Apps 2014: Ein Blick auf das Smartphone von Pascal

Wer sich sein erstes Smartphone kauft, wird nicht unbedingt durch die Vielzahl an neuen Funktionen und Möglichkeiten des Gerätes erschlagen, sondern spätestens erst beim Öffnen des jeweiligen App-Stores. Laut Statista sind mit Stand 2014 im Google Play Store über 1,3 Millionen Apps, im Apple App Store mehr als 1,2 Millionen und im Windows Phone Store um die 300.000 Apps verfügbar.

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Und eines ist uns eingefleischten Appaholikern schon lange klar: Es gibt von jeder App mindestens einen Nebenbuhler. Jeder hat seine eigenen Präferenzen, was eine App für sich auszeichnet und einige begleiten uns nun schon seit Jahren. Welche Apps meine täglichen Begleiter sind, möchte ich euch hier zeigen.

Da ich ein Plattform-Hopper bin und gerne zwischen Android und Windows Phone hin- und her wechsle, sollten zumindest die Basis-Apps auch übergreifend vorhanden sein. Ein dickes Plus gibt es von mir dann auch noch, wenn diese Apps eine Mac-Desktop-Version beinhalten. Ich bin halt kein großer Freund von Web-Versionen. Doch zunächst der Reihe nach. Welche Apps sind meine Apps des Jahres 2014 (Reihenfolge willkürlich)?

Telegram

Schon witzig, wenn man sich wieder in den Hinterkopf ruft, wie alle geschrien haben, als WhatsApp an Facebook verkauft wurde. Alle Ratten haben gezetert und geschworen, das sinkende Schiff zu verlassen – geblieben sind schließlich jedoch die meisten. Damals hatte ich jedoch gehofft, dass die Menschen den Aufstand auch wirklich vollziehen und alle wechseln, denn WhatsApp hatte schon immer den ganz klaren Nachteil, dass es immer nur auf einem Gerät genutzt werden konnte und kein Desktop- oder Web-Client vorhanden war (was sich möglicherweise ja bald ändern kann).

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Daher habe ich damals auf Zuruf meiner Kollegen mal Telegram installiert und bin geblieben. Threema war damals der zweite Trend, der sich abzeichnete, doch da auch hier bis heute keine Desktop-Version vorhanden ist, wäre es vom praktischen Ansatz dasselbe Problem wie bei WhatAapp. Und heute nutze ich zu fast 90% nur noch Telegram für meine Kommunikation. Der Rest-Prozentsatz teilt sich zwischen diversen anderen Messengern wie Skype, Facebook-Messenger, Whatsapp und der guten alten SMS auf.

Telegram bietet mir einfach alles. was ich benötige. Es ist plattformübergreifend (Android, iOS und Windows Phone), ein Desktop-Client sowie eine Web-Version sind vorhanden und ich kann den Messenger sogar auf jedem Tablet nutzen und die Synchronisation der Chats ist nahtlos. Klar, auch Telegram ist nicht unfehlbar, so hat die Windows Phone-Version leider gelegentlich Probleme, dass Nachrichten nicht gepusht werden, weshalb ich dann öfter wieder zur SMS greife, doch summa summarum bietet mir Telegram all das, was WhatsApp kann und mehr.

Die wichtigsten Personen, mit denen ich kommuniziere sind ebenfalls zu Telegram übergewandert und auch die interne Blog-Team-Kommunikation läuft hierüber ab. Zudem werden Nachrichten verschlüsselt übertragen und auch Secret-Chats sind möglich. Eines der letzten Updates hat zudem eine verbesserte Android Wear Unterstützung mitgebracht, sodass ich direkt per Spracheingabe auf eingehende Nachrichten antworten kann. Michael Knight wäre so stolz auf mich!

Wunderlist

Ohne To-do App würde ich womöglich noch meinen Kopf vergessen. Täglich prasseln in meinem regulären Berufsleben zig Tasks auf mich ein und auch hier im Blog ist immer etwas zu tun. Daher brauchte ich eine zuverlässige und ebenfalls plattformübergreifende To-do App. Probiert habe ich vieles, auch die Top-Konkurrenten Todoist und Any.do. Jedoch ist mir sowohl optisch als auch funktional Wunderlist ans Herz gewachsen. Hier überwiegen wieder einmal die Vorteile der Multi-Plattform-Unterstützung und allem voran die native Desktop-App für Mac OS X sowie Windows 7 und 8.

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Leider hatte Wunderlist in der Vergangenheit viele Probleme mit der Synchronisation der Aufgaben. Der Sync-Vorgang dauerte ziemlich lange und die Pushbenachrichtigung bei anstehenden Aufgaben war wie ein Sechser im Lotto. Doch das Berliner Startup hat sich zusammengerauft und in diesem Jahr mit Wunderlist 3 eine um Längen zuverlässigere App veröffentlicht und an allen Stellschrauben gedreht. Auch hier kommt es ab und an zu kleinen Schluckauf-Momenten, doch die sind selten. Mittlerweile nutzen wir für die Aufgaben-Zuweisung auch Wunderlist im Blog-Team, was sich als äußerst praktisch erwiesen hat.

Wunderlist war auch eine der ersten Apps mit Android Wear-Unterstützung, sodass man schnell mit dem Befehl „OK Google, erstelle eine Notiz“ eine Aufgabe in seinen Wunderlist-Posteingang schmeißen kann. Und seitdem Wunderlist endlich auch der Windows Phone-Plattform Liebe zukommen lässt und die neuen Funktionen und das Redesign der App auch dort nutzbar sind, bin ich endgültig einer der größten Buddys von Wunderlist.

Evernote

Ein weiterer großer Name der Produktivitäts-Apps auf meiner Liste ist Evernote. Hier scheiden sich ganz klar die Geister, da Evernote für viele einfach zu mächtig und aufgepumpt ist. Für mich jedoch, der beruflich mehrere Arbeitsfelder abdeckt und von Meeting zu Meeting, rennt ist Evernote unverzichtbar.

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Wenn man sich einmal an die anfänglich verwirrende Notizbücher-Struktur gewöhnt hat, bietet Evernote einfach schier endlose Möglichkeiten. Ich kann nach Lust und Laune ganze Meetings via Smartphone aufzeichnen, Präsentationen erstellen und über den Beamer laufen lassen, PDF-Dokumente können gespeichert und durchsucht und Bilder können gespeichert und mit Skitch bearbeitet werden.

Die Schlagwörter-Funktion hilft mir dabei, schnell die vielen hundert Notizen in mehreren Notizbüchern zu durchsuchen und hat sich häufig bewährt. Ich kann To-do Listen erstellen (wobei ich hier tatsächlich eher Wunderlist bevorzuge) und mich an diese zu einem bestimmten Zeitpunkt erinnern lassen. Ich kann Tabellen in meinen Notizen erstellen und alle möglichen Dokumente wie Audio- und Videodateien in Notizen einfügen.

Mit dem Evernote Web Clipper als Browser-Addon kann ich ganze Webseiten abzuspeichern, auf Wunsch auch nur einen bestimmten Teil oder ausschließlich den Text des Webartikels. Ein anderes Browser-Addon namens „Evernote Clearly“ zeigt mir nur den Text des Artikels im Browser an, ohne ablenkende Werbebanner oder sonstiges. Das Prinzip kennen Mac- und iOS-User von der Safari-Funktion „Reader“.

Das alles war nur ein Auszug von dem, was Evernote alles bietet. Das Tool ist also tatsächlich sehr mächtig und daher ist es verständlich, dass viele mit anderen Apps wie Google Notizen besser klarkommen. Google Notizen wäre auch mein alternativer Favorit, ist mir jedoch zu rudimentär und bietet mir aktuell zu wenig Funktionen.

Evernote hat eben den für mich wichtigen Vorteil, dass es plattformübergreifend ist (Android, iOS, Windows Phone und sogar Blackberry OS) und eine native Desktop-Version für Mac OS X sowie Windows bietet. Und zudem gibt es eine native Android Wear App, die euch von Eurer Smartwatch aus Eure letzten Notizen ansehen oder neue Notizen via Spracheingabe erstellen lässt. Wer, wie ich, viel schreibt und viele Notizen für den späteren Gebrauch macht, sollte definitiv ein Tänzchen mit Evernote wagen.

Pocket

Read It Later-Apps gibt es ja ebenfalls einige auf dem Markt. Eine der Koryphäen auf diesem Gebiet ist Pocket (ehemals „Read It Later“). Diese App nutze ich viel, um interessante Artikel für das spätere Lesen abzuspeichern, wenn ich gerade mal keine Zeit habe. Da Pocket ein Browser-Addon für Chrome, Safari und Firefox bietet, muss ich nicht mehr machen, als kurz das Icon in meiner Addon-Bar anzuklicken und schon wird der Artikel archiviert. Auf Wunsch kann man den Artikel auch taggen, um ihn später leichter wiederzufinden. Diverse Dienste wie Feedly haben Pocket sogar integriert, sodass man von dort aus ebenfalls bequem Artikel für später speichern kann.

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Wer Premium-Kunde bei Pocket ist, hat zudem den Vorteil eines ewigen Artikel-Archivs, denn Pocket speichert den Artikel für immer ab, selbst wenn er irgendwann nicht mehr online sein sollte. Wenn man einen Artikel gelesen hat, ihn aber für ein erneutes Lesen benötigt, muss ihn nicht gleich löschen, sondern kann ihn in ein durchsuchbares Archiv ablegen.

Pocket hat sich über die letzten Jahre durch seine minimalistische Optik und nützliche Funktionen ebenfalls zu einem essenziellen Tool bei mir gemausert. Zwar bietet Pocket mir glücklicherweise auch eine native Mac OS X Desktop-App an, jedoch ist Pocket leider nicht komplett plattformübergreifend. Die App ist für Android und iOS erhältlich, nicht jedoch für Windows Phone. Für letzteres muss man auf Drittanbieter setzen, die aber sehr potente Apps bereits entwickelt haben.

Google Inbox

Der neue E-Mail-Client von Google kam in diesem Jahr aus dem Nichts angeschossen und schien einzuschlagen. Inbox ist Googles Vision des E-Mail-Postfachs der Zukunft und präsentierte sich anfangs etwas holprig und verwirrend – vor allem für bestehende Google Mail-Kunden. Auch wenn ich, ähnlich wie Caschy, bereits feste Workflows mit entsprechenden Labels- und Filtern in Google Mail hatte, habe ich den Versuch gewagt und mich auf das Inbox-Experiment eingelassen – nicht zuletzt dank des großartigen Leitfadens von Caschy.

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Inbox will dem Nutzer helfen die eingehenden Mails besser zu kategorisieren. Bereits vor einiger Zeit hatte Google die ersten Schritte in Google Mail eingeleitet, indem man eingehende Mails in „Persönlich“, „Benachrichtigungen“, „Soziale Netzwerke“ und „Foren“ kategorisieren konnte. Mit Inbox stehen einem mehr Möglichkeiten der Zuordnung zur Verfügung.

Zudem lernt die Inbox sehr gut dazu. Wenn ich also PayPal-Zahlungsbenachrichtigungen erhalte via Mail und diese in die Kategorie „Finanzen“ eingeordnet habe, werden auch die künftigen Mails hier hinein kategorisiert. Was ein wenig gewöhnungsbedürftig war ist, dass die Seitenleiste mit den Label-Übersichten nicht mehr automatisch ausgeklappt ist, sondern über ein zusätzliches „Hamburger-Menü“ links ausgeklappt werden muss, um die einzelnen Postfächer zu checken.

Auch wenn die Verwirrung anfangs groß war, so bietet Inbox nebst der automatischen Kategorisierung auch einige zusätzliche Features, die sehr hilfreich sind. So haben die auf dem Android-Phone erstellten Erinnerungen über Google Now nun endlich auch in der Inbox ein Zuhause gefunden. Habt Ihr also via Google Now unter Android eine Erinnerung hinzugefügt, am 24.12. um 15 Uhr Eurer Oma frohe Weihnachten zu wünschen, erscheint das kleine blaue Hand-Icon mit der Schnur um den Finger auch in Eurer Inbox, um Euch zu erinnern. Das wohl Nützlichste an dieser Feature-Kombination ist, dass Ihr das umgekehrt auch mit E-Mails machen könnt. Bedeutet, dass Ihr wichtige E-Mails zur Wiedervorlage auf einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft oder sogar bei Ankunft an einem bestimmten Ort zurückstellen könnt.

Zwar fehlen noch einige Basic-Funktionen wie das Entleeren des Papierkorbs, aber in der letzten Zeit merkt man, dass Google konstant an der Funktionalität der Inbox arbeitet. Doch leider hat Google Inbox zwei Nachteile, zumindest für mich. Man ist für die Nutzung auf den Browser angewiesen, da das Zurückstellen der Mails, Erinnerungen einsehen und erstellen nicht über einen Desktop-Client oder alternativer App auf dem Smartphone funktioniert.

Zum anderen ist Google Inbox als App aktuell nur für Android und iOS erhältlich. Windows Phone-Nutzer gucken ja bereits seit eh und je ziemlich in die Röhre wenn es um die Nutzung von Google-Diensten geht, aber zumindest eine native Unterstützung von Gmail ist möglich. Bei den Funktionen, die Inbox bietet, ist es eben leider nicht so. Zudem ist die Nutzung von Inbox by Gmail aktuell ausschließlich durch Invite von Freunden möglich. Jeder Inbox-Nutzer erhält in unregelmäßigen Abständen von Google 10 Invites, die man verteilen kann.

Das ist so ziemlich die Grundausrüstung, die neben den Standard-Kandidaten wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. auf meinen Smartphones nicht fehlen darf. Ich bin gespannt, was das Jahr 2015 für hilfreiche neue Apps bereit hält. Vielleicht probiert Ihr ja die ein oder andere App aus meiner Liste aus, falls bei Euch unterm Weihnachtsbaum ein neues Smartphone liegt. In diesem Sinne: Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreis der Familie und Freunde wünsche ich an alle Leser da draußen!

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Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Was kostet der Spass eigentlich zusammengerechnet, so mit den sechs Euro pro Monat hier und 4,99€ da – abgesehen von solchen dauerhaft kostenfreien Programmen wie Telegram?

  2. Ralph Körner says:

    Also falls sie noch einen ungenutzten Google Inbox Code hätten freue ich mich:)

  3. Ohne Mailadresse wird das nichts.

  4. @Ralph Körner Her mit der Email, dann kann ich dir eine Einladung schicken:)

  5. Hat denn noch jemand eine Einladung für Google Inbox?

  6. Ralph Körner says:

    Rok999999@googlemail.com, danke im voraus schonmal 🙂

  7. Einladung ist raus 🙂

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