Mark Zuckerberg gelobt gegen Falschinformationen auf Facebook vorzugehen

19. November 2016 Kategorie: Social Network, geschrieben von: André Westphal

artikel_facebookFacebook sah sich nach dem Wahlsieg des frisch gebackenen US-Präsidenten Donald Trump viel Kritik ausgesetzt: Der Vorwurf lautet, dass das soziale Netzwerk durch die weite Verbreitung von Falschinformationen mit zu Trumps Wahlsieg beigetragen habe. Nun arbeitet Facebook Inhalte nicht selbst redaktionell auf und wehrt sich seit jeher gegen den Vorwurf ein eigenes Informationsmedium zu sein. Allerdings stellt man eben die Infrastruktur für Dritte bereit und trägt damit auch Verantwortung. Winkte Facebook an diesem Punkt in der Vergangenheit dennoch meistens ab, bezieht der Gründer der Plattform, Mark Zuckerberg, in einem neuen Beitrag nun Stellung zur Thematik der Desinformation.

Laut Zuckerberg nehme Facebook die Informierung der User sehr ernst. Es sei klar, dass jeder Nutzer vollständige und korrekte Informationen wünsche. Facebook versuche die Inhalte entsprechend personalisiert auf seine Nutzer zuzuschneiden. Dabei habe man sich in der Vergangenheit auf die Community verlassen. Jene könne Facebook auf falsche Informationen hinweisen. Facebook stufe derlei Beiträge dann im News Feed herunter und bestrafe derartigen Content ähnlich wie Clickbait, Spam und Scams. Allerdings sei es technisch schwierig, hier in allen Einzelfällen die passende Balance zu finden. Außerdem handele es sich laut Zuckerberg auch um ein philosophisches Problem, da man nicht etwa bestimmte Meinungen unterdrücken wolle. Zudem könne ein zu restriktives Vorgehen dazu führen, dass man Außenseiterpositionen ausblende – obwohl jene inhaltlich eventuell korrekt seien.

Man sehe bei Facebook aber ein, dass Falschinformationen ein Problem seien. Deswegen arbeite man intern an verbesserten Möglichkeiten strittige Inhalte zu erkennen, das Melden von falschem Content zu vereinfachen und Warnungen einzublenden, wenn Beiträge etwa von vielen Usern als Desinformation eingestuft wurden. Außerdem arbeite man mit externen Organisationen und Sites zusammen, die etwa Fakten überprüfen. Auch wolle man einen höheren Qualitätsanspruch an seine Related Articles, also die Empfehlungen im News Feed, anlegen. Um bewusste Falschinformationen, etwa in Werbeanzeigen mit betrügerischen Absichten zu verhindern, wolle Facebook auch seine Richtlinien für Werbung überarbeiten. Etwa kennt sicherlich jeder von uns so „glaubwürdige“ Hinweise auf Diätpillen, Tricks um Millionär zu werden oder Muskelaufbau-Optionen welche „Forscher verblüffen“.

Facebook höre zu und wolle auch mit der Presse enger zusammenarbeiten, um letzten Endes eine ausgewogenere und objektivere Darstellung von Content im sozialen Netzwerk zu erreichen. Mark Zuckerberg schließt damit, dass Facebook seine Nutzer ernst nehme und immer ernst nehmen werde. Deswegen lote man alle Möglichkeiten aus, um Falschinformationen auszublenden.

Klingt natürlich erstmal alles super. Allerdings ist zu bedenken, dass Facebook eben erst auf viel Druck, vor allem in seinem Heimatland, den USA, reagiert hat. Dort geriet das soziale Netzwerk sehr arg in die Kritik. Nun heißt es abwarten, ob die blumigen Versprechungen wirklich wahr werden. Schließlich wollte Facebook auch dafür sorgen, dass Beleidigungen, Hassbotschaften und Co. stärker moderiert werden. Zumindest in Deutschland ist der Effekt aber überschaubar.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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