MyTaxi: Rabattaktionen verboten

19. Januar 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

artikel_mytaxiWeiter geht es im Kampf zwischen Taxi Deutschland und MyTaxi. Gegen MyTaxi hatte die Genossenschaft der Taxizentralen geklagt, weil es ihrer Ansicht nach unlauterer Wettbewerb sei, wenn MyTaxi dem Kunden Rabatte auf behördlich festgelegte Taxitarife gewährt. Heute ist dann der Preisnachlass von MyTaxi vom Landgericht Frankfurt deutschlandweit verboten worden. Dieter Schlenker, Vorsitzender der Genossenschaft Taxi Deutschland, die die gleichnamige Taxi-App betreibt, gab folgendes Statement ab:

„Diese Entscheidung ist positiv für Verbraucher und für die mittelständischen Taxibetriebe und Taxizentralen, denn Mytaxi-Aktionen täuschen nur vor, Taxifahrten könnten billiger sein. Dabei wird der Rabatt vom finanzstarken globalen Unternehmen Daimler subventioniert. Mytaxi und Daimler warten mit einer Gewinnabschöpfung einfach, bis man den Ruftaxi-Mittelstand mit seinen rund Zehntausend Arbeitsplätzen vom Markt gedrängt hat. Ist die Konkurrenz tot und die Tarifpflicht aufgeweicht, kann der Kunde nichts mehr gegen höhere Preise oder weniger Service tun.

Laut Ansicht der Kläger wolle MyTaxi den Tarif aufweichen und sich durch die Rabattaktionen Marktanteile erkaufen. Hier sieht man die Gefahr, dass auf lange Sicht die Verhältnisse kippen, MyTaxi zum Vermittlungsmonopol wird und so die entsprechende Provision höher wird, die von den Taxiunternehmen gezahlt werden muss.

In letzter Minute hatte MyTaxi bei Gericht einen Antrag auf Vollstreckungsschutz eingereicht, wie man seitens der Taxi Deutschland AG mitteilt. Er soll die Zwangsvollstreckung des Urteils bis zur Entscheidung in der nächsten Instanz verhindern. Begründet hatte MyTaxi den Antrag mit einer vermeintlich umstrittenen Rechtslage, die erst in letzter Instanz zu klären sei. Schlenker weiter dazu: „So will die Daimler-Tochter trotz eindeutiger Rechtslage so lange wie möglich unlauteren Wettbewerb betreiben. Ein solcher Antrag würde das heutige Urteil überflüssig machen, und wir waren zuversichtlich, dass das Gericht das anders sieht.“.

Ich bin gespannt, wie das Ganze weitergeht und wie sich das Beförderungsgewerbe in den nächsten Jahren entwickelt. Ich bin mir sicher, dass in dieser Thematik noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. MyTaxi glaubt nicht, dass die genutzte Praxis den Wettbewerb verzerrt. Man sei von der Rechtmäßigkeit überzeugt und will nun eine Revision prüfen.

MyTaxi


Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 23929 Artikel geschrieben.