Windows 10 Technical Preview: Datenschutzerklärung erlaubt Microsoft das Sammeln fast jeglicher Daten

3. Oktober 2014 Kategorie: Windows, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Die Technical Preview von Windows 10 ist erst ein paar Tage verfügbar. Wer sich die Vorabversion von Windows 10 bereits installiert hat, hat bestimmt auch die Datenschutzerklärung gelesen? Nein? Hättet Ihr besser machen sollen. Ihr habt durch die Installation Microsoft die Berechtigung gegeben, so gut wie alles mitzuschneiden, was Ihr auf dem System so macht. Während sich die anfänglichen Absätze noch relativ normal lesen, wird es später etwas detaillierter und klingt schon sehr nach Big Brother.

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„Microsoft collects information about you, your devices, applications and networks, and your use of those devices, applications and networks. Examples of data we collect include your name, email address, preferences and interests; browsing, search and file history; phone call and SMS data; device configuration and sensor data; and application usage.“ So heißt es in der datenschutzerklärung. Nichts außergewöhnliches dabei, auch wenn dies sicher schon mehr als genug Informationen sind. Es geht aber weiter:

„We may collect information about your device and applications and use it for purposes such as determining or improving compatibility […] use voice input features like speech-to-text, we may collect voice information and use it for purposes such as improving speech processing.“ Microsoft darf also auch aufzeichnen, was Ihr so sprecht, zumindest wenn Ihr entsprechende System-Features nutzt. Die Daten werden aber nicht nur aufgezeichnet, Ihr stimmt auch der Verarbeitung der Daten zu. War es das schon? Natürlich nicht, der dicke Brocken kommt schließlich immer zum Schluss:

„If you open a file, we may collect information about the file, the application used to open the file, and how long it takes any use [of] it for purposes such as improving performance, or [if you] enter text, we may collect typed characters, we may collect typed characters and use them for purposes such as improving autocomplete and spellcheck features.“

Microsoft erlaubt sich hier, praktisch alles mitzuschneiden, was Ihr auf einem Windows 10-System anstellt. Dateien werden analysiert, die entsprechenden Programme ebenso. Und alle Eingaben, die über die Tastatur gemacht werden. Das ist sehr viel, was man da erlaubt, um eine System-Software vorab zu testen.

Bereits im Vorfeld von Windows 10 berichtete ZDNet über ein Programm namens Asimov, mit dem das Windows-Team jederzeit sehen kann, was auf den Nutzer-Rechnern vor sich geht. Klingt ziemlich nach dieser „Überwachung“. Natürlich muss man verstehen, dass es sich hier zwar um eine öffentliche Preview von Windows 10 handelt, diese aber nicht an den Normalnutzer gerichtet ist. Auf jeden Fall spricht dieser Umstand sehr dagegen, Windows 10 auch nur ansatzweise bereits auf einem Produktivsystem einzusetzen. Es sei denn Ihr habt eh nichts zu verbergen…



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Quelle: The Inquirer |
Über den Autor: Sascha Ostermaier

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