Brave: Browser deaktiviert Googles FLoC

Wir erinnern uns: Google wird in seinem Geschäft die typischen Cookies zur nutzerbasierten Werbung abstellen, stattdessen auf ein System setzen, welches mit FLoC arbeitet. Hier werden zwar Daten gesammelt, allerdings ist kein Nutzer spezifisch „sichtbar“, stattdessen gibt es Nutzergruppen auf Seiten, die eben gleiche Interessen haben. Obwohl sich FLoC interessant für die Branche anhört: die Electronic Frontier Foundation kritisierte das Ganze bereits 2019.

Das Problem bei FLoC (Federated Learning of Cohorts) sei nicht der Prozess, sondern das Produkt. FLoC würde den Browserverlauf von Chrome-Benutzern verwenden, um ein Clustering durchzuführen. Es wird Browsing-Muster studieren und Gruppen von ähnlichen Nutzern generieren und dann jeden Nutzer einer Gruppe (genannt „Flock“) zuordnen. Am Ende des Prozesses erhält jeder Browser einen „Flock-Namen“, der ihn als eine bestimmte Art von Web-Nutzer identifiziert.

In Googles Vorschlag würden die Nutzer dann ihren Flock-Namen als HTTP-Header mit jedem teilen, mit dem sie im Web interagieren. Dies sei sehr schlecht – ein Schwarmname wäre im Wesentlichen ein Verhaltens-Kredit-Score: ein Tattoo auf der digitalen Stirn, das eine kurze Zusammenfassung darüber gibt, wer Nutzer sind, was sie mögen, wohin sie gehen, was sie kaufen und mit wem sie verkehren.

Auch die Betreiber der Suchmaschine DuckDuckGo äußerten sich kritisch und nun legen auch die Entwickler des Browsers Brave nach. Sie kritisieren FLoC und teilen mit, dass man dieses System standardmäßig blocken werde. Auch wenn Brave sich in vielen Sachen pro Nutzer verhält, sollte man dabei aber nicht vergessen: Brave ist ein gewinnorientiertes Unternehmen – und neulich erst hat man sich Tailcat geschnappt und zahlreiche Investoren haben in das Unternehmen investiert und erwarten, dass man da irgendwann mal profitabel wird – mal schauen, ob das mit VPN-Dienstleistungen und Kryptowährungsverwaltung so in der Masse klappt.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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7 Kommentare

  1. find ich gut

  2. Ich finde FLoC super, wird ja sicher nicht lange dauern, bis man seinen FLoC mit einem Add-On ein wenig „tunen“ kann… 🙂
    Werbung wird eh gezeigt, wenn man sie nicht blockt. Getrackt wird man ohne Gegenwehr auch von so vielen Schnüfflern, da macht Google den Braten nicht mehr fett. Und den „Stempel auf der Stirn“ haben wir doch schon lange in den verschiedenen Headern, ich erinnere mich noch an Berichte, bei denen iPhone-Nutzer höhere Preise für Reisen angeboten bekamen, als andere und darauf folgende Versuche bei verschiedenen Seiten, die dann Unterschiede basierend auf dem User-Agent hatten. Mit FLoC wird dann nicht mehr jeder iPhone-Nutzer als „Reich“ und jeder Android-Nutzer als „Arm“ eingestuft, sondern bisschen differenzierter betrogen.

  3. Mit Brave auf iOS kann ich Youtube fast ohne Werbung schauen.
    Und am Mac laufen alle plugins von Chrome. Syncen kann er auch.
    Den privacy Zugewinn nehm ich dankend mit.

  4. Dann macht doch auch mal einen Beitrag zu Vivaldi darüber, die haben das bereits im April angekündigt. https://vivaldi.com/blog/no-google-vivaldi-users-will-not-get-floced/

    • Wolfgang D. says:

      @Markus
      Danke schön für den Link. Das wäre sonst meine Frage im V. Forum gewesen, hab den Eintrag gar nicht mitgekriegt.

  5. Garnicht mal so dumm von Google. Bis jetzt muss man Cookies auf jeder Seite einzeln wegklicken. FLoC muss man nur einmal zustimmen wenn man die TOS des Browsers abnickt (liest eh keiner). Cookies werden an Bedeutung verlieren. Safari blockt eh schon immer 3rd Party Cookies und in den letzten Jahren kamen weitere Technologien hinzu. Andere nutzen dafür einen AdBlocker. Und was auf anderen Plattformen/Browsern passiert kann Google am Ende eh egal sein. Mit FLoC, Fingerprinting und Nutzerkonten kann man auf den eigenen Plattformen viel mehr tracken.

  6. Ich nutze maßgeblich Vivaldi aber auch sehr gerne den neuen Edge. Gibt es zu dem schon irgend welche Infos?

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