BlackBerry CEO John Chen äußert sich zu aufgewärmter Backdoor-Geschichte

BlackBerry_ArtikelDer staatliche Zugriff auf Inhalte der Nutzer ist ein großes Thema, das so richtig mit Edward Snowdens Enthüllungen aufkam. Seither versuchen diverse Hersteller durch Verschlüsselungen diese Inhalte zu schützen, im Business-Umfeld ist dies oftmals noch wichtiger als im Privatbereich. Nun wurde in den letzten Tagen eine alte Geschichte ausgegraben, die BlackBerry – dem Unternehmen für sichere Kommunikation schlechthin – die Zusammenarbeit mit Behörden und die Bereitstellung eines Generalschlüssels für BBM unterstellt. Nicht gut für BlackBerry und Grund genug für BlackBerry CEO John Chen sich dazu zu äußern.

Er verweist auf die Grundprinzipien im Umgang mit Behördenanfragen, wo auch eindeutig erklärt wird, dass in bestimmten Fällen durchaus solchen Anfragen nachgegangen wird, weil man eben dazu gesetzlich verpflichtet ist. Davon nicht betroffen sollen allerdings die BlackBerry Enterprise Server sein. Für diese gibt es weder eine Backdoor noch sollen sie sich anderweitig knacken lassen.

Es ist also nicht so, dass BlackBerry im kanadischen Fall von 2014 irgendwie heimlich mit Behörden zusammengearbeitet hat, sondern sich als Anbieter von Telekommunikationslösungen lediglich an geltendes Recht gehalten hat. Hier die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach. BlackBerry zog sich zum Beispiel aus Pakistan zurück, weil sich das Unternehmen weigerte, eine entsprechende Backdoor in BES zur Verfügung zu stellen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Pakistan als Markt ist ja auch klein genug um sich ohne grossartige geschäftliche Konsequenzen zurückzuziehen. Indien, Russland und Saudi Arabien dagegen sind wichtiger, dort haben Behörden Echtzeit-Zugriff auf BBM und BIS. Lässt sich nicht mit der von Pakistan geforderten Backdoor in BES vergleichen, aber sollte schon erwähnt werden.

  2. Wollte eigentlich gestern schon was dazu schreiben, kam aber nicht mehr dazu. Man könnte das Gefühl haben, dass Sascha den Artikel nur überflogen hat und die Vorgeschichte nicht kennt. Es ist nicht wichtig was Chen sagt („… Furthermore, at no point was BlackBerry’s BES server involved … „), sondern was er nicht sagt: Damit gibt er ja indirekt zu, dass die Behörden Echtzeit-Zugriff auf BBM und BIS haben.

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