Internetdienste verknüpfen mit ifttt

23. Dezember 2012 Kategorie: Internet, geschrieben von: Gastautor

Das Internet zum Selbstläufer werden lassen. Klingt erst mal komisch, ist aber bei dem US-Dienst „ifttt.com“ gar nicht so abwegig. Hinter dem eigenwilligen Namen versteckt sich die Übersetzung „if this then that“ – wenn dies, dann das. Der Spezial-Webservice übernimmt für euch verschiedene Aufgaben im Internet und führt diese eigenständig aus.

ifttt

In unseren Breitengraden noch relativ unbekannt, macht ifttt.com in den Staaten die große Runde (war auch schon oft hier im Blog Thema). Tägliche Aufgaben einfach vom Internet übernehmen lassen. Vielleicht kennen einige Programmierer diese Technik schon aus einem vorherigen Workshop. Alle anderen brauchen trotzdem nicht besorgt wegdrücken: Mit Programmierung hat der Webdienst so rein gar nichts zu tun. Vielmehr möchte ich in diesem Beitrag etwas näher auf den gleichnamigen Service eingehen und den Umgang mit sogenannten „Rezepten“ erklären.

Viele nützliche Funktionen inbegriffen

Wo lässt sich der in der Kurzform ifttt genannte Dienst denn überhaupt einsetzen? Einst auf Social-Media ausgerichtet, kommen nach und nach weitere Funktionen dazu. So sucht ifttt zum Beispiel nach aktuellen Wetterdaten und schickt eine Warnung aufs iPhone, sobald Regen im Verzug ist. Weitere Möglichkeiten wären: Internetseiten nach Neuigkeiten abzuklopfen und diese automatisch auf einer Facebook-Seite zu posten, Bilder mit festgelegten Motiven in eure Dropbox kopieren zu lassen oder den neusten Weltrekord im Sport via E-Mail dem heimischen PC mitzuteilen. Die Liste ließe sich endlos fortführen…

Über 50 mehr oder minder bekannte Internetdienste können schon miteinander verknüpft werden, sodass ihr alle für euch wichtigen Informationen frei Haus geliefert bekommt. Dafür braucht ifttt nur einmal eine vorher festgelegte Anweisung – das sogenannte „Rezept“. Danach werden alle Aufträge ohne weitere Nachfrage automatisch abgearbeitet. Ähnlich wie ein Dauerauftrag bei der Bank, und dazu noch völlig kostenlos.

Wie wird’s nun gemacht?

Wie oben bereits beschrieben sind zum anlegen der if-this-than-that Rezepte keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich, die übernimmt der Dienst nämlich selbst. Wer darüber hinaus anfangs noch ein wenig einfallslos ist, kann auf über 40.000 bestehende Rezepte aus der hauseigenen Datenbank zurückgreifen. Für alle anderen empfiehlt sich die nachfolgende Vorgehensweise.

Am Anfang einer jeden Webseite steht die Registrierung. Dazu auf www.ifttt .com „Join IFTTT“ auswählen. Danach findet ihr auf eurer Startseite den Punkt „Create“, mit dem sich ein neues Rezept erstellen lässt. Folgend müssen sogenannte „Trigger“, also Aktionen die ifttt auslösen soll, definiert werden. Diese können in knapp 50 Channels (Internetseiten) von Instagram bis Google Calendar stattfinden.

ifttt wetter

 

Möchtet ihr nun also eine E-Mail erhalten wenn die Temperatur in eurer Stadt unter 0°C fällt, geht zunächst auf den Wetter Channel. IFTTT bietet hier 12 verschiedene Unteroptionen an. Ich entscheide mich für den ersten, „Current temperature drops below“ – „aktuelle Temperatur fällt unter“. Im nächsten Step wird die gewünschte Temperatur abgefragt, in unserem Fall 0°C. Aufpassen! Da IFTTT ein US-Service ist, müsst ihr die in den USA übliche Temperaturangabe in Fahrenheit auf Celsius ändern. Abschließend auf „Create Trigger“.

Danach gebt ihr an, welche Reaktion („Then“) erfolgen soll. Wieder stehen die bekannten Dienste zur Auswahl. Ein Klick auf das entsprechende E-Mail-Symbol sowie eine Bestätigung eurer Auswahl erstellt das erste Rezept.

Rezepte, die im Zusammenhang mit Zeitpunkten stehen, werden in der Regel alle 15 Minuten durchgeführt. Quick-Trigger(E-Mail, Telefon, SMS, Google-Talk) führt ifttt aber sofort aus. Zu beachten bleibt, dass der Telefon-Trigger aufs US-Netz beschränkt ist. Ein Test mit dem SMS-Trigger ergab Verzögerungen von maximal einer Minute. Sämtliche Rezepte sowie der Umgang mit if-this-than-that ist nahezu selbsterklärend. Einziges Manko: Die Sprache der Webseite ist und bleibt zunächst Englisch.

Fazit

Ifttt.com ist ein klasse Dienst um lästigen Aufgaben endlich den Rücken zu kehren. Man gewöhnt sich recht rasch an die Automatisierung und möchte eigentlich nicht wieder drauf verzichten. Einen großen Nachteil hat das Ganze jedoch: Dadurch, dass für nahezu jedes Rezept ein direkter Zugang zum jeweiligen Konto angelegt werden muss, müsst ihr ifttt immer mit den Diensten authentifizieren. Alternativen, die einen ähnlichen Umfang an Funktionen und gleichzeitig derartig simple Handhabung bieten, gibt es momentan wohl nur von Wappwolf.

Gastbeitrag von Christoph Müller, der ansonsten auch bei  www.mobilfunk-talk.de zu finden ist.


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Über den Autor: Gastautor

Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

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