Apple erhebt Gegenklage wegen Vertragsbruch: Epic Games soll nun zahlen

Apple streitet sich aktuell mit Epic Games. Letztere stören sich an den 30 % Provision, die das Unternehmen aus Cupertino im App Store erhebt. Aus einem Kampf um möglichst hohe Einnahmen und Margen zwischen zwei Milliarden schweren Unternehmen ist eine öffentliche Schlammschlacht geworden. Dabei war sich Epic Games auch nicht zu schade, die größtenteils noch sehr junge und daher leicht beeinflussbare „Fortnite“-Community vor den Karren zu spannen. Nachdem Epic Games vor Gericht unter anderem weitere Maßnahmen von Apple eindämmen wollte, schlagen letztere nun zurück.

So hat Apple nun eine Gegenklage angestrengt: Wegen Vertragsbruch verlangt man Entschädigung von Epic Games. Wie hoch die Schadensersatzforderung ausfällt, ist leider öffentlich nicht bekannt. Allerdings erklärt Apple in seinem Antrag, dass Epic Games über 600 Mio. US-Dollar mit der Hilfe des App Stores eingenommen habe. Weiter führt man aus: „Auch wenn Epic sich selbst als eine Art Robin-Hood inszeniert, handelt es sich in Wahrheit um ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Sie wollen schlichtweg nichts für den immensen Wert bezahlen, den sie aus dem App Store gezogen haben.“

Apple führte in der Vergangenheit stets an, dass es Epic Games um nichts anderes als Geld gehe. Die durch Epic Games hervorgehobene, missliche Lage, sei selbst verschuldet. Epic hätte sich einfach weiter an die Richtlinien des App Stores halten können und parallel den Versuch starten dürfen, andere Bedingungen durchzusetzen. Bewusst entschied man sich stattdessen zu einem Vertragsbruch mit von langer Hand vorbereiteter PR-Kampagne.

Apple hat dabei nicht nur „Fortnite“ aus dem App Store geschmissen, sondern auch das Entwicklerkonto von Epic Games bis auf Weiteres gesperrt. Somit kann Epic Games etwa auch keine neuen Apps im App Store veröffentlichen. Apple strebt nun nach Schadensersatz für den Vertragsbruch und entgangene Einnahmen. Zudem möchte man eine dauerhafte Verfügung erwirken, die es Epic Games verbieten würde, nochmal neue Versuche zu starten, um alternative Bezahlungsmethoden in den App Store zu schleusen.

Laut Apple sei man von Epic Games gesamter Strategie kalt erwischt worden. So habe Epic im Hintergrund mit einer Armee von Anwälten, PR-Mitarbeitern und Technikern an seinem Coup gearbeitet, statt die offene Kommunikation zu suchen. Epic wiederum bleibt bei der Ansicht, dass Apple den freien Wettbewerb behindere. Zu Apples Gegenklage wollte man sich bisher nicht äußern.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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87 Kommentare

  1. Steve würde sich im Grab umdrehen wenn er wüsste was aus Apple geworden ist. Innovationen seit seinem Tod; 0. Komische Sachen abziehen und bad boy spielen.. ne ne Apple; ich hoffe du gehst zeitnah unter.

    • Jemand Anders says:

      tja, vertrag ist vertrag… wer sich nicht dran hält, selbst schuld. sorry, aber beide haben genug kohle… und der zug von epic ist fürn arsch. auch wenn ich selbst gern zocke, wünsche ich epic weiterhin, dass deren konto im apple store komplett gesperrt bleibt.

      und dieses mimimi von wegen zu teuer und so nen quatsch, kann man gleich lassen. niemand wird gezwungen irgendwo irgendwas zu veröffentlichen. entscheidet man sich aber dafür, dann hat man sich an die spielregeln zu halten.

      genau die gleiche scheisse hat man schon bei amazon vs buchhandel und amazon vs. einzelhandel gesehen…

      sry, kein mitleid mit epic

      • Na ja, ganz so ist es auch nicht. Wenn ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung hat, dann muss man schon zusehen, dass die Bedingungen nicht ausgenutzt werden.

        Stell Dir vor alle würden es so machen wie Apple, dann hätten wir nur noch Grossunternehmen, die uns allen die Bedingungen diktieren. So kann und darf das aber nicht laufen, denn dann sind wir sehr bald nur noch von einzelnen Unternehmen abhängig und haben unsere Selbstbestimmungsrechte endgültig abgegeben.

        Insofern ist es sehr wichtig, dass auch Verträge immer wieder von unabhängigen Gerichten geprüft werden, damit gesetzliche Regelungen, die eine Übervorteilung entgegenwirken, auch eingehalten werden.

        Um mal ein krasses Beispiel zu nennen: Stell Dir vor, es gibt nur einen Vermieter in Deutschland. Der sagt Dir, wenn ich nicht Dein erstgeborenes Kind opfern darf, bekommst Du die Wohnung nicht. Aber natürlich steht es Dir frei, nicht zu unterschreiben und dann eben unter einer Brücke zu schlafen. So läuft die Welt zum Glück nicht, und deshalb gibt es Gesetze, die genau das verhindern sollen. Und dabei kommt es nicht auf die Grösse des einen oder anderen Unternehmens an.

        Also mal besser abwarten, wie Gerichte das sehen, und nicht vorher schon den einen oder anderen als schuldig/unschuldig sehen. In meinen Augen sind beide da nicht wirklich unschuldig. Apple verlangt zuviel für ihren App-Store, ebenso wie Epic zuviel will.

        • Na dann ist ja gut dass Apple keine marktbeherrschende Stellung und kein Monopol hat.

          • Das wird ein Richter entscheiden, nicht du.

            • Das hätten Richter ja schon lange entscheiden können, wenn Epic einen vernünftigen Weg gewählt hätte.
              Wenn ich ein Problem mit einem Vertrag habe, unterschreibe ich ihn doch nicht erstmal und nehme erstmal alles mit, um dann sehr viel später gegen ach so garstige Vertragsbedingungen vorzugehen, welche ich natürlich auch erstmal meinerseits sehr mutwillig brechen musste.

              • Jemand Anders says:

                Ganz genau so sehe ich das auch! Deswegen auch kein Mitleid mit Epic

              • Man kann von der Vorgehensweise halten was man will – das betrifft jedoch in keiner Weise ob ein Richter in Apples System ein Monopol sieht oder nicht.

                • Dass muss kein Richter entscheiden. Apple hat kein Monopol. Wenn überhaupt dann haben Apple und Google ein Oligopol für native Apps. Das Argument ist aber sowieso hinfällig, denn Entwickler können auch als Progressive Web App ausliefern. Ende der Geschichte.

                  • Nochmal, das kann nur und wird ein Richter entscheiden. Nicht du, Kalle. Du gibst deine Meinung wider – das ist Ok, aber nicht rechtsverbindlich.

                    • Nein, wird er nicht. Der Richter hat schon während der Anhörungen den meisten Argumenten widersprochen. Einzige Ausnahme war berechtigterweise Epic’s zweites Entwicklerkonto für die Unreal Engine.

                    • @Kalle: das war eine Anhörung bzgl. einer einstweiligen Verfügung. Das Hauptverfahren hat noch nicht Mal begonnen. Bleib doch bitte bei den Fakten.

                    • Wenn ich auf einem System nur über den einen Weg App Store die Möglichkeit habe meine App auf das Gerät zu bringen, dann ist das sehr wohl eine Monopolstellung. Und hier muss man dann – sofern man auf dem Gerät vertreten sein möchte – das annehmen, was Apple einem da vorsetzt.

                    • Äh ja, im Hauptverfahren wird es um die gleichen Themen gehen wie bei den beiden ersten Anhörungen. Epic’s explizites Argument ist, dass Apple Wettbewerb verhindert, weil man für In-App-Käufe keine alternativen Zahlungsmethoden nutzen kann. Und genau dem widersprach die Richterin.

                    • @Kalle: Äh, ja. Und damit ist das Hauptverfahren entschieden? Gut, dass du kein Richter bist. Es ging um eine einstweilige Verfügung – der wurde, bis auf die Ausnahme Unreal Engine, nicht stattgegeben. Das kann im Hauptverfahren komplett anders aussehen – nicht nur, aber auch, weil das nicht die gleiche Richterin sein wird.

          • Der Supreme Court hat es bereits 2019 entschieden das Apple eine besondere Marktstellung hat und sich deshalb nicht frei verhalten darf.

            • Oh, danke für den Hinweis – das hatte ich nicht auf dem Schirm, direkt mal gegooglet und fündig geworden. Danke, ein Argument mehr gegen FanboyKalle.

              • Nope. Der Fall Pepper gegen Apple ist noch längst nicht entschieden und existiert sowieso nur als Gelddruckmaschine für Anwälte. Class Actions sind in den USA Volkssport.

                • Ah, witzig, dass du gerade hier antwortest. Der Fall ist nicht final entschieden, aber es ist entschieden, dass Apple der geeignete Ansprechenpartner für Monopol-Klagen ist und nicht die App-Anbieter.

        • Jemand Anders says:

          Ich verstehe was du sagen willst, aber ich sehe diesen Punkt der marktbeherrschenden Stellung leider nicht als gegeben. Es gibt eben noch mehr als nur den Apple-App-Store.

          Sonst könne ich auch doch beklagen, dass ich für mein Android Autoradio kein Apple-CarPlay habe, oder das System von BMW. Oder, dass ein bestimmtes Spiel nur für die X-Box und nicht noch zusätzlich für die PlayStation erhältlich ist. Das wären genauso Beispiele für eine Marktbeherrschende Stellung.

          Bei Monopolen gebe ich dir Recht, dass das reguliert werden muss, definitiv! Nur nicht in diesem Fall.

          Ich bin auf jeden Fall gespannt wie die Gerichte entscheiden werden. Hätte Apple nicht noch den Dev-Account für die Unreal-Engine gesperrt gehabt, wären sie mMn fein raus. Vertrag ist Vertrag und niemand wird zu etwas gezwungen, gerade weil es andere Märkte gibt.

          • Um auf einem Apple-Gerät eine App installieren zu können gibt es eben NICHT „noch mehr als nur den Apple-App-Store“. Es geht um die Geräte der Marke Apple und nicht um Android und deren Play Store. Und da Apple keine anderen Wege zulässt, eine App auf einem iGerät zu installieren, außer eben den App-Store, ist das sehr wohl ein Monopol!

            • Kleiner Nachtrag: Wenn dem so wäre, wie du beschrieben hast, dann dürfte Microsoft auch andere Browser auf Windows untersagen und könnte ja auf andere Betriebssysteme verweisen, auf denen man dann Firefox, Chrome und Co installieren kann.

            • Die einzige Möglichkeit, meine Produkte bei REWE zu verkaufen, ist ein Vertrag mit REWE.
              REWE bietet mir keine Möglichkeit, Produkte bei REWE ohne Vertrag zu verkaufen.
              Skandal!

              Die einzige Möglichkeit, meine Produkte bei MediaMark zu verkaufen, ist ein Vertrag mit MediaMarkt…

              Alles definitiv Monopole.
              Am besten nur noch Open-Source Geschäfte erlauben, wo jeder seine Produkte verkaufen darf, aber niemand Miete zahlen muss oder einen Vertrag abschließen muss.

      • Es geht eben nicht nur um Geld, wie Apple das immer so schön betont, sondern im Grunde geht es darum, dass Apple ein in sich geschlossenes System ist und damit ein Monopol hat und solche Monopole dürfte es nicht geben. Oder ist mir was entgangen und Apple hat auch andere Wege als den App Store um legal Apps auf einem iPhone zu installieren? Bei Android ist das nämlich möglich. Wird halt Zeit, dass jemand den Apple-Jüngern mal ordentlich auf die Finger klopft und wenn das ein gut betuchter Konzern ist, dann umso besser! Denn denen wird die Luft so schnell nicht ausgehen. Das Epic im Falle eines Erfolgs natürlich einen finanziellen Vorteil hat, möchte ich gar nicht von der Hand weisen. Allerdings finde ich 30% Abgaben auch echt happig! Lasst euch nicht verapplen!

        • In sich geschlossene System sind Monopole und darf es nicht geben?
          Dh.:
          – jedes Auto, das man kaufen kann
          – jedes smarte Gerät, das man kaufen kann, z. B. jeder aktuelle Fernseher mit App Unterstützung
          – Epic Store
          – Steam
          usw.
          Sind alles in sich geschlossene System, wo man von Außen nicht reinkommt, wenn man keinen Vertrag hat.

        • Du scheinst immer noch nicht zu verstehen, was ein Monopol ist… obwohl es dir schon so oft erklärt wurde.
          Im Falle des AppStore handelt es sich nicht um ein Monopol, da es sich komplett auf den Geräten des einen Anbieters abspielt. So wie auch z.B. Rewe kein Monopol im Rewe ist, auch wenn alle alles über Rewe im Rewe verkaufen müssen. Warum?: Rewe lässt auch nicht Rewe Produkte verkaufen. So wie Apple auch nicht Apple Produkte verkaufen lässt.

          Wenn hier ein Marktbeherrschende Stellung existiert, dann ist es das Angebotsseitige Oligopol aus Sicht von Apple und Google.

          • Das ist doch eine unzutreffende Argumentation:
            Stimmig wäre es wenn ich in Süddeutschland Knoppers nur bei Rewe bekomme und mir dann vorhalten lasse, dass ich ja nach Norddeutschland umziehen kann, um sie bei Edeka zu kaufen… So gibt es die Süßigkeit aber sowohl bei EDEKA, als auch bei Rewe, als auch sonstwo, was sicher für den Markt besser ist.

          • Der Apple App-Store ist ein Monopol für die Installation von iOS-Apps. Das Monopol ist jetzt auch nicht so das Problem, sondern die Ausnutzung dieser Position und das kann durch den Zwang der eigenen Dienste schon zutreffen.

    • Echt übles Ding, wenn man auf die Einhaltung akzeptierter Vertragsbedingungen besteht 😀

    • Sehr komisch, als ob ausgerechnet Steve Jobs bei Epic ein Auge zugedrückt hätte.

  2. Ich hab die Tweets von den 6-jährigen Fartnite Fans gelesen. Irgendwie bekommt sich Epic gerade genauso.

  3. Mir ist schleierhaft wieso jetzt auf Apple rumgehackt wird. Epic hat das gleiche Geschäftsmodell (30%). Haben halt nur den Hals nicht voll bekommen…

  4. 600 Millionen Dollar im App Store verdient. Der Fall war von Anfang an die beste Werbung für Apple.

    • Geiler scheiß – wenn Epic 600 Millionen verdient hat, dann hätten sie ohne Apples Zwangsabgabe knapp 860 Millionen verdient. Apple hat also 260 Millionen Dollar verdient – durch die Arbeit anderer. Und nein, der Aufwand den AppStore zu betreiben sind keine 260 Millionen wert – und das ist nur EIN Anbieter.

      • Jemand Anders says:

        krass, google verdient sich nen arsch mit suchergebnissen … das was die finden ist die arbeit anderer… muss google jetzt an alle webseitenbetreiber geld überweisen? ohne diese webseiten hätten sie ja nichts finden können.

        • Google verdient Geld mit Werbung, nicht mit Suchergebnissen. Die dienen nur als Werbeträger – aber ohne Werbetreibende kein Geld mit Suchergebnissen. Passt also nicht.

          • Jemand Anders says:

            Ohne Ergebnisse -> keine (Be)sucher -> keine Werbung -> kein Geld…

            Oder gehst du auf eine reine Werbeseite weil du Spaß an Werbung ohne Nutzen hast?

            • 1. Googles Werbenetzwerk ist viel größer als nur Suchergebnisse.

              2. Google zwingt die Webseitenersteller nicht 30% ihrer Einnahmen abzugeben, wenn sie in den Google-Suchergebnissen auftauchen wollen.

              -> Passt immer noch nicht. Vergleich es mit dem PlayStore und wir haben einen Kandidaten den man vergleichen kann. Aber nicht die Google-Suche.

        • > das was die finden ist die arbeit anderer…

          Das aktive zusammentragen von Informationen ist ebenso eine Arbeit. In so ziemlich jedem relevanten Land ist deswegen nicht ohne Grund auch eine solche Datenbank urheberrechtlich geschützt, auch wenn man kein Urheber der darin enthaltenen Werke ist.
          Daraus ergibt sich selbstverständlich auch, dass Google mit ihrem Werk (der Datenbank) Geld verdienen darf 😉

          • Jemand Anders says:

            same für alle einzelnen app stores… danke 🙂

            • Nö, weil Google niemanden daran hindert ebenso eine solche Datenbank aufzubauen, Apple aber schon (es gibt keinen weiteren App Store ;))
              Im übrigen ist es quatsch, einen App Store als Datenbank anzusehen. Außerdem darf der Urheber Geld mit seiner Datenbank verdienen, aber nicht mit einzelnen Werken aus eben dieser Datenbank. Die Rechte der einzelnen Werke besitzt ja jemand anderes.

      • Nope. Ohne „Zwangsabgabe“ hätte Epic 0,- Dollar verdient. Der Hellste bist du nicht, oder?

  5. Apple will Schadensersatz dafür, dass sie den Epic Account gesperrt haben und nun dadurch keine Einnahmen mehr bekommen? Die spinnen, die Amis…

    • Jemand Anders says:

      Nein, sie wollen Schadenersatz dafür, dass denen Einnahmen entgangen sind, die durch eine App, die im App Store erhältlich ist/war, auf einem vertragswidrigen Weg gemacht wurden.

      • Das heißt, wenn ich meine App jetzt einstelle, verklagt mich Apple weil sie mit meiner Arbeit kein Geld mehr verdienen? Wir leben in einer super Zeit!

        • Nein. Apple verklagt dich, wenn du in deiner App eine Zahlungsmöglichkeit einbaust, mit der du am Store vorbei Geld verdienst und keine Gebühren an Apple abdrückst. Davon halten kann man was man will, aber deine Interpretation der Klage ist Blödsinn.

          • Apple hätte das Update auch einfach nicht zulassen müssen, dann wäre die alte App, mit der exklusiven Zahlung über Apple noch vorhanden.

            • Apple hat offensichtlich nicht bei der Freischaltung gemerkt, dass diese andere Zahlungsart enthalten ist. Ob Epic dies bei der Prüfung versteckt hat, oder Apple dies einfach nur übersehen hat weiß natürlich niemand.
              Es ist aber auch vollkommen egal, _falls_ Apple recht kriegt wird ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit auch dieser Schadensersatz zugesprochen, egal wie es dazu gekommen ist.

      • Sorry, aber guck dir andere Apps an:
        Tinder, Headspace, ….. die bieten alle auch „Upgrades“ via Website an, und sind dort billiger als wenn man „In-App“ abschließt.

        Mein Lieblingsbeispiel ist dabei Tinder.
        Das neue Tinder-Platin Abo kostet:
        In-App: 32,99
        Website: 22,67

        pro Monat

        • Und wo ist da das Problem? Es zwingt dich ja niemand, das Abo über den App-Store abzuschließen. Du musst dann halt nur auf den „Luxus“ verzichten, dass du alle deine Abos über den AppStore verwalten kannst.

          • Eigentlich hat Apple abweichende Preise in dem Entwicklervertrag untersagt.

            • Und? Wenn der Entwickler sich daran halten würden, und es sowohl im App Store als auch auf der Website der gleiche Preis wäre, dann wäre es für den Nutzer doch erst Recht egal?

              • Und halt 30% teurer.

                • Oder eben nicht.
                  Es wird nur teurer, wenn der Entwickler die 30% Provision auf den Kunden abwälzt, was ja in den meisten Fällen eh nicht der Fall ist.
                  Oder glaubst du, es werden plötzlich alle Abos 30% günstiger, wenn Apple keine Provision mehr verlangt?

                  • Mit Sicherheit nicht – jetzt wo die 30% drauf sind werden sie nicht mehr abgezogen werden. Hätten sie initial nicht draufgerechnet werden müssen, wären die Abogebühren mit Sicherheit geringer gewesen. Siehe Spotify und Epic.

  6. Solange sie sich nur wegen so Belanglosigkeiten wie für das Fortbestehen der Menschheit völlig nutzlose Software streiten ist ja alles in bester Ordnung. Wenn es jetzt um Krebsmedikamente oder die nächste Energiequelle gehen würde, aber so was wegen bissl Daddelsoftware?

  7. Wie sich die ganzen Android User hier outen

  8. Viele scheinen das Grundproblem nicht begreifen, also machen wir es begreifbar.

    Ich eröffne einen Eissalon, in dem ich mein Eis verkaufe.

    Jetzt kommt Hans zu mir und sagt, er würde gerne sein Eis bei mir im Eissalon herschenken.
    Das ist für mich ok. Bei mir gibt es mehr Auswahl, dafür habe ich mehr Kühlkosten. Durch die höhere Auswahl kommen aber hoffentlich mehr Kunden und kaufen auch Eis und nehmen nicht nur das gratis Eis. Damit kann ich dann meine zusätzlichen Kosten decken, die durch das Kühlen des kostenlosen Eises entstehen.
    Alternativ kann ich auch die Kosten für den leeren Becher erhöhen, um diese zusätzlichen Kosten zu decken.

    Dann kommt Peter zu mir und sagt, er will bei mir sein Eis verkaufen.
    Ich sage ok, aber 30 % davon gehen an mich, weil ich muss das Eis lagern, kühlen und den Verkauf abwickeln.
    Wir schließen einen Vertrag und die Sache ist erledigt.

    Nun kommt Josef zu mir und sagt, er will bei mir kleine Mengen Eis verschenken mit der Möglichkeit, dass die Kunden über einen Bestellschein andere Sorten kostenpflichtig nachbestellen.
    Ich sag ok, aber dafür nehme ich 30 %, da ich mich um die Verkaufsabwicklung kümmere und das ganze Eis gelagert habe.
    Wir schließen einen Vertrag ab, Sache erledigt.

    Jetzt ändert aber Josef ohne Rücksprache den Bestellschein, sodass er 100 % erhält und die Kaufabwicklung übernimmt.
    Das Eis ist aber noch immer bei mir gelagert und die Kunden holen es auch von mir ab.
    Ich komme dahinter und schmeiße sein Eis aus dem Sortiment, weil das ein Vertragsbruch ist.
    Josef klagt mich jetzt wegen Monopolstellung und den 30 %.

    • Jemand Anders says:

      sehr schön erklärt 🙂

    • Dein Vergleich hinkt aber gewaltig. Das fängt schon damit an, dass du nicht der einzige Laden bist, der Eis verkauft, und Josef problemlos die Ladenfläche neben dir mieten kann, um dir Konkurrenz zu machen.

      In deinem Fall ist es durchaus korrekt, dass Josef Vertragsbruch begeht. Sobald ein Monopol besteht sieht das ganze aber nunmal komplett anders aus. In dem Fall KÖNNTE Josef möglicherweise keinen Vertragsbruch begangen haben, da die entsprechenden Klauseln in eurem Vertrag unwirksam sein könnten. Gegen unwirksame Klauseln kann man nunmal nicht verstoßen. Ob genau das der Fall ist muss im Fall Epic vs. Apple das Gericht entscheiden.
      Du gehst bereits von der Prämisse aus, dass der Vertrag so gültig ist, dabei ist gerade das strittig. Du kannst nicht mit einem Vergleich aufzeigen, dass die aktuelle Situation doch glasklar ist, wenn für deinen Vergleich bereits vorausgesetzt ist, dass die aktuelle Situation so entschieden ist wie du es darstellst.

      Im übrigen finde ich es besonders witzig, dass sich da zwei Parteien mit jeweils einer Menge an Anwälten streiten, von denen jeder einzelne mehr über das anzuwendene Recht weiß als alle Kommentatoren hier zusammen, aber du meinst den Streit mit diesem einfachen Vergleich sofort gelöst zu haben.

      • Bis 2007 haben auch alle gedacht, dass nur Nokia gute Handys herstellen kann. Wer hindert Dich also daran, ein eigenes Smartphone mit Betriebssystem und Store zu entwickeln?

        Epic hat Vertragsbruch begangen, das steht für mich außer Frage.

        • > Bis 2007 haben auch alle gedacht, dass nur Nokia gute Handys herstellen kann. Wer hindert Dich also daran, ein eigenes Smartphone mit Betriebssystem und Store zu entwickeln?

          Epic hindert daran, dass sie ein Software- und kein Hardware-Entwickler sind… Was ist das denn für ein wachsinniges Argument? Dann können wir die ganzen Monopol-Regeln ja direkt sein lassen. Die haben wir übrigens nicht ohne Grund 😉

          > Epic hat Vertragsbruch begangen, das steht für mich außer Frage.

          Interessiert nur zum Glück keinen. Ob sie Vertragsbruch begangen haben entscheiden Gerichte auf Basis von Gesetzen. Nicht auf Basis davon, was du gerne hättest oder nicht. Und jetzt komm nicht mit du kommst zu diesem Schluss auf Basis von Gesetzen! Dass das nicht stimmt wissen wir beide, sonst würdest du nicht „das steht für mich außer Frage“ schreiben – wo eine Menge Anwälte die darin besser bewandert sind als wir beide nichtmal daran denken würden die Situation als glasklar zu beschreiben.

      • Dein Vergleich ist nicht besser und fällt mit der Tatsache, dass Epic auch Inhalte außerhalb von App Store und Play Store verkaufen kann.

    • Das Problem ist aber, dass Epic sich um die Verkaufsabwicklung ja selbst kümmern will und ich bin mir sicher, die würden auch nen eigenen Store anbieten können. Aber eben das verbietet Apple ja. Und das ist der eigentliche Knackpunkt

  9. Das interessanteste an dieser ganzen Diskussion ist ja eigentlich, wie viele Leute bedenkenlos bereit sind, Ihre eigenen Rechte einfach abzugeben.

    Habt Ihr, die Ihr alle Apple Recht gebt, Euch mal überlegt, dass das auf Eure Kosten geht? Ihr unterstützt damit ein möglucherweise rechtswidriges Verhalten, und das auch noch auf eigene Kosten.

    Leider zeigt sich sowas heutzutage allzu oft. Es sind Eure Rechte, die Ihr vertreten solltet, solange es dazu keine rechtskräftigen, anderslautenden Urteile gibt. Ich würde gerne mal sehen, wie Ihr Euch verhaltet, wenn Euch Eure Rechte an anderer Stelle abgenommen werden, z.B. an der Supermarktkasse. Geht Ihr dann auch einfach, nur weil der Gegenuber grösser ist?

    Insgesamt kein Wunder, dass wir als Gesellschaft nicht mal in der Lage sind, einfachste Regeln des Zusammenlebens einzuhalten.

    • Weil es nicht um „unsere Rechte“ geht, so wie Epic das verkaufen will. Stell dir vor du gehst in den Media Markt, krallst dir einen Kopfhörer von Sony, bezahlst per direkt per App an Sony, und Media Markt bekommt nichts. So will Epic das haben.

      • Nein, so will Epic das nicht haben! Epic möchte das du nebenan in einen anderen Laden gehen kannst und dir dort das gleiche Produkt für einen besseren Preis kaufen kannst.
        Apple hingegen möchte das du nicht darüber informiert wirst, dass die Kopfhörer bei einem anderen Anbieter günstiger sind.

        Wenn du bei einem anderen Anbieter kaufst, dann nutzt du nicht die Infrastruktur von Apple. Für das Listing zahlen auch Gratis-Apps eine jährliche Gebühr.

        • > Epic möchte das du nebenan in einen anderen Laden gehen kannst und dir dort das gleiche Produkt für einen besseren Preis kaufen kannst.

          Das geht bereits. Man kann Inhalte außerhalb von App Store und Play Store verkaufen und die dann in der App nutzen. Die können auch unterschiedlich ausgepreist sein. Informier dich einfach besser, bevor du tippst.

          Warum hat Epic wohl direkt in der App eine alternative Bezahlmethode eingebaut und dann später serverseitig freigeschaltet?

          > Apple hingegen möchte das du nicht darüber informiert wirst, dass die Kopfhörer bei einem anderen Anbieter günstiger sind.
          Stell dir vor, Sony stellt neben dem Regal im Media Markt ein Schild auf und erwähnt, dass die Produkte im eigenen Online-Store 10% billiger sind.

          • Das hinkt. Niemand verlangt von Apple, dass sie im Appstore andere Stores bewerben sollen, aber was Sony dir in den Kopfhörerkarton legt (Werbung, dass andere Sachen bei ihnen günstiger sind als bei MM) ist ihre Sache. Apple unterbindet das aktiv indem sie keine Hinweise auf alternative Bezahlmethoden im Karton (der App) zulassen.

            • Den Karton öffnet man üblicherweise erst, nachdem man eingekauft hat. Wenn man In-App kauft, dann wird der Umsatz immer noch vom App Store oder Play Store generiert. Der liefert Infrastruktur und zahlungswilligen Käuferstamm.

              • Klar – und auch Apps, die man direkt kaufen muss und danach per In-App-Kauf erweitern kann dürfen keine Hinweise auf ihren eigenen Shop beinhalten. Ich kaufe also die Kopfhörer und Apple hat vorher die Werbung im Karton untersagt – obwohl ich diesen Karton bei Apple gekauft hab und der Hersteller der Kopfhörer eigentlich alles was er möchte in den Karton packen darf.

                Und Infrastruktur sowie zahlungswilligen Käuferstamm liefert auch das Busunternehmen, das die Käufer zu deinem Laden bringt. Komischerweise fordert von denen niemand, dass der Shop 30% des Einkaufswertes an sie bezahlt.

        • So sieht es aus, danke! Nur, dass Apple nicht nur nicht möchte, dass du informiert wirst, dass es die Kopfhörer woanders billiger gibt, sie verhindern es aktiv. So als wenn MediaMarkt aus deiner Post die Prospekte des ortsansässigen Elektronikhändlers klaut.

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