Huawei P10 und P10 Plus vorgestellt: Bunte Smartphones mit monochromer Porträt-Fotografie

26. Februar 2017 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Es ist so weit, Huawei hat seinen Nachfolger des P9 zum Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Genauer gesagt sind es zwei Nachfolger, denn es gibt ein P10 und ein P10 Plus. Die Geräte unterscheiden sich nicht nur in der Größe, sondern auch technisch, allerdings im Wesentlichen nur im Detail. Großen Wert legt Huawei erneut auf die Dual-Kamera. Diese hat diesmal ganz den Nutzer selbst im Fokus, er soll mit seinen Bildern aus der Masse herausstechen. Was eignet sich da besser als eine Kamera, die auf Porträt-Fotografie spezialisiert ist und auch noch in Zusammenarbeit mit Leica entstand.

Zur Kamera kommen wir aber später. Fangen wir bei den Geräten an sich an. Das Huawei P10 ist mit einem 5,1 Zoll FullHD-Display ausgestattet. Das Gerät liegt super in der Hand und wirkt auch nicht wie ein 5,1 Zoll-Smartphone. Für Nutzer, die kleinere Geräte bevorzugen, könnte dies vorteilhaft sein. Das Huawei P10 Plus kommt mit einem 5,5 Zoll WQHD-Display, ist also nicht nur größer, sondern bietet auch eine höhere Auflösung.

Ausgestattet sind beide Geräte zudem mit dem Kirin 960 SoC, der einen 2,4 GHz Octa-Core-Prozessor und eine Mali G-71 GPU beherbergt. CPU und Speicher werden dabei durch Machine Learning (findet direkt auf dem Gerät statt) so angepasst, dass die Nutzung auch auf Dauer nicht langsamer wird. Kennt man ja von Android-Geräten.

USB-C ist in beiden Geräten anzutreffen, allerdings nur nach USB 2.0-Standard. Sollte aber in der Regel nicht weiter stören, normalerweise wird der Anschluss zum Aufladen verwendet. Hier kommt Huawei Super Charge ins Spiel, eine Schnelllademethode, die die Temperatur niedrig und die Ladegeschwindigkeit hoch hält. In 90 Minuten lässt sich er Akku so komplett füllen.

Der Akku soll in beiden Geräten überdurchschnittlich lange durchhalten. 3200 mAh sorgen im 5,1 Zoll P10 für die Stromversorgung, im 5,5 Zoll P10 Plus sind es 3750 mAh. In beiden Fällen reicht der Akku selbst bei starker Nutzung mehr als einen Tag, bei normaler Nutzung sollen sogar knapp zwei Tage Laufzeit möglich sein.

NFC, WLAN ac und Bluetooth 4.2 sind ebenfalls an Bord. HiGeo soll unterdessen für eine bessere Positionsbestimmung sorgen, sodass man bei der Navigation zum Beispiel nicht mehr vom Weg abdriftet. An einer neuen Position befindet sich unterdessen der Fingerabdruckscanner.

Der ist nämlich nach vorne gewandert, sorgt aber nicht nur für die Entsperrung des Smartphones, sondern dient auch als Homebutton. Auf Wunsch lässt sich der Button sogar mit Gesten bedienen. Dann wiederum kann man die Sofkeys ausblenden lassen, sorgt für eine noch cleanere Ansicht. Als Fingerabdruckscanner funktioniert der Button natürlich ebenfalls sehr gut, Huawei hatte schon immer mit die schnellsten Scanner auf dem Markt. Der Scanner ist unter Glas, es ist auch kein Button, der sich wirklich drücken lässt.

Kommen wir nun aber zu den Kameras, den Schwerpunkt der P-Serie. 20 + 12 Megapixel gibt es auf der Rückseite. Der Monochrom-Sensor liefert dabei 20 Megapixel für die Details, während der 12 Megapixel-Sensor für die Farbinformationen auf einem Bild sorgt.

Im P10 gibt es im Prinzip den gleichen Kamera-Aufbau wie beim Mate 9. Leica Summarit Linsen (wie beim P9) mit einer Blende von f/2.2 werden hier eingesetzt. Beim P10 Plus gibt es hingegen Summilux-Linsen mit einer f/1.8 Blende. Fokus wird bei diesem Modell, wie eingangs bereits erwähnt, auf die Porträt-Fotografie gelegt. Diese ist nicht nur mit dem typischen Bokeh-Effekt möglich, sondern auch als Monochrom-Aufnahme.

Der Porträt-Modus ist auch ganz gut gelungen, davon konnte ich mich persönlich bereits überzeugen. Generell ist die Kamera des P10 (und auch des P10 Plus) sehr stark und muss sich weder hinter einem Galaxy S7, einem iPhone 7 oder einem anderen Gerät verstecken.

Neben dem Porträt-Modus gibt es auch einen 2x-Hybrid-Zoom, er ermöglicht verlustfreies Zoomen, das Ergebnis sind 12 Megapixel-Bilder. Da auch eine optische Bildstabilisierung (OIS) zum Einsatz kommt, werden Wackelt beim Zoomen automatisch minimiert. Auch eine Refocus-Option gibt es wieder und natürlich diverse Software-Spielereien zur Verbesserung der Aufnahmen.

Wem zwei Leica-Kameras auf der Rückseite nicht genug sind, der sollte einen Blick auf die Vorderseite werfen, dort findet man erstmals ebenfalls eine Leica-Cam vor. Im P10 kommt sie mit Fixfokus, das P10 Plus bietet auch auf der Vorderseite Autofokus. 8 Megapixel löst die Frontkamera auf, der neue Sensor soll zweimal hellere Bilder erlauben. Adaptive Selfie sorgt für eine automatische Erkennung, ob eine oder mehrere Personen auf ein Selfie sollen und zoomt die Objekte quasi immer bildschirmfüllend heran.

Das Design der Geräte kann man durchaus als für Huawei neu bezeichnen. Nicht nur wandert der Fingerabdruckscanner nach vorne, auch die Gehäuseform ist „neu“. Runder nämlich, dadurch super in der Hand liegend (ja, das P10 sieht nicht nur aus wie ein iPhone, es fühlt sich auch so an, und das ist durchaus positiv gemeint). Und mit verschiedenen Oberflächen ist das Huawei P10 ausgestattet.

Die beiden Geräte kommen in unterschiedlichen Farben-, Oberflächen- und Ausstattungsvarianten. Für verschiedene Länder. In Deutschland wird der Kunde eine relativ überschaubare Auswahl haben, was vielleicht auch ganz gut so ist. In Sachen Ausstattung gibt es in Deutschland das P10 mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher. Das P10 Plus wird in Deutschland mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher verfügbar sein.

Und hier als Roundup noch einmal die technischen Spezifikationen der Geräte:

Auszug Technische Daten Huawei P10 und P10 Plus
Display: P10: 5,1 Zoll FullHD, P10 Plus: 5,5 Zoll WQHD
Abmessungen und Gewicht: P10: 69,3 x 145,3 x 6,98 mm, 145 Gramm, P10 Plus: 74,2 x 153,5 x 6,98 mm, 165 Gramm
Speicher: P10: 64 GB (Deutschland), P10 Plus: 128 GB (Deutschland)
Prozessor: HiSilicon Kirin 960, Octa-Core (4x 2,4 GHz A73 + 4x 1,8 GHz A53), Mali G-71 GPU
Arbeitsspeicher: P10: 4 GB, P10 Plus: 6 GB
Kamera: 20 Megapixel (monochrom) + 12 Megapixel (RGB) Dual-Kamera, P10: f/2.2 Leica Summarit, P10 Plus: f/1.8 Leica Summilux
Videoaufnahme: 4K-Videoaufnahme
Front-Kamera: 8 Megapixel, f/1.9, Leica, P10: Fix-Fokus, P10 Plus: Auto-Fokus
Akku: P10: 3.200 mAh, P10 Plus: 3.750 mAh
Betriebssystem: Android 7.0 Nougat, EMUI 5.1
Weiteres: WLAN ac, microSD-Slot, NFC, Bluetooth 4.2

Android 7.0 Nougat kommt ebenso zum Einsatz wie EMUI 5.1. EMUI 5.1 geht auch noch einmal das Thema Fotografie an. In der Galerie gibt es nun ein Highlight-Feature, das automatisch Videos zu bestimmten tagen oder Situationen erstellt. Die können dann natürlich auch geteilt werden, eine nette Funktion, die man ja auch von Google Fotos oder anderen kennt.

Das Beste ist aber, dass ich Euch bereits einen ersten Eindruck der beiden Smartphones hier lassen kann, ich konnte diese nämlich vorab schon einmal befummeln. Das waren zwar noch keine finalen Geräte, aber schon ausreichend, um einen Eindruck zu bekommen. Die Cam funktioniert super und die Geräte fassen sich für ihre Größe echt super an.

Man muss vielleicht auch weg von den Gedanken, dass Huawei Smartphones für die Nerds baut, die stets ein pures Android wünschen und in den Geräten mehr Bastelgegenstände sehen. Es soll Masse angesprochen werden, Huaweis größte Konkurrenz sind nun einmal Samsung und Apple. Und hinter diesen muss sich Huawei mit dem P10 und P10 Plus nun wahrlich nicht verstecken. Super schöne Geräte, die auch noch etwas können. Ich denke, damit ist Huawei sehr gut für das noch junge Smartphonejahr positioniert.

Folgende Farbvarianten des P10 werden in Deutschland ab Mitte März für 599 Euro verfügbar sein:

Graphite Black, Mystic Silver, Dazzling Blue und Prestige Gold

Folgende Farbvarianten des P10 Plus werden in Deutschland ab Anfang April für 749 Euro verfügbar sein:

Graphite Black, Mystic Silver, Dazzling Gold, Dazzling Blue und Greenery

Was sagt Ihr zum P10 und P10 Plus?


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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