nicht, was im Kino überhaupt läuft. Ich gucke quasi nur noch das, was im Streaming auftaucht oder als Leihfilm beworben wird.

    • Peter Brülls says:

      Die Kinobetreiber haben sich nicht „verzockt“. Eine Rechnung für ein aktuelles Blockbusterticket sieht so aus:

      12 € kostet die Karte. (Hier in Oldenburg)

      1,20 € sind Steuern und Abgaben.
      6,00 € gehen an das Studio, manchmal sogar 6,36 €.
      2,40 € gleich weggelegt für Miete und Kapitaldienst

      Bleiben 2,4 € für Personal und den ganzen Rest.

      Und nur bei Blockbustern sind abends halbwegs volle Säle garantiert. Zumindest in den ersten zwei, drei Wochenenden.

      Bißchen schwierig, damit wirklich Profit zu machen, denn jedes Mal wenn man an der Preisschraube dreht, verliert man in der Tat Kunden. Ohne das Geschmatze und Gegluckert, welches mich wiederum vom Kino fern hält, gäbe es überhaupt kein Geschäft.

      Ein bißchen so wie Tankstellen oder Fotobelichtungen: So marginale Profite, dass es sich oft nur dann nur lohnt, wenn die Kunden auch was anderes kaufen. Gerade als Lizenznehmer von Ketten.

      Wie gesagt, ich bin seit Jahren kein Kinokunde mehr, gerade bei Mainstream-Filmen, Spektakeln die von der großen Leinwand profitieren, wird das Publikum immer ungezogener und nerviger. Aber das hat wenig mit „Verzocken“ der Kinobetreiber zu tun, die müssen sich als Imbiss mit Geräuschkulisse verstehen, weil es sich sonst gar nicht mehr rechnet.

      Entsprechend liegen Programmkinos am Rande, die Multiplexe am Innenstadtrand und die Innenstadt-Kinos in guter Lage, die es einmal in jeder Stadt gab, sind bis auf Ausnahmen tot, weil sie nicht den Profit geben, die eine H+M, C+A, Burger King oder sowas liefern.

      • Du hast die zu 900 % überteuerten Snacks vergessen womit, die die Kinos ihren wirklichen Umsatz machen…..

      • Kino ist weiterhin nur etwas, wenn man mit Freunden oder so was machen will. Will man aber nen Film genießen ist es zu Hause günstiger und meist besser. Qualität von TV und Sound sind für viele möglich geworden. Ne Tüte Chips oder Bier gibts für nen Euro und man hat seine Ruhe vor anderen „Jugendlichen“. Das letzte mal im Kino mit der Frau war ich vor 2 oder 3 Jahren. Bin halt auch nicht mehr die Zielgruppe. Ende 30 mit Frau und kleinen Kindern. Daher haben wir die ganzen letzten Filme von „Disney“ auch daheim angesehen.

  2. Die Idee dahinter ist absolut richtig. Mal schauen wie erfolgreich Disney damit sein wird.

  3. Habe mir Disney Aktien gekauft. Es kann nur aufwärts gehen wenn die Blockbuster bei anderen Streaming-Anbietern nicht mehr gezeigt werden.

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