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Anker Soundcore Life Q30 im Test: ANC-Headset mit deutlichen Verbesserungen

Ende Oktober stellte Anker die neuen Kopfhörer Soundcore Life Q30 vor. Ich hatte ja schon das Vorgängermodell, die Life Q20, getestet. Also habe ich mich entschlossen, mir auch die nächste Generation kurz für euch anzuschauen bzw. vielmehr anzuhören. Schließlich gab es bei den Life Q20 durchaus Verbesserungspotenzial, gerade was die aktive Geräuschunterdrückung betraf. Hat Anker nun erfolgreich nachgelegt?

So wiesen die Anker Soundcore Life Q20 einen Bug auf, der dafür sorgte, dass Windgeräusche bei aktiviertem ANC nicht etwa unterdrückt, sondern über die Mikrofone aufgenommen und verstärkt wurden. Das machte das Noise Cancelling für mich persönlich draußen komplett unbrauchbar, da ich in Kiel lebe. Und hier direkt an der Küste ist es im Grunde immer windig.

Technische Daten Anker Soundcore Life Q30

  • Impedanz: 16 Ohm
  • Audiotreiber: 2 x 40 mm
  • Bluetooth-Codecs: AAC, SBC
  • Frequenzgang: 16 Hz – 40 kHz
  • Reichweite: 15 m
  • Schnittstellen: Bluetooth 5.0, USB Typ-C (Aufladung), 3,5-mm-Klinke, NFC (für Fast-Pairing)
  • Laufzeit: ca. 40 Stunden (mit ANC) bzw. 60 Stunden (ohne ANC)
  • Gewicht: ca. 260 g
  • Lieferumfang: Soundcore Life Q30, USB-Kabel, 3,5-mm-AUX-Kabel, Reisetasche, Bedienungsanleitung
  • Features: Active Noise Cancelling, Hi-Res Audio, verstellbare Ohrbügel, Mikrofone (Telefonate möglich)
  • Preis: 79,90 Euro

Die Anker Soundcore Life Q30 bieten da gleich mehrere Optionen beim ANC, denn sie sind nun mit der offiziellen Soundcore-App verknüpfbar. Das blieb dem Vorgängermodell verwehrt. Die Q30 lassen drei ANC-Modi zu: Verkehr, Indoor und Outdoor. Außerdem gibt es einen Transparenz-Modus, der gezielt Umgebungsgeräusche durchlässt. Zudem könnt ihr mit der Einstellung „Normal“ ANC- / Transparenz-Modi komplett deaktivieren.

Ausstattung und Verarbeitung

Das Design wirkt nun im direkten Vergleich mit den Q20 bei dem Nachfolgemodell deutlich mehr auf der Höhe der Zeit. Klar, außer Plastik und Kunstleder kann man hier kaum etwas erwarten, die Verarbeitung passt dennoch. An der Unterseite des Kopfbügels sitzt dabei ein flexibles Gummipolster. An den Ohrmuscheln wiederum findet ihr die Bedienelemente, den Auflade-Port für USB Typ-C und auch einen Button, der ANC an- und ausschalten kann.

Ein Druck auf die rechte Ohrmuschel kann übrigens den Transparenz-Modus aktivieren. Dann lassen die Mikrofone der Q30 die Umgebungsgeräusche durch. Praktisch, falls ihr euch z. B. kurz mit jemandem unterhalten wollt. Außerdem könnt ihr über Buttons an der rechten Ohrmuschel Play / Pause aktivieren und Songs vor- und zurückschalten. Ebenfalls lassen sich hier Anrufe annehmen oder ablehnen und der Sprachassistent eurer Wahl aktivieren.

Der größte Mehrwert ist allerdings wohl die wirklich sauber verarbeitete und optisch ansehnliche Reisetasche, die Anker nun beilegt. Die macht sich sicherlich auch im Arbeits- und / oder Unialltag gut. Da gibt es also nichts zu meckern.

Bleibt lediglich zu hoffen, dass die Anker Soundcore Life Q30 auch langfristig bei der Verarbeitung punkten. Das kann bei Anker manchmal nämlich durchaus ein Kritikpunkt sein, wie ich auch selbst erfahren musste. Beispielsweise sind die von mir hier fürs Blog getesteten Spirit Dot 2 in meinem Fall nach wenigen Monaten kaputtgegangen. Der rechte Earbud gab den Geist auf. Zur Langlebigkeit der Q30 kann ich also leider noch nichts sagen.

Klang und Tragekomfort

Die Soundcore Life Q30 lassen sich nun auch an die Soundcore-App anbinden. Dadurch sind Firmware-Updates möglich und ihr könnt hier auch den Sound selbst über den Equalizer anpassen. Zudem habt ihr die eingangs genannten Wahlmöglichkeiten, was ANC- und Transparenzmodus betrifft. Meine ehrliche Meinung: Zwischen den ANC-Modi für Indoor und Outdoor sowie Verkehr hört man eher minimale Unterschiede. Der für Indoor lässt etwas mehr durch als die anderen beiden, das war es aber auch schon.

Sehr positiv: Der Wind-Bug, welchen der Q20 noch aufwies, ist ausgemerzt worden. Windgeräusche werden bei aktivem ANC also nicht mehr unabsichtlich verstärkt. Vielleicht konnte Anker hier auch dadurch nachbessern, dass nun zwei statt nur einem Mikrofon verbaut sind. Generell ist das ANC nach meinem Eindruck eine ganze Ecke effizienter geworden. Geht mal an einer viel befahrenen Straße lang und schaltet das ANC vorher an. Knipst ihr es dann aus, werdet ihr über den Unterschied staunen. Denn während des Musikhörens nimmt man die Geräuschunterdrückung gar nicht so bewusst wahr.

Am Klang muss ich wiederum die schwachen Höhen bemängeln. Da half auch das manuelle Nachjustieren über den Equalizer nur geringfügig. So klingen die Life Q30 etwas muffig und basslastig. Wer sowieso gerne rhythmusbetonte Musik hört, wird damit leben können. Zu meinem Musikgeschmack, der viel Indie, Folk und Acoustic beherbergt, passte das eher mäßig. Am Ende ist der Klang für diese Preisklasse jedoch durchaus in Ordnung. Doch Songs wie z. B. „Santa Monica Dream“ von Angus & Julia Stone fehlt es an Dynamik und Spritzigkeit. Das gilt auch für Dreampop-Hits wie „Bloom“ von Airiel.

Telefonate mit den Anker Soundcore Life Q30 gehen in Ordnung, allerdings lassen die Mikrofone doch ordentlich Wind durch, wie mir meine Gesprächspartner bestätigt haben. Da bleibt unverkennbar, dass ich an der norddeutschen Küste wohne. Zur Akkulaufzeit: Ankers Angaben sind vielleicht etwas hoch gegriffen. Ich lag bei ca. 35 Stunden mit aktivem ANC und musste dann wieder an die Steckdose. Die Ergebnisse werden aber sehr davon abhängen, was für Musik ihr hört, ob / wie viel ihr telefoniert und welche Lautstärken ihr anlegt.

Fazit

Gegenüber den Anker Soundcore Life Q20 hat Anker die neue Version in so gut wie allen wichtigen Punkten verbessert: Der ANC-Bug, welcher Windgeräusche verstärkt hatte, ist verschwunden, man kann das Noise-Cancelling nun über die Soundcore-App regeln und auch einen Equalizer gibt es dort. Außerdem, sind Design und Verarbeitung ebenfalls optimiert worden. Dazu kommt eine deutlich hochwertigere Tasche im Lieferumfang.

Der Klang der Soundcore Life Q30 ist ebenfalls etwas besser als beim Vorgängermodell und für den ausgerufenen Preis von 79,99 Euro, zum Launch waren es ja sogar nur 59,99 Euro, kaum zu beanstanden. Zumal man über den Equalizer in der Soundcore-App den ab Werk etwas muffigen Klang zumindest leicht anpassen kann. Generell ist der Kopfhörer jedoch in den Höhen etwas schwach auf der Brust. Das Gesamtpaket passt hier jedoch.

Soundcore by Anker Life Q30 Bluetooth-Kopfhörer mit Hybrid Active Geräuschisolierung, Individuelle...
  • HI-RES AUDIO: Ausgeglichene Tonmitten, kristallklare Höhen mit 40mm Audio-Treibern für tiefes, intensives Hi-Res Klangprofil. Sogar Frequenzen von bis zu 40 kHz werden abgedeckt.
  • AKTIVE GERÄUSCHUNTERDRÜCKUNG: Reduziert effektiv bis zu 95% aller Störgeräusche von außen, wie zum Beispiel Autos und Flugzeuge - ideal für Musik auf Reisen oder in lauteren Umgebungen.
  • INDIVIDUELLE MODI: “Transport” für Flugzeuggeräusche, “Outdoor” für Straßenverkehr und Wind, sowie “Indoor” für Bürogeräusche und Hintergrundgespräche - für jede Situation die...

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Wie groß sind denn die Auswirkungen vom ANC auf den Sound? Der Vorgänger klang mit ANC schon deutlich schlechter.

    • Nicht so verwaschen wie beim Q20. Dafür im Bass etwas aufgeräumter. Also ja, das Klangbild mit aktivem ANC verändert sich etwas, meiner Meinung nach aber zum Guten. Er klingt klarer, sauberer und weniger dumpf als ohne ANC. Klare Verbesserung imo.

    • Fürchterlich. Ich verwende ANC deshalb gar nicht. Wirklich kein Vergleich zu z.B. Bose. Der Klang ist allerdings an sich nicht sonderlich berauschend, wenn ich dagegen Bose, Teufel oder ältere AKG halte. Sehr breit aufgestellt, absolut nicht knackig im Bass, sondern eher dröhnig. Dafür arbeitet er aber z.B. gut feine Beckentöne heraus, die bei den oben genannten drei untergehen. Insgesamt bin ich nicht sonderlich zufrieden, aber für Home Office mit separatem Mikro und etwas Musik ist es erträglich.

  2. Bin ebenfalls positiv überrascht, meiner ist vorgestern angekommen.Der Sound ist im Auslieferungszustand total vergeigt: kein Tiefbass, dafür viel zu viel und viel zu breiiger Bass insgesamt. Die Mitten gehen so, wann immer sie nicht vom Bass zugerumpelt werden. Höhen sind kaum vorhanden. Allerdings ist es mir gelungen, einen tollen, sogar ziemlich hochauflösenden Spaßhörer draus zu machen dank EQ. Dazu musste ich aber die Bässe extrem herunterziehen und eine ziemlich abenteuerlich aussehende Kurve über die Mitten und Höhen zurechtzuppeln. Jetzt ist er mein mobiler „DT 990 Pro“ und macht seine Sache für einen kompakten Geschlossenen ohne AptX eigentlich verdammt gut. Lausche viel Klassik, Soundtrack, Indie, Singer/Songwriter, Blues, Drum & Bass, Smooth Jazz und sehr alten Stoner und Death Metal. Bin sowohl vom Tiefbass als auch vom aufgeräumten Klangbild und den spritzigen Höhen jetzt überzeugt. Nur die Ohrpolster könnten einen Tick mehr Füllung vertragen: bei mir drückt die Vorderkante des linken Treibergehäuses schmerzhaft auf den Wangenknochen, weil das bißchen Füllung dazwischen wegrutscht. Habe mit selbstgebastelten Schaumstoffringen unterfüttert, so geht es. Für den Preis echt ordentlich.

  3. Zum Glück habe ich direkt zugegriffen, als es noch den Einführungspreis gab. Meine Ü40-Ohren sind eh altersgemäß bisschen schwach in den Höhen, meine Musik gerne bisschen Tiefer – passt perfekt. Auch sitzen die Kopfhörer bei mir sehr angenehm, da habe ich mit vielen anderen schon Probleme gehabt, dass es drückt oder die Kopfhörer rutschen. ANC habe ich noch nicht getestet, da ich bisher nur in ruhiger Umgebung gehört habe…

  4. Akku fest verlötet?

  5. Steve McQueen says:

    Klang und Komfort finde ich super, wollte ihn für das Home Office nutzen. Dafür ist er leider nicht geeignet, nach einigen calls bleibt das Feedback ich höre mich an wie aus einem Raumschiff oder einer Blechdose.

    Schade hätte die Q30 gerne behalten, aber so bringt mir das leider nichts.

  6. Ich kann den „Muffigen“ Klang nicht nachvollziehen und ja: Erst mit ANC wird er besser was schon komisch ist. Wobei man den Kopfhörer eventuell genau darauf abgestimmt hat.
    Die App bringt hier viel an Einstellungen die für jeden Musikgeschmack etwas haben. Bei mir kommt immer Andre Lodemann – Where are you now? zum Test und hier bin ich sehr zufrieden. Bei 79,99 Euro gegen meine anderen Kopfhörer von Phonon 4400 (Die ich als Dj nutze) & Co.
    Nachteil: Drücken wie Sau (Brillenträger) und kein Aptx weshalb sie wieder zurück gehen.

  7. ANC im Vergleich zu dem Flaggschiff Bose QuietComfort 35? Das wäre die Info, die eigentlich benötigt wird, denn es gibt sehr viele NC Kopfhörer, die einfachen nichts bringen

  8. Weiß jemand warum die Q30 auf soundcore.com nicht mehr gelistet werden? Ich wollte sie gerade einem Kollegen empfehlen, aber der Google-Link zum Q30 führt ins Leere: https://www.soundcore.com/de/products/variant/life-q30/A3028011 und wenn ich mich durchklicke gibts keinen Q30 mehr. Endgültig ausverkauft?

  9. Ich habe mir den Kopfhörer vor 3 Stunden geordert für 59,99 € auf Amazon (wäre zum gleichen Preis aber auch bei Soundcore zu bekommen gewesen). Jetzt muss ich leider 2 bis 3 Wochen warten, bis der Kopfhörer ankommt und dann bin ich mal gespannt, ob er mit meinem gegenwärtigen vom Sound und dem Tragekomfort mithalten kann. Falls nicht muss ich mir eine andere Alternative suchen. Wobei mein gegenwärtiges Headset, weder Bluetooth, noch ANC hat und auch von der Zeit nur maximal 16 Stunden schafft (naja es handelt sich hier ja auch um ein Gaming Headset). Aber den Klang finde ich einfach Bombastisch. Leider sind die Halterungen der Ohrmuscheln gebrochen, weshalb ein neuer her muss. Und mein gegenwärtiges Headset lag damals bei 79,99 €, aber das Mikro kann man da auch vergessen, stört mich aber nicht. Und bei dem Soundcore, stört es mich noch weniger, da ich sowieso nicht gern und auch nicht viel telefoniere und wer mich unbedingt meint anrufen zu müssen, der muss sich eben mit dem Klang abfinden, selbst schuld wenn einem WhatsApp oder Email nicht reicht hahaha. Also gegenwärtig nutze ich ein „Creative Soundblaster Tactic3D Rage Wireless“, das jetzt aber auch schon fast 4 Jahre alt ist und wie ich eben gesehen habe, kostet das Headset inzwischen sogar 99,99 € (ist also schon kein Schrott). Leider habe ich kein gaming Headset auf Bluetooth Basis gefunden, das sich in diesem Preisbereich ansiedelt und sowohl für Games wie auch für s Handy genutzt werden kann, eine Lange Laufzeit hat und über ANC verfügt. Bin gespannt, ob mir das Headset zusagt, denn ein Gaming Headset ist ja schon noch etwas anders aufgebaut. Ich lasse mich überraschen.

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