Netflix produziert sein erstes, chinesischsprachiges Original: „Bardo“

6. August 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

Spannende Nachricht: Netflix hat seine erste Eigenproduktion in chinesischer Sprache angekündigt: Die Serie „Bardi“ mit acht Episoden wird von Sam Quah sowohl als einem der Autoren als auch als Regisseur betreut. Quah gilt als aufstrebendes Talent aus Taiwan. Sein Kurzfilm „The Free Man“ war 2015 auf der Shortlist für die Oscars vermerkt. Interessant ist diese neue Eigenproduktion aber auch wegen den speziellen Eigenarten des chinesischen Marktes.

So ist der chinesische Kino- und Heimkinomarkt wesentlich stärker reguliert als in den meisten anderen Ländern. Etwa dürfen in den Kinos jährlich nur in begrenztem Maß Filme aus dem Ausland starten. Oft casten die Filmstudios aus Hollywood deswegen in großen Produktionen bewusst chinesische Schauspieler oder fertigen in einigen Fällen gar spezielle Schnittfassungen für China an, um die Chance zu erhöhen, dort die Kinoeinnahmen zu ergattern. Das Netflix als amerikanischer Anbieter also nun eine chinesischsprachige Eigenproduktion aus der Taufe hebt, ist durchaus ungewöhnlich. Es zeigt auch, dass der chinesische Markt trotz der vielen Hürden für Hollywood immer wichtiger wird.

Allerdings entsteht „Bardo“ zwar in chinesischer Sprache – aber eben mit einem Team aus Taiwan und offenbar auch in Taiwan. Das wundert nicht, denn aufgrund der bereits angedeuteten Hürden ist Netflix offiziell gar nicht in China verfügbar. Allerdings lizenziert Netflix seine Eigenproduktionen an den dortigen Anbieter iQiyi. So versucht man quasi über Umwege China für sich zu begeistern. Sicherlich dürfte auch „Bardo“ so seinen Weg in das Land finden. International, damit also auch in Deutschland, wird die Serie aber natürlich ebenfalls starten.

Die Serie von Sam Quah (im Bild zu sehen) wird von IFA Media ins Leben gerufen und soll sich mit Gefangenen beschäftigen, die zum Tode verurteilt wurden. Dabei soll es um die Überzeugungen der Todgeweihten und auch um Glauben und übernatürliche Elemente gehen. So begegnet der Gefangene Ah Quan einem mysteriösen anderen Mann in den Todeszellen und kann plötzlich in alternative Zeitlinien flüchten. Dabei lernt er aber auch neue Gefahren kennen, denen er sich rasch stellen muss. Man will dabei auch die Sphäre zwischen Leben und Tod sowie Aspekte der Kultur Taiwans verarbeiten.

Klingt für mich durchaus alles recht spannend, zumal ich mir generell gerne asiatische Filme ansehe. Einen Erscheinungstermin für „Bardo“ nennt Netflix aber noch nicht. Vor 2018 dürfte wohl nicht mit der Serie zu rechnen sein.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 2441 Artikel geschrieben.