Android 11 soll nahtlose System-Updates über virtuelle Partitionen garantieren

Seit Android 7.0 (Nougat) gibt es die Möglichkeit für Hersteller, mit mehreren Partitionen zu arbeiten, um das Update-Procedere nahtloser zu gestalten. Doch wie so vieles im Android-Kosmos, so ist auch dieser Aspekt so eine Wildwest-Geschichte. Manche Hersteller nutzen diese Option, manche lassen sie unbeachtet. Da soll sich aber wohl ab Android 11 ändern. Dann wird Google die virtuellen Partitionen wohl zur Pflicht erheben.

Gemeint sind mit solchen A/B-Partitionen duplizierte Ready-Only-Partitionen, welche das System und relevante Boot-, Hersteller- und Produkt-Daten enthalten. Spielt man nun ein Update auf, kann es direkt auf der B-Partition Daten überschreiben, was nach einem Reboot den Start beschleunigt – der Update-Prozess verkürzt sich. Außerdem gewährt das mehr Sicherheit, sollte es beim Aufspielen des Updates Probleme geben – denn die A-Partition bleibt ja zunächst unberührt.

Oben seht ihr, wie das Schema bei einem Update mit mehreren, virtuellen Partitionen abläuft. Das Schema nutzen aber eben nur einige Hersteller bzw. Geräte. Selbst aktuelle Modelle wie beispielsweise die Samsung Galaxy S20 verwenden stattdessen einen dedizierten Updater, der in den Recovery-Modus schaltet. Dadurch ist das jeweilige Smartphone dann aber natürlich einige Minuten nicht benutzbar. Und das Risiko ist größer, dass ein Gerät womöglich durch ein fehlerhaftes Update komplett unbenutzbar wird.

Warum dann nicht alle Hersteller das erwähnte A/B-Procedere verwenden? Wie ihr euch denken könnt, wird dann mehr Speicherplatz für das System eingeheimst. Außerdem soll die Implementierung die Kosten in die Höhe treiben, da Google häufig die Partitionsverwaltung ändere. Android 11 soll aber eben bei neu veröffentlichten Endgeräten, welche das Betriebssystem ab Werk nutzen, die virtuellen Partitionen zur Pflicht machen. Aus Nutzersicht halte ich das für eine gute Sache.

Geräte, welche die virtuellen A/B-Partitionen nicht unterstützen, dürfen dann die Google-Dienste nicht mehr verwenden. Und wir alle wissen, wie wichtig jene für den Verkaufserfolg sind. Weitere Informationen dazu werden sicherlich noch zum Launch von Android 11 folgen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Endlich wird das Pflicht, der „schnellere“ Updatevorgang ist für mich dabei irrelevant, aber jede Reduzierung des Risikos eines „Bricks“ ist top.
    Hoffentlich endet das dann nicht auch wie der halbherzige Project treble versuch…

    • Ich hoffe das Projekt Mainline mal viel strikter durchgezogen wird.

    • Richard Rosner says:

      Wo ist Treble halbherzig? Es ist verpflichtend für alle Geräte die mindestens mit Android 9 ausgeliefert werden. Updates brauchen zwar teils immer noch ewig, das liegt aber an einem Mix an inkompetentem OEM und Netzbetreiber die bei der Genehmigung nicht in die Pötte kommen. Aber als Kunde ist man da auch ein bisschen selbst Schuld wenn man sowas auch noch kauft

  2. Der nächste halbherzige Versuch von Google das Updateproblem in den Griff zu bekommen.
    Nach wie vor geben Hersteller nur 2 Jahre Major Support und 3 Jahre Sicherheitspatches. Viel zuwenig bei den momentanen Preisen und der Verwendung von Banking Apps sowie Kontaktlosem Bezahlen. Hier sollte Google einmal mehr ein Machtwort sprechen und mit gutem Beispiel vorangehen.

  3. Wäre alles kein Thema würde Android One endlich mal komplett am Markt als Standard definiert und ausgerollt. Aber das wollen die Hersteller ja nicht, lieber bastelt jeder seinen eigenen Launcher und verschlimmbessert das System.

    • Naja verschlimmbessern mag zwar auf wenige Hersteller zutreffen, dafür erhält man aber eben Funktionen deutlich früher, als es mit reinem Android der Fall wär. Denn meistens kommt irgend ein Hersteller mit einer neuen genialen Funktion um die Ecke und Google integriert das dann 1-2 Androidgenerationen später.

      • Beispiele für „geniale Funktionen“ bitte!

        • Multi-Window hatte Samsung schon lange vor Google. Ebenso gab es Features wie z. B. einen Darkmode schon deutlich vorher bei diversen Launchern, auch wenn dies mehr ein Design-Thema ist. Und da gibt es noch einige andere Themen. Secure Folder fällt mir da noch ein…

        • Darüber hinaus noch so simple Funktionen wie scrollbarer und bearbeitbarer/zuschneidbarer Screenshot. Geteilt bedienbare Lautstärke über Lautstärkewippe aufrufbar etc.

          Viele der heutigen Standard-Android-Funktionen haben über die Anpassungen der Hersteller ihren Weg ins System gefunden.

  4. „Selbst aktuelle Modelle wie beispielsweise die Samsung Galaxy S20 verwenden stattdessen einen dedizierten Updater, der in den Recovery-Modus schaltet.“

    Laut Android Police ist es eigentlich gerade Samsung, welcher als großen Hersteller es noch nicht implementiert hat.
    Daher wohl nun die Verpflichtung ab Android 11. Immerhin gibt es A/B Partition, wie erwähnt, seit Android 7.
    „Although many OEMs like OnePlus, LG, HTC, Motorola, Google, ASUS, and Sony have implemented A/B partition systems/seamless updates, big names like Samsung and Huawei still haven’t, even for some of their most expensive flagship devices. „

    • André Westphal says:

      Steht doch auch so in dem Zitat, dass sie es nicht haben – weil sie eben in den Recovery-Modus gehen.

      • Ich denke Stefan wollte darauf hinaus, dass es scheinbar abseits des großen Volumenmarktes schon zahlreiche Hersteller gibt, die bereits auf A/B setzen.

        Und ja ich zähle keinen von „OnePlus, LG, HTC, Motorola, Google, ASUS, and Sony“ als Player des Volumenmarktes. Einige waren es vielleicht mal.

        • Richtig, ich wollte damit ausdrücken das eigentlich bis auf Samsung und Huawei alle anderen Hersteller die A/B Partition implementiert haben.

          Aber Du hast auch Recht, gerade Huawei und Samsung sind die Einzigen welche eine dominante Rolle bei Android spielen. (Wenn man sich aktuelle Statistiken anschaut). Ich hätte nicht gedacht, dass der Abstand immer noch so prägnant ist. Ich dachte wirklich, OnePlus und besonders Xioami hätten schon mehr Anteile aber dem ist wohl nicht so.
          Ich bin

  5. Für mich nicht begreiflich, warum google da einen solchen Aufwand treibt. Diese 5-10 Minuten für ein Systemupdate kann ich mein Smartphone nun wirklich noch erübrigen. Nachteile sind hörerer Speicherverbrauch und komplizierterer Flash- und Bootprozess.

    • Richard Rosner says:

      Vorteil: Redundanz ist immer gut. Updates wenn von Menschen geschrieben, Menschen machen Fehler. Ist was schief gelaufen, dauert der Bootvorgang vielleicht etwas länger, geht dann aber automatisch wieder auf einen funktionsfähigen Stand zurück Seamless Updates ist da eher ein netter Nebeneffekt, auch wenn Google den vermarktet, nur Redundanz kannst du keine Nutzer locken

  6. Das ist wie mit TREBLE ab Android 8. Wie viele Handys sind da, lange nach dem offiziellen Launch von Oreo noch mit Nougat gestartet und haben praktisch dann sofort das Update auf Oreo bekommen nur um kein TREBLE nutzen zu müssen….

    • Richard Rosner says:

      Klar werden es Hersteller auch hier versuchen. Aber es sollte so langsam bekannt sein, dass Google das immer nur für ein paar Monate erlaubt. An einem bestimmten Datum darf nur noch das aktuellste Android ausgeliefert werden. Und ich weiß nicht ob das für die Vorstellung oder die Produktion gilt.
      Außerdem ist da der Nutzer auch selbst Schuld, es gibt in jeder Preisklasse ausreichend Geräte, die es besser machen

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