Parallels Desktop 13 für macOS ist da

22. August 2017 Kategorie: Apple, Windows, geschrieben von: caschy

Der Hersteller Parallels hat die Version 13 seiner Virtualisierungssoftware veröffentlicht. Fast jährlich fragt man da sich, was man da noch verbessern möchte, gibt es doch sicherlich einfach Nutzer, die macOS, Windows oder Linux in einer virtuellen Maschine betreiben wollen. Ganz so einfach ist es aber offensichtlich nicht, denn auch im Business-Umfeld erfreuen sich Lösungen wie Parallels wachsender Beliebtheit, was dann aber für andere Anforderungen an die Software sorgt.

Touch Bar

Eine Neuerung, die man als fortgeschrittener Nutzer sicherlich nicht benötigt, das ist das Kaufen einer Windows-Lizenz. Will man also eine virtuelle Maschine mit Windows 10 anlegen, hat aber keine ISO, so kann man über Parallels auf die Microsoft-Seiten zum Kauf gelangen. Großer Lacher natürlich, denn wer in Deutschland würde schon bei Microsoft eine Vollversion kaufen, die man als OEM-Version im Handel noch günstiger bekommt?

Coherence

Die Installation war schon lange recht easy, wurde aber noch einmal vereinfacht. Wenn die Installation dann steht, dann kann genutzt werden – Windows kann auf Wunsch, wie auf dem PC (Vollbild), dargestellt oder ausgeblendet werden (Coherence-Modus). Die Windows-Anwendungen können aus dem Mac Dock, dem Launchpad oder dem Windows-Startmenü geöffnet werden – ganz nach individuellen Präferenzen.

Toolbox

Mit Parallels Desktop 13 können Microsoft Outlook, Word, Excel und PowerPoint sowie Browser wie Internet Explorer, Microsoft Edge, Google Chrome, Mozilla Firefox und Opera in die Mac Touch Bar integriert werden. Sollte ein Nutzer darüber hinaus das Windows-Startmenü oder den Windows- Desktop verwenden, bietet Parallels Desktop 13 die an der Taskleiste angehefteten Elemente zusammen mit Cortana, aktive Anwendungen und Einstellungen in der Touch Bar an. Andere Windows-Anwendungen, die in Parallels Desktop laufen, können schnell mit gängigen Touch Bar-Aktionen angepasst werden, sollte ein Nutzer mehr als die standardmäßigen Funktionstasten gebrauchen, wie der Hersteller kommuniziert.

PIP

Parallels Desktop 13 integriert die People Bar (aus der Windows 10 Insider Preview-Version 16232), eine in naher Zukunft erscheinende Windows 10-Funktion, mit der Kontakte an die Taskleiste geheftet werden können. Windows limitiert die People Bar auf drei Kontakte. Im Mac Dock jedoch besteht diese Begrenzung für bevorzugte Kontakte nicht und Fotos werden zur besseren Übersichtlichkeit größer angezeigt.

Zu den neuen Funktionen bei Parallels Desktop 13 zählt die Bild-im-Bild-Anzeige (PiP), eine Funktion, die Fenster von anderen aktiven virtuellen Maschinen erstellt, die immer oben auf dem Bildschirm sichtbar sind, selbst wenn die Mac-Anwendung im Vollbildmodus läuft. Es ist nun einfacher, mit verschiedenen Betriebssystemen und den jeweiligen Anwendungen auf einem Bildschirm gleichzeitig zu arbeiten, oder ein Video anzusehen und dabei zwischen macOS Spaces und Anwendungen hin und her zu wechseln.

Die PiP-Anzeige ergänzt die beliebten Anpassungseinstellungen in Parallels Desktop wie Coherence-Modus (Windows ist ausgeblendet, während Windows-Anwendungen auf einem Mac laufen), Vollbildmodus und Fenstermodus (Windows in einem Fenster unter macOS). Ist wahrscheinlich nur für die sinnvoll, die mehrere parallele Maschinen nebeneinander betreiben, also Pro-User oder Entwickler. Die haben dann sicherlich auch eine Business-Variante, die ebenfalls eine Neuerung mit sich bringt.

Sie hört auf den Namen „Einzelne Anwendung“. Hiermit können IT-Administratoren eine unsichtbare Windows-VM mit ausgewählten Anwendungen im Mac Dock der Benutzer bereitstellen, sie sperren und sichern. So wird es den Mitarbeitern erleichtert, eine Windows-Anwendung zu erkunden und zu benutzen, als würde es sich um eine Mac-Anwendung handeln. Der Nutzer klickt also am Mac auf den Internet Explorer und bekommt dann auch nur diesen zu sehen, ohne Rest von Windows.

Ebenfalls haben die Macher von Parallels die Parallels Toolbox aktualisiert und neue Werkzeuge hinzugefügt. So gibt es jetzt einen Präsentationsmodus, man kann das Laufwerk bereinigen, Videos von Webseiten herunterladen, Duplikate suchen oder aber kann man auch den Bildschirm aufnehmen. Für mich persönlich alles Werkzeuge, die ich nicht benötige, da es dafür freie Lösungen gibt, aber auf Nachfrage bei Parallels wurde mir mitgeteilt, dass es wohl viele Nutzer gibt, die diese Lösung schätzen.

Nackte Zahlen nennt man bei Parallels auch, hier gebe ich zu bedenken, dass bei jeder Firma und jeder Software immer die Performance von Jahr zu Jahr steigen soll. Teilweise extrem, doch ich gebe die Beschreibung „bis zu“ in den Zahlen zu bedenken.

Presseinformation seitens Parallels
  • Bis zu 100%ige Leistungsverbesserung für externe Thunderbolt SSD-Laufwerke (fast native Leistung)
  • Bis zu 50% schnelleres Erstellen von Snapshots für VMs mit großem Arbeitsspeicher
  • Bis zu 47% schnelleres Arbeiten in Windows-Dateien unter Windows auf rotierenden Festplatten
  • Bis zu 40% schnelleres Arbeiten in Windows-Dateien auf Mac
  • Bis zu 40% schnellere Leistung von USB-Geräten in den meisten Szenarien
  • OpenGL3-Support für DIALux evo, eine Software für professionelle Lichtplanung, und das beliebte Strategiespiel Northgard.
  • Zusätzlich zu den allgemeinen Verbesserungen in Parallels Desktop 13 für Mac hat Parallels bei Parallels Desktop für die Mac Pro Edition und Business Edition unter anderem folgende Upgrades durchgeführt:
  • Parallels Desktop 13 für Mac Pro Edition:Zuweisung von bis zu 32 Kerne (vCPU) und 128 GB vRAM pro VM, sodass neue Benutzer von iMac Pro besonders leistungsfähige virtuelle Maschinen erstellen können

    Änderung der „Auflösung festlegen“- Funktion im Menü, um die Auflösung für Podcasts, Video-Tutorials oder für das Testen von Internetbrowsern zu verbessern – enthält die üblichen Seitenverhältnisse 4:3, 16:9 und 16:10 mit Auflösungen von 1024×768 bis 3360×2300

    Schnelle IP-Adressensuche für die virtuelle Maschine, um IP-Adressen zu überprüfen und sie mit einem Klick aus der Benutzeroberfläche in die Zwischenablage zu kopieren

    Erweiterung der vorkonfigurierten virtuellen Maschinen im Installationsassistenten, die mit einem Klick installiert werden können: Windows 10-Entwicklungsumgebung, Linux (Mint, CentOS, Debian GNU, Ubuntu und Fedora), Android und macOS

    Analyse und Optimierung der Anwendungsleistung in Parallels Desktop mit verbesserter Unterstützung für Intel VTune Amplifier, Linux „perf“ und Mozilla „rr“.

    Moderne IE-Testumgebungen im Installationsassistenten mit einer vorkonfigurierten 90- Tage-Test-VM von Microsoft, darunter: Microsoft Edge unter Windows 10 (stabile Version), Microsoft Edge unter Windows 10 (Preview), IE 11 unter Windows 8.1, IE 11 unter Windows 7, IE 10 unter Windows 7, IE 9 unter Windows 7 und IE 8 unter Windows 7

    Parallels Desktop 13 für Mac Business Edition:

    „Einzelne Anwendung“-Modus um den Benutzern dabei zu helfen, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren, anstatt von unbekannten Windows- und Virtualisierungselementen abgelenkt zu werden
    Möglichkeit, dem Dock des Benutzers bei der initialen Bereitstellung ausgewählte Windows- Anwendungen hinzuzufügen

    Zu den neuen Features der ab Herbst 2017 erhältlichen Business Edition zählen unter anderem:

    Benutzer können per E-Mail eingeladen werden, wodurch Produktivität und End User Management verbessert werden
    Separate Administratoren können Unterlizenzen zugewiesen werden, um die Verwaltung effizienter zu gestalten

    Neues Design des Parallels „Mein Account“-Portals zur Verwaltung von Abonnements und Lizenzen

Richtig geraten, auch für dieses Update verlangt man bei Parallels Geld. Die unverbindliche Preisempfehlung für Parallels Desktop 13 beträgt 79,99 €. Für Bestandskunden mit unbefristeter Lizenz beträgt der Preis für Upgrades von Parallels Desktop 11 oder 12 49,99 €, wobei ein Einführungsangebot verfügbar ist, bei dem das Upgrade auf ein Abonnement für Parallels Desktop Pro Edition für 49,99 € pro Jahr angeboten wird. Parallels Desktop Pro Edition und Business Edition sind für Neukunden zu einem Preis von 99,99 € pro Jahr erhältlich. Parallels Desktop Pro Edition und Business Edition enthalten ein zusätzliches kostenloses Abonnement für Parallels Toolbox für Mac und Parallels Toolbox für Windows sowie für Parallels Access.

Alternativen? Klar. Nativ Bootcamp – kostet nichts. VirtualBox? Kostet auch nichts.Hat aber weniger Funktionen und im Falle von Bootcamp ist kein paralleler Betrieb möglich. Direkter Mitbewerber: VMWare.


Über den Autor: caschy

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