Apple: Keine Waffen oder Gewalt mehr auf Screenshots und App-Icons im App Store

Apple schafft es einmal wieder mit einer Art Zensur in die Schlagzeilen. Es ist nicht neu, dass Apple eine sehr strenge Hand über den App Store hat, vielleicht ist er auch gerade deshalb so erfolgreich, man weiß es nicht. Schon öfter flogen Apps aus den seltsamsten Gründen aus dem Store. Jetzt geht es um Screenshots und App-Icons, die Apple nicht mehr im App Store sehen möchte.

AppStore_Icon_Zensur

PocketGamer berichtet (dort findet Ihr noch weitere Beispiele abgeänderter Screenshots und App-Icons), dass sich einige Entwickler gemeldet haben, die bereits Änderungen ihrer Grafiken vornehmen mussten. Nämlich dann, wenn ein App-Icon oder ein im App Store präsentierter Screenshot Waffen oder Gewalt zeigen. Diese Regelung gilt für App-Updates und Neueinreichungen. Die Begründung von Apple ist, dass man keine Gewalt gegen Personen auf den Icons und Screenshots sehen soll.

Vermutlich hat das einen ganz einfachen Grund. Apple ermöglicht zwar Accounts für unter 18-jährige, die dann auch keine Apps / Games laden können, die höher eingestuft sind, zeigt aber dennoch alle Inhalte im AppStore an. Das heißt, dass auch Kinder Dinge sehen könnten, die nicht für ihr Alter gedacht sind. Alles was im App Store angezeigt wird, müsste einem 4+-Rating entsprechen, auch wenn die Apps selbst dann 17+ sind. Klingt logisch und nachvollziehbar, wenn auch etwas blöd gelöst.

Interessanterweise gibt es diese Regelung schon immer, bisher wurde aber anscheinend von Apple selbst nicht darauf geachtet. Während die Maßnahme verständlich ist, wäre es dennoch eine bessere Lösung, einfach die Inhalte nicht anzuzeigen, die nicht dem Alter des Nutzers entsprechen. Früher, in den Videotheken gab es schließlich auch „ab 18“-Hinterzimmer, wo man sich dann entsprechende Inhalte leihen konnte.

Die Lösung, dass weder auf Screenshots, noch auf App-Icons Waffen oder Gewalt abgebildet werden sollen, ist in einer Welt voller Ego-Shooter und Zombie-Games sicher nicht prickelnd, weder für die Entwickler, noch für die Nutzer. Sollen vor Gewalt triefende Games komplett mit verpixelten Screenshots kommen? Wie will man sich so eine Meinung zu einem Game bilden bevor man es kauft?

Der Weisheit letzter Schluss ist diese Lösung sicher nicht, schade ist auch, dass man wohl nie erfahren wird, welche die Beweggründe dahinter stecken, dass diese anscheinend schon immer existierende Regel plötzlich beachtet wird. Apple stellt sich gerne als Familienunternehmen dar, also als Unternehmen für Familien. Da passen nackte Menschen ebenso wenig ins Bild wie Gewalt oder Drogen.

Was sagt Ihr zu Apples Vorgehen? Richtig so, oder eher nicht?

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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31 Kommentare

  1. Schizophren. In einem Land, wo <10 jährige Schießunterricht an Uzis bekommen können (so geschehen, die Kleine hat nämlich ihren Ausbilder erschossen), gibt es wichtigere Dinge, nämlich vielleicht sich gegen die Waffenlobby zu positionieren. Aber wenn das Apple machen würde, könnten ja Waffennarren, von denen es einige gibt, Apple boykottieren.

  2. @Fraggle
    Ist doch ein Statement gegen Waffen in Kinderhänden.

  3. Apple’s Zensur ist extrem willkürlich und selbstgerecht. Auch politische und religiöse Inhalte, aber auch Satire und Comics werden zensiert. Apple’s totalitäre Diktatur ist so selbstgerecht, dass Enwickler noch nicht mal erwähnen dürfen, dass sie auch eine Android-App anbieten. Apple hat schon mehrere Entwickler gebannt und deren Apps aus dem App Store geworfen, weil sie auf ihre FAQ verlinkt haben, in denen auch Android erwähnt war:

  4. https://twitter.com/mulligan/status/553236253663969282

    Our iOS app was rejected from the App Store because a support link goes to a web based FAQ where we mention having an Android app available.

  5. Irgendwie zwiespältig. Vielleicht fördert man mit dieser Aktion sogar die Nutzung von Gewaltspielen, weil Eltern diese nicht mehr direkt erkennen können.

  6. https://twitter.com/tylerhall/status/553353044172492801

    To clarify. My iOS app was rejected because I linked to an FAQ which had a header which linked to my site which had a non-MAS OS X App.

  7. Etwas lächerlich, aber konsequent. Jetzt zählt zumindest das Argument, mit Gewalt hat man kein Problem, aber wehe man sieht nackte Haut nicht mehr so ganz.

  8. Das Zermatschen von Köpfen mit einem Baseballschläger ist nachgewiesenermaßen wirklich weitaus humaner gegenüber einfacher Wegballerei mit einer 9mm, chapeau apple!

  9. Die Links in den Kommentaren sind ja heftig. Warum wird hier im Blog ein ganzer Artikel über ein paar harmlose Icons (!) geschrieben, aber die sonstige extreme Zensur von Apple weitgehend unter den Tisch gekehrt? Warum gab’s zum Maulkorb über Alternativsysteme (siehe Twitter-Links) keinen Artikel?

    Weil das hier ein Apple-Fanblog ist, oder weil man sich die Testgeräte und die regelmäßigen Einladungen nach Cupertino nicht verscherzen will?

  10. @Peter: Kann es jetzt nicht mehr mit Sicherheit sagen, aber ich würde jetzt mal behaupten, auch darüber habe ich hier gelesen.

  11. Solange auf Youtube LetsPlays von „ab 18“-Spielen frei zugänglich sind bringt so etwas nicht wirklich viel.

  12. Apple ist schon sehr lustig. War von denen mal jemand im Spielwarenladen? Dort sieht es regelmäßig aus wie im Waffenladen.

  13. Sascha Ostermaier says:

    @Peter: Nur weil Du nicht jeden Beitrag liest, heißt es nicht, dass wir nicht darüber geschrieben haben. Apple Zensur (ist es Zensur, wenn man Regeln aufstellt und diese durchsetzt?) ist immer wieder mal ein Thema, auch hier.

  14. @Peter: Richard Gutjahr hat mal einen hochinteressanten Insider-Artikel über die „Schere im Kopf“ der Apple-nahen Blogger und Journalisten geschrieben. Unbedingt lesen:
    http://goo.gl/t8rQKH

    Aber über diese Thematik wirst du hier im Blog naturgemäß nicht viel finden.

  15. Warum wurde mein letzter Kommentar über den Artikel von Richard Gutjahr wegzensiert? Befehl aus der Apple-Zentrale?

  16. Sascha Ostermaier says:

    @lentille: Schön ruhig, ja? Kommentare, die im Spam-Filter hängen bleiben, müssen manuell freigeschaltet werden. Nach Deinem letzten überlege ich mir aber, ob ich das künftig bei Dir noch mache.

  17. @Sascha Ostermaier:
    Also sobald man etwas Kritik an dieser Seite äußert, verbannst du die Kommentatoren?

    • @Traufel: Blödsinn, so etas gibt es hier nicht. Wir setzen auf Akismet. Kannste dich bei WordPress drüber einlesen. Ich guck mehrmals täglich in die Spam-Warteschlange. Da hat keiner von uns drauf Einfluss, sondern ist nur die Sache von Akismet. Also nicht einfach behaupten oder so um die Ecke fragen. Kommentatoren bannen? Normalerweise nicht, aber es gibt persönlich beleidigende Typen, da geht es nicht anders 🙂 Das kam aber nur wenige Male in den letzten 10 Jahren vor 🙂

  18. @Sascha, du redest um den heißen Brei herum. Wo habt Ihr konkret über Apple’s Zensur berichtet, dass Entwickler keine anderen Betriebssysteme erwähnen dürfen, noch nicht mal in verlinkten Web-FAQs?

  19. Sascha Ostermaier says:

    @Traufel: Wer 5 Minuten nach einem noch nicht veröffentlichten Kommentar mit einer Aussage wie „Warum wurde mein letzter Kommentar über den Artikel von Richard Gutjahr wegzensiert? Befehl aus der Apple-Zentrale?“ kommt, bei dem überlege ich es mir sehr wohl, ob ich diese Person noch in den Kommentaren haben will. Schließlich wurde hier weder etwas „wegzensiert“, noch hat eine „Apple-Zentrale“ Einfluss auf unsere Berichterstattung oder wie wir mit Kommentaren umzugehen haben. So ein Kommentar ist einfach nur unverschämt und unterstellt Dinge, die nicht vorhanden sind. Hier darf jeder seine Meinung äußern, gerade das macht einen Artikel oftmals interessant. Aber man muss sich als Autor nicht von jedem belöffeln lassen, auch das sollte mal in die Köpfe der Leser.

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