Die Schweizer Armee setzt fortan auf Kommunikation über Threema statt WhatsApp

Den meisten unserer Leser dürfte der Messenger Threema ein Begriff sein. Ende-zu-Ende-verschlüsselt und beheimatet bei unseren schweizerischen Nachbarn. Zudem ist eine Kommunikation ohne Rufnummer, rein auf Basis einer eigenen ID möglich. Threema zählt inzwischen über 10 Millionen Nutzer sowie 7000 Unternehmenskunden, wobei das Gros der Nutzer (80 Prozent) aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz stammen. Mit Threema 2.0 hat man in diesem Jahr da übrigens noch großes vor: Verschlüsselte Kommunikation trotz Multi-Device-Funktionalität. Außerdem steht eine neue Desktop-App in den Startlöchern. Der europäische Messenger hat nun einen neuen „Großkunden“ für die Business-Lösung Threema Work zu vermelden.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen wirft man bei der Schweizer Armee jetzt WhatsApp zur dienstlichen Kommunikation raus und setzt stattdessen auf den „heimischen Messenger“ Threema. Threema stehe ab sofort Armeeangehörigen kostenlos zur Verfügung. Damit seien auch Dienstgespräche in Uniform und übers Smartphone möglich. Die Kommunikation über Threema sei sicher und datensparsam. Laut Threema würden aus Datenschutzbedenken immer mehr Dienste wie beispielsweise WhatsApp aus Unternehmen verbannt. Man ist sich also sicher, dass da noch einige Unternehmen und Organisationen folgen werden. Zahlreiche europäische Behörden würden schon auf Threema setzen, so beispielsweise auch das Land Baden-Württemberg. Seitens der Bundeswehr setzt man übrigens auf den „BwMessenger“, eine Eigenentwicklung auf Basis des Open-Source-Messenger-Standards Matrix.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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27 Kommentare

  1. Ich finde es eher bemerkenswert, dass es irgendwann jemand für eine gute Idee hielt WhatsApp innerhalb eines Militärs einzusetzen.

  2. Ich finde es erschreckend, dass WhatsApp überhaupt zur dienstlichen Kommunikation verwendet wurde!

    • Passiert bei vielen Unternehmen leider ganz von selbst. Irgendwelche Kollegen machen Whatsapp-Gruppen und posten darin vertrauliche Information vom Unternehmen (Produktionsverzögerung, Dienstzeiten, Kundeninformation,…) und sich selbst (Krankenstand, Urlaub,…).
      Schattendaten für’s Metaverse.

      • Hier (im Unternehmen) leider auch so. Verweist man auf die DSGVO oder die schweren (Daten)Verstöße von Facebook / Meta und seinen Tochterunternehmen oder den Patriot Act… erntet man leider nur verständnislose Blicke.
        Auch der Verweis zu Signal oder Threema geht ins Leere … „aber das nutzt doch keiner”
        Wie war das mit den ”tausend Scheißhausfliegen, die auf die Scheiße fliegen“?

        Was ich seitens Whatsapp noch viel schlimmer finde (ich schweife ab): ich habe vor mehr als einem Jahr mein Konto richtig gelöscht (also nicht nur abgemeldet). Trotzdem konnten meine Kontakte an das gelöschte Konto schreiben und wurden nicht mal darauf aufmerksam gemacht, dass es keinen Empfänger mehr gibt.

        • therealThomas says:

          Die Lösung ist, als Unternehmen eine eigene Chat-Lösung anzubieten. Es gibt da viele etablierte, die man entweder als Dienstleistung beziehen oder selber hosten kann. Bei mir in der Firma ist die Chat-Software ein ganz zentrales Tool der internen Kommunikation, die Kollegen kommunizieren (soweit mir bekannt) nur privates/unsensibles über „öffentliche“ Chat-Software.

  3. Alles gut und schön, aber was nutzt ein sicherer Messenger wenn der dann auf einem Betriebssystem von Google oder Microsoft läuft? Die lesen doch dann trotzdem alles mit, noch bevor das in den Messenger wandert. Oder liege ich da mit meinem laienhaften Verständnis falsch?

    • Stimmt. Alles, was über dieses Internet geht, ist problematisch.

    • Ja, das liegst du.

    • Es gibt ja Gegenmittel:

      1.) Alternative Tastaturen installieren & verwenden – zB OpenBoard statt die Google-Tastatur

      2. In Threema die Inkognito-Tastatur anfordern

      3. In Threema die Screenshot-Sperre aktivieren

      4. Passphrase und ggf. PN-Schutz für einzelne Chats einschalten

      5. Google sein Schnüffelverhalten eingrenzen über abschaltung der Textschnippsel senden und als Killer den Google Play Services ganz sperren (das meckert dann täglich bis zu 5 mal, aber man kann dann sehr gut erkennen, wo Google einen ausspioniert!)

      • OpenBoard
        Erster Link nach Google-Suche und mein Virenscanner blockt die URL weg
        Damit ist Openboard gleich wieder raus

        • Wolfgang D. says:

          @Mezza „mein Virenscanner blockt die URL weg“
          Selber schuld, wenn man den erstbesten Link nimmt (statt den vom Hersteller), oder gar „Viren“scannern blind vertraut. Dann könnte ich die meisten meiner Softwarewerkzeuge nicht mehr benutzen, wegen einem gefährlichen rm -rf Virus, ROFL.

          Ahnungslosigkeit und Schissertum sind nun mal schlechte Kombinationen bei der Risikobewertung. OpenBoard von dslul im Playstore eintippen, oder man sollte doch lieber den Sachen vertrauen, die Google uns ab Werk vorgibt.

    • Threema kommuniziert direkt Ende zu Ende. Das ist verschlüsselt. Man kann die Nachricht vielleicht abfangen, der Inhalt bleibt aber verschlüsselt.

  4. Wenn das Land Baden-Württemberg Threema nutzt, warum denn nicht auch die anderen, die BW wieder was anderes..Alle kochen ihr eigenes Süppchen, statt alles zu verzahnen, um schneller agieren zu können..
    Föderalismus im Sicherheitsbereich ist eine Plage ohne Ende!!

    • Baden Württemberg nutzt das nur für die Lehrer zur Kommunikation untereinander oder mit Schülern.
      Das Innenministerium und damit der Sicherheitsapparat ist da erstmal außen vor.
      Die andere Frage ist natürlich ob das die bessere Lösung ist und die Bediensteten dort nicht am System vorbei über WhatsApp kommunizieren.

  5. Naja, die benutzen ihren eigenen Staats Chat. Das ist zumindest etwas interner als einen von den anderen zu verwenden.
    Eventuell ist das der Weg. Jedes Land wird seinen eigenen Massanger haben. =D

  6. Wolfgang D. says:

    „Zahlreiche europäische Behörden würden schon auf Threema setzen“
    Ist T. nicht dazu verpflichtet worden, Daten auf Verlangen der schweizerischen Behörden herauszugeben?

    Wirtschaftsspionage einer nicht-europäischen Steueroase, leicht gemacht. Für die laufenden Verhandlungen EU-CH bezüglich Geldwäsche und Zoll auch ein mögliches Druckmittel, den Messenger für uns zu sperren.

  7. Was ein Gewese, um Sachen geheimzuhalten, die eh keinen interessieren. Datenschutz, der Wunderbaum des 21. Jahrhunderts.

    • Sie haben da völlig Recht!
      Die USA (und sicher auch andere) geben nur aus Spass Billionen US$ dafür aus, der NSA (und anderen Diensten) Datacenter mit Petabyte Speicherkapazität aufzubauen.
      Die speichern dann zwar nur Daten, „die eh keinen interessieren“, aber das wissen nur die Illumitati und Emma.

  8. Bei der Schweizer Armee? Ich glaube es gibt kein Land in Europa, dass in den letzten Jahrzenten so friedlich war.

    • Fragen Sie mal die EU (Kommission), wie Die das sehen 😉

      Erinnert immer ein bisschen an Asterix: Die kleine helvetische Provinz, die sich heldenhaft gegen den Angriff der Brüsseler wehrt…

  9. the customer says:

    Das beste daran ist aber, dass damit auch die Finanzierung des Dienstes gesichert ist. Das ist z.B. bei Signal etwas unsicher, wie ich finde.

    • Genau die Finanzierung macht mir etwas Angst, da neulich erst Bosch Threema Work den Rücken kehrte. Ich glaube wegen MS Teams. Wenn weitere dieses Weg gehen ist das nicht gut für diesen tollen Messenger.

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