Deutsche Glasfaser wird von Investorengruppe übernommen

Anfang Dezember 2019 wurde bekannt: Vodafone und die Deutsche Glasfaser kooperieren beim Glasfaserausbau – und die Telekom kam im Januar dazu, um in ausgewählten Orten auf das offene Netz des Anbieters zurückzugreifen. Nun wurde Deutsche Glasfaser komplett übernommen, EQT (eine globale Investmentgesellschaft) und OMERS haben sich das Unternehmen einverleibt. Laut Meldung habe Deutsche Glasfaser mittlerweile mehr als 5.000 Firmenkunden und mehr als 600.000 Haushalte an das Netz angeschlossen. In den nächsten Jahren will die Gruppe zusammen mehr als 7 Milliarden Euro in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Internetinfrastruktur in Deutschland investieren. Die Transaktion unterliegt noch der Kartellfreigabe und kann voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden. Ist dies geschehen, so werde man Deutsche Glasfaser mit der Firma inexio zusammenführen. Ein Netzbetreiber, der bereits übernommen wurde.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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18 Kommentare

  1. Infrastruktur – und dazu gehört der Glasfaserausbau und -betrieb nunmal – gehört nicht in die Hände von Finanzinvestoren. Die Kartellbehörden dürfen das nicht zulassen. Der Fehler lag schon darin, dass überhaupt zugelassen wurde, dass diese Infrastruktur von pirvater Hand errichtet wird.

    • Die Deutsche Glasfaser wird vom US Finanzinvestor KKR an den Schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Sehe keinen Grund, warum die Behörden den Verkauf stoppen sollten. Eigenes Geld wird KKR sicher auch nicht in den Deutschen Glasfaser Ausbau investiert haben und EQT wird das auch nicht vor haben. Den großen Glasfaser Ausbau wird es da geben, wo es sich für die Deutsche Glasfaser rechnet.

      • Thomas hat aber Recht, die Privatisierung sämtlicher für die Öffentlichekeit wichtiger Infrastruktur hätte NIEMALS Privatisiert werden dürfen. Da ist Wasserversorgung, Nahverkehr wie eben auch Telekommunikation und Post. Diese hätten weiter 100% Staatsdienste bleiben sollen, dann hätten wir ein Stabile und für alle Tolerantere und vor allem BEZAHLBARE Infrastruktur. Alle zahlen ein und Alle dürfen es nutzen und bezahlen gleichermaßen fair. Die Privatisierung hat alles verteuert und wir ALLE und NICHT die Firmen zahlen ZU VIEL.

    • und wer soll das bitte sonst machen – der Staat. Da stizen wir in 20 Jahren noch im „Neuland“.

      Wenn ich sehe, wie schnell die Deutsche Glasfaser hier bei uns das Gewerbegebiet ausgebaut hat ( keine 4 Wochen für den Komplettausbaus und Anschluss aller Firmen ), dann ist dies verdammt gut so, das es ein Privatunternehmen macht.
      Die Telekom – als Ex-Staatskonzern – hat es in 10 Jahren nicht geschafft, mal ordentlich Internetbandbreiten zur Verfügung zu stellen.

      • Das sehe ich auch so.
        Der Grundgedanke, kritische Infrastruktur (und dazu zählen Internetleitungen definitiv auch) in staatliche Hände zu legen ist zwar gut. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass es bei der Umsetzung nicht sinnvoll funktioniert.

      • „Die Telekom – als Ex-Staatskonzern“ ist kein taugliches Beispiel zu deiner Eingangsthese. Ein Oxymoron. Ich bin bei M-Net, seit Jahren ohne jegliche Störung 24/7 voller Speed und fairer Preis.
        M-Net ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke München, Augsburg und anderer bayerischer Regionalversorger. Mithin also in öffentlicher Hand. Auch das hat dazu beigetragen, dass die Versorgungsquote mit mindestens 50 Mbit in Bayern weit über Bundesschnitt liegt und München auf einem guten Weg ist flächendeckend fttb/h zu haben.

      • Dann sollte man sich aber auch ganz kritisch ansehen wie die Deutsche Glasfaser durch ihre Subunternehmen verlegen lässt. Größtenteils unter aller Kanone, billig und weitab von jeglichen Regeln der Technik, mir liegen diverse Bilder aus Nachbargemeinden vor. Die Deutsche Glasfaser macht (oder hat gemacht) mit den betreffenden Gemeinden sogenannte „Kooperationsverträge“, ich hatte das Glück Einblick in einen solchen zu erhalten. Im Grunde genommen steht in diesen Verträgen u. a. sinngemäß drin, dass die Deutsche Glasfaser im Prinzip so verlegen darf wie sie will, ohne Rücksicht auf Verlegetiefen, Dokumentation, Erreichbarkeit tiefer liegender Leitungen anderer Gewerke, Nachbelegbarkeiten z. B. in Bürgersteigen durch andere Gewerke (Strom, Gas, Wasser, usw.), usw., da sind mittelfristig Störungen vorprogammiert. Unsere Gemeinde ist diesen Kooperationsvertrag damals nicht eingegangen, da es mehrere Bewerber gab die in unserer Gemeinde für schnelles Internet sorgen wollten. Dieses Glück hat leider nicht jede Gemeinde, die meisten (müssen) diesen Kooperationsvertrag zähneknirschend annehmen. Ich persönlich habe nen 250er (242 Mbit/s kommen an) Supervectoring Anschluß und komme damit super zurecht (ich bin auch kein Telekom, 1und1, Kupfer, Glasfaser Fanboy oder Hater oder sonstwas!), dazu hatte ich an diesem Anschluß, welcher Geschwindikgeitsmäßig natürlich über die Jahre stetig gewachsen ist seit 2001 genau 3 (in Worten: drei) Störungen wovon nur eine mehr als nen halben Tag dauerte (nämlich ziemlich genau zwei Tage). Mag sein, dass ich Glück hatte (dann haben in unserem Ort wohl sehr viele Glück) aber das müssen sämtliche Glasfaser, Kabel, LTE usw. Anbieter erstmal nachmachen.

        • Die ftth fanboys haben in den Foren natürlich auch deshalb Oberwasser weil ftth noch nicht so verbreitet ist und die Installationen, die es gibt, noch recht neu sind. Langfristig wird’s da natürlich genauso Störungen wie mit jedem anderen Medium geben.

      • eben, weil Privatisiert und die haben nicht den Verbraucher im Blick sondern nur sein Bestes, deren Geldbörsen…
        Währe alles Staatlich währen wir seit 10 Jahren flächendeckend vernetzt worden ohne Hürden da Allgemeinwohl und der steht über persönlichem bla bla. Dazu 1 Netz für alle Bundesweit was Flächendeckung auch im Mobilbereich bedetuet hätte. So zahlen wir dämlich weiter ohne Mehrwert, werden gemolken bis zum geht nicht mehr… davon hat der BÜrger nix nur die Spekulanten die Aktien und Wetten verzocken, damit verschwindet das Geld auch nicht wieder in die Staatskasse zum weiteren Ausbau und zum wohl aller sondern verschwindet immer öfters ins Ausland…
        Tja jetzt biste BAFF

  2. 1 Gedanke: die müssen Fördertöpfe, Gesetzeslücken und Steuervorteile gefunden haben. Denn nur so erklären sich die immensen Summen.

    2. Gedanke: Aktien kaufen. 🙂

  3. Fairerweise geniesst EQT Schweden einen guten Investoren-Ruf. Das sind keine Heuschrecken. Absolut solide. Da gibt es ganz andere Scharlatane.

  4. Ich hoffe, dass kein Kunde darunter leiden muss. Bisher läuft unsere Glasfaserleitung extrem stabil. Ich habe in den letzen 3-4 Jahren vielleicht 4 ausfälle gehabt und davon war einer angekündigt.

    Klar manchmal muss ich den billigen Router der als Gateway umgestellt ist neu starten aber das ist nicht so oft.

    Vielleicht werden die Preise ja irgendwann mal runtergesetzt. Auf dauer ist das schon nicht wenig.

    • Quasi ein Ausfall pro Jahr, das nennen Sie extrem stabil? Dazu noch „manchmal“ den billigen Router neu starten…?
      Mein kupferner DSL (mittlerweile Supervectoring) Anschluß hatte in fast 19 Jahren genau drei Störungen, DAS ist stabil! Interessant wäre für mich persönlich an dieser Stelle zu wissen wie oft oder selten ich meine FritzBoxen über die Jahre (7590, 7490, 7390, 7270, 7170, wie die davor hießen weiß ich nicht mehr) hätte neu starten müssen wenn dieses nicht bei jedem Firmwareupdate nötig gewesen wäre. Ich vermute mal sehr sehr selten.

  5. Wie „erfreulich“, dann ist dieses Netz ja auch in den Händen von Spekulanten! Wenn ich nur an die Privatisierung der Deutschen Bahn oder Post denke, dann wird mir gleich wieder schlecht!

    • Soll das Realsatire sein? Sowohl die Post als auch dreimal die Deutsche Bahn war die Definition einer rückständigen Unternehmung vor der Privatisierung.

      • Das stimmt eigentlich nicht.
        Mit BTX war die Bundespost international ganz vorne dabei, mit ISDN auch, vom hohen Standard der Kupfernetze der Bundespost profitieren wir noch heute. Nicht nur bei xDSL, gerne vergessen wird auch das Fernsehkabelnetz, das von der Bundespost in Westdeutschland flächendeckend aufgebaut wurde, mit gigantischem Aufwand und höchstem Standard (inklusive Tiefbau).
        Die Bundespost war überteuert, weil das Fernmeldewesen dazu genutzt wurde einen aufgeblähten Personalapparat zu subventionieren. Die Technik war aber über alle Zweifel erhaben.
        Bei der Bundesbahn ähnlich. Den ICE 1 hat noch die alte Bundesbahn angeschoben.
        Die wollte übrigens lieber bundesweit den Transrapid aufbauen. Kohl hat gesagt das ist ihm zu teuer, Computer sagt nein. Und noch unter Helmut Schmidt (!!!) wollte die Bundespost ein bundesweites Glasfasernetz aufbauen. Ungelogen, kannst googlen. War Schmidt zu teuer, Computer sagt nein.

        Und nach der Privatisierung ging die Regulierung dann auch nur immer gen Preiskampf und billig, statt Qualität und Leistung zu fördern. So entstanden gigantische Konzerne zB in Montabaur, die groß wurden Telekom Kupfer zum behördlichen Festpreis einzukaufen und mit Aufschlag von Werbung, sonstigen Kosten und Gewinn weiter zu verkaufen. Ein eigenes Netz mit gigantischen Anfangsinvestitionen aufzubauen hat sich nie gelohnt.

        Bergab ging es mithin als Politiker und Behörden meinten das Geschäft des freien Marktes wahrnehmen zu müssen und entsprechend auf Kosten statt Qualität zu achten, so als sei Infrastruktur nicht die Basis allen Wohlstands hierzulande.Wir können es uns gar nicht leisten nicht die teuerste Infrastruktur zu bauen.

        • Meine negativen Erinnerungen sind auch primär personeller Natur geprägt in Form welches Verständnis von Dienstleistung und Service damals sowohl bei der Bahn und insbesondere bei der Post vorherrschte.

          Ansonsten interessanter Beitrag. Einige Details hatte ich in der Form auch nicht mehr so im Hinterkopf.

    • Ich habe zufälligerweise mal in einem Unternehmen gearbeitet, welches von EQT gekauft worden ist. Sagen wir mal, dass der Kaufpreis bei 50 Millionen Euro lag. Zwei Jahre später haben sie das Unternehmen für 100 Millionen Euro, also den doppelten Betrag verkauft. Worauf ich hinaus will ist. Der damalige Vorstand hat sich rein gar nicht in die Unternehmenskultur eingemischt und hat alles weiterlaufen lassen wie bisher. Also als Kunde und als Mitarbeiter würde ich mir da keine Sorgen machen.

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