Chrome Nutzer ignorieren Warnmeldungen beim Surfen

Wer hätte das gedacht. Wenn es darum geht, Warnmeldungen des Browser zu ignorieren, liegen Nutzer von Google Chrome ganz weit vorne. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Malware-, Phishing- oder SSL-Warnung handelt. Ihr kennt diese Warnmeldungen sicher, meistens sehr auffällig und man muss ausdrücklich bestätigen, dass man trotzdem mit dem Besuch der Zielseite fortfahren möchte. Interesseirt einen Großteil der Chrome Nutzer anscheinend nicht.

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Fast die Hälfte der Internetnutzer setzt auf Chrome, vielleicht liegt es ja auch daran. Interessant ist auch, dass die Beta-Versionen von Chrome die höchste Click-Through-Rate haben. Normalerweise geht man ja davon aus, dass Leute, die einen Beta-Release nutzen, ein wenig mehr Ahnung haben. Dieses Phänomen ist übrigens auch Betriebssystem-übergreifend zu beobachten.

[werbung] Google nimmt dies zum Anlass, weiter an den Warnseiten zu schrauben. Auch wenn diese eigentlich kaum noch auffälliger sein könnten. Ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, warum man überhaupt auf die Idee kommt, so eine Meldung zu ignorieren. Ist ja auch nicht so, dass in der Studie nur 20 Warnmeldungen untersucht wurden. Es waren über 25 Millionen, man kann also durchaus sagen, dass dies repräsentativ ist. Und auch wenn die Warnmeldungen ab und zu fälschlicherweise auftreten, ignoriert sie nicht, sie sind schließlich aus einem Grund da.

Die gesamte Studie kann man in einem 16-seitigen PDF-Dokument nachlesen. Wie sieht es denn bei Euch aus, ignoriert Ihr diese Warnungen oder geht Ihr auf Nummer sicher und surft einen bestimmten Link in diesem Fall lieber nicht an. Kennt Ihr denn Leute, denen solche Warnmeldungen egal sind?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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23 Kommentare

  1. Hm… ich kenne die Mozillawarnungen zwar nicht, aber kann es sein, dass die Chrome-Meldungen eher zum Wegklicken einladen und die Mozillawarnungen kryptischer und unverständlicher aussehen, so dass der 0815-User sich denkt „lass ich besser die Finger von“?

  2. Viel eher stellt sich mir die Frage auf welcher Grundlage Google Websites auf diese Black-List setzt …

    Passiert nicht selten das Websites von einen auf den anderen Tage drauf landen und die Warnungen angezeigt werden.
    Auch ich klick diese dann regelmäßig weg…

    Ich find diese Nachricht jetzt jedenfalls nicht schockierend …
    Spricht eher dafür, dass mit dem Rating der Seiten was nicht stimmt…

  3. So ist es ... says:

    Da kann man mal wieder sehen, wo man überall ausspioniert wird.
    Was hat das denen zu interessieren, ob ich etwas ignoriere oder nicht?

    Wenn der Firefox und auch der Chrome dieses Surfverhalten übermittelt,
    kann man davon ausgehen, das diese Browser die absoluten Spionageseuchen sind.

  4. Klicke die Warnung auch regelmäßig weg und weiß auch genau wieso 😉
    Ich denke eher mal das Leute die Chrome Beta benutzen eher mit solchen Seiten in Berührung kommen und deswegen weiter klicken.

  5. ich glaube eher das die Leute (zumindest die meisten Chrome-User, die ich kenne) sogenannte DAUs sind und sich einen Dreck um die ganzen Funktionen scheren sondern lieber schnell und einfach ans Ziel kommen wollen und sich meistens die Warnungen/Fehlermeldungen nicht einmal durchlesen, sondern gleich wegklicken. Wie häufig beobachte ich so etwas bei nicht-so-versierten-Nutzern… auch beim Systemstart – 8 Warnungen hier und da –> bloß überall auf das schöne „X“ oben drücken und weg damit. Von daher für mich keine große Überraschung.

  6. Vorsicht! Auch eine normalerweise ungefährliche Seite kann gehackt werden oder über Werbung schadhafte Inhalte ausliefern. Ich denke schon, dass die Warnungen zumeist richtig sind. Nur habe ich schon gehört, dass es mitunter etwas länger dauert bis die Warnungen wieder weg sind.

  7. Bei mir geht im Netz zusätzlich nix ohne WOT (Web of Trust) und Webutation.
    Wer die Warnung von WOT übersieht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
    Und dann gibt es das was ich suche sicher auch auf ungefährlicherem Weg.
    Oder ist das wirklich sooo wichtig was ich da gerade aufrufen will?

  8. @so ist es …:

    Ich will dich nicht angreifen .. Aber meinst du das ernst?
    In Mozilla sollte man wenigstens soviel vertrauen aufbringen können, dass sie von sich aus alles anonymisieren! 😉

    Zu prism … Wenn du da nun Angst vor hast, die könnten dein Verhalten mitspionieren durch Mozilla … Dann sollte das die kleinste Sorge sein! :/

  9. @asdsa: Komisch, ich kenne fast keinen DAU, der Chrome benutzt. Eher IE oder FF.
    Habe aber in meiner gesamten Internetzeit höchstens 10 mal so eine Meldung bekommen. Davon ausgenommen habe ich jetzt natürlich die obligatorische Warnmeldung von Chrome bei vielen Dateiformaten beim Download.

  10. Das ist eines der „Features“, die ich immer als erstes ausschalte. Mein Browser läuft a) auf Linux, b) mit SELinux, c) nochmal in ner Sandbox und d) filtern Privoxy und Squid schon vor. Ganz abgesehen davon dass die Listen entweder nie aktuell sind oder man seine besuchten Seiten an Google übermitteln müßte.

  11. Ich nutze die Beta und habe in letzter Zeit geschätzte 20x am Tag Warnungen weggeklickt, da ich mit selbstsignierten SSL-Zertifikaten experimentiert habe. Fraglich, wie sowas in der Statistik aufgenommen wird… Entwickler nutzen sicherlich öfter die Beta-Version und eine SSL-Warnung ist ja nichts schlimmes, so lange keiner den privaten Key hat… Vielleicht sollte man Leuten lieber erklären, was wirklich hinter den Meldungen steckt. Und nicht nur, dass unbedingt 2048bit Verschlüsselung supertoll ist und 256bit absolut unsicher 😉

  12. Ich auf Mac OS hoff immer, dass mir dass alle Trojaner /Malwarenur auf Windows funzen.

    Und bevor ich dann deswegen kein Fussballstream sehen kann auf irgendeiner russischen Seite, riskiere ich es. Ich bin Entwickler, weiss also um die Gefahren.

    Und ich trink am WE auch viel zu viel Bier, obwohl Ärzte sagen max. Gläser.

    Und dazu kommt noch, dass HTTPS Warnungen keiner versteht. Oft ist es scheissegal, viele Unis vergessen abgelaufene Zertifikate, und der CCC machts ganz anders. Das versteht kein normaler Nutzer.

  13. Ich weiß, wie Problematisch Statistiken sind – und wie schwer (oder kaum) wirklich interpretierbar, wenn nämlich Randbedingungen nicht mit erfasst wurden, bzw. nicht mit veröffentlicht werden; Statistik gehörte zu meinem Studium und zerpflücken von „wissenschaftlichen“ Untersuchungen wurde schnell mein „Hobby“.

    Spekuliere ich dennoch einfach mal – auf Basis meines eigenen Verhaltens…:
    – Neue Software, v.a. aber andere, als meinen Standard-Browser (Opera…) Teste ich immer nur in abgesicherter Umgebung!
    – dies gilt im Übrigen besonders für Alpha-, und Beta-Versionen sowie Nightly Builds!
    – Zudem hat sich die Nutzung Virtueller Umgebungen zuletzt sehr weit verbreitet.

    Ergo: es könnte seine, das – nicht nur ich – im Bewusstsein eines relativ hohen Absicherungslevels schnell alles möglich getestet und sogar wissentlich in Kauf genommen wird.

    Sicher ist aber auch, dass es viele reine und unbedarfte Nutzer gibt, die jenseits ihres Interesses – Informationen und Kommunikation – sich so gut wie keine Kenntnisse über Bedrohungen und Hintergründe angeeignet haben. Das sind z.B. diejenigen, die dann nur sagen(können): Mein Computer geht nicht mehr richtig oder der geht nicht mehr richtig an oder ähnliche inhaltsschwere Beschreibungen.

    (Fortsetzung sowie weitere Varianten dürfen frei fabuliert werden).

  14. Typisch Google Fanboys … „Augen zu und durch“

  15. Ich arbeite täglich mit Seiten und Servern die kein gültiges SSL-Zertifikat haben (intranet, bedingt durch die Version ist das leider so), so klicke ich täglich mehrere Dutzend dieser SSL-Meldungen weg. Für mich ist diese Statistik kein Grund zur beunruhigung…

  16. Harshwell says:

    @Detrius und andere
    Laut den Tabellen ging es aber um explizite Phishing/Malware Warnungen und nicht um SSL-Warnungen. Wenn ich mich recht erinnere, sehen die auch noch mal etwas „warnender“ aus

  17. Kann gut sein, dass die meisten Admins Chrome nutzen, dann klickt man automatisch Meldungen weg. Phishing bspw. weil man selbst der Siteowner ist und prüfen will, wo diese ist und dieses entfernen will. SSL weil man bewusst selbst ausgestellte Zertifikat hat (obwohl es heute keine Gründe mehr dafür gibt) usw.

  18. wo kann ich denn die Chrome Nightlies denn laden?

  19. Ich klicke die Fehlermeldungen auch bewusst weg da ich mir gerne die Qualität von Phishing Seiten ansehe. Man muss doch verstehen wieso da immer massenweise Leute drauf reinfallen. 😀
    Bei Malware bin ich dann doch eher zurückhaltend. Wobei auch diese Links dann gerne in einer VM geöffnet werden. Einfach nur um zu sehen was man einem da unterjubelt.

  20. Chrome zeigt mir nicht mal mehr Warnungen an. Ich kann für mich besser entscheiden was für mich gefährlich is und was nich. Daher hab ich den ganzen Spaß einfach mal abgestellt 🙂

  21. Naja, ich würde diese Statistik eher vorsichtig betrachten, da es soweit ich erkennen kann keine Aussage über die Anzahl der Warnmeldungen gibt, die ein User erhält.

    Nehmen wir mal an, Chrome zeigt von 1000 Webseiten bei 50 eine Warnmeldung an, Firefox jedoch nur bei 10 (nur als Beispiel und natürlich völlig aus der Luft gegriffen). Dann ist es völlig logisch, dass bei Chrome die Wegklick-Raten höher sind, weil die Menge der falsch positiven und die Menge der Seiten, die der User „aber trotzdem sehen will“, einfach größer ist.

    Meiner Meinung nach könnte so eine Gegenüberstellung nur sinnvolle Schlussfolgerungen zulassen, wenn nur Warnmeldungen auf Seiten berücksichtigt würden, auf den sowohl Firefox als auch Chrome eine Warnmeldung anzeigt.

  22. Nach meinen Erfahrungen mit dem Chrome Browser wundert mich das nicht.
    Ein Beispiel: Ich nutze seit Jahren ein Forum welches ein selbst ausgestelltes SSL Zertifikat nutzt. Im FireFox kann ich das Zertifikat installieren und bekomme keine Warnung mehr.
    Den Chrome Browser interessiert das nicht und ich bekomme ständig Warnungen.
    Mit ein paar anderen Seiten ging mir das Ähnlich.
    Wenn ich nun ständig Fehlermeldungen bekomme ist es doch klar das ich diese auch nicht mehr wahrnehme.

  23. Was soll mir auch schon auf einer Pishing Seite passieren, wenn ich weiß(!) dass es eine Pishing Seite ist?

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