Bitcasa: Nutzer klagen über Datenverlust

Über Wuala und Bitcasa mussten wir in der letzten Zeit berichten. Beide Cloudspeicher haben Änderungen vorgenommen, darüber hinaus Nutzer verärgert – und Datenverlust steht auch im Raum. Wuala schaffte den Gratis-Speicher ab und änderte im Nachhinein die Pressemitteilungen, seitdem haben uns auch Nutzer geschrieben, die ihre Daten nicht mehr von Wuala herunterladen können, des Weiteren gibt es Medienberichte, die von einem Nutzer reden, der so mal eben 12.000 Fotos verloren hat.

bitcasa

Bitcasa hingegen änderte das Geschäftsmodell, vom unbegrenzten Speicher in der Cloud für kleines Geld blieb danach nicht mehr viel übrig. Viel schlimmer wiegt es aber, dass Nutzer bei Bitcasa Daten verloren haben, ein breiteres Problem, wenn man im Forum des Anbieters wühlt. Unser Leser Axel hat hierbei rund 70 GB an Daten verloren.

Das große Problem hierbei: der Desktop-Client meldete „OK, alle Daten sind auf dem aktuellen Stand“, während sie nicht bei Bitcasa ankamen. Logo – wenn die Daten nicht korrekt beim Anbieter ankommen, dann hilft auch deren Versionierung bei der Wiederherstellung nicht. Unser Leser Axel hat mir circa 20 Threads aus dem offiziellen Forum geschickt, in denen die Nutzer ihrem Ärger Luft machen. Viele Daten bei Nutzern gingen wohl beim Transfer vom alten auf das neue System verloren.

Weiterhin interessant: Bitcasa wurde es erst einmal untersagt, Daten von Nutzern einfach so zu löschen. Hierbei handelt sich aber nur um ein kleines Zeitfenster. Bitcasa kündigte an, alte Daten zu löschen, sofern die Nutzer nicht auf das neue System migrieren, das Zeitfenster war bis zum 16. November geöffnet. Laut Erlass ist es nun so, dass Bitcasa bis zum 20. November nichts löschen darf. Lächerliche vier Tage – die auch denen nichts bringen, die schon vorher nicht an ihre Daten kamen.

Geschichten wie diese sind es, die mich darin bestätigen niemals komplett auf die Cloud zu setzen. Ich selber habe meine Daten zusätzlich in den eigenen vier Wänden gesichert und dies wird auch noch länger so bleiben.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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22 Kommentare

  1. Und genau aus solchen Gründen liegen meine Daten zusätzlich bei mir Zuhause auf der NAS. 12k Fotos? Da wird viel Herzblut verloren gegangen sein.

  2. Oder gleich, auch wenn es vielleicht weh tut (Datenschutz, Sympathie etc.) auf Amazon, zB S3, setzen, denn Dropbox & Co. mieten in der Regel auch „nur“ dort Speicherplatz an. Die Daten aber nur in der Billig-Cloud zu speichern halte ich aber so oder so ebenfalls für fahrlässig.

  3. Ich habe da nur bedingt Mitleid. Sobald man „unbegrenzter Speicher für wenige Geld“ liest oder angeboten bekommt, sollte man skeptisch werden. Das kann nur zulasten der Qualität oder durch gefährliche Kalkulationen gehen.
    Und wer speichert den bitte seine „wichtigen“ Daten nur in der Cloud?

  4. Man sollte immer ein Backup haben. Und Backup heißt nunmal, dass die Daten noch mindestens ein zweitesmal vorhanden sind. Wer das nicht beachtet, trägt für mich immer eine Teilschuld und hat kein Recht zu heulen.

    Mir ist auch schon ein Raid abgeraucht. (Backup vorhanden) Auch da gibt es genug Leute, die nicht zwischen Verfügbarkeit und Sicherheit unterscheiden können.

  5. Thomas Baumann says:

    Ich hab das ganze mit der Cloud Speichern eh noch nie verstanden, sehe für mich da auch keinen Sinn drin. Eben 2€ für ein USB OTG Kabel und ich kann mein USB Stick auch am Handy und Tablet nutzen. Backups hab ich aufm NAS und das Wichtigste liegt als Kopie zusätzlich noch auf dem eigenem Server.

    Keine Probleme mit Providern die auf einmal Geld verlangen oder meine Daten mit Werbung voll müllen.
    Keine Probleme sollte das Internet mal ausfallen.

  6. Ich habe viele wichtige Dokumente unverschlüsselt bei Google Drive und finde nach wie vor nicht, dass ich damit ein Sicherheitsrisiko eingehe. Zu Hause liegen sie natürlich auch noch. Es gibt immer diese ganz schlauen leute, die mit irgendwelchen Spam Kommentaren die NSA oder Datensammler erwähnen müssen, aber dann am nächsten Tag bei Firmen wie wuala oder bitbasa ihre Daten verlieren…

    Und immer diese Diskussion dass ein raid kein Backup ist. Natürlich ist es zumindest bei raid5 kein volles Backup aber es liefert eine gewisse Datensicherheit wenn mal ein platte abraucht. Und damit ist es eine Art des Backups. Dass der Begriff Backup erst ab einer 2. Vollständigen Kopie benutzt werden darf, finde ich einfach schwachsinnig.

  7. Ach so…Bitcasa. Ein HAUS für BITs. Sieht man ja auch am Logo.

    –> Jetzt verstehe ich auch Picasa. Ein Haus für Pics. Und das Picasa-Logo zeigt ja auch ein Haus. Habe ich in alle den Jahren nie kapiert. Jetzt weiß ich woher der Name kommt.

  8. @Pietz: So sehr ich mir wünsche, dass dein Kommentar nur Trollen ist und du auch selbst dabei lachst, befürchte ich, dass du es wirklich ernst meinst. In letzterem Fall zeigst du jedenfalls, dass du wirklich keine Ahnung hast.

    Im ersten Absatz vergleichst du Äpfel mit Birnen, denn auch, wenn man beides als „Sicherheit“ bezeichnen kann, ist Vertraulichkeit und „Nicht-Verlust“ was ziemlich unterschiedliches. Und wenn du auf erstes keinen Wert legst für deine „Dokumente“, gehörst du für mich zu den Leuten, die sich bitte auch eine Kamera in Schlafzimmer und Toilette montieren lassen. Hast ja nix zu verbergen und ist ja nur zur Terrorabwehr!

    Bzgl. Raid hört deine Phantasie (bzw. Erfahrung) scheinbar beim Kaputtgehen einer Platte auf. Was ist mit Überspannung- und Wasserschäden, Brand oder Diebstahl, um nur spontan einige Möglichkeiten zu nennen? Aber auch abgesehen davon ist ein Raid kein Backup, weil..
    ..der Restore bei einigen TB schon ziemlich dauern kann, selbst bei HotSpare und dir in der Zeit auch weitere (am besten gleich alte) Platten kaputt gehen können,
    ..der Raid-Controller auch gleich alles zerlegen kann,
    ..du einen Dateisystemfehler haben kannst, der sich schleichend Fortsetzt und es zu spät ist, wenn du es merkst,

    Dass Leute, die davon Ahnung haben, einfach so behaupten ein Raid sein kein Backup! Das weißt du Experte natürlich besser! (NICHT!)

    Falls es doch Trolling war, hast du hier deinen Fisch, denn ich gebe zu, dass mich so Pseudoexperten, die meinen mitreden zu können, ohne sich mal tiefgehend mit etwas auseinander zu setzen, WIRKLICH aufregen.

    >

  9. Nachdem 3 Jahre Unidokumente (circa 12-14GB) plötzlich auf meinem MacBook gelöscht waren, (Ich hab sie definitiv nicht gelöscht) setze ich auf Time Machine, iCloud Drive und OneDrive. Ich konnte schließlich aus einem Uralten Backup der TM meinen Uniordner wiederherstellen. Da hatte er noch 700MB. Über den Verlust der Daten komme ich immer noch nicht hinweg.

  10. Ein RAID egal welcher Art ist kein Backup, sondern schafft je nach Modus eine höhere/schnellere Verfügbarkeit der Daten, mehr nicht. Punkt. Wie „2cent“ schrieb, können u.a. Diebstahl oder ein abgerauchter Controller bereits die Ursache sein, dass die Daten weg sind. Eine zweite Kopie an einem physisch anderen Ort ist Pflicht, wenn einem seine Daten lieb sind. Von mir aus auch in der Cloud, für diejenigen, die sich nicht um Privatsphäre scheren.

    Denn wer auf die Cloud als Backup setzt lebt gefährlich (siehe z.B. „The Fappening“) und wer auf selbige setzt und ausschließlich dort 12000 Fotos speichert (und dann verliert)… sorry, aber selbst Schuld… „Lehrgeld“.

    Solange es Menschen gibt, die Wolken lieben, werden wir uns regelmäßig an Skandalen erfreuen dürfen.

  11. Backup meiner Daten liegen auf meinem NAS zusätzlich werden die wichstigsten Daten in der Cloud verschlüsselt gespeichert. Habe ich dadurch Kopfschmerzen? Nein!

    Warum auch, als ob sich jemand die Mühe macht meine Daten zu entschlüsseln dafür bin ich, genauso wie die meisten hier einfach zu unwichtig…

  12. Die Cloud kann als zusätzliches (!) Backup sehr sinnvoll sein, sollte aber selbstverständlich nie das einzige sein. Das ist schon ziemlich fahrlässig.

  13. Von dem Bitcasa Drive habe ich auf 2 Jahre zurück ein Backup jeder Stunde. Was leider nichts bringt… Schrott ins Backup… Kommt das gleiche wieder raus.. 🙁

    Bitcasa sollte der Zentrale Speicher werden, in den ich alles zusammen führe und gleichzeitig auf meinen eigenen Server Sync.MMt 100MBit Anbindung und von da aus habe ich jede Stunde ein Backup gemacht. Da drin ist leider nur der Defekte Schrott.

  14. Habe nie verstanden, wie man seine persönlichen Daten irgendeiner Firma irgendwo auf der Welt „in der Cloud“ anvertrauen kann. Und dann auch noch keine eigene Kopie behalten? Das ist nicht mehr leichtsinnig, sondern einfach dumm.

  15. Ich finde es schon echt toll, wie hier lauter Klugtuer schön den Affen die Schuld geben, die überhaupt Daten in die Cloud geben und hier über Backups referieren.

    Keine Socke scheint es zu stören, dass da eine Firma macht, was sie will, ihre ToS zum einen erstmal schon mal völlig entgegen der nach außen deklarierten Vermarktung ihres Produkts widersprechen und diese dann auch noch lustig geändert wird, wie sie wollen inkl. Verlust an der in Obhut gegebenen Sache.

    Bitcasa hat bis zum Weggang ihres Gründers letzten Herbst eine ganze Weile einen super Eindruck gemacht. Die Grundidee war glaubwürdig (inkl dass sie damit kostendeckend viel Speicherplatz anbieten konnten), die (angebliche) zero-knowledge Verschlüsselung zeitgemäß, die Mitarbeiter engagiert, das Unternehmen innovativ und am Kunden ausgerichtet.
    Nix mit windig und klein. Start-up, ja. Aber das ist ja nun per se nichts Schlimmes.

    So mit Kunden umzugehen, geht NICHT in Ordnung – erstmal völlig unabhängig vom vermarkteten Produkt.
    Wissenswert ist auch, dass auch zahlungs- und bleibewillige Kunden (auch die, die sich für einen 99€/Monat Vertrag = 10TB entschieden haben!) Daten verlieren: es reicht nämlich nicht, den Transfer rechtzeitig anzustoßen (und ihn auch noch heil zu überstehen, was auch nicht ohne weiteres klappt) , sondern er muss auch – unbeeinflussbar – abgeschlossen sein. Und einige hängen mit einer Handvoll TB schon etliche Tage in dem Prozess fest und sehen die Deadline unverrücklich auf sich zu kommen.
    Schwer einzusehen.

    Wenn Amazon gekaufte ebooks einzieht und sich darauf beruft, dass sie immer das Recht hatten, die Lizenz zu ändern oder einzuschränken, bekommt man auch nicht um die Ohren geworfen, „Boah, du Blödi, kauf dir das Papierbuch und schreib es ab, um es auf dem Tablet zu lesen – und überhaupt, lesen auf dem Tablet ist schlecht für die Augen.“
    Da wird über die Sache diskutiert, was die digitale Welt auch an Fußangeln so mit sich bringt.

    Spannend ist zB auch: wie ist denn das jetzt mit Bitcasa und der einstweiligen Verfügung? Die hat ein Ami erwirkt und zwar „für sich und alle Infinite User“. Irgendwo wurde aber gesagt, das gelte ggf nur für US-amerikanische Kunden. Stimmt das?
    Wie ist es für uns Europäer, wo AGB eigentlich eh aktiv bestätigt werden müssen. Wie kann ich denn Klage erheben, wie kann man Sammelklagen machen oder sich anschließen? Welches Recht gilt bis wohin? Man hat mindestens drei Standorte: Bitcasa, Kunde und Server. Welcher ist rechtlich relevant?
    Alles voll spannend und lehrreich.

    Wir selber haben keinen Datenverlust im eigentlichen Sinne gehabt, weil wir unser 3. Backup da gehabt haben. Mehrere TB.
    Unser Ziel war ursprünglich, dieses Backup live zu nutzen, also zum Hauptbestand zu machen und stattdessen zwei Backups zu Hause zu haben.
    ABER: es hat Monate gedauert, das durch die Leitung zu schieben. Wir sind genervt. Diebkids sind genervt, weil wir den Upload seit Ewigkeiten blockieren usw – alles zurück auf Null. Herrlich!).
    Das würde ich trotz Backup als Datenverlust werten. Wenngleich die armen Schweine, die Bitcasa beim Wort genommen haben, mir wirklich extrem leid tun!
    Wenn euch eines eurer Backups lokal um die Ohren fliegt, Eure Synology abraucht und dabei vorher noch das RAID schrottet, schreit ihr auch nicht Hurra. Dauert TAGE sowas aus dem Backup wieder herzustellen.

    Es ist nicht durch eine simple Insolvenz passiert (Ok, man weiß es nicht, ob das der Grund für deren Gebahren ist, aber noch ist es Spekulation, ob Ihnen das Geld ausgeht und darum Kunden ausgekehrt werden), was vll noch eher einzusehen wäre.

    Und all die, die sich so sicher fühlen mit ihrem RAID und einem oder keinem Backup: googlet mal nach BITROT.
    Wir hatten – wirklich schmerzlich! – Hochzeitsbilder, alle doppelt und dreifach gesichert, von denen plötzlich viele zum Teil schlicht grau waren…. Da hatte eine Festplatte eine (nicht messbare!) Macke und es sind Bits gekippt – wir haben diese unmerklich kaputten Bilder in jede Sicherung gespült.
    VERSIONING ist eben auch wichtig.

    Cloud Server haben hinten raus ein anderes Dateisystem, was weit über ein RAID hinaus geht und wo für die privaten Bereichen erst langsam was kommt (Linux, freenas, netgear zB), was aber noch nicht ganz ausgereift ist.
    Einer unser Hauptgründe, auch in der Cloud eine Kopie haben zu wollen.

    Aber das nur am Rande …
    Ich würde mir wünschen, wenn hier nicht der Kunde dämlich geschimpft wird, sondern über Bitcasas Geschäftsgebahren geredet werden würde, und was das für unser aller digitaler Alltag bedeutet.

  16. Ach ja, und Dank Angeboten wie Boxcrypt & Co, oder Sync Tools, die in verschlüsselte Zips schreiben, ist Cloud-User nicht AUTOMATISCH mit Dämel-Daten-Exibitionist gleichzusetzen… Sollte man zumindest erfragen, bevor man anfängt Phrasen zu dreschen.

  17. @Jessi: Natürlich ist das nicht in Ordnung, was Bitcasa da treibt. Die Moral von der Geschichte ist aber, dass dir das immer passieren kann, und man deshalb Daten nicht nur dort liegen hat und Backups betreibt. Wenn du mal von deiner (berechtigten) Enttäuschung runter kommst, merkst du, dass letztlich nur diese Einsicht zählt. Wie weit und aufwendig man die Backups betreibt, ist natürlich immer eine Abwägung, man darf nur später nicht heulen, wenn man seine Wette zur gewählten Quote verliert. 😉 Und ja, zu einer vernünftigen Backupstrategie gehört auch Versionierung, herzlichen Glückwunsch zu der Einsicht! Das ist genau was ich meinte, da meint jeder Depp mit Halbwissen mitreden zu können. Und ein Raid ist nach wie vor kein Backup, es sorgt nur für erhöhte Verfügbarkeit. Das darf zu Bildungszwecken gerne mal erwähnt werden.

    Und was dein Amazon-Ebook-Beispiel angeht, sollte die Diskussion in Richtung DRM gehen. Ich kaufe bewusst Ebooks ohne DRM, und wenn in Ausnahmesituationen doch mal mit, liegen sie dennoch DRMbefreit im Backup. Meiner Ansicht nach kaufe ich nämlich das buch und kein temporäres Nutzungsrecht. 😉

  18. Es ist doch eigentlich sonnenklar, daß es eine Marktbereinigung geben wird. Die Großen (Google, Microsoft, Amazon) haben reichlich Kapazitäten. Die Kleinen können sich dem nicht entgegenstemmen. Es gibt mittlerweile Cloud-Anbieter ohne Ende. In 2 Jahren werden es sicherlich sehr viel weniger sein. Ich für meinen Teil bin ein großer Freund der Cloud, aber auf Kleinanbieter setze ich nicht.

  19. und einmal mehr zeigt sich es auch, dass der Verkauf einer Super Idee (wuala an Lacie) nicht zwingend zu einem Erfolg auf dem Markt führt: (http://de.wikipedia.org/wiki/Wuala)
    letztendlich ist es wie viele Poster schreiben: Cloud ist ne nette Ergänzung, zu NAS, Stick, eigenem Server…. – aber als Solo Lösung tödlich

  20. Hmmm, die Fotos hatte er sicher nur redundant in der Cloud. Fotos sind meine allerwichtigsten Daten und von denen habe ich 4 komplette Backups auf 4 weiteren HDs. Eine davon im Schließfach – Letztere zugegebenermaßen nicht immer ganz aktuell.

  21. Tja, jetzt müsste es Tools & Dienste geben, die Backups auf verschiedene Clouds verteilen, und zwar so easy wie bei Apps ohne viel Gefrickel, am besten auch global regional verteilt 😉 Besser wäre noch The (Memristor) Machine mit unendlich viel Speicher!

  22. Wie in allen solchen Fällen tun mir die User selbst natürlich schon Leid, unabhängig davon ob sie jetzt einfach etwas Ärger, oder Daten vollständig verloren haben, auch wenn letzteres natürlich eigene Fahrlässigkeit erfordert. Nachher weiss man es immer besser. Und es vorher besser zu wissen ist auch nur die halbe Miete – ich denke dass ich einigermassen informiert und mir der meisten Risiken bewusst bin, und trotzdem habe ich selbst viel zu lange damit gewartet ein Backup-Konzept zu erstellen. Der Zeitaufwand hat mich immer abgeschreckt, es wird schon nicht gerade jetzt etwas passieren. Aufgerüttelt wurde ich dann erst als ich eines Tages dachte eine meiner externen Festplatten drehe nicht mehr hoch. Schlussendlich lag es dann glücklicherweise nur am Netzteil, aber so wurde mir bewusst dass ich, was Festplattencrashs angeht, eigentlich statistisch überfällig bin.

    Im Grossen und Ganzen jedoch finde ich es gut, dass es heute häufiger solche Cloud-Katastrophen gibt die gross genug sind und genügend Leute betreffen, um es auch in breitere Medien zu schaffen. Die Cloud-Verblendung unter Benutzern ist bedauerlich, wenn auch gewissermassen verständlich angesichts des aggressiven Marketings. Dasselbe in Unternehmen zu sehen ist aber ziemlich schockierend. Da werden weder Vertrag und Verantwortlichkeiten, Legalität, Datenschutz noch Ausfallsicherung berücksichtigt. Das Einzige was man sieht ist, dass man sich nicht mehr selbst um Anschaffung und Betrieb der Infrastruktur kümmern muss. Ganze Firmen machen sich so restlos von oft wenig vertrauenswürdigen Dienstleistern abhängig, die sich vor allem auch aus der Verantwortlichkeit ziehen können wenn etwas passiert. Was ist wenn Daten oder Programme, auf die ein Betrieb für seine Tätigkeit angewiesen ist, einfach mal einen Tag nicht verfügbar sind? Siehe auch das Adobe-Debakel, deren Software ja gar nicht mehr gekauft, sondern nur noch in der Cloud gemietet werden kann. Das ist besonders fies weil Adobe eine marktbeherrschende Stellung haben (die sie hoffentlich bald verlieren) und ein Unternehmen nicht einfach mal so von heute auf morgen den ganzen Prozess auf ein anderes Softwarepaket umstellen und das Personal umschulen kann. Aber wer so einen Beschiss auch nur ansatzweise freiwillig mitmacht, kann nicht ganz bei Trost sein.

    Die Kommentatoren die hier erwähnen, man hätte halt auf grosse und etablierte Anbieter wie Amazon S3 setzen sollen, weise ich darauf hin dass auch Amazon bereits Kundendaten unwiderruflich verloren hat. Es gibt nie eine hundertprozentige Sicherheit, und kein Anbieter würde eine solche vertraglich festlegen.

    Um zurück zum Backup zu kommen, die gängige Faustregel macht eigentlich Sinn: 3-2-1.
    3 Kopien der Daten
    2 davon auf anderen Medien
    1 davon geographisch abgesetzt.

    Das minimiert das Risiko von zeitlich nahe beieinander liegenden Ausfällen. Denn mit Ausfällen muss bei allen Datenträgern und allen Anbietern immer gerechnet werden. Wenn all das in Betracht gezogen wird, bin ich aber durchaus auch der Ansicht dass Cloud-Dienste eine gute Möglichkeit sind um insbesondere die geographische Regel zu erfüllen.

    Persönlich habe ich mich dafür entschieden, meine lokalen Festplatten permanent zu Crashplan und Backblaze zu sichern. Beide Anbieter unterstützen auch das Verschlüsseln der Daten auf der lokalen Maschine, sodass sie nie zusammen mit dem Schlüssel gespeichert werden (hätte ich wirklich sensible Daten würde ich sie trotzdem noch eigenhändig vor-verschlüsseln, da ich keinen Einblick in den Quellcode der beiden Clients habe). Ich betreibe beide Backups parallel, ursprünglich weil ich beide ausprobieren und vergleichen wollte, nun permanent weil sie beide nicht die Welt kosten. Zusätzlich werden die Fotos in 50GB-Schritten auf Blu-rays gebrannt und im Elternhaus gelagert, während die externen Festplatten archiviert werden, sobald sie voll sind.

    Besonders Crashplan kann ich Privaten, die ihre Datensicherheit erhöhen wollen, empfehlen. Das Programm selbst ist gratis und ermöglicht es, gleichzeitige Backups zu verschiedenen Destinationen zu automatisieren, wie etwa eine externe Festplatte, ein NAS, oder sogar über das Internet auf den Computer eines Freundes, welcher Speicherplatz bereitstellt. So kann man bereits ohne ein bezahltes Abonnement die 3-2-1-Regel erfüllen. Es braucht nur zwei Personen die eine zusätzliche Festplatte anhängen und sich gegenseitig den Speicher zur Verfügung stellen. Kostenpflichtig wird Crashplan erst, wenn man auch ein Backup auf den Servern des Betreibers halten möchte. Das finde ich ziemlich fair. Und einen so fachkundigen Kundendienst habe ich sonst auch kaum irgendwo je erlebt – auch ein gutes Zeichen.

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