Testbericht bq Aquaris E5 HD: Gute Kamera und ausdauernder Akku zum kleinen Preis

2. Dezember 2014 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: Pascal Wuttke

Als ich das Angebot erhielt das neue bq Aquaris E5 HD zu testen, lautete meine erste Frage: Wer ist bq? Vielen von Euch dürfte das im ersten Augenblick genauso gehen. Nun, Lesern aus Spanien könnte die Firma unter Umständen ein Begriff sein, denn dort ist das junge und aufstrebende Unternehmen mit seinem Aquaris E5 HD-Smartphone sehr erfolgreich, was nicht zuletzt am günstigen Einstiegspreis von 199 Euro und seiner Dual-SIM-Funktion liegen dürfte.

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Im Juli und August 2014 war das Aquaris E5 HD daher das meistverkaufte Smartphone in Spanien. Grund genug, sich das Gerät etwas genauer anzuschauen, denn bq hat sich auf die Fahnen geschrieben auch hier in Deutschland Fuß zu fassen und erfolgreich Smartphones und Tablets zu verkaufen. Ob das imposante Datenblatt auch unter realen Umständen überzeugen konnte, lest Ihr in diesem Review zum bq Aquaris E5 HD.

Als ich das Datenblatt das erste Mal durchlas, war ich doch recht erstaunt. Denn hier blickten mich mit dem Zwillingsbruder, dem rund 250 Euro teuren Aquaris e5 FHD, zwei offensichtliche Spec-Monster für einen vertretbaren Preis an, die sogar dem hierzulande sehr erfolgreichen Motorola Moto G das Fürchten lehren. Aber Datenblätter sind ja bekanntlich keine zwingenden Indikatoren für ein tolles Gerät. Doch schauen wir uns zunächst die Daten des Geräts etwas genauer an:

Das steckt drin im bq Aquaris E5 HD

  • Display: 5-Zoll HD IPS-LCD (1280 x 720, 294 ppi)
  • Prozessor: MediaTek Cortex A7 (1,3 GHz Quad-Core), 1 GB RAM
  • Speicher: 16 GB (via MicroSD bis 32 GB erweiterbar)
  • Kamera: Rückseite 13 MP – 18 MP interpoliert (Brennweite ƒ/2,2, Fokussierbereich 0,1 m~unendlich, Anzahl der Linsen 5, Objektivgröße 1/3.2″) mit Dual LED-Blitz / Front 5 MP – 8 MP interpoliert (Brennweite ƒ/2,4), Videoaufnahmen in Full HD (1080p) bei 30fps, Front VGA (640 x 480)
  • Betriebssystem: Android 4.4.2 KitKat mit leicht optimiertem Stock-Vanilla UI
  • Akku: 2.500 mAh (Lithium-Polymer), nicht austauschbar
  • Abmessungen: 142 x 71 x 8,65 mm, 134 Gramm
  • Netzwerkunterstützung: 4G / LTE / HSPA+ 42,2 Mbps (3G), Dual-SIM-fähig
  • Verbindungstechnologien: WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth™ 4.0, 3G+ (HSPA+/UMTS/GSM), GPS und A-GPS, USB 2.0
  • Farben: Schwarz, Weiß

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Haptik und Optik

Das bq Aquaris E5 HD ist ein Fliegengewicht. Im ersten Moment dachte ich, der Akku müsse noch eingelegt werden, da es sich beinahe wie ein Spielzeug-Smartphone anfühlte. Mit den gerade mal 134 Gramm ist das Aquaris E5 HD auch lediglich 5 Gramm schwerer als das iPhone 6 und somit ein optimaler Wert.

Das Aquaris E5 HD ist ein optisch sehr unaufgeregtes Smartphone. Das matte Schwarz der Rückseite ist glatt und edel, wenn auch etwas rutschig. Die kantige Form des Smartphones erinnert mich ziemlich stark an einen Hybrid zwischen Google Nexus 5 und dem OnePlus One. Lediglich die von bq als „Schutzrand“ titulierte Kante, bei der die Vorderseite der Außenhülle um einen Zehntel-Millimeter absteht, ist ein Sondermerkmal des Geräts. Laut bq dient diese Kante als Stoßfederung, falls das Smartphone einmal herunterfallen sollte. Hier müsste das Gerät jedoch mit viel Glück auf der Kante landen und selbst dann ist fraglich, ob das Gerät den Fall so leicht übersteht. Zudem empfand ich die Kante beim in der Hand halten etwas störend. Sie ist nicht sonderlich scharf, aber man merkt schon, wie sie sich etwas in die Hand gräbt.

Da das Gerät mit seiner Größe von 142 x 71 x 8,65 mm nicht unbedingt das Dünnste und Kleinste ist, ist die Einhand-Bedienung leider etwas schwierig. Die kapazitiven Hardware-Navigations-Buttons auf der Vorderseite vereinfachen durch ihren weiten Abstand die einhändige Bedienung leider auch nicht. Auch hier musste ich ab und an feststellen, dass die Hardware-Buttons nicht immer auf den Punkt genau reagieren und ich ein zweites Mal die Taste betätigen musste. Aber das war kein Regelfall, sondern eher gelegentlich.

Ansonsten macht das Gerät einen schicken und soliden Eindruck. Kein Knarzen am Plastik-Gehäuse, keine Spaltmaße oder Unebenheiten an den Dual-SIM-Slots oder am Micro-SD-Slot oder klackernde Tasten. Alles sitzt da, wo es sitzen soll.

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Das Display

Das Aquaris E5 HD hat, im Gegensatz zu seinem großen Full HD-Bruder E5 FHD, lediglich einen 720p-Screen. Das muss nicht zwingend schlecht sein, wenn denn Farben und Pixeldichte stimmen. Doch hier bin ich etwas unbefriedigt. Denn eine an sich gute Pixeldichte von 294 ppi ist auf einem 5 Zoll Smartphone fürs Auge bei genauer Betrachtung leider etwas zu wenig. Klar, aus normaler Entfernung sieht man davon nicht wirklich viel und es ist bei Weitem kein Pixelgewitter, aber packt man sich das Smartphone etwas dichter vors Gesicht, so sieht man doch schon, dass Schrift und Symbole ausgefranst sind. Ich habe hier zwar definitiv Schlimmeres gesehen, aber auch leider schon Besseres.

Die Farbwiedergabe und die Kontraste wirkten hingegen in Ordnung. Auch die Blickwinkel sind dank des IPS-Displays gut, aber es tritt eine leichte Helligkeitsschwankung auf, sobald man das Gerät auch nur einen kleinen Grad nach links oder rechts neigt. Und wo wir gerade von Helligkeit sprechen: Das Aquaris E5 HD ist wirklich hell! Hier wird man wohl nie Probleme haben bei direktem Sonnenlicht das Display ablesen zu können. Allerdings ist die automatische Helligkeit alles andere als optimiert. In abgedunkelten Räumen justiert die Bildschirmhelligkeit einfach nicht auf einen angenehmen Punkt herunter, sondern ist leider viel zu hell und tut in den Augen weh. Hier hoffe ich, dass bq mit einem Software-Update nachhelfen kann, denn so ist man leider gezwungen die Helligkeit manuell nachzuregeln.

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Der Akku

Wieder einmal haben wir hier einen Punkt erreicht, bei dem die Leute schreien: „2.500 mAh sind ein Witz“. Doch wie unsere Tests unter realen Umständen gezeigt haben, kann beispielsweise ein Moto X der ersten Generation trotz deutlich geringeren Akku-Specs dramatisch höhere Akkulaufzeiten erreichen, als man denkt und somit locker mit einem Samsung Galaxy Note 4 mithalten. Und das bq Aquaris E5 HD ist ein weiterer Beweis dafür, dass Datenblätter kein Brief und Siegel für eine gute Nutzererfahrung sind. Oder um es anders auszudrücken: Meine Güte, die Akkulaufzeit ist der Knaller!

Hier muss ich jedoch erneut den Zeigefinger erheben: Der Akkuverbrauch ist bei jedem unterschiedlich und hängt von einigen Faktoren ab. Ich nutze mein Smartphone beispielsweise zwischen 9 Uhr und 18 Uhr selten, habe die meiste Zeit WLAN eingeschaltet und die Ortungsdienste im Stromsparmodus. Ich habe diverse Messenger installiert wie WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram. Daher ist der Akkutest auf mein Verhalten zugeschnitten und ist keine hundertprozentige Aussage, dass der Verbrauch bei Euch exakt gleich hoch liegt.

Für den Test habe ich erneut einen Misch-Benchmark verwendet, der unter 50% Helligkeitseinstellung das Surfen im Web, die Bildbearbeitung von Fotos und Texten sowie die Wiedergabe von Filmen simuliert. Der Test wird mit aktiviertem WLAN und Hintergrundsynchronisation bei 100% gestartet und läuft so lange bis der Akkustand auf 20% heruntergefahren ist. Das Ganze wird dann auf das fehlende Fünftel hochgerechnet. Was dabei herauskam bestätigte meinen verblüfften Eindruck der letzten Tage, der durchgehend positiv war: Satte 7 Stunden und 49 Minuten Akkulaufzeit sind beim bq Aquaris E5 HD herausgekommen. Mit diesem Wert schlägt man sogar solche Akkuboliden wie das Samsung Galaxy Note 4 (6h 57m) oder das LG G3 (5h 40m) um rund eine, bzw. ganze zwei Stunden. Wahnsinn! Aber auch hier muss bedacht werden: jedes Smartphone nutzt eine andere Helligkeit bei 50 Prozent:

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Performance

Was die lange Akkulaufzeit zum Teil rechtfertig ist der eher schwache Prozessor. Hierbei setzt bq auf einen MediaTek Cortex A7 Quad-Core, dem 1 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Während der große Bruder mit einem echten MediaTek Octa-Core bei 2 GB RAM taktet, musste bei der kleineren Variante leider am falschen Ende gespart. Beim Spielen einer Runde Asphalt 8 erlebte ich längere Ladezeiten und dropped frames, als mir lieb war.  Und auch bei der Bedienung der Nutzeroberfläche sah dies häufig nicht anders aus. Hier hakelte und ruckelte es leider sehr häufig bei simplen Tasks wie das Aufrufen des App-Drawers. Da bq hier auf den Stock Google Launcher setzt, sollte man eigentlich eine flüssigere Performance erwarten dürfen. Auch läuft der 1 GB große Arbeitsspeicher erwartungsgemäß viel zu schnell über, sodass ich mich häufiger mit dem Leeren des Speichers konfrontiert sah, als mir lieb war. Das bq in einer kostengünstigen Gerätevariante auf einen großen Prozessor verzichtet, ist verständlich, aber ein größerer Arbeitsspeicher wäre hier dringend notwendig gewesen.

Dennoch wollte ich neben meiner eigenen Erfahrung ein paar Werte schwarz auf weiß haben und entschied mich daher für den Einsatz des AnTuTu Benchmark-Tests. Dieser bestätigte meine Erfahrung mit einem Aquaris E5 HD und lieferte mit 17661 Punkten einen allenfalls durchschnittlichen Wert ab. Hier merkt man deutlich, warum dieses Gerät trotz seiner sonstigen Vorzüge immer noch zum Low-End-Segment gehört.

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Die Kamera

Die 13 Megapixel-Kamera ist ein weiterer Pluspunkt für das bq Aquaris E5 HD. Bei günstigen Geräten sparen andere Anbieter leider ja häufig ein, was hier absolut nicht der Fall ist. Hat man sich einmal durch die umfangreichen Einstellungen wie Weißabgleich, ISO-Wert, Schärfegrad der Bilder, usw. durchgewühlt, so produziert das Aquaris E5 HD wirklich gute Bilder, die sehr detailreich sind. Unter bestimmten Lichtverhältnissen hatte das Gerät leichte Probleme beim Weißabgleich und tendierte daher zu einem leichten Blau- oder Rotschleier, aber der Eindruck bleibt überwiegend positiv. Allein der Fakt, dass man in einem Smartphone für unter 200 Euro eine Kamera jenseits der 10 Megapixel-Grenze mit umfangreichen, manuellen Einstellungen und guten Bildern am Ende erhalten kann, sollte andere Anbieter dazu animieren, die Hardware zukünftig etwas aufzustocken. Das fotografieren mit dem bq Aquaris E5 HD machte mir jedenfalls viel Spaß.

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Lautsprecher & Sound

An dieser Stelle wollte ich noch einmal die Lautsprecher des Aquaris E5 HD gesondert hervorheben. Diese mögen vielleicht nicht so satt und voll klingen wie die eines HTC One M8, jedoch sind die Lautsprecher des Aquaris E5 HD mehr als passabel. Sie sind sehr klar und haben meiner Meinung nach einen guten Wert bei den Mitten, sodass der Sound angenehm warm rüberkommt. Und laut sind die Lautsprecher wie kaum andere. Während man bei anderen Smartphones stets die Lautstärke auf 3/4 drehen muss, um ein Video oder Musik angenehm hören zu können, war es beim Aquaris E5 HD genau anders herum. Bis zu 3/4 der vollen Lautstärke kann man (wenn man es denn aushält) aufdrehen, ohne drastische Klangverzerrung oder Klirren wahrzunehmen. Bei voller Lautstärke ist das Klirren und Verzerren dann jedoch sehr stark, mal ganz davon abgesehen, dass es Euch auf dem Level die Gehörgänge wegschmelzen würde.

Zudem hat sich bq dazu entschieden einen Dolby Surround Soundtreiber in das Aquaris E5 HD einzubauen, was Besitzer entsprechender Kopfhörer freuen dürfte. Somit könnt Ihr Filme oder Musik in vollem Surround-Sound genießen. Ein entsprechender Dolby-Equalizer lässt Euch den Klang bis ins Detail nachjustieren, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Betriebssystem & Besonderheiten

bq setzt beim Aquaris E5 HD, wie eingehend erwähnt, auf eine nahezu Stock-Variante von Android 4.4.2 KitKat. Bis auf ein paar eigene entfernbare Shortcuts findet man auf dem Aquaris E5 HD keine Bloatware, wie es häufig bei Anbietern günstiger Geräte der Fall ist. Ein Pluspunkt hierfür. Zudem hat bq ein paar Zusatzfeatures eingebaut, die wirklich praktisch sind.

So besitzt das E5 nebst einer Multi-Color Notification-LED eine Tap-to-wake Funktion, bei der Ihr das Display im ausgeschalteten Zustand zwei Mal antippen könnt, um es aus dem Ruhezustand zu holen. Während der Lockscreen standardmäßig ein Entsperren- sowie Kamera-Shortcut im Unlock-Ring verbirgt, werden Euch zusätzlich eingehende SMS-Benachrichtigungen mit einem kleinen „ungelesen“-Fähnchen angezeigt. Ein Wisch zum Symbol hin führt Euch demnach direkt in die SMS-App.

Ob und wann bq die Software auf Android 4.4.4 oder sogar auf Android 5.0 Lollipop anhebt, steht noch nicht fest. Da das Gerät aber gerade neu ist, dürfte man jedoch davon ausgehen, dass Lollipop spätestens 2015 auf dem Aquaris E5 HD landen wird.

Fazit

Das bq Aquaris E5 HD ist ein unbekannter Neuling auf dem deutschen Markt, der viel Potenzial innehat. Während ich für mich kleine Abzüge in der B-Note in Bezug auf die Einhand-Bedienung und das Display gebe, so bleibt ein durchgehend guter Eindruck des Geräts über. Es sieht verdammt schick aus, hat eine überragend gute Kamera in dem Segment und kommt mit einer nahezu Stock-Variante von Android daher, was allein dicke Pluspunkte gibt.

Hält man hier noch den Preis von gerade mal 199 Euro daneben, ist die Kaufempfehlung beinahe schon besiegelt. Schon allein der Killer-Akku löste pure Freudentränen bei mir aus. Das Gesamtkonzept ist wirklich stimmig beim bq Aquaris E5 HD und mit der richtigen Marketing-Maschine könnte dieses Smartphone ein echter Motorola Moto G-Killer sein. Einzig die Ruckler im System sind ein störender Punkt, die unter Umständen auf den limitierten Arbeitsspeicher zurückzuführen sind. Ich hoffe, dass bq mit dem nächsten Software-Update ein wenig an der Optimierungsschraube dreht und ich nehme diesen Kritikpunkt sehr gerne wieder zurück.

Ein Wermutstropfen für das Aquaris E5 HD: Der erwähnte große Bruder Aquaris E5 FHD mit Octacore-Prozessor und 2 GB Arbeitsspeicher ist bereits für 50 Euro mehr, also insgesamt 249 Euro zu haben. Wer die Sparhosen nicht zu eng sitzen hat, sollte definitiv zu diesem Gerät greifen. Ansonsten bleibe ich bei meiner Meinung, dass das bq Aquaris E5 HD ein beeindruckendes Gerät mit wenigen Mängeln, einer tollen Kamera sowie Weltklasse-Akkulaufzeit ist und ich habe bq spätestens jetzt auf dem Zettel und werde die Zukunft des Unternehmens gespannt verfolgen.

Wann genau das bq Aquaris E5 HD bei uns in Deutschland erhältlich sein wird, konnte man uns leider nicht sagen. Der deutsche Online-Shop ist jedenfalls bereits online und bietet das Gerät als „Demnächst verfügbar“ an.



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Über den Autor: Pascal Wuttke

Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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