Autonomes Fahrzeug von Google verursacht ersten Unfall

artikel_googlecarGoogles autonome Fahrzeuge waren schon öfter in Unfälle verwickelt, bisher aber immer ohne die Schuld der Google-Fahrzeuge selbst. Diese sorgenfreie Zeit ist nun vorbei, ein selbstfahrendes Google-Auto hat einen Crash verursacht. Und dann auch gleich noch mit einem Bus des örtlichen Nahverkehrs in Mountain View. Zustande kam der Unfall, da das Google-Fahrzeug Sandsäcken auf der eigenen Spur ausweichen wollte und zusammen mit dem Fahrer davon ausging, dass der Bus verlangsamen und somit eine Weiterfahrt ermöglichen würde. Tat er aber nicht, beim Wiedereinscheren nach dem Hindernis kam es zum Zusammenstoß.

Google_Lexus

Wobei dieser Zusammenstoß und dessen Entwicklung sicher sehr witzig ausgesehen haben muss. Denn das Google-Fahrzeug, übrigens ein Lexus RX450h, war zu diesem Zeitpunkt mit 2 Meilen pro Stunde unterwegs, der Bus immerhin mit 15 Meilen pro Stunde. Da es keine Personenschäden gab, ist der Unfall auch halb so schlimm, zeigt aber, dass Google noch weit von einem perfekten System entfernt ist.

Ohne die genauen Umstände zu kennen, hätte dieser Unfall sicher vermieden werden können. Die gefahrenen Geschwindigkeiten zeigen ja, dass Google den Unfall mit dem eigenen Fahrzeug quasi stehend verursacht hat. Dennoch darf so etwas nicht passieren. Immerhin sind heute nur vereinzelt hoch überwachte Prototypen auf alleine auf den Straßen unterwegs. Mehr Fahrzeuge bedeutet gleichzeitig auch mehr Risiko für Fehler, alles Dinge, die noch in den Griff bekommen werden müssen.

Vielleicht erfährt man Details zu dem Unfall in Googles monatlichen Fahrbericht. Für Februar wurde dieser allerdings noch nicht veröffentlicht. Der besagte Unfall ereignete sich am 14. Februar.

(via Die Presse)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Man kennt die genauen Umstände nicht, sagt aber dass sowas nicht passieren darf… Was den nun? Manche Unfälle lassen sich auch gar nicht vermeiden und dann geht es um Schadensbegrenzung.

  2. Was ist das denn für ein Quatsch im Artikel? Ist dir bewusst wie viel Arbeit und Konzepte in so einer Vision stecken? Hier wird das autonome Fahren und Googles Versuche dargestellt, als ob das ein neuer App Drawer für Android ist der eine schicke UI darstellen soll.

    Wenn der Wagen 2 mph gefahren ist, deutet das auch eher darauf hin, dass das System scheinbar (wenn auch zu spät) erkannt, dass ein Aufprall wahrscheinlich passiert

  3. „dass Google noch weit von einem perfekten System entfernt ist“

    Wenn man so einen „Unfall“ schon so hart verurteilt, dann sollte man ja meinen, jeder Mensch der ein Kratzer in sein Auto fährt gehört sofort der Führerschein entzogen. Weil der ist dann ebenfalls weit von perfekten Menschen/Fahrer entfernt.

  4. Der Busfahrer ist dem Lexus also hinten auf gefahren?
    Wie man es dreht und wendet. Zumindest hier in Deutschland sollte diese Sachlage eindeutig sein. Da spielt es nicht mal eine Rolle, ob da irgend ein Computer oder ein Mensch das vordere Fahrzeug gelenkt hat.
    Der Unfall hätte wohl nur vermieden werden können, wäre der Bus ebenfalls von einem Computer gesteuert und mit dem vor ihm fahrenden Fahrzeug vernetzt gewesen.

    Oder sehe ich da was falsch?

  5. Ich arbeite in der Unfallforschung und muss regelmäßig feststellen, dass der Mensch als Fahrer pro gefahrenem Kilometer deutlich mehr Unfälle verursacht als die Google Autos (zumindest soweit veröffentlicht).
    Es gibt auch „unavoidable accidents“, also solche, die für den einzelnen Fahrer nicht vermeidbar sind und hier nur eine Minimierung des Schadens durch das in diesem Falle optimale Verhalten.
    Ein typisches Beispiel wäre eine zweispurige Straße, links und hinter mir weitere Fahrzeuge, rechts von mir Bäume. Nun kommt ein Geisterfahrer im LKW entgegen. Die Straße bietet nicht genug Platz, sodass 3 Fahrzeuge unfallfrei passieren können.
    Hier gilt es nun zu entscheiden, welcher Weg der mit dem geringsten Schaden ist. Vllt. ist es sogar sinnvoll den Nebenmann abzudränge, sodass dieser weiter links fährt, damit das entgegenkommende Fahrzeug genug Straßenbreite hat. Oder eine Vollbremsung, um delta v möglichst gering zu halten im Falle eines Frontalcrashes.

  6. man sollte ggf bedenken wenn die anderen Autos ebenfalls mit Intelligenz ausgestattet sind und mit anderen Autos kommunizieren können wäre dieser Vorfall bestimmt vermeidbar gewesen. (Da kleine Geschwindigkeiten zum einen zum anderen hätten beide Autos eine Lösung finden können (Bus hält an weil Auto weiterfahren will oder so))
    Problem ist meines Erachtens hier eher das das Auto, so wie der Fahrer darin annahmen getroffen haben die anscheinen nicht so zugestimmt haben, wegen mangelnder bzw fehlender Informationen vom Bus

  7. Bin mal auf den ersten Ernstfall gespannt, wenn zwei autonome Autos konkurrierender Systeme aufeinandertreffen… Kampf bis zum letzten Öltropfen? Oder wartet der eine auf die erste Bewegung des anderen, bis der Treibstoff alle ist?

  8. 2 Meilen/Stunde sind 3,2 Km/Stunde. Im Grunde sind beide Fahrzeuge in Fußgängergeschwindigkeit „aufeinandergeknallt“. Aus Sicht des Busfahrers stand das Google-Auto. Auf so ein Hindernis fährt man nicht drauf sondern bremst was bei 24 Km/Stunde auch für einen Bus kein Problem ist.
    Der Fehler des Google-Autos kann darin liegen, daß es schlicht zu langsam fuhr. Wenn das immer so langsam fährt, ist es ein Verkehrshindernis.
    Das paßt damit zusammen, daß bislang die Google-Autos eine Höchstgeschwindigkeit von 40 KM/h (oder 40 Meilen/h?) haben. Das ist auch im Stadtverkehr zu langsam.
    Menschen fahren gewöhnlich zu schnell. Das wird noch Streß geben wenn Google seinen Fahrzeugen nicht eine deutlich höhere Geschwindigkeit angewöhnt.
    Bei der Suchmaschine sind wir jedenfalls was besseres gewöhnt. Bei 2 Meilen/Stunde würden wir ca. 3 Monate auf die Antwort für eine Suchanfrage warten müssen.

  9. Ich empfehle das youtube video humans need not apply
    Machines don’t need to be perfect, they just need to be better then us. And they already are.

    Find diesen Ariel daher nicht so gut

  10. peppepepperson says:

    Das autonome Auto scheint mir auf einer Stufe mit dem papierlosen Büro, Sprachsteuerung und dem Jahr des Linux.

    Vermutlich werden wir das zu unseren Lebzeiten gar nicht mehr erleben.
    Die Leute wollen das Ding einfach nicht.

  11. Anscheinend ist das perfekte Auto noch eine Utopie. Es scheint doch so, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis ein Auto eigenständig unfallfrei fahren wird. Trotzdem ist es bemerkenswert wie weit Google technologisch schon ist.

  12. Sascha schreibt wunderbar, daß die genauen Umstände nicht klar sind. Warum also das autonome Auto angreifen oder verteidigen? Ohne Fakten ist es reine Spekulation. z.B. „Wenn der Wagen 2 mph gefahren ist, deutet das auch eher darauf hin, dass das System scheinbar (wenn auch zu spät) erkannt, dass ein Aufprall wahrscheinlich passiert“ eines Kommentators. Warum? Genauso möglich ist, daß die KI überfordert war bzw. nicht wußte, was sie machen sollte und deswegen stehen blieb. Beides ist möglich ohne genauere Daten.

  13. „Die Leute wollen das Ding einfach nicht“

    Nicht von Dir auf andere schließen.

  14. Karl Kurzschluss says:

    Ein Auto, das mit 2 Meilen pro Stunde „fährt“, ist kein fahrendes Auto. Eigentlich parkt es. Ein Busfahrer muß den Fahrplan einhalten und kann nicht auf solche lahmen Enten warten.

  15. @Karl Kurzschluss
    Haha. 😀 Naja, der Busfahrer hat aber die Verantwortung für die Passagiere. Deren Wohlergehen darf er auch nicht einfach gefährden, indem er mal nicht bremst.

    Vielleicht musste der Computer im Lexus auch erst googeln, was er angesichts der Hindernisse nun tun muss. 😉

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