Joyn: wie die Telekom gegen WhatsApp, Skype und Co bestehen will

12. Juni 2012 Kategorie: Internet, Mobile, geschrieben von: caschy

Vorab sei erwähnt: ich habe herzhaft gelacht. Oder eher ungläubig nachlesen müssen. Doch fangen wir mal von vorne für die Menschen an, die gar nicht wissen, worum es geht. SMS – das war früher der Dienst unserer Wahl, wenn wir nicht quatschen wollten. Wir texteten. Damit machten unsere Provider richtig Asche, SMS war immer eine gerne mitgenommene Einnahme.

Doch irgendwann brach es an – das Zeitalter, welches uns auch mobil zu Internet-Nutzern machte. Und so kamen sie alle aus ihren Löchern heraus: Messaging-Dienste, die uns den Austausch von Text, Foto und Co anbieten. In den meisten Fällen spottbillig bis kostenlos, da die bestehende Internet-Verbindung mit unserem Provider genutzt wird. WhatsApp, Skype und Co wurden irgendwann so populär, dass man die SMS eigent.ich schon künstlich beatmen musste. Ganz klar, die Kohle fehlt den Providern.

Was macht man also? Man setzt sich mit den Leidensgenossen an einen Tisch und bastelt sich was Nettes zurecht. Herausgekommen ist Joyn, ein Messenger für Text, Video und Dateien. Den Spaß hatte ich euch ja schon mit dem auch hier im Beitrag eingebundenen Video bereits im Februar vorgestellt. Bei Teltarif hat man nun auf die Preislisten der Telekom hingewiesen.

Nach Sichtung des Textes kam es bei mir zu den eingangs erwähnten Emotionen. Ungläubiges Lachen. Kopfschütteln. Und nicht nur ich werde das haben, ihr sicherlich auch und vor allem die Entwickler aller Messenger, die via Datenprotokoll arbeiten. Ab dem 1.10 wird die Telekom Joyn anbieten.

Den Spaß kann man dann immerhin bis Ende März 2013 kostenlos nutzen, bevor der etwas undurchsichtige Tarifspaß losgeht. Hat man bei der Telekom den Tarif Special Call 100, dann werden 19 Cent fällig. Nicht im Monat. Pro Nachricht. Hängt man dieser Nachricht eine Datei an (möglich bis 15 MB), so werden gar 39 Cent fällig. Auch gibt es einen Videochat, dieser wird erst bei größeren Tarifen kostenlos. Übrigens: Verbindungen via Joyn werden nicht aufs Datenvolumen berechnet. Bei Interesse lest bei Teltarif weiter.

Nein, liebe Telekom, Vodafone und O2, ich weiss nicht, wie ihr gegen Dienste wie WhatsApp, Skype und Co bestehen wollt. Normalerweise funktioniert das immer mit einem attraktiveren Client, mit Vorteilen und Co. Also all so Dinger, von denen ihr nichts in Joyn eingebaut habt. Macht das übergreifend, nehmt monatlich einen attraktiven Fixpreis – das wäre sexy! Ich bin auch jemand, der für gute Lösungen faire Preise zahlt. So, wie es jetzt gelöst ist, wird es nie und nimmer hinhauen – und ich frage mich, wie viele eurer Manager bei der Entscheidungsfindung zu den Preisen am Joyn(t) gezogen haben…

UPDATE 18:05 Uhr, Klarstellung der Telekom:

Zunächst mal ist joyn kein Nachfolger für SMS und MMS. Joyn ist eine Weiterentwicklung dieser Dienste. SMS und MMS wird es auch weiterhin geben.

Alle Telekom-Kunden mit Internet-Tarifen (Complete, Call & Surf Mobil, Call Tarif mit Handy-Flat zum Surfen) werden die joyn-Funktionen „Chat“ und „Datei senden“ genauso ohne Zusatzkosten nutzen können, wie sie heute WhatsApp nutzen können. Unsere Erfahrung zeigt dabei: Wer keine Handy-Flat zum Surfen hat, nutzt in der Regel heute auch kein WhatsApp.

Tausende Kunden mit unserer SMS-Flat allnet werden joyn „Chat“ und „Datei senden“ darüber hinaus ebenfalls kostenfrei nutzen können. Anders als bei WhatsApp benötigen sie hier keine Handy-Flat zum Surfen.

Das Zuschalten der Kamera, also ein Videotelefonat, wird in Sprachtarifen mit einer Flat ohne weitere Zusatzkosten nutzbar sein. Ansonsten fällt für das gleichzeitige Zuschalten der Kamera eine normale Minute an.

Das bei joyn anfallende Datenvolumen wird nicht auf das im Tarif enthaltene Datenvolumen angerechnet werden. Joyn wird darüber hinaus auch bei einer Beschränkung der Bandbreite immer noch voll nutzbar sein.

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48 Kommentare

Pseiko 12. Juni 2012 um 17:21 Uhr

Eins muss man der Telekom echt lassen. Die Jungs haben Humor :)

Cornel 12. Juni 2012 um 17:27 Uhr

naja da es zuerst gratis ist, werden viele den Dienst nutzen und dann aus Gewohnheit weiter dafür bezahlen.
Ich denke das wird besser laufen als wir denken. Obwohl es ein riesen Unsinn ist und gut als 1. Aprilscherz durchgehen würde.

Thomas 12. Juni 2012 um 17:29 Uhr

loool, ich schmeß mich weg!

Technikfaultier 12. Juni 2012 um 17:32 Uhr

Das können die doch nicht wirklich ernst meinen…

Sandro 12. Juni 2012 um 17:32 Uhr

In 2 Jahren hat jeder nutzer eine Dauer-Flat und es wird ALLES via eMail, WhatsApp und Co laufen.
Zum sterben geboren !

Marc 12. Juni 2012 um 17:35 Uhr

Ja, musste auch ganz schön lachen. Bei der derzeitigen Konkurrenz geht selbst den ersten kostenlosen Diensten die Luft aus, und die TK anbieter wollen ihren Kunden für die gleiche Leistung sehr tief in die Tasche greifen?!

Das wird nix. Sechs. Setzen!

JSG 12. Juni 2012 um 17:38 Uhr

Nicht im Ernst??!?

Vielleicht ist die Quelle missverständlich und die Kosten betreffen ausgehende Nachrichten, sprich zu “Nicht-Joynern”? Das wäre dann ja wneigstens ein Vorteil ggü WhatsApp – wobei es da längst auch schon Alternativen gibt, die selbst pro “echter” SMS günstiger sind…

Michael 12. Juni 2012 um 17:40 Uhr

Was für ein Spaßverein. Ist doch nicht denen ihr Ernst. Die wollen echt Geld, wenn viele anderen das ganze paket KOSTENLOS anbieten?

Mit sowas machen die sich echt lächerlich und erst Recht die Leute, die dafür dann tatsächlich bezahlen. 19 Cent pro Nachricht, da kann man doch gleich eine SMS schicken und die ist noch günstiger bei den meisten Anbietern.

Forget it, liebe Telekom & Co. Ich bleib bei WhatsApp. Das bietet alles was man braucht, ist Plattfromübergreifend und hat sich bei den meisten Smartphone Besitzern etabliert. WhatsApp forever!

Ole 12. Juni 2012 um 17:42 Uhr

Erinnert mich jetzt spontan an die VZ-Netzwerke…

Jo 12. Juni 2012 um 17:49 Uhr

Na, das hatten wir doch schon, da werden eben die anderen Dienste im Kleingedruckten verboten und dann auch aktiv ausgesperrt.

aehmge 12. Juni 2012 um 17:49 Uhr

Also wenn man damit auch De-Mail und den ePostbrief verschicken könnte…

Alex 12. Juni 2012 um 17:49 Uhr

Wie sau schlecht ist das? SMS bekommt man heute schon für 6-9 Cent und die hauen sogar noch den Standardtarif von 19 Cent drauf.

Was soll das für ein Messenger sein?

“Hey” kostet 19 Cent.
“Wie gehts?” kostet 19 Cent.
“Was machst du?” kostet 19 Cent.

Absolut unrealistischer Quatsch.

Nino 12. Juni 2012 um 17:55 Uhr

Was für ein Unsinn. Lach :)

Patrick 12. Juni 2012 um 17:56 Uhr

Ich lass mich mal überraschen. Ich wäre nicht überrascht, wenn die Provider irgendwann Dienste wie Skype und Whatsapp sperren.

//Edit

Oh. Und ich “witzelte” gerade noch über Sperren. Dies hier ist natürlich auch eine “elegante” Methode der Netzbetreiber…

http://www.heise.de/netze/meldung/Netzbetreiber-wollen-Netzneutralitaet-aushoehlen-1616460.html

DL 12. Juni 2012 um 17:59 Uhr

Man sollte hier aber nicht vergessen, dass das in Zusammenarbeit mit den großen deutschen Providern entstanden ist und nicht allein auf der Telekom beruht. ;)

Michél 12. Juni 2012 um 17:59 Uhr

Ich hab damals als erstes bei Galileo (!) davon erfahren und das erste was ich so gedacht habe: Wenn ich im TV als erstes davon was höre kann es einfach nicht gut sein!
Und? Recht gehabt und das schlimmste ist: wirklich überraschend ist das doch nicht oder?

Nachtlagerist 12. Juni 2012 um 18:03 Uhr

“Joyn: wie die Telekom gegen WhatsApp, Skype und Co bestehen will”. – Liest sich ein wenig, als hätte nicht Nokia sondern die Telekom Joyn initiiert. ;)

Naja, und die Preise werden sich bei Vodafone und o2 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Da kann dann also später noch mindestens zweimal gelacht werden.

Dustman 12. Juni 2012 um 18:12 Uhr

Interessant wäre eine Stellungnahme der Anbieter, bezogen auf das negative Echo zu diesem Produkt…

Andreas Kadelke 12. Juni 2012 um 18:16 Uhr

Wir haben zu den Preisen für joyn mal ein paar Punkte in Blog.Telekom aufgelistet: http://blogs.telekom.com/2012/06/12/telekom-stellt-preisgestaltung-fuer-messaging-dienst-joyn-klar/ Wer lesen möchte…

Thomas 12. Juni 2012 um 18:17 Uhr

SMS ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Mobilfunkgeräte und damit unberührbar. Eine Nachricht kann problemlos von jedem seit Jahren auf dem Markt befindlichen Gerät versendet und empfangen werden. Wohin der Weg geht, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß es noch viele Menschen gibt, die kein Smartphone besitzen. Und sich auch nie eines anschaffen werden. Alleine schon wegen der Anschaffungskosten und der laufenden Kosten. Die würden nie eine Internet-Flat buchen. Wozu auch?

caschy 12. Juni 2012 um 18:23 Uhr

Hi Andreas: Update ist schon längst im Blog :)

Chris 12. Juni 2012 um 18:24 Uhr

Der Vorteil liegt einfach darin, das es bereits auf den Telefonen drauf ist (sein wird). Leute sind faul! Leute laden kaum Apps (nicht wir! viele “normale” Menschen). Ergo verwenden viele das, was auf dem Gerät ist und somit wird es Joyn sein.

Die große Frage wird nur sein: Ziehen alle mit? Für Android wird es eine App geben. Apple hat aber was dagegen… hier stellt sich mir ehr der Stolperstein. Außerdem: Wird es auf Featurephones laufen oder nicht? Blackberry, Windows Phone? Joyn könnte grad damit erfolg haben nicht nur auf Smartphones zu laufen, sondern auch alle anderen Endgeräte zu unterstützen.

Jens 12. Juni 2012 um 19:08 Uhr

Der einzige Vorteil von SMS ist, dass der Dienst mit jedem Handy funktioniert. Und damit haben die Betreiber viel, viel Geld verdient (und tun dies noch immer).

Dieser Vorteil ist inzwischen fast komplett verschwunden. Mit jedem halbwegs aktuellem Handy kann man auch auf andere Art und Weise Nachrichten empfangen und versenden – nicht zuletzt via Facebook. Hier ist das inzwischen so, dass die paar Technikverweigerer, die auf Althandys setzen (“Wieso, damit kann ich doch auch telefonieren und SMS versenden”) von ernsthafter Kommunikation ausgeschlossen sind und mit viel Glück noch eine teure Extrawurst gebraten bekommen und über das Ergebnis einer Kommunikation via SMS informiert werden. Wenn jemand dran denkt, was oft nicht mehr passiert. Das ist dann alleine deren Pech; wer darauf besteht, nur via veralteter Kommunikationswege zu kommunizieren, die sonst kaum einer mehr benutzt, ist selbst schuld, wenn er von der Kommunikation ausgeschlossen wird. Wer nur Nachrichten via singendem Telegramm annimmt, steht genauso blöd da.

peter 12. Juni 2012 um 19:09 Uhr

WARUM ES DIESEN MOBILFUNK SCHLECKER LEIDER IMMER NOCH GIBT?

gehe davon aus, das das nicht alles ist – in der vergangenheit wurde youtube von der telekom mithilfe von datenpaketerkennung software gedrosselt.

wäre jetzt nicht allzu verschwörungstheoretisch, wenn in erwägung zieht, das man bei der telekom sich bei diesem gartis spaß noch etwas einfallen lassen würde.

die haben immer schon auf lock in marketing gesetzt bei den tarifen ist man immer neue zeitlich bindene verträge eingegangen auch wenn die alten noch nicht ausgelaufen waren, weil es sonst teurer würde – in die situation, das leute sich woanders umgeschaut haben ist somit erfolgreich unterbunden worden.

würde aber trotzdem keine aktien kaufen. komischer verein, wenn sich nicht telefonica und vodafone auf den markt getraut hätten und die kartellbehörden das netz als notwendige infrastruktur nicht freigegeben hätten, würden wir heute nur noch für 39 cent xtra spaarr ins d netz simsen.

zudem kommt noch das mentalitätsproblem; ähnlich wie db und post konnten die sich nicht von ihrem alten fleisch trennen, mit der folge das wettbewerbsschädlich keine neuen leute eingestellt wurden. und jetzt schrumft das personal langsam ohne betriebsbedingte kündigungen. politsch ist es nicht gewollt das der laden kaputtgeht , allerdings wird wäre das positiv, wenn ein anderer anbieter dem scheiß hsdpa von 0² und base konkurenz machen würde und d²zu günstigeren verträgen und tarifen führt

Kevin Klein 12. Juni 2012 um 20:37 Uhr

Schon ziemlich blöd, wenn man Jahre braucht bis man einen neuen Messenger entwirft, der dann zu allem Überfluss auch noch Geld kosten soll (Ja ja, in Tarif XY dann nicht oder nur ein bisschen). Messaging ist etwas für das ich schon lange nicht mehr zu zahlen bereit bin. Ich nutze iMessage und ggf. auch noch Whatsapp. Wer holt sich denn jetzt einen Bezahlmessenger wo noch nicht sicher ist welcher meiner Freunde den auch nutzt? Der Messengerbär ist tot und sein Fell schon zum allergrößten Teil verteilt…
Also liebe Telekom und Co.: Vielleicht schreibt ihr euch heute Abend ja mal ein paar Joyn’s und denkt über den Spruch “Der frühe Vogel fängt den Wurm” und ähnliche nach.

unknown 12. Juni 2012 um 21:03 Uhr

19 Cent für 1kb Datenverkehr (SMS), mit dieser Abzocke haben die Schlipsträger über Jahre hinweg richtig gut abgesahnt, aber irgendwann muss man auch wieder in die Realität zurückfinden.

Ich find es erschreckend, wie einige die Diskrepanz und Unverhältnismäßigkeit nicht erkennen und versuchen weiter an ihren veralteten Geschäftsmodellen festzuhalten.

masi 12. Juni 2012 um 21:19 Uhr

zum thema dienste sperren: solange 443 und https offen bleibt, mache ich mir keine sorgen wegen irgendwelchen sperren. da kann die tcom fuschen wie sie will.

Hans 12. Juni 2012 um 21:43 Uhr

Flat für Whatsapp? Die Medikamente hätte ich auch gerne..

peter 12. Juni 2012 um 21:48 Uhr

hatte nen shitstorm auf die telekom losgelassen. wird sowas zensiert – oder muss man das nochmals per mail bestätigen, damit es veröffentlicht wird? will ja sowas nicht unterstellen, meines erachtens nur gerechtfetigt, wenn jemand beleidigt wird.

oder ist das sozusagen eine privatveranstaltung und wenn man nicht nett ist wird man des hauses verwiesen?

Alex 12. Juni 2012 um 21:50 Uhr

Immerhin nicht so verpfuscht wie es sich zuerst las. Also mir war klar, dass es SO nicht gemeint werden kann. Ich bin mal gespannt, in welchen anderen Flatrates das noch eingebaut wird.

Raffi 12. Juni 2012 um 22:26 Uhr

Also nach dem Update klingt das doch alles attraktiv. Vorallem gratis Videotelefonie bei vorhandener Telefonflat inkl. der Aussage, dass diese nicht auf das Volumen berechnet wird. Das ist meiner Ansicht nach ein definitiver Vorteil gegenüber Skype zum Beispiel.

Und für Leute, die tatsächlich keine Internetflat haben, aber ein “Smartphone”, und davon kenne ich einige (vorallem die ältere Generation), wäre der Weg den Messenger über eine SMS-Flat Funktion zu nutzen eine tolle Lösung. So könnten zum Beispiel Eltern kostenlos mit ihren Kindern kommunizieren, die eher die Zielgruppe einer Internetflat sind.

Alles in allem, finde ich, wenn man das Angebot als Zusatzangebot sieht, echt gelungen.

coriandreas 13. Juni 2012 um 03:09 Uhr

Meine Vermutung: nicht nur komplett an der Zielgruppe vorbei:
Jüngere brauchen das nicht, die sind schon auf andere Kanäle wie Facebook&Co. gewechselt. Die sind so weit weg davon, unerreichbar weit weg. Telekomiker: Macht Euch keine Mühe, ihr erntet nur Enttäuschung.
Ältere brauchen das auch nicht, denen ist manchmal selbst die SMS zu kompliziert, diese Zielgruppe ruft gleich an. Und für kurze Fragen/Antworten ist die SMS, weil auch ohne Fixkosten wie Datenpaket, nachvollziehbarer Kosten und einer kompletten Kompatibilität mit älteren Geräten, nicht zu vergessen: auch eine wesentlich genügsamere Netzabdeckung!
Mittlere wie ich nutzen SMS-Flat oder günstige Tarife, um auch Ältere zu erreichen, die nicht umsteigen wollen oder weil sie anonymer fern des Internets kommunizieren möchten oder weil sie nicht so große und schwere (und dazu noch viel teurere) Smartphone-Klötze mit sich rumschleppen wollen.
Ich prophezeihe Joyn dasselbe Debakel wie mit der MMS. Insofern hat die Telekom Recht, wenn sie es eine Weiterentwicklung nennt. So wird die fast tote MMS weiterentwickelt, für wahrscheinlich viel Geld ein Nachfolger, der jetzt schon tot ist, promotet. Mir erschließt sich der Sinn auch nicht – und ich schreibe hier nicht als Nerd, sondern beziehe das Verhalten und Ansichten meiner Klienten mit ein.
Vor einigen Monaten erschien hier auf diesem Blog eine erster Beitrag zu Joyn, und ich beschrieb damals einen Wunsch nach einer echten Verbesserung der alten SMS (3000 Zeichen, GSM-Betrieb, E-Mail-Funktionalität mit Cc, Bcc usw.). Vielleicht besinnt man sich auf eine Weiterentwicklung von nachwievor wirklich viel genutzten Diensten und entwickelt diese weiter, als etwas ganz Neues aus dem Boden zu stampfen, das diesselbe, wenn nicht sogar noch schlechtere Erfolgsaussicht hat, wie die die MMS damals.

suti3112 13. Juni 2012 um 07:30 Uhr

http://blogs.telekom.com/2012/06/12/telekom-stellt-preisgestaltung-fuer-messaging-dienst-joyn-klar/

Schaut man sich im Link die Zusammenfassung an scheint es kostenlos? Aber die Preisliste zeigt diesen wunderschönen Aprilscherz im Juni.
Das Telekom in bestimmten Fällen Geld verlangen darf ist ja ok. Daten bis 15mb senden etc. Aber 39 cent passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit.

Wolfgang Busch schrieb
12. Juni 2012 um 21:48

Moin Moin,

………

Sobald irgendwie das Gefühl aufkommt: Oh das ist aber schon wieder kompliziert, in Netz X muss ich nichts bezahlen, in Netz y aber 39cent und Sonntags zwischen 13 und 14 Uhr kann ich 2 Nachrichten umsonst ins Ausland schicken, ist Joyn gestorben. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, wird keiner sich aktiv damit beschäftigen und es nutzen, da es gute auf jeden Fall kostenlose Alternativen gibt.

Das einzige was in meinen Augen überhaupt Sinn machen würde wäre eine 100% kostenlose Nutzung inkl. Videotelefonie in ALLE deutschen Netze… Das ganze begrenzt auf 24 Monate (in den AGB), dann irgendwas 2-3€ / Monat. Alles andere ist Blödsinn und wird total in die Hose gehen.
Ab August geht Videotelefonie mit IOS auch via 3G (wenn ihr das nicht blockt, aber dann geht man eben in ein anderes Netz), Skype Videotelefonier geht auch auf allen Smartphones…

suti3112 13. Juni 2012 um 07:54 Uhr

Nachtrag:

Habe mich jetzt mal durch die, wie üblich, undurchsichtigen Preislisten der neuen Verträge gekämpft.

http://www.t-mobile.de/downloads/8-agb-server/special-call-und-surf-mobil.pdf

Es scheinen nur in den Call-Tarifen diese Kosten pro Nachricht/Datei anzufallen.

Dieser kostet ~10€

Sobald man einen Tarif mit einer Internetflat nimmt, ist Joyn KOSTENLOS! Nachrichten und Daten!

Somit ist für Leute die sonst nur Telefonieren eine Möglichkeit geschaffen auch mit denen zu kommunizieren, die wegen der 100%igen Nutzung der neuen Dienste, schon gar nicht mehr auf SMS antworten.

Sollte der Verein jetzt noch eine Zubuchoption zu den Call Tarifen anbieten wie (: 4,95 Joyn NachrichtenFlat) ist dies eine gute Möglichkeit für Normalnutzer einen bezahlbaren 100min/JoynFlat-Vertrag für ~15€ zu bekommen. Das reicht für einen Großteil der Normalbevölkerung aus.

SimonMueller 13. Juni 2012 um 08:44 Uhr

Die Swisscom in der Schweiz hat sich etwas nettes einfallen lassen:

Als ‘Update’ für den bestehenden Tarif, gibt es z.B. für mich seit Anfang Jahr neu 1’500 Inklusiv-SMS (anstatt 500), zudem ein Client (Web/iOS/Android), mit dem man 500 SMS in alle schweizer Netze senden kann.

Somit hat sich für mich die WhatsApp-Nutzung vorübergehend erledigt – Danke Swisscom!

Kathy 13. Juni 2012 um 10:48 Uhr

Die veranstalten auch in GB lustige Dinge. Bspw. in jede Webseite ein eigenes JavaScript einzubetten.

http://code.v.igoro.us/archives/75-Mobile-data-while-travelling-in-Great-Britain.html

s4m0n3 13. Juni 2012 um 13:37 Uhr

Es ist schon interessant wie viel Geld mit SMS erwirtschaftet wird, nur ist SMS in der ursprünglichen Form gar nicht dafür gedacht gewesen eine Art Chat/Kommunikationsmediutm aufzubauen;

Ich bin der Meinung SMS hat immer noch eine Daseinsberechtigung und sollte auch nicht aussterben; Technologisch betrachtet darf auch SMS nicht mit einer eMail oder IM-Nachricht verglichen werden, dass sind 2 Paar Schuhe;

Ein Alternatives System wie Joyn, Skype, Whatsapp, Facebook, GoogleTalk ist interessant und wünschenswert; Viele Smartphone-OS Hersteller reagieren bereits und integrieren Dienste in ihr OS, um SMS bereits einzusparen;

Eine “neuer” SMS müsste theortisch auch Hardware- oder Software-Umstellungen nachsichziehen, was natürlich teuer und evtl. technisch auch gar nicht möglich für Anbieter und Endanwender wäre; (Kompatbilitäten, Signalisierungen, MSCs, BSCs, SGSNs, …)

caschy 13. Juni 2012 um 15:57 Uhr

@Informator: danke, seit gestern 1805 auch hier im Blog ^^

Luca 14. Juni 2012 um 22:43 Uhr

Langweilig. Gibt genug bessere und kostenlose Alternativen^^

Christoph 7. September 2012 um 06:09 Uhr

@Unknown: Soweit ich meine, das mal gelesen zu haben, nutzt der SM-Dienst bereits vorhandene Kapazitäten aus. Vereinfacht ausgedrückt: Pro Sende/Empfangsturm sind 100 Zeitschlitze pro Sekunde für Gespräche verfügbar. Werden die nicht voll genutzt, werden die verbleibenden Schlitze für SMS “recycled”.
Das ist so, als würde man sein Auto, dass nur 10% der Zeit genutzt wird die restlichen 90% zur Vermietung zur Verfügung stellen. Nur anders als beim Auto fällt hier kein Risiko, quasi kein Verschleiss und kein Aufwand an.

mr. one 4. Juli 2013 um 08:27 Uhr

Fast Alles ist schon gesagt. Aber was ist mit Flatrates mit z.B. 120 frei SMS?
Was die da verhackstückeln hat mit trasparenz nix zu tun. Das ist gutes altes
Telekom-Latein!
Wer dies hat kann… wer das hat muß leider…
Da kommen bestimmt wieder 3 Seiten an kleingedruckten Fußnoten auf uns zu! Von*1 – ****120!
Lächerlich!

WANN LERNT IHR ES?????


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