Intel Compute Stick: Kleiner, dafür mehr Power

7. Januar 2016 Kategorie: Hardware, Windows, geschrieben von: caschy

artikel_intelEin Intel Compute Stick ist euch vielleicht schon einmal über den Weg gelaufen, zumindest habt ihr sicherlich schon davon gehört. Kleine Sticks, die nicht nur ein komplettes Betriebssystem beherbergen, sondern die selber Computer sind. Die Sticks sind ausgestattet mit der Rechenpower für ein Betriebssystem und werden mittels HDMI an den Monitor angeschlossen. Maus und Tastatur können drahtlos, aber auch via USB angeschlossen, der interne Speicher mittels microSD-Karte erweitert werden. Sofern Monitor, TV und Eingabegeräte vorhanden sind, kann man den eigenen PC immer mit dabei haben und diesen überall nutzen. Klasse Sache, die aber keineswegs neu ist – die Sticks gibt es schon länger und auch von diversen Herstellern.

Intel selber hat jetzt aber neuen Sticks am Start, die nicht nur kleiner und leistungsstärker sind, sondern auch teurer im Vergleich zu den Vorgängerversionen sind. So verbaut Intel nun die neuen Core m-Prozessoren, hier hat man die Auswahl zwischen dem Core m3 und dem Core m5. Die alten Sticks kamen mit Windows 8 und konnten auch auf Windows 10 aktualisiert werden – Arbeiten war auch möglich, man merkte aber ganz klar, dass da die PC-Performance fehlt.

Intel Compute Stick

Unter der Haube setzt Intel bei den neuen Intel Compute Sticks auf 64 GB Speicher und 4 GB RAM, das sollte für den Normalbetrieb von Windows 10 durchaus langen. In Sachen WLAN hat man hier den ac-Standard an Bord und auch Bluetooth 4.1 fehlt nicht, sofern ihr drahtlos Geräte verbinden wollt. Alternativ habt ihr die Möglichkeit, via der drei USB-Anschlüsse Geräte mit dem Intel Compute Stick zu verbinden.

Im Februar ist diese Variante zu haben, wie erwähnt: um einiges teurer: der Intel Compute Stick mit dem Core m3 liegt bei 399 Dollar mit Windows 10, ohne System (dafür mit Core m5) legt der Nutzer 499 Dollar auf den Tisch.

Für kleineres Geld – nämlich für 159 Dollar – bekommt man dann aber noch eine andere Variante, nämlich die mit Intel Atom x5-Z8300. Hier sind 2 GB RAM und 32 GB Speicher verbaut, zudem findet man ac-WLAN und Bluetooth 4.0 nebst zwei USB-Slots vor.

Dank eigenem Notebook unterwegs bin ich auf solche Lösung nicht angewiesen. Dürfte sicherlich eine Nische sein, wenn auch eine spannende. Die kleinen Sticks liefern sich derzeit einen Kampf mit Smartphones, die ja schon lange versuchen, den PC zu ersetzen oder zu ergänzen (siehe Microsofts Continuum). Da aber Smartphones immer schlanker werden und dabei gleichzeitig die Akkus für den normalen Kunden vergrößern wollen, bleibt so eine richtige Zweitnutzung als PC wahrscheinlich noch länger ein Traum – zumindest, bis Google Android und Apple iOS anpasst. Microsoft hat es ja schon bewiesen, dass es halbwegs gut nutzbar möglich ist.



Über den Autor: caschy

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20 Kommentare

Markus 7. Januar 2016 um 09:20 Uhr

Aber Windows ist doch noch immer nicht gut skalierbar (wie z. B. MacOS).
Mein FullHD oder 4K TV haben dann evtl. Itzi-Bitzi-Mini Icons und sind von der Couch nicht so gut zu bedienen. Oder hat sich seit Windows 8.1 etwas mehr an der Skalierbarkeit getan?

caschy 7. Januar 2016 um 09:27 Uhr

Soll mit dem Redstone Update besser werden

zosh 7. Januar 2016 um 09:32 Uhr

@Markus: Willst du vom Sofa aus Excel-Tabellen bearbeiten? Das Skalieren der Bedienelemente sollte wohl eher deine Mediaplayer-Anwendung übernehmen. Aber grundsätzlich: Ja, Skalieren funktioniert in Windows 10 wesentlich besser als früher. Wenn man denn, warum auch immer, umbedingt Windows am Fernseher haben will.

Abgesehen davon ist Sinn und Zweck dieser Dinger relativ klar: Den Desktop auf dem Desktop zu ersetzen, in Umgebungen, in denen es nicht wahnsinnig auf Leistung und schon gar nicht auf Plattenplatz ankommt, aber darauf, ein vollwertiges Betriebssystem benutzen zu können. Also der typische Büroarbeitsplatz im Unternehmen mit zentraler Datenhaltung. Dafür reicht dann auch die kleinste Ausstattungsvariante aus.

Matze.B 7. Januar 2016 um 09:51 Uhr

Habe hier was ähnliches am laufen, allerdings auf Android-Basis: den von mir sicher schon mal erwähnten 🙂 Remix Mini mit Remix OS auf Basis 5.1 – kann aber zusätzlich Multitask-Fenster sowie Mausunterstützung (und diese funktioniert sehr gut, besser als ich befürchtet hatte). Tastaturunterstützung/bedienung ählich wie u.a. aus Windows gewohnt (copy &paste) kann Remix OS ebenfalls. Das Teil kostet (Kickstarter) ca. 70 € inkl. Shipping und ist auch bei Amaz… zu finden. Hardware ähnlich wie der Intel-Stick.

Die in den Kommentaren besprochenen Effekte gibt es hier auch. Android & Apps sind nicht unbedigt auf so etwas ausgelegt, merkt man besonders bei einigen Webseiten im Firefox. (Ich betreibe das Teil derzeit an einem 32“ Samsung TV)

Eigentlich wollte der Palle das Teil ja auch mal besprechen bei sich im Blog … würde mich auch über einen Kommentar/Besprechung im Podcast freuen.

caschy 7. Januar 2016 um 09:53 Uhr

@Matze: Palle erzählt viel, dass zu irgendwas ne ausführliche Review kommt 😉 Aber werden eh alle bald drüber reden, da das OS am 12.1 zum Download freigegeben wird.

MiniMax 7. Januar 2016 um 10:38 Uhr

Natürlich ist so Stick wirklich winzig. Aber eben auch mit all den Nachteilen, was Peripherie angeht. Wo mittlerweile z.B. die NUC-Schachteln von Intel auch nicht mehr groß auftragen, sehe ich keinen so großen Vorteil mehr für Mini-Sticks. Eher schon eine Nummer größer, wie jetzt von Kangaroo auf der CES vorgestellt.

Xani 7. Januar 2016 um 10:47 Uhr

@caschy hast du Microsoft continuum schon einem ausprobiert? Würde mich brennend interessieren wie gut sich das macht.

mike3k 7. Januar 2016 um 10:49 Uhr

Witzig, dass man früher für sowas ’n dicken Tower brauchte…. ^^

caschy 7. Januar 2016 um 10:49 Uhr

@Xani Unser 950 hat keine Dock, leider. Aber es gibt ja schon einige Berichte im Netz…

Sven 7. Januar 2016 um 11:01 Uhr

Für mich wegen der Schnittstellen und vor allem auch preislich interessanter, PIPO X6S (Cherry trail Z8300 mit 4/64 GB) oder Onda M2 (Intel Celeron J1900 mit 4/128 GB). Sind zwar keine Sticks mehr, sondern Boxen. Dafür aber auch vielfältiger einsetzbar. Beide mit USB 3.0. Die Onda M2 hat die bessere CPU, die PIPO X6S dafür SATA II.

Florian 7. Januar 2016 um 11:57 Uhr

@Caschy: das Lumia 950 per miracast mit dem TV/ FireTV koppeln und eine Bluetooth Maus+Tastatur verbinden – dann sollte Continuum auch möglich sein. Vllt reicht es so für einen Test.

seppini 7. Januar 2016 um 12:24 Uhr

Wirklich spannend wird so ein teil als ThinClient an WTS Systemen. Der Admin muss nicht mehr mit einem riesen Kasten durch die Flure laufen und kann einen PC in 0,nix austauschen.

fellowweb 7. Januar 2016 um 13:44 Uhr

Klingt etwas danach, als ob zumindest die kleine Version gleichzeitig ganz gut z.B. als Plex-Server im Netzwerk eingesetzt werden könnte, wenn man keinen Plex-fähigen NAS hat (ich z.B. nur Fritzbox, die dafür ja wohl zu schwach auf der Brust ist).

Ist das aus Deiner Sicht interessant für so einen Zweck?

Kalle 7. Januar 2016 um 14:04 Uhr

@zosh
Warum sollte der Stick nur einen Desktop ersetzen? Die Möglichkeiten sind so vielfältig. Zum Beispiel als HTPC, Medienserver, Streaming Client für Netflix, Amazon, Steam IP Gaming, etc.

zosh 7. Januar 2016 um 16:12 Uhr

@Kalle: Natürlich sind sie das, ich wollte damit nicht behaupten, dass der Stick nur Desktops ersetzen kann. Ich bleibe allerdings bei meiner Einschätzung, dass das die Kernzielgruppe dafür sein dürfte.

seppini 7. Januar 2016 um 16:52 Uhr

Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass man den Stick in einem zweit Fernseher hat die xbox One steht in einem anderen Raum und man kann trotzdem spielen.

Kalle 7. Januar 2016 um 17:12 Uhr

@zosh
Intel selbst positioniert den Stick für Medien Streaming und als Thin Client für Remote Desktop oder ähnliche Business-Anwendungen.

zosh 7. Januar 2016 um 18:51 Uhr

@Kalle: Dann reden wir von derselben Sache, nennen sie nur unterschiedlich.

Der da 23. März 2016 um 13:59 Uhr

Kann da mal einer remix os drauf testen


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