iCloud: IT-Forensiker konnten mehrere Jahre alte, teils bereits gelöschte Browser-Verläufe wiederherstellen

10. Februar 2017 Kategorie: Apple, Backup & Security, Internet, geschrieben von: Benjamin Mamerow

Nicht unbedingt das, was man erwartet, wenn man auf „Verlauf löschen“ in der Browser-History seines heimischen MacBooks oder iPhones antippt: Eine russische IT-Forensik-Firma namens Elcomsoft stellte jetzt eine Methode vor, mit der sie teilweise schon Jahre als „gelöscht“ vermutete Verläufe inklusive einiger Zugriffsdaten aus Apples iCloud wiederherstellen konnte. Die Einträge beinhalteten Daten wie die Seitennamen, URLs und auch wann eine entsprechende Seite vom Verlauf-Eigentümer aufgesucht wurde. Informationen, die sicher nicht jeder freiwillig so einfach hergeben möchte. Verläufe, die man als gelöscht abgestempelt hatte wurden mit dem Zusatz „deleted“ versehen, waren aber nichtsdestotrotz aufrufbar.

Ebenso aufgelistet werden darin die Aufzeichnungen von mobilen Surf-Sessions mit iOS. Hier wurden jedoch die meisten Seitennamen durch aktuellere Versionen vom Betriebssystem unkenntlich gemacht.

Auch wenn Elcomsoft selbst nicht an Apple direkt herangetreten ist, um das Unternehmen auf diese Lücke aufmerksam zu machen, hätte dieses durch diverse andere Quellen bereits Wind davon bekommen und binnen weniger Stunden einen serverseitigen Fix eingespielt, heißt es bei TheVerge. Dieser Fix stoppe zum einen die Möglichkeit, auf die Daten zuzugreifen, zum anderen aber lösche die iCloud nun auch tatsächlich alle Einträge. die älter als zwei Wochen sind. Dies konnte die russische Firma bestätigen. Eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte, stünde hingegen immer noch aus.

Um den Browser-Verlauf auf diversen Geräten mit demselben iCloud-Konto angemeldeten Geräten synchronisieren zu können, müsse die Technik auf solche Aufzeichnungen zurückgreifen können. Es heißt zudem, dass die oben genannten Daten nicht zugänglich gewesen wären für Vollzugsbehörden.


 

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Über den Autor: Benjamin Mamerow

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