Andy Rubin: Android-Kopf bewertet K. I. als nächste Tech-Revolution

 

andyrubinAndy Rubin ist die Schlüsselfigur hinter dem mobilen Betriebssystem Android. Nach dem Verkauf an Google und seiner späteren Arbeit für das Unternehmen in der Robotik-Abteilung, ist Rubin mittlerweile Gründer und CEO seines eigenen Startup-Inkubators Playground Global. In einem Interview mit Wired hat der Programmierer und Unternehmer über seine Perspektive auf die Zukunft der IT-Industrie gesprochen. Seiner Meinung nach werde nach der mobilen Revolution nun ein neues Thema die Industrie umkrempeln: nicht etwa Augmented oder Virtual Reality, sondern künstliche Intelligenz (K. I.).

Google, Facebook und Microsoft haben bereits Milliarden-Beträge investiert, um die Entwicklung von K. I.s voranzutreiben. Herausgekommen sind bereits sichtbare Ergebnisse wie Microsofts digitale Assistentin Cortana oder Facebooks M. Rubin scheint dabei für die Zukunft ähnliche Techniken wie im Film „Her“ für möglich zu halten: Er nimmt an, dass K. I.s verstärkt via Cloud an allen möglichen Gadgets nutzbar sein werden. In nicht allzu ferner Zukunft könnte es laut dem Android-Erfinder möglich sein, dass es schwer sein werde, überhaupt noch Gadgets ohne Vernetzung mit irgendeiner Form von K. I. zu erstehen.

Jene Zukunft möchte Rubin lieber heute als morgen wahr machen, weswegen er Google unter anderem verlassen habe- Dort ging die Robotik-Forschung in andere Richtungen, als er es sich gewünscht hatte. Mit Playground Global wolle Rubin nun sozusagen das Fundament für künstliche Intelligenz bereitstellen, das andere Unternehmen dann für sich nutzen können. Ziel sei es langfristig, quasi mit Playground Global die gleiche Basis für K. I. zu schaffen, die Android für Smartphones bereitgestellt habe. Allerdings gehe es eben im Bezug auf K. I. nicht nur um eine einzelne Produktgruppe, sondern quasi um eine Palette von digitalen Assistenten über Smart Cars bis hin zu intelligenten Haushaltsgeräten. Laut Rubin wolle er quasi den „Verstärker“ dafür liefern, der die Entwicklung von Konzepten zu Produkten radikal beschleunige.

andy rubin playground

Rubin will dabei andere Wege gehen als z. B. Google und aktuelle K. I.s, die vor allem mit Daten aus dem Internet hantieren. Laut Rubin müsse man die künstliche Intelligenz jedoch aus der digitalen in die physische Welt ziehen. Dann könnte eine K. I. nicht nur online Daten sammeln, sondern sich direkt über Sensoren mit der Realität außerhalb des Internets auseinander setzen. An Horrorszenarien wie Skynet aus den Filmen der Reihe „Terminator“ glaube Rubin dabei nicht. Als Problem bewertet der ehemalige Google-Mitarbeiter, dass aktuell zu viele voneinander abgekoppelte Ökosysteme entstünden, mit welchen die Unternehmen Produkte absetzen wollten. Rubin erklärt, man müsste es aber genau umgekehrt angehen: Beliebte Produkte würden dafür sorgen, dass sich bestimmte Plattformen durchsetzen und nicht andersrum.

Allerdings arbeitet Andy Rubin natürlich nicht als einsamer Revolutionär an künstlicher Intelligenz, denn auch Microsoft, Google mit TensorFlow oder Elon Musk mit OpenAI sind ernstzunehmende Konkurrenz. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich K. I. in Zukunft entwickeln wird. Zumal es nicht nur um technische Hürden, geht, sondern auch um gesellschaftliche: Viele Menschen, darunter auch jemand wie Bill Gates, sind vorsichtig, was die Entwicklung künstlicher Intelligenz betrifft und sehen Gefahren. Während Rubin annimmt, dass neue Techniken „generell für Gutes“ eingesetzt würden, sind auch andere Szenarien denkbar. Spannend bleibt es so oder so und zu unseren Lebzeiten dürfte die Entwicklung der K. I.s sicherlich noch mehr Überraschungen bergen, als einen Rüffel von Cortana, weil man einen wichtigen Termin im Kalender fast vergessen hätte.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Ach, was muss der typ genial sein! Hätte nie gedacht, das KI zukünftig ’ne rolle spielen würde!

  2. Verstehe ich nicht. Warum sollten aktuelle KIs vor allem mit Daten aus dem Internet hantieren, bzw. womit sollen sie sonst hantieren? Irgendwie braucht die KI ja auch eine Basis um entscheidungen zu treffen. Das hat er gesagt:

    > For AI to reach its true potential, Rubin argues, we need to bring it into the physical world. And the way to do that is to create thousands of devices that pull information from their environment: text and images, sure, but also sound, location, weather, and other sensory data.

    Genau das passiert schon längst. Irgendwie müssen die Daten ja erstmal in’s Internet. Smartphones haben immer mehr Sensoren und erstellen u.a. Bewegungsprofile und Ortungsdaten, Fotos und Videos werden hochgeladen und Inhalte analysiert, Adressbücher und Infos mit wem man so in Kontakt steht, persönliche Interessen (Suchen und Browser-History), Sports Tracker, Smart Watches, Unterhaltungselektronik (Smart TVs, Streaming Services), der Push hinter Internet of Things (sinnlose Sensoren in jedem Gerät und immer online).

    Unter den grossen Firmen mit Big Data und KI-Abteilungen ist schon längst ein Rennen im Gange wer die meisten Daten anhäufen kann. Nicht nur persönliche Daten, auch allgemeine Daten wie Wetter, Verkehr, öffentlicher Transport, Wissen (Bücher werden gescannt) und was weiß ich…
    Bei dem ganzen Thema werden die falschen Fragen gestellt. Ohne die persönlichen Daten in der Cloud geht es auch. Assistenten sollten persönliche Daten am Endpunkt (dem Smartphone) sammeln und analysieren und sich alles andere aus der Cloud holen (so wie das Proactive seit iOS 9 macht).
    Genau so wie es längst mal fällig wird das wirklich alles End-to-End verschlüsselt wird. Nur Kommunikation über Messenger reicht mir nicht.
    Aber das wird kaum funktionieren. Die Services müssen schliesslich auch bezahlt werden. Also wird alles mit Werbung querfinanziert.

    Dann will der Wired-Artikel einem weiss machen dass Android aus dem Nichts geschaffen wurde. Dabei ist es eher so das es von einem BlackBerry Klon zu einem iPhone Klon mutierte und sich dem Markt anpasste. Alle anderen Smartphone-Systeme die diese Transformation nicht durchmachten existieren heute nicht mehr.

  3. „Verstehe ich nicht.“

    Tja, Kalle, das ist halt in der Regel dein Problem.

    Wäre interessant zu wissen, wie oft am Tag du diesen Satz voller Verzweiflung vor dich hin murmelst.

  4. Für mehr hat’s nicht gereicht? Verstehe ich nicht.

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