Spotify und der 10.000 Songs-Irrtum

19. Juli 2015 Kategorie: Internet, Streaming, geschrieben von: Pascal Wuttke

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Wir befinden uns am Ende der dritten Woche von Apple Music – dem von den Massen ernannten Spotify-Killer. Und auch wenn ich selbst Apples neuen Dienst in vielerlei Hinsicht praktisch und schön finde, werde ich wohl nach meinen drei Testmonaten – zumindest vorerst – bei Spotify bleiben. Dies hat vielerlei Gründe, hauptsächlich ist die Bedienung der Software in meinen Augen bei Spotify stimmiger und intuitiver.

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Ein weiterer Punkt ist für mich sicherlich mein vor kurzem abgeschlossener Wechsel zum großen Magenta-Riesen. Seit nunmehr zwei Jahren freute ich mich auf den Wechsel, um das Spotify-Angebot zu nutzen, ohne dabei mein Datenvolumen zu belasten. Das dies nicht immer ganz so reibungslos klappt, ist ein anderes Thema und war auch schon hier im Blog häufig zum Thema.

Was mich jedoch kürzlich beinahe zur Weißglut brachte, war das vielen Menschen unbekannte 10.000 Songs-Limit bei Spotify. Das bedeutet, dass ich 10.000 Songs in meine eigene Bibliothek abspeichern kann und dann ist Feierabend. Klar könnte ich noch Künstlern folgen und da ich den Vorteil besitze, dass mein Spotify-Streaming nicht das Datenvolumen belastet, sollte mir der Umstand relativ egal sein. Ist es aber nicht.

Ich höre ständig Musik querbeet durch alle möglichen Genres und wenn mir ein Song gefällt, möchte ich diesen in meine Bibliothek sichern, gegebenenfalls gleich das ganze Album. Doch das 10.000 Songs-Limit lässt mich nicht mehr. Ich habe schon viele sagen hören: „10.000 Songs werde ich sowieso nie speichern.“ und das ist in vielen Fällen gar nicht so falsch. Ich selbst hätte nicht gedacht, dass ich das Limit knacken würde. Bis ich es mit gerade einmal 9.112 Songs erreichte.

Man muss kein Mathematik-Genie sein, um auf den ersten Blick zu sehen, dass ich ja theoretisch noch 888 Songs zum Speichern über hätte, bis ich das Limit erreiche. Auch ich fand es seltsam und wandte mich an die Spotify-Community und wartete tagelang vergeblich auf Antwort. Also wandte ich mich mit meinem Problem via Twitter an @SpotifyCares. Nachdem Spotify sich selbst in den Antworten etwas verhaspelt hat und bei mir kurz für noch mehr Verwirrung sorgte, war die Antwort schlussendlich nicht nur ernüchternd, sondern vollkommen neu.

Der besagte Thread aus dem Spotify-Foum, auf den mich @SpotifyCares hinwies, besagt also, dass es bei Spotify kein 10.000 SONGS-Limit gibt, sondern ein 10.000 ITEMS-Limit. Das bedeutet, sobald ihr ein Album von einem Künstler mit 13 Songs speichert, speichert Ihr die Songs + das Album in Eure Bibliothek – macht 14 Items. Playlisten zählen ebenfalls als einzelnes Item. Das ist der Grund, warum ich mit einem Puffer von theoretisch 900 Songs zum Speichern am Ende doch schon am Limit angelangt bin bei Spotify. Als zahlender Kunde natürlich extrem enttäuschend.

Die logische Konsequenz für die Hinnehmer würde jetzt lauten: Einfach aufräumen in der Bibliothek, dann hat man wieder Platz. Erneuter Irrtum. Denn wie der besagte Thread im Spotify-Forum sagt, bringt das entfernen alter Items nichts, um Platz für neues zu schaffen. Man sitzt also tatsächlich fest – ohne vor und zurück.

Ok, der Foren-Thread ist aus dem September 2014 und die gute Community-Fee Meredith versprach, dass man sich der Situation annehmen wolle, jedoch heute – knapp ein Jahr nach dem Thread – scheint immer noch keine Besserung in Sicht. Spotify ist, zumindest in meinen Augen, aktuell dabei sich ein Bein nach dem anderen zu stellen. Noch ist man mit Abstand der absolut Platzhirsch auf dem Markt für Musik-Streaming. Doch es sind solche Dinge, die den zahlenden Kunden verärgern und in die Arme der Konkurrenz treiben. Ich werde es wohl vorerst dank meiner mobilen Streaming-Option verschmerzen können, jedoch hoffe ich, dass Spotify bald handelt.

Oh und nebenbei: Apple Music besitzt ebenfalls ein Songs-Limit. Jedoch liegt dieses bei 25.000 Songs und soll schon mit iOS 9 auf 100.000 ausgeweitet werden. Das ist jedenfalls eine bei weitem größere Hausnummer, als bei Spotify. Deezer hingegen gibt nur schwammige Aussagen, dass das speichern von Songs in Playlisten auf 1.000 limitiert ist. Eine globales Songs-Limit. Der Rest vom Schützenfest um Tidal, Rdio und Co. hüllt sich gänzlich in Schweigen.



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Über den Autor: Pascal Wuttke

Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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