App-Markt im ersten Halbjahr 2019: Weniger Downloads im Apple App Store, mehr Umsatz für alle


Die kleinen Programme, die seit der Smartphone-Ära gerne als Apps bezeichnet werden, sind heutzutage ein riesiger Wirtschaftszweig. Milliardenumsätze werden da generiert, wie genau, das hat SensorTower nun für die erste Jahreshälfte 2019 ermittelt. Der App-Markt boomt nach wie vor, allerdignskommt es zu Verschiebungen.

Insgesamt wurden in der ersten Jahreshälfte 2019 39,7 Milliarden Dollar über den Google Play Store und den App Store von Apple umgesetzt – 15,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Betrachtet wird hier also nur ein Teil der App-Wirtschaft, es gibt ja auch andere App Stores (Android) oder Apps können ganz an Stores vorbei heruntergeladen werden (ebenfalls Android).

Den Großteil des Umsatzes (ohne Berücksichtigung von Steuern, In-App-Werbung und Ausgaben wie Amazon-Bestellungen) generiert immer noch der App Store von Apple, 22,6 Milliarden US-Dollar entfallen auf ihn. Das sind immerhin 80 Prozent mehr als die 14,2 Milliarden Dollar, die durch den Google Play Store generiert werden. Trotz der dominanten Verbreitung von Android.

Ganz anders sieht es aus, wenn man sich auf dieZahlen der ersten App-Installationen konzentriert, also Downloads, die erstmalig von einem Nutzer durchgeführt werden. Insgesamt gab es da im ersten Halbjahr 56,7 Milliarden – lediglich 14,8 Milliarden davon über den Apple App Store. Das ist ein Rückgang im Jahresvergleich, der mit dem schlechten ersten Quartal in China begründet wird, das auch durch ein gutes zweites Quartal nicht ausgeglichen werden konnte.

Insgesamt stiegen die Installationen nämlich um 11,2 Prozent, der Google Play Store konnte 5,9 Milliarden mehr Installationen als im Vorjahr vorweisen. Diese große Schere zwischen Downloads und Umsatz ist wohl auch das, was Entwickler oftmals veranlasst, Apps zuerst für iOS zu bringen, wobei sich dies in den letzten Jahren auch schon sehr stark geändert hat und mittlerweile parallele Releases eher der Standard als die Ausnahme sind.

Schaut man sich nun an, welche Apps die größten Umsätze generieren, könnte das für den einen oder anderen eventuell schon überraschend sein. 497 Millionen US-Dollar hat Spitzenreiter Tinder im ersten Halbjahr in den beiden App Stores generieren, das sind satte 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

An zweiter Stelle steht Netflix mit 399 Millionen Dollar Umsatz. Hier muss man allerdings bedenken, dass Netflix keine Abo mehr direkt über den App Store anbietet, iOS-Nutzer fallen hier also komplett raus. Auch er dritte Platz ist interessant. Tencent Video konnte außerhalb Chinas 278 Millionen US-Dollar generieren.

Schaut man sich bei den Games um, macht man wohl erst einmal große Augen. Die sorgen nämlich nicht nur für 29,6Milliarden US-Dollar Umsatz im ersten Halbjahr, sondern Spitzenreiter sind hier auch noch Titel, die bei uns eher gar nicht bekannt sind. An der Spitze unverändert ist hier Honor of Kings von Tencent. 728 Millionen Dollar Umsatz konnte das Game generieren – ohne die Drittanbieter-App-Stores in China.

Auf Platz 2 befindet ich Fate/Grand Order von Sony Aniplex, 628 Millionen US-Dollar Umsatz brachte das Spiel. Platz 3 hat Monster Strike mit 566 Millionen Dollar inne. Platz 4 sei hier auch noch erwähnt, damit man wenigstens eins von den Games kennt, der vierte Platz wird von Candy Crush Saga eingenommen.

Bei den Downloads von Games ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei den Apps, unter iOS gingen sie leicht zurück, was ebenfalls auf da erste Quartal zurückzuführen ist. Insgesamt wurden 20,1 Milliarden Spieledownloads getätigt, 15,7 Milliarden davon im Google Play Store.

Dass sich der App-Marta verlangsamen könnte, danach sieht es aktuell nicht aus. Vielleicht werden Funktionen wie Digital Wellbeing langfristig für weniger Nutzung sorgen, aber das Smartphones eben die Alltagsbegleiter schlechthin sind, spricht da nicht viel dafür. Und die Zahlen zeigen leider auch, dass Free2Play (oder war es doch Pay2Win?) das Mittel zum Zweck ist, um laufende Umsätze zu generieren.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

8 Kommentare

  1. Die Abos werden auch immer mehr und vermiesen mir die Lust auf Apps. Mein Sohn hat eine App aus dem Apple AppStore geladen und nur kurz getestet, als Schrott empfunden und wieder deinstalliert. Kurz darauf bekam ich eine E-Mail mit einer Abobestätigung, ich sollte nach 3 Tagen testen eine Abogebühr von schlappen 9,49€ die WOCHE bezahlen. Die Funktion der App war, man konnte sehen wie man aussieht wenn man alt ist. Mein Sohn beteuerte nicht abgeschlossen zu haben, er hat sie deinstalliert weil die App garnicht funktionierte. Bei 9.49€ die Woche kommen mir die Jamba Abos aus den 90ern wie Schnäppchen vor. Das zum Thema Umsatz im AppStore, wenn Apple sowas nötig hat dann gute Nacht….

    • Die App scheint wohl doch zu funktionieren, sie lässt euch mit dem Abo alt aussehen.
      Pardon, der musste sein 😀

    • Black Mac says:

      Das Problem ist ganz sicher nicht der App Store, der funktioniert einwandfrei. Da wird nichts einfach hintenrum abgeschlossen.

      Vielleicht wäre ein Lesekurs zielführend.

    • Nettes Märchen. Ohne Intention und Bestätigung durch Passwort kein Kauf oder Abo.

    • Das ist ausgeschlossen. Ohne Passwort und deutliche Bestätigung, wird weder unter Android noch unter iOS ein App-Kauf oder ein Abo abgeschlossen.

    • RegularReader says:

      Um ein Abo im App Store abzuschließen, muss dies entweder durch Touch ID und doppeltes Drücken der Seitentaste + FaceID bestätigt werden. Außerdem wird man klar auf die Kosten hingewiesen und in welchem Rhythmus sie zu zahlen sind. Direkt nach dem Abschluss erhält man zudem eine Info-Mail darüber, dass man das Abo abgeschlossen hat.
      Deine Darstellung ist defintiv falsch, der Prozess im App Store ist einer der transparentesten Prozesse die mir bekannt sind.

  2. Black Mac says:

    Nichts wird im App Store hintenrum abgeschlossen, im Gegenteil: transparenter geht es fast nicht.

    Ich diagnostiziere hier eindeutig eine Leseschwäche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.