Apple Magic Keyboard im Test

Ich bin ein ziemlicher Monk, was Mäuse und Tastaturen angeht. Seit vielen Jahren habe ich das Apple Magic Keyboard genutzt, erst in der sehr kleinen Variante, dann in der mit anhängigem Ziffernblock. Mit Wechseln tue ich mich schwer, weil ich mich immer neu umstellen müsste, weil ich ja neben meinem normalen Schreibtisch auch einen Stehschreibtisch habe. Momentan ist es so, dass ich mit einer Logitech MX Master3 sowie der MX Keys arbeite (hier ein Testbericht eines Kollegen), die Kombo kann ich flott an bis zu drei Rechner andocken, des Weiteren sind der Hub und der Tastenabstand ideal für mich.

Mobil bin ich, wenn ich mein MacBook nicht dabei habe, wohl aber weiß, dass ich sicherlich noch den einen oder anderen Text verfassen muss, mit einem iPad unterwegs. Ich nutze das iPad Pro und habe da schon einige Tastaturen getestet. Letzten Endes hänge ich da aber am Original von Apple fest. Kann man drauf arbeiten, ist aber nichts, was ich wirklich dauerhaft gerne machen würde, Stichwort Größe und Tasten.

Nun habe ich mir einmal das neue Apple Magic Keyboard angeschaut, das fand ich aus vielerlei Hinsicht spannend. Bekanntlich unterstützt iPadOS ja mittlerweile richtig Trackpads und Mäuse – da haben wir ja schon drüber berichtet. Wenn Benutzer ihren Finger über das Trackpad bewegen, verwandelt sich der Zeiger, um Elemente der Benutzeroberfläche hervorzuheben. Mit Multi-Touch-Gesten auf dem Trackpad lässt sich das gesamte System navigieren, ohne dass der Benutzer die Hand hebt.

Zuerst einmal das sicherlich Offensichtliche: Apple möchte anscheinend Nutzer erreichen, die nicht mal eben so, sondern eher viel mit Trackpad und Tastatur arbeiten. Denn das neue Apple Magic Keyboard ist von einem anderen Schlag als Apples bisherige Lösungen. Da setzt man beispielsweise auf die Technologie, die man auch im MacBook 16″ oder dem neuen MacBook Air 2020 (Gott sei Dank) wieder vorfindet.

Diese Mehr an Tastaturtechnik und die intelligente Hintergrundbeleuchtung lässt man sich aber auch fürstlich bezahlen. 339 Euro kostet das Apple Magic Keyboard für das kleine iPad Pro, 399 Euro gar das Modell für das 12,9 Zoll große iPad Pro, welches ich nutze. Da spiegelt sich dann sicherlich die Adressierung an den Pro wider, denn als normaler Nutzer würde ich mir nie (!) eine Tastatur für das iPad in der Preislage kaufen – sondern eher generell ein iPad – das kostet nämlich 379 Euro.

Das Tippgefühl ist meiner Ansicht nach sehr gut, wobei ich vermutlich immer, wenn möglich, zu einem ausgewachsenen Keyboard greifen würde. Man wird sich vermutlich recht flott auf der Tastatur daheim fühlen, wenn man schon auf dieser Größe gearbeitet hat. Umstellungsschwierigkeiten hatte ich zumindest keine, ganz im Gegenteil – und auch glücklicherweise. Ich bin immer schnell genervt, wenn eine Technik für mich nicht so funktioniert, wie sie soll – oder generell für mich nicht funktioniert. Positiv zu bewerten war auch die Hintergrundbeleuchtung, die es dem Nutzer auch ermöglicht, in der Dunkelheit die richtigen Tasten zu finden, sofern man jemand ist, der gelegentlich zur Ortung auf das Keyboard sehen muss. Guter Druckpunkt und tolle Haptik, das muss man dem guten, aber sehr teuren Stück schon lassen.

Wo ich ein wenig Einarbeitung brauchte, das war das klassische Trackpad. Nicht nur, dass ich darüber diverse Dinge von iPadOS erledigen kann, es ist natürlich auch, gemessen an jedem MacBook, eine ganze Ecke kleiner. Generell ist man aber flott dabei – man wischt mit drei Fingern nach oben, um die App-Übersicht, also das Multitasking, aufzurufen. Das Dock mit seinen Apps erreicht man durch einen Wisch nach unten. Der Dreier-Wisch nach links oder rechts scrollt eure letzten Apps durch – und klassisch nach links oder rechts mit den Fingern ist halt vor und zurück. Das geht einem flott in Fleisch und Blut über, auch wenn man vorher vielleicht geneigt ist, das Display zu berühren. Manchmal muss man dies sogar, denn nicht alle Apps von Dritt-Entwicklern wurden bereits angepasst.

Und sonst so?

Ich habe das Gefühl, das Magic Keyboard ist weniger wackelig, was sicher der Konstruktion geschuldet ist. Bei der alten Lösung hatte ich ab und an das Problem, dass ich einen planen Untergrund haben musste. Hier geht das aufgrund der Steifigkeit fast überall besser.

Das Magic Keyboard hat einen USB-C-Anschluss – über diesen kann man das iPad Pro laden, damit der Anschluss am iPad für anderes frei bleibt. Man kann nur laden, mehr nicht.

Das Verbinden ist ein Leichtes. Wie immer wird – klack – per Magnet angedockt. Obwohl das iPad Pro schwebend leicht vor euch erscheint, so benötigt ihr zum Öffnen und Anpassen der Winkel wahrscheinlich beide Hände. Immerhin passt das mit dem Winkel, auch wenn man mal eine Zeit nicht so ergonomisch arbeiten kann und man quasi von oben nach unten auf das Display starrt.

Das vielleicht große Aber, neben dem Preis? Das Apple Magic Keyboard macht aus dem flotten und leichten Begleiter namens iPad ein Gewicht der MacBook-Air-Klasse. Im Falle des Magic Keyboards dürft ihr noch einmal 708 Gramm on top einkalkulieren beim iPad Pro mit 12,9 Zoll, welches für sich allein bei 643 Gramm liegt. Wer Gewicht sparen möchte, der liegt hier falsch. Es ist so, wie ich oben erwähnte: Das Magic Keyboard ist für Nutzer, die wirklich professionell und produktiv mit dem iPad Pro arbeiten wollen. Es bringt nichts, sich damit zu verrenken und zu ärgern, dann soll man lieber klassisch zum Notebook greifen. Wer allerdings alles auf dem iPad Pro abbilden kann und für den der Preis kein Hindernis darstellt: Das ist die Tastatur, die man wirklich gut nutzen kann. Unter anderem habe ich diesen Beitrag darauf erstellt und in den letzten drei Tagen versucht, das meiste damit abzubilden. Ich war nicht genervt von der mobilen Tastatur am iPad, selbst nach langer Zeit des Schreibens. Das heißt schon was.

Kurzform: Gute Tastatur, stabil, Hintergrundbeleuchtung – aber schwer und sehr teuer. Leider keine Funktionstasten. USB-C-Anschluss lädt das Gerät langsamer auf das direkte Anschließen des iPad Pro an ein Netzteil.

Bonustipps zum Apple Magic Keyboard

AppleCare+ deckt Reparatur oder Austausch deines iPad, deines Apple Pencil und deines iPad Keyboards von Apple ab. Darin eingeschlossen sind bis zu zwei Reparaturen bei unab­sichtlicher Beschädigung, für die jeweils eine Servicegebühr von 49 € für das iPad und 29 € für den Apple Pencil oder das iPad Keyboard von Apple anfällt, sowie Reparatur­leistungen für Batterien, die weniger als 80 % ihrer Original­kapazität besitzen.

Nutzer können die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur manuell einstellen. Die hintergrundbeleuchteten Tasten der Magic Keyboard passen sich automatisch über den Umgebungssensor des iPad an. Wenn Anwender die Helligkeit der Tastatur manuell anpassen möchten, können sie dies mit einem Schieberegler unter Einstellungen > Allgemein > Tastatur > Hardwaretastatur

Das Magic Keyboard hat keine echte ESC-Taste! Ihr könntet in den allgemeinen Einstellungen die Tastatur auswählen und dort eine Taste dahingehend modifizieren, alternativ sorgt die Kombination CMD plus Punkt für das ESC-Erlebnis.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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29 Kommentare

  1. Der Preis bleibt wahnwitzig für eine Tastatur, Magic hin oder her…

    • hey, wenn man 850 Euro für vier Rollen verlangen kann, kann man locker 400 Euro für eine Tastatur verlangen!

      • Oh, ist der Markt so interessant geworden, dass Apple jetzt auch Klopapier verkauft?
        🙂

        • Schlimmer wären Kunden die Klopapier von Apple kaufen. Und man kennt es, es wird die Art von Kunden geben, die ihr Apple Klopapier am Ende mit tausenden Argumenten verteidigen werden.

    • Stimme ich zu!

      Wieso sollte die Tastatur aber für Pros sein?
      -> als Pro benutze ich doch eher eine Maus anstatt das kleine Touchpad unten

      • Das kommt vielleicht auch darauf an, wie man das definiert. Was macht einen „Pro“ denn aus? Ich jedenfalls benutze schon lange keine Maus mehr.

        • Das Arbeitsfeld. CAD beispielsweise dürfte ohne Maus kaum produktiv möglich sein. Wer nur Texte verfasst oder im Web surft kommt wohl gut ohne aus. Kurzum: Überall, wo es auf Punktgenauigkeit ankommt, ist eine Maus der Toucheingabe überlegen.

  2. Danke. Realistischer Testbericht. Wirklich nur was für Pro’s, die mit dem iPad auch tatsächlich arbeiten können.
    Für den Rest uninteressant.

    • Normale Anwender sind da alleine schon wegen dem Preis raus. Mal ganz davon abgesehen, dass man für den Preis eines iPads mit Tastatur schon gute Ultrabooks bekommt.

  3. Danke für den Test! Kann die Lieferung kaum abwarten, hoffentlich etwas eher als 13.05.-20.05. da 😀 Wird mein Smart Keyboard ablösen, dessen Anordnung bei langen Arbeiten doch etwas schmal ist.

  4. Bin gespannt wenn meins ankommt. Der Liefertermin wurde hier in CH (auch Schweizer Händler) auf „unbekannt“ geändert. Arbeite aktuell mit dem Logitech Slim Folio Pro in Verbindung mit einem iPad Pro 12.9 und vermisse hier das Trackpad. Gerade gesehen, das Logitech auch was mit Trackpad anbieten wird -> ComboTouch -> https://www.logitech.com/de-ch/product/combo-touch.html aber zu einem deutlich günstigeren Preis als das Apple Original.

  5. Das iPad Pro ist ein richtig tolles Produkt – und dieses neue Keyboard scheint auch gelungen zu sein. Ich kann mir jedoch derzeit und auch zukünftig keinen Anwendungszweck vorstellen, wo diese Kombination für mich von Vorteile wäre im Vergleich zu einem Macbook. Der Abstand zwischen Macbook und iPad ist zwar dadurch kleiner geworden aber die echten Vorteile eines iPads mit Keyboard sehe ich nicht wirklich.

  6. Also ich bin kein Pro am iPad, ist für mich nur Multimediaspaß, aber hab ne 30€ Tastatur und selbst die hat Funktionstasten. Der Preis, typisch Apple, dafür funktioniert alles top…aber keine Funktionstatsten??? Was zur Hölle war denn dabei die Idee?

  7. Die Idee war, dass dafür die anderen Tasten grösser sein können. Für viele Anwender ist das eine ziemlich gute Idee. Aber allen Leuten recht getan …

  8. Ich habe ein 11“ Pro und das Magic Keyboard sehr früh bestellt am Montag bekommen und nach zwei Stunden wieder zurückgeschickt. Es ist VIEL zu schwer, damit wiegt das Ipad soviel wie ein Notebook und was viel schlimmer ist, man muss jedesmal das Ipad rausfummeln um den Pencil zu benutzen und dann liegt das Ipad ungeschützt auf dem Tisch. Den Text gerade schreibe ich mit meiner Zag Flexx Tastatur, ist zwar nicht so schön aber auch immer dabei und fürs Notebook und das Ipad habe ich noch eine Logitech Anywhere 2 Maus. Das Schreibgefühl auf der Tastatur war allerdings hervorragend und wenn ich 90% damit beschäftigt wäre zu schreiben, hätte ich es vielleicht behalten, aber so waren mir die Kompromisse zu groß.

  9. Bin schwer begeistert bon dem Teil. Die erstr Tastatur mit der ich wirklich mit dem iPad arbeiten kann. Neben den hervorragenden Tasten trägt das trackpad dazu wesentlich bei, da endlich das nervige und krampfige Drücken auf dem Bildschirm unterbleiben kann; das war für mich das k.o kriterium bei den bisherigen Alternativen.

    Zum ersten Mal sehe ich auch, dass das ipad schon für viele Arbeiten des notebook ersetzen kann.

    Preis ist hoch, aber die Qualität ist hervorragend,

  10. @Caschy: Was ist das für eine Ledermatte auf dem zweiten Bild (das in congac Braun)?

  11. Danke 🙂

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