Auswertung Umfrage November 2021: Lesermeinung zum ID Wallet ist gespalten

Quelle: BMVI

In der letzten Monatsumfrage hier im Blog wollten wir gerne von euch wissen, wie so eure Meinung zum ID Wallet aussieht. Dabei zeigt sich, dass unsere Leserschaft da exakt in der Mitte gespalten ist. Einige würden dem ID Wallet eine zweite Chance geben, andere haben das Thema innerlich bereits für sich abgehakt.

Zur Erinnerung: Der bald ehemalige Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, wollte das ID Wallet als digitale Verwahrungsstelle des Führerscheins forcieren und langfristig auch für weitere digitale Dokumente nutzen. Auch sollte es über die App z. B. möglich sein, bei Veranstaltungen oder in Hotels Check-ins durchzuführen. Was als Konzept gut klingt, krankte in der Praxis an erheblichen Sicherheitsmängeln, die Identitätsdiebstahl Tür und Tor geöffnet hätten. Generell gab es da viele Fragezeichen bezüglich der verwendeten Technologien und der Herangehensweise an die Entwicklung. So hatte auch das BSI im Vorfeld vor den Problemen gewarnt, stieß aber wohl auf wenig Gehör.

Letzten Endes steht das ID Wallet aktuell nicht zur Verfügung, soll aber noch zurückkehren – angeblich mit Verbesserungen. Doch für manchen Beobachter ist das Vertrauen sicherlich nun schon so weit erschüttert, dass kein Bedürfnis mehr besteht, die App zu verwenden. Doch immerhin: Insgesamt 45 % der Abstimmenden (1.264 Stimmen) haben geantwortet, dass die das ID Wallet nutzen werden. 33 % davon (927 Stimmen) knüpfen das an die Bedingung, dass die Sicherheit verbessert werde. 12 % (337 Stimmen) sind schlichtweg von den Funktionen überzeugt,

Aber: Ebenfalls 45 % (1.263 Stimmen) geben bereits an, dass sie das ID Wallet meiden werden. 27 % (740 Stimmen) haben kein Vertrauen mehr in die App – aus meiner Sicht verständlich. Weitere 19 % (523 Stimmen) sehen in den Funktionen für sich keinen Mehrwert. Bleiben noch die 9 % (254 Stimmen), welche unsicher sind.

Anmerkung: Aufgrund der Auf- und Abrundungen des Umfragetools kommen die Prozentwerte nicht ganz hin. Insgesamt haben dabei 2.781 Leser abgestimmt. Mehrfachantworten waren nicht möglich. Vielen Dank für die rege Teilnahme! Findet ihr euch in den Antworten wieder bzw. habt ihr mit diesem Ergebnis gerechnet?

ID Wallet: Wirst du es nutzen?

  • Ja, aber nur wenn die Sicherheit verbessert wird. (33%, 927 Votes)
  • Nein, ich vertraue der App nicht mehr. (27%, 740 Votes)
  • Nein, ich sehe keinen Mehrwert in den Funktionen. (19%, 523 Votes)
  • Ja, der Nutzen überzeugt mich. (12%, 337 Votes)
  • Ich bin noch unsicher. (9%, 254 Votes)

Total Voters: 2.781

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13 Kommentare

  1. Das Problem an dem ganze ist doch, das der Staat eine riesengroße Behörde ist, an der jede Abteilung oder Fachbereich irgend was zu sagen oder mitzubestimmen hat.
    Am Ende kommt dann eine Frickelwerk raus, was zudem noch etlich Steuergelder verbraten hat und von den Bürgern nicht akzeptiert ist, weil die App unsicher, anwender-unfreundlich oder einfach nur Schrott sind.

    Ich frage mich, wer damals beim ID Wallet eigentlich die App mal auf diversen Smartphones getestet hat – vermutlich keiner, dann wäre die nämlich nicht mal in den Appstore gekommen.

  2. Meine persönlichen 2 KO Kriterien:

    – Die App muss das analoge Dokument zu 99% ersetzen können.
    – das Handy muss währen der Anzeige des Dokuments gesperrt sein. Einem fremden mein entsperrtes Handy in die Hand zu drücken wäre ein no-Go.

    • Ja, ich will meinen Ausweis, Führerschein und auch die Krankenversicherungskarten nicht mit mir „rumschleppen müssen“. Das kann alles ins Smartphone.
      Technisch sollte es kein Problem sein, dass die geöffnete App alle anderen Smartphonefunktionen sperrt bzw. dass man zum beenden der App wieder seine Bildschirmsperre aufheben muss.

    • TierParkToni says:

      Diesen Zwischenschritt zwischen „offen“ und „gesperrt“ vermisse ich ebenfalls seit der CovPass-App ganz erheblich – mal schauen, ab wann es die Handy-OS-Hersteller auch mitbekommen, dass man da einen Zwischenbereich benötigt…

      • CovPass App ist eigentlich ein schlechtes Beispiel, da man das Handy da eigentlich nicht aus der Hand geben muss wenn der „Kontrolleur“ wie vorgesehen die CovPass Check App nutzt

    • Wäre halt mit OS eigenen Bordmitteln einfach umzusetzen wie zB mit Apple Wallet. Aber so mit einer Deittanbieter-App ist gesperrter Zustand + anzeigen vom Perso niemals möglich

  3. Einfach die Apple Schnittstelle demnächst nehmen und gut ist – aber nein. Das wäre ja nicht typisch Deutsch.

    • Ein proprietäre Schnittstelle zu nehmen, mit möglicherweise teuren Folgekosten ist durchaus typisch „deutsch“, oder in diesem Fall genauer, typisch „Scheuer“….
      Warum das aber von Vorteil sein soll, kann ich nicht erkennen.

    • Nein, genau dort haben meine höchstpersönlichen Ausweisdokumente mal gar nichts zu suchen.

      • Ihr habt beide keine Ahnung. Ausweise in Apple Wallet basieren auf einem Standard (ISO/IEC 18013). Hauptsache erstmal labern.

  4. Die persönliche ID an eine Produktgruppe zu binden, deren Support software- und hardware-seitig so zweifelhaft ist wie die von Smartphones (und ich sehe das als kritischer ausschließlicher Android User), halte ich für idiotisch. Das digitale Impfzertifikat ist für mich persönlich das Äußerste; und auch hier habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine laminierte Karte mit dem QR-Code mit mir herumzutragen.

  5. Mach einfach ein Foto (ja, ein „Foto“) vom Führerschein und/oder Perso. Hat mir bei meinem Unfall letztens asugereicht – der Polizist muss sowieso in seinem System die Richtigkeit der Daten verifizieren…
    Enstchudligung: ich meinte der Polizist / die Polizistin / das Polizist / die Polizei als Institution / d* Polizist*in**divers

    • Konsequent wäre:
      – Polizister (m)
      – Polizistin (w)

      Aber jeder weiß, dass es den Wokies nicht um Konsequenz geht. Denn dann wäre denen schon längst aufgefallen, das eine weibliche Lehrkraft keine Lehrerin ist, sonder eher eine Lehrin.

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