iRobot möchte Mapping-Daten der Roomba-Sauger verkaufen: Wenn die Reinigung zur Nebenaufgabe wird

25. Juli 2017 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Staubsauger, die in Form eines selbstständigen Roboters daherkommen, sie sind nicht perfekt, aber mit das praktischste, was man sich aktuell an Smart Home-Produkten anschaffen kann. und vielleicht auch das schlaueste, denn immerhin fahren die Dinger von allein durch die Bude und umfahren in der Regel auch Hindernisse. Das kommt nicht von ungefähr und hat heute auch nicht mehr viel mit dem „ich fahr erst einmal überall dagegen“-Mapping älterer Geräte zu tun.

Ausgestattet mit Sensoren und Kameras können die Saugroboter einen sehr genauen Plan des Wohnraums erstellen. Dieser ist nicht nur für die Reinigung interessant, sondern auch für Anbieter von Produkten und Diensten. Die iRobot Roomba-Modelle nutzen die SLAM-Technoogie (Simultaneous Localization And Mapping), um einen exakten Plan eines Raumes zu erstellen, inklusive der Einrichtung, die es zu umfahren gilt.

Genau diese Daten sind auch für andere Unternehmen interessant, vor allem für die Großen wie Google, Amazon oder Apple. Das hat auch iRobot erkannt und sieht als Ziel, diese Daten an eine der Firmen zu verkaufen. Denn diese Daten sind für alle Smart Home-Hersteller interessant, egal ob es um Beleuchtung, das Heizen eines Raumes oder auch die akustische Beschallung geht.

Ohne Zustimmung des Nutzers möchte iRobot die Daten aber nicht verkaufen, denn das ist natürlich ein wichtiger Punkt. Außerdem könnten Privatsphäre-Bedenken und auch die günstiger werdende Technik (und somit günstigere Konkurrenzprodukte) dem Plan einen Strich durch die Rechnung machen.

Nicht vergessen sollte man auch, dass Staubsaugerroboter nicht die einzige Möglichkeit für das Mapping von Räumen sind, sie erfassen die Daten nur für den Nutzer eher „nebenbei“, aber es gibt auch spezialisierte Mapping-Anwendungen, beispielsweise Google Tango.

Auch Apples Augmented Reality-Schnittstelle wird das Mapping von Räumen bieten, es ist also unklar, ob die „Großen“, an die iRobot die Daten einmal verkaufen möchte, überhaupt Interesse oder Bedarf an diesen Daten haben.

Immerhin lässt iRobot wissen, dass die Daten eben nur mit Zustimmung der Nutzer weitergegeben werden, sollte der Fall eintreffen. Ob sich diese Zustimmung dann vielleicht einfach in den AGB versteckt und jeder akzeptiert, der so ein Gerät in Betrieb nimmt?


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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