Gruner + Jahr baut Maßnahmen gegen Werbeblocker massiv aus

9. Februar 2016 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: André Westphal

gruner jahr logo klein

Werbeblocker sind vielen Verlagen und Websitebetreibern ein Dorn im Auge. Dass etwa der Axel Springer Verlag bzw. speziell Bild.de sogar Benutzer eines Adblockers komplett aussperrt, hatten einige von euch noch ironisch als sinnvollen Content-Filter umgedeutet. Nun zieht Gruner + Jahr mit Karacho nach. Nachdem man auf Geo.de bereits mit dem Aussperren von Adblock-Usern experimentiert hatte, wird diese Maßnahme im Verlauf der Woche auf sieben weitere Websites des Verlags ausgeweitet. Darunter sind auch die Portale Brigitte.de, Gala.de und Schoener-Wohnen.de.

Das Aussperren von Adblock-Usern ist freilich eine zwiespältige Maßnahme: Einerseits will man die User so dazu bewegen zu erkennen, dass die Finanzierung großer Portale ohne Werbung schwerlich möglich ist. Andererseits ignoriert man, dass das Gros der User Adblocker vor allem anschmeißt, um aufdringliche Werbung aus dem Browser zu verbannen. Im Grunde bekämpfen Sperren für Werbeblocker also nur das Symptom und nicht die Wurzel des Übels – nämlich die aufdringliche, für Nutzer störende Werbung, die den Adblockern erst zu ihrem Aufschwung verholfen hat. Irgendwo kann ich beide Seiten verstehen: Websites benötigen Werbung, um sich zu finanzieren und Nutzer wollen „in Frieden“ Content konsumieren, ohne erst etliche Pop-Ups oder Autoplay-Videos wegklicken zu müssen.

geo.de adblocker

Gruner + Jahr hat sich jedenfalls dazu entschieden, dass man Nutzer mit aktivierten Adblockern nicht mehr auf seinen Seiten haben möchte. Jedenfalls gilt das für Geo.de, Schoener-Wohnen.de, Essen-Und-Trinken.de sowie Living-At-Home.de. Jene Sites lassen sich kostenlos nur noch mit deaktiviertem Adblocker nutzen. Wer den Adblocker aktiviert lassen möchte, soll stattdessen zahlen. Vorsichtiger ist Gruner + Jahr bei Brigitte.de, Gala.de, Urbia.de und Chefkoch.de: Dort erhalten Adblock-Nutzer zwar bald eine Meldung, dass sie ihren Werbeblocker doch bitte abschalten mögen – werden aber (noch) nicht rigoros ausgesperrt. Hier geht man demnach etwas sanfter vor.

Laut dem Verlag habe die Aussperrung von Nutzern mit Werbeblockern bei Geo.de sich als sehr erfolgreich erwiesen: Jeder dritte Nutzer wolle offenbar nicht auf das Angebot verzichten und schalte seinen Werbeblocker nun nach der Aufforderung ab, statt die Site zu verlassen. Negative Auswirkungen auf die Trafficentwicklung habe diese Strategie bisher nicht gezeigt. Im Klartext scheint der Content auf Geo.de also interessant genug zu sein, um die User dazu zu überreden den Adblocker zu deaktivieren und die Werbung wieder in Kauf zu nehmen. Davon geht Gruner + Jahr auch für seine anderen Websites aus.

Wie handhabt ihr das? Empfindet ihr die Strategie von Gruner + Jahr als Gängelung und meidet die Websites dann aus Prinzip oder würdet ihr, insofern der Content für euch relevant ist, den Blocker abschalten?



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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