AirMessage: Dienst wird Open Source, bekommt Web-Version und mehr

Vor Kurzem hatten wir euch den Dienst AirMessage vorgestellt, mit dem ihr iMessage auch unter Android verwenden könnt – das Ganze setzt allerdings (auch weiterhin) einen Mac als Server voraus, grenzt also den Nutzerkreis dennoch ein. Das Team hinter dem Dienst war in der Zwischenzeit nicht untätig und stellt nun in einem neuen Beitrag sein Update „AirMessage Cloud“ vor, das in den kommenden Monaten für alle Nutzer verfügbar gemacht werden soll. Bis dahin darf zumindest eine kleine Anzahl von Nutzern der bestehenden Community schon einmal per Voranmeldung einen Blick auf die Änderungen werfen.

Als eine der wichtigsten Neuerungen gilt unter anderem die Web-Version (web.airmessage.org) von AirMessage. So lassen sich die iMessage-Kommunikationen auch am Windows- oder Linux-Rechner oder aber gar an einem Chromebook nutzen. Das Design wurde von der Android-App übernommen und an Desktop-Oberflächen angepasst. Dazu gehört auch ein dunkles Theme, Desktop-Benachrichtigungen und auch die Integration der Google-Kontakte. Mit dem neuen Dienst AirMessage Connect will das Team außerdem den Einrichtungsprozess deutlich vereinfachen. So könnt ihr euch dort nun nämlich ganz einfach mit eurem Google-Account anmelden und spart euch allerhand Arbeit. AirMessage Connect verschlüsselt alle Verbindungen via TLS.

Doch auch die Android-Version von AirMessage ist noch einmal überarbeitet worden. So wurde unter anderem das Design runderneuert, was beim ersten Start nach dem Update auch sofort ins Auge fallen soll:

Auch neu: Android 11 wird ab sofort unterstützt und für alle Nutzer von Android 10 heißt es, dass AirMessage nun auch das direkte Teilen in Apps unterstützt. Weitere Ergänzungen und Neuerungen, die den AirMessage Server betreffen, schaut doch einfach mal in den Beitrag der Entwickler. Dort wird nämlich auch erwähnt, dass sowohl AirMessage Server als auch AirMessage für Android und AirMessage for Web Open Source werden sollen, sobald das nun angekündigte Update auf AirMessage Cloud für die breite Öffentlichkeit verfügbar wird.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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37 Kommentare

  1. Ich verstehe, dass es einen Bedarf gibt, weil man in den USA schon als halber Heckenpenner gilt, wenn man nicht über iMessage erreichbar ist. Auf der anderen Seite wird doch Apple dem Ding absehbar den Saft abdrehen. Schade um den Aufwand.

    • Ein Messaging Dienst, der Geräte eines bestimmten Herstellers voraussetzt ist eh komplett lost.

    • Ich würde nicht soweit gehen und solche Begriffe verwenden, wünsche mir aber manchmal schon, dass mehr Leute darüber erreichbar wären. Wenn Apple das plattformübergreifend ermöglichen würde, könnte das *der* Messenger sein.

      • Ich nutze selber nur Apple Produkte aber Apple wäre wohl ganz schön blöd, wenn sie das für andere Plattformen anbieten würden. Das wäre für die Nutzer schön, aber es ja Teil des Käfigs, dass es das nicht gibt. Gerade in Ländern wie den USA, wo iMessage der Quasi-Standard ist. Android würde viel interessanter, gäbe es das auch dort.

  2. Könnte mir mal einer zwei Dinge beantworten?

    1) wie mache ich das, wenn ich keinen Mac habe?
    2) mein iMessage-Konto wurde blockiert, als ich mal ne VM mit Mac aufsetzte und mich verbinden wollte.. Was kann ich da tun?

    • 1) Nichts, einen guten Messenger wie Telegram nutzen 😉
      2) Den Apple Support kontaktieren, vielleicht sind die hilfreich, hab ich tatsächlich paar mal gehört.

  3. Man soll sich einen Server auf seinem Mac aufsetzen, entwickelt von einem 18-jährigen, unbekannten, kanadischen Entwickler. Der Server hat Zugriff auf die gesamte entschlüsselte Nachrichten-Historie (in ~/Library/Messages/chat.db) und auch auf alle anderen Dateien im Nutzerverzeichnis. Zusätzlich Port Forwarding einrichten, damit das Ganze funktioniert und Geräte von Aussen über das Internet auf den Mac/Server zugreifen können. Und jetzt noch mit Cloud-Service als Relay.

    Eine gute Lösung für die ganz ganz ganz bekloppten, die nicht einfach einen alternativen Messenger nutzen wollen. Aber macht sich sicher gut als Proof of Concept im Lebenslauf vom Entwickler.

    • Ich habe iMessage eh nie wirklich verstanden. Es gibt so viele tolle andere Messenger, alle mit tollen Features. Natürlich ist iMessage in den USA ganz weit vorn, vor allem weil iPhones so weit verbreitet sind da. Es erschwert auch den Umstieg auf Android, leider.

      • Ich finde die Idee, einen Messenger zu nutzen, der von vornherein auf dem Gerät vorhanden ist, ohne eine gesonderte App installieren zu müssen, gar nicht verkehrt, ganz im Gegenteil. Und das gab und gibt es bei Android ja auch, leider aber ist es Google dort nicht gelungen, seine Nutzer in diese Richtung „zu drücken“.

        • Zum Glück ist Google nicht dazu gekommen. 25% nutzen in D. iPhone (mehr als ich dachte), 75% Android. Sollen die nicht miteinander kommunizieren können?

          • Doch, natürlich, so war das aber auch nicht gemeint. Ich wollte lediglich darauf hinaus, dass immer wieder kritisiert wird, dass iMessage nichts taugen würde, weil es nur mit Apple Geräten funktioniert. Da wird gern vergessen, dass Google schon recht früh einen ähnlichen Dienst in Android hatte, der auch erst später anderen Plattformen zugänglich war. Das ist also keine Erfindung von Apple.

      • iMessage wird einfach genutzt wenn das Gegenüber ein iPhone hat (das sind bei mir die Hälfte des Adressbuches). Auch weil es Features wie E2E hat. Nachrichten gehen an andere Geräte (Mac, iPad). SMS und Anrufe werden weitergeleitet. SMS-Fallback gibt’s auch. Apple hat hier mit einem Schlag richtig gemacht was Google über die Jahre verkackt.
        Wenn nicht, dann vereinbart man eine Alternative. Das ist auch kein Beinbruch.

        • So geht’s mir auch, ich nutze iMessage, wo es geht, einfach, weil es sehr viel komfortabler funktioniert, insbesondere auch auf mehreren Geräten.

  4. Es könnte so einfach sein. Einfach ne Windows/Android App bringen, Login mit Apple ID oder Handynummer und schon Zugang zu iMessage.

    • Dann würden aber weniger Leute iPhones kaufen, das mag Apple nicht.
      Einfach auf einen normalen Messenger umsteigen wäre da einfach, ist aber in einigen Ländern wirklich schwierig.

      • Was ist denn ein „normaler Messenger“? Einer, den man einfach direkt nutzen kann, ist in meinen Augen jedenfalls sehr viel normaler als einer, den ich erst installieren muss. Natürlich ist eine Lösung, die unabhängig von der Plattform funktioniert, die bessere Idee. Aber abhängig vom persönlichen Umfeld kann man auch mit so einer beschränkten Lösung einen Großteil seiner Kontakte erreichen. Und in Zeiten, in denen sich viele doch überlegen, WhatsApp den Rücken zu kehren (und im Grunde ist WhatsApp der einzige Messenger, der überhaupt eine Rolle spielt), kann ich schon verstehen, dass viele zu einer Lösung greifen, die zum einen auf ihrem Gerät schon vorhanden ist und zum anderen auch auf den Geräten viele Kontakte. Da ist man dann nämlich nicht darauf angewiesen, dass sich der Gesprächspartner erst eine zusätzliche App wie Signal, Trema oder Telegramm installiert und vielleicht auch noch dafür bezahlen muss.

        • Punkt 1. Mit iMessage erreichst Du nicht alle Deine Freunde, nur die, die ein iPhone haben. Dein Gesprächspartner müßte als ein iPhone kaufen, was aufwendiger ist als eine App zu installieren.
          2. Wer keine App installieren kannbist vermutlich Generation direkte Nachkriegszeit und hat Enkel, die das für einen sowieso einrichten.
          3. Whats wird auch bezahlt, mit Deinen Daten. Deine Daten als Teil der Masse sind wertvoll, warum sonst sind Google und FB so reich geworden, wenn sie keine Produkte verkaufen? (Google war bereits reich bevor es anfing Herstellungsaufträge zu erteilen)

          • Nur ganz kurz:
            zu 1) Es hat niemand behauptet, dass man damit alle erreichen würde.
            zu 2) Es geht nicht ums können, sondern um die grundsätzliche Notwendigkeit.
            zu 3) Ja, richtig, aber das ist eben was anderes, als mit Geld zu bezahlen. Und ich ziehe das auch vor, denn auch, wenn ich irgendeinen Dienst bezahle, habe ich trotzdem keine Gewähr, dass im Hintergrund nicht doch irgendwas mit meinen Daten passiert, was ich gar nicht mitbekomme. Da bleibe ich lieber bei kostenlosen Angeboten und weiß, woran ich bin, besondere, weil ich persönlich damit auch gar kein Problem habe. Aber ich kann natürlich auch nur für mich sprechen und finde das auch völlig in Ordnung, wenn andere Leute dazu anderer Meinung sind.

    • Wird nicht kommen. iMessage und FaceTime (Audio/Video) setzen stark auf APNS (Apple Push Notification Services) um Schlüsselpaare und Signaturen auszutauschen. Außerdem wird IDS (Identity Services) um vorzuhalten, wer unter welcher Nummer oder Email Nachrichten oder Anrufe empfangen kann. Das ist zwar alles E2E-verschlüsselt. Es fallen aber Metadaten wie Zeitstempel und Routing-Infos der verschickten Pakete an. Apple wird keine fremde Hard- oder Software da ranlassen.

  5. iMessage (bzw. „Nachrichten“) ist der perfekte Messenger für mich und der einzige, der installiert ist. Fast alle in meinem Umfeld sind damit erreichbar, der Rest bekommt dank SMS-Fallback automatisch eine SMS.

    Wer mich erreichen will schickt ebenfalls eine SMS oder es ist nicht wichtig. Auch gut. 🙂

    • Mal ne blöde Frage. Ich hatte mal beruflich ein ein iPhone. Mir kam iMessage nur wie ein SMS Client vor und mich daher darüber amüsiert, daß es anders hieß. Was kann es mehr als eib SMS Client, außer sie Konversation nachvollziehbarer aufzuzwigen?

      • Dann hast du nur einen winzigen Teil der Möglichkeiten erlebt. Wenn dein Gegenüber ein Apple-Gerät hat, geht die Nachricht via iMessage raus, mit allem Firlefanz und Animationen und mehr. Hat er keines, wird automatisch auf SMS umgestellt – im selben Client.

        Vor allem aber kann ich am iPhone, iPad und am Mac schreiben und alles bleibt synchron. SMS an Mac senden und empfangen geht ebenfalls.

        • Danke Dir. Ich nutzte tatsächlich nur Nachrichten ohne Firlefanz, da dienstlich. Einen Mac hatte ich auch nicht.

        • Wobei man vielleicht dazu bedenken muss, dass die Nachricht nicht automatisch als iMessage verschickt wird, sondern nur, wenn die andere Seite sich auch für diesen Dienst registriert hat. Das geschieht normalerweise bei der Einrichtung des iPhones und ich kenne durchaus ein paar Nutzer, die das explizit abgelehnt haben.

          • Dann bekommen „die Anderen“ automatisch eine SMS. Als wären sie keine Apple-Anwender. Aber im Gegensatz zu dir kenne ich keine einzige Person, die das „explizit“ abgelehnt hat. Warum sollte man so etwas tun?

            • Ich kenne auch einige, die das abgelehnt haben. Das sind keine Nerds, die haben ein diffuses Gefühl des Unbehagens und sagen, dass sowieso alle WhatsApp hätten. Früher gab es manchmal Probleme, wenn man vergessen hat, die Nummer zu entfernen, wenn man zu Android gewechselt ist. Keine Ahnung, wie das heute ist.

    • Mag für dich gut funktionieren. Ich habe einen Kumpel der sich allem anderen als SMS verweigert. Er ist aber auch der erste der sich beschwert, wenn er von Planungen für Ausflüge, Geburtstagsfeiern usw. nichts mitbekommt, weil das in einer Messenger-Gruppe geschieht.

      • Thomas Höllriegl says:

        Und wieso erfährt er nichts davon? Wiegt ihr Freundschaft mit Messenger-Diensten ab? Das ist so wie wenn jemand einen anderen nicht einladen würde, weil er Skoda fährt. Auf solche Leute, die es von einem Messenger abhängig machen ob ich dabei bin oder nicht, kann ich getrost verzichten. Wäre er dein Kumpel, würdest du ihm schreiben, wenn es sein muss, per Post.

        • > Und wieso erfährt er nichts davon?

          Hat er doch geschrieben, er verweigert alles ausser SMS. Extrawurst und so.

          • Thomas Höllriegl says:

            Das können dann keine Kumpel sein. Wenn jemand zu faul ist mir eine SMS zu schicken oder mich anzurufen, kann er bleiben wo der Pfeffer wächst. Das sind dann nur oberflächliche Tech-Zombies mit.einem völlig verkümmerten Sozialverhalten.

            Wenn der Messengerdienst den Freundeskreis bestimmt, hat man die Kontrolle über sein Leben verloren.

            • Nicht jeder hat eine SMS-Flat, daran würde es schon in meinem Bekanntenkreis scheitern

              • Thomas Höllriegl says:

                SMS-Flat. In der Tat ein Argument. Wusste gar nicht mehr, dass es noch Tarife ohne gibt, aber stimmt. Dennoch, so viele SMS um den Kumpel über ein Treffen zu informieren, sollte jeder haben. Ich kann halt nicht nachvollziehen, wie man einen Messengerdienst über eine Freundschaft stellen kann. Die Aussage, der ist nicht eingeladen weil er diesen oder jenen Dienst nicht nutzt im Zusammenhang mit den Wort „Kumpel“ kann ich nicht nachvollziehen. Das kann maximal ein entfernter Bekannter sein, aber doch kein Kumpel!

            • > Das können dann keine Kumpel sein.

              Wer? Der eine, der zu blöd ist, sich mit dem Freundeskreis auf einen Messenger zu einigen, mit dem alle zufrieden sind, auch damit er nicht bei jeder Popel-Angelegenheit extra per SMS angeschrieben werden muss, um auf dem Laufenden zu bleiben? Ja, da haste recht.

        • Ich denke, ganz so einfach sollte man sich das nicht machen. Ja, solche Leute, die nur SMS benutzen, fallen manchmal hinten runter. Das aber meist nicht vorsätzlich, sondern weil man oft einfach nicht daran denkt, dass es so etwas noch gibt. Natürlich kann man sagen, dass einem das auffallen müsste, aber das geht einfach im Alltag schon mal unter. Und sofern bin ich nicht der Meinung, dass man automatisch ein schlechter Kumpel ist, wenn einem das mal passiert.

  6. Hat nichts direkt mit dem Thema zu tun, aber die Messages App unter Android kann auch Chatnachrichten statt SMS versenden. Voraussetzung ist aber dass die Chatfunktion in den Einstellungen aktiv ist, und dass der Provider es unterstützt. Bei mir (Vodafone) ist das offenbar der Fall, und bei einigen Kontakten könnte ich Chatnachrichten statt SMS schicken.

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