Apotheken dürfen ab dieser Woche wieder Impfzertifikate ausstellen

Wir haben ausführlich in der letzten Zeit über die digitalen Möglichkeiten berichtet, digital seine Impfungen zu sichern. Eine dieser Lösungen ist der Gang in die Apotheke, die ein Impfzertifikat ausstellen konnten. Konnten deshalb, weil es nur kurzfristig möglich war. Sicherheitsforscher haben unter Erstellung einer Schein-Apotheke selbst gefälschte Zertifikat erstellt.

In dieser Folge wurde das Ganze erst einmal gestoppt. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) und das Bundesgesundheitsministerium erklären in einem gemeinsamen Statement, wie es mit der Ausstellung von Impfzertifikaten weitergeht:

„Aufgrund eines Hinweises auf eine potenzielle Schwachstelle beim Zugang zum Webportal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) wurde die Ausstellung von Impfzertifikaten über dieses Webportal vorübergehend deaktiviert. Potenziell betroffen sind nur die wenigen hundert Apotheken, die nicht Mitglied des DAV sind. Alle erteilten Zugänge werden bereits überprüft und verifiziert. Nach aktuellem Kenntnisstand ist es zu keinem Betrug bei der Erstellung von Impfzertifikaten gekommen. Ein solcher wäre im Übrigen eine Straftat. Alle Apotheken, die dies wünschen, erhalten in dieser Woche schrittweise wieder Zugriff auf das DAV-Portal, sodass sie auch wieder Impfzertifikate ausstellen können. DAV, IBM, gematik und BMG arbeiten zudem gemeinsam daran, die Sicherheit bei der Ausstellung von Impfzertifikaten durch eine Einbindung dieses Prozesses in die sichere Telematikinfrastruktur insgesamt noch weiter zu erhöhen.“

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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31 Kommentare

  1. In anderen Worten: „Die Gelddruckmaschine läuft wieder“

    • 6 Euro darf eine Apotheke pro ausgestellten Impfzertifikat abrechnen.
      Es waren mal 18 Euro. Trotzdem leicht verdientes Geld für die Apotheke.
      Es sei ihnen gegönnt.

      • Ganz ehrlich, Apotheken schwimmen schon heute im Geld. Es gab keine Notwendigkeit ihnen zeitweise 18 Euro für eine derart simple Tätigkeiten zusätzlich noch hinterher zu werfen.

        • Apothekenmitarbeiter says:

          „Ganz ehrlich, Apotheken schwimmen schon heute im Geld.“
          Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!
          Apotheken schwimmen in der Regel nicht im Geld. Schonmal mit einer Krankenkasse über eine Retaxierung gestritten? Da gehen schnell mal hunderte oder gar tausende Euro flöten, wenen eines Formfehlers.

          • Wie ich mir das bildlich vorstelle, wenn das hunderte flöten geht, nachdem man ein Jahr lang Masken für das x-fache verticken konnte: https://tenor.com/view/money-crying-woody-harrelson-gif-6945518

          • Nur soviel, ich kenne zwei Apotheker persönlich und habe früher die IT von verschiedenen Apotheken betreut. Von daher kannst Du mir ruhig glauben, dass Apotheken nicht am Hungertuch nagen. Kein Wunder, bei den Margen die in dem Bereich erzielt werden, davon können andere Branchen nicht mal träumen.

        • Ganz ehrlich, keine Apotheke schwimmt im Geld. Dafür ist das Angebot einfach zu groß, das Krankenkassenabrechnungssystem zu kompliziert und die Margen zu gering.
          Und ich weiß nicht wie sich das in der Zwischenzeit eingespielt hat, aber als ich mein Impfzertifikat (und das meiner Frau) geholt habe, hat die Apothekenmitarbeiterin da schon eine gewisse Zeit gebraucht. Es war eben NICHT so: einfach Zettel ausdrucken und gut. Und nun können wir ja mal die Rechnung aufmachen, was es die Apotheke kostet, wenn ein Mitarbeiter für diese „simple Tätigkeit“ nur 10 Minuten braucht… Diese belaufen sich ganz sicher auf mehr als 6 Euro!

          • André Westphal says:

            Du kennst wohl keine Apotheker? Die verdienen schon ohne Pandemie sehr, sehr gut – aber was da umgesetzt wurde, geht auf keine Kuhhaut. Was meinst du, warum die teilweise Masken gratis verteilt haben und die Tests kostenlos durchgeführt haben – weil sie dafür massiv vom Staat Geld bekommen haben.

            Geringe Margen gibt es sicher anderswo, aber nicht in Apotheken. Meine Ex-Freundin hat Pharmazie studiert und daher kenne ich einige Leute, die in dem Bereich arbeiten – glaub mir die sind vieles, aber arm dran mit Sicherheit nicht ;-).

            • Danke, schön zusammengefasst.

            • Ich kenne einige Apotheker / Apothekenangestellte. Und niemand hat behauptet, dass die am Hungertuch nagen. Aber zwischen „kurz vor Insolvenz“ und „im Geld schwimmen“ ist doch noch ein gewisser Raum.
              Klar wurden da zeitweise, wenn der Apotheker da seine „Chance“ gesehen hat, so Cent-Artikel wie Masken zu völligen Wucherpreisen abgegeben. Das ist dann jetzt eher eine ethische Frage und wie sich das halt so mit (kurzfristigem) (Mangel-)Angebot und Nachfrage verhält.
              Dann gibt es aber auch die andere Seite, z.B. dass sich eine Apotheke so gut es geht mit Selbsttests bevorratet, die eine ganze Zeit lang nur schwer zu bekommen waren, und am nächsten Tag wird von der Politik verkündet, dass Selbsttests für alles mögliche nicht mehr ausreichend sind. Dann bleibt der Apotheker, der vielleicht noch im vorherigen Monat einen Reibach mit den Masken gemacht hat, halt auf den Kosten für die Tests sitzen. Anderes Beispiel: Irgendjemand muss auch die vielen Pflegeheime mit Medikamenten versorgen. Das tun viele Apotheken. Zwar verdienen diese an den eingelösten Rezepten, aber die Arbeitszeit, die ein Mitarbeiter damit verbringt, das alles zu bearbeiten, kostet auch. Und zwar nicht wenig. Und da drücken die Pflegeheime auch massiv den Preis (was von deren Seite auch wieder verständlich ist).
              Und noch ein weiteres Beispiel sei erwähnt: Vor kurzem ging ein Rezeptabrechner (AvP, gerne googlen) in Insolvenz. In dem Moment waren direkt tausende Apotheken betroffen, die dadurch monatelang für die eingereichten Rezepte keine Erstattung durch die Krankenkassen erhalten haben. Sowas muss dann der Apotheker mit seinem Privatvermögen abfangen, die Angestellten wollen/brauchen ja weiterhin ihren Lohn. Wenn er das nicht abfedern kann, ist die Apotheke innerhalb kürzester Zeit auch dicht (hat tatsächlich auch ein paar erwischt).

              Gibt also immer zwei Seiten, nicht wahr?

              Noch etwas mehr Offtopic: Fakt ist auch, dass es bis vor wenigen Jahren praktisch keine Apothekeninsolvenzen gab. Das hat sich aber in den vergangenen Jahren (vor bzw unabhängig von Corona) geändert, es gibt von Jahr zu Jahr mehr Apotheken, die Insolvenz anmelden müssen. Das Angebot ist einfach zu groß.

              • André Westphal says:

                Es geht nicht um Wucherpreise für Masken: Die Apotheken konnten Masken vollkommen kostenlos verteilen, weil sie pro ausgegebener Maske Geld vom Staat bekommen haben – 6 Euro. Da brauchte man gar nicht mehr verkaufen, sondern haute die einfach so weg:

                https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/masken-aktion-gutscheine-101.html

                Wenn jemand „nur“ in einer Apotheke angestellt ist, wird das Gehalt natürlich nicht exorbitant. Wenn derjenige aber mit seiner Apotheke „geringe Margen“ hat, muss er aber gigantisch was falsch machen. Und alles andere was du aufzählst: Nun, dass der Apotheker auch arbeitet und nicht vom Nichtstun reich wird, ist wohl auch klar. Natürlich erbringt der eine Leistung, das will auch keiner bestreiten. Auch ist das Studium schwierig und mit dem Beruf ist eine hohe Verantwortung verbunden. Ich gebe hier also keine Wertung darüber ab, was die Tätigkeit für einen gesellschaftlichen Wert hat.

                Klar sollte aber eben sein, dass Apotheker definitiv im Schnitt sehr überdurchschnittlich verdienen und gerade in der Pandemie haben viele so viel eingenommen, dass sie wohl in den Vorruhestand gehen könnten ;-).

                • Ja richtig: Die Unterscheidung Angestellte / Apothekenbesitzer ist wichtig.
                  Aber jeder Selbstständige weiß auch, dass es eben nicht darum geht, „Oh der hat am Monatsende im Schnitt 15.000 Euro Geldeingang auf seinem Konto“. Davon geht ja auch noch bei weitem mehr weg, als bei einem Angestellten von dessen Bruttolohn.
                  Bleibt ihm am Ende überdurchschnittlich viel? Sicher. Kann er davon mit 50 in Rente gehen? Na das würde ich mal noch bezweifeln.
                  Und wie du schon sagst: ein wichtiger Aspekt ist dabei eben auch die Verantwortung! Sowohl menschlich (falsches Medikament abgegeben? der Apotheker ist Schuld! nicht die angestellte PTA, die es letztlich abgegeben hat), als auch wirtschaftlich (schwere Krise, wo das Geld ausbleibt? der Apothekeninhaber haftet, und zwar komplett!).
                  Diese Verantwortung würde ich auch für noch so viel Geld nicht unbedingt haben wollen. Also ist bei so einer Aussage „die schwimmen im Geld“ o.ä. eben doch der gesellschaftliche Aspekt sehr wohl zu berücksichtigen, finde ich.

    • Es hätte ja auch das Bürgeramt machen können. Dann wären 2025 die ersten freien Termin rausgegangen. Und billiger wäre es bestimmt auch, Beamtesold ist ja knapp beim Mindestlohn.

  2. War vorhin bei einer Apotheke in der Nähe, leider noch keine neuen Ausstellungen. Also warte ich einfach eine Woche, dann sollten alle wieder dabei sein.

    Aber es ist schon bitter, dass bei der Lösung keine CRL implementiert wurde. Man fragt sich echt was die Entscheider beruflich machen …

  3. Warum wurde denn eigentlich das ganze Portal gesperrt und nicht nur der Gastzugang? Alle anderen Zugänge waren ja von DAV-Mitgliedern und sicherlich ordnungsgemäß mit bestem Wissen und Gewissen verifiziert.
    Bzw. warum musste denn das Portal überhaupt gestoppt/offline genommen werden? Sämtliche „erschlichenen“ Zertifikate müssten doch zurückrufbar sein (vor allem, da es aktuell ja laut DAV nur die zwei Zertifikate der Sicherheitsforscher/Journalisten betrifft). Da wird doch bestimmt ne Möglichkeit eingebaut sein … ich mein, wozu ne Zertifizierungsstelle wenn’s dann keine Möglichkeit zur Revocation gibt?

    • brathering says:

      Es gibt keine Revocation, da keine zentrale Speicherung der Zertifikate stattfindet. Es gibt also keine Stelle die weiß wer welches Zertifikat ausgestellt hat.
      Und die Apps, zum Anzeigen und Kontrollieren laufen auch komplett offline.

  4. Christian says:

    Am besten die Kommentarfunktion sperren bevor es ausartet 😉
    Das Thema ist leider im Internet wie gefundenes Fressen zum pöbeln

  5. „Ein solcher wäre im Übrigen eine Straftat.“
    Hast du da einen §?
    Urkundenfälschung kann es ja schon mal nicht sein wenn es keine Behörde ausstellt.

    • Ne, vergesst das mit der Behörde. Hab mich gerade reingelesen.

      Aber ob der gelbe Impfnachweis als „Dokument des Rechtsverkehrs“ durchgeht bin ich mir unsicher. Aber vielleicht ist sogar ein anderer § gemeint.

      • Da musstest du dich echt „reinlesen“, um rauszufinden, dass es auch Urkundenfälschung ist, wenn du dir selbst ein Einser-Abizeugnis oder einen Führerschein ausstellst? Verrückt, wie wenig Unrechtsempfinden und juristisches Grundwissen heutzutage viele besitzen.

        • Blödsinn! Ich hab gefragt ob es etwas ist außer Urkundenfälschung. Vielleicht ein Unterabsatz im neuen Infektionsschutzgesetz. Aber egal, hat eh keinen Interessiert die Frage.

  6. Welche Apotheken gehören denn zum DAV-Netz?

  7. Tipp für alle Niedersachsen: Man kann sich das Impfzertifikat über impfportal-niedersachsen.de als pdf runterladen bzw. gleich einscannen

  8. Ich hab meine Impfzertifikat heute nach der zweiten Impfung direkt vom Betriebsarzt auf der Portalseite, die wir nutzen, erhalten.
    Praktischer geht es nicht.

  9. Man bekam doch einen Brief mit QR Code bzw. beim zweiten Termin schon direkt nach dem impfen ein entsprechendes Schreiben, das man bequem in der App importieren konnte.

    • Ich habe keinen Brief bekommen und erst recht keinen QR-Code. Nur einen Aufkleber ins Sammelheft.

      • Seltsam. War in einem der Impfzentren, da gabs beim ersten Termin den Aufkleber auf diese Scheckkarte und ins Impfbuch. QR-Code für die App kam später per Post.

        Beim zweiten Termin gab es neben dem Aufkleber auf die Scheckkarte und ins Impfbuch auch direkt den QR-Code für die App im Impfzentrum. Kurz gescannt und das wars, damit war der Eintrag auch digital in der App.

        • Könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass ich über unseren Betriebsarzt geimpft wurde und nicht in einem Impfzentrum.

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