Game Dev Tycoon: Entwickler verteilen abgeänderte Version über Torrent und die Ergebnisse sind erschreckend

29. April 2013 Kategorie: Internet, Software & Co

Interessante aber zugleich traurige Story, die das kleine Spielstudio Greenheart Games heute in ihrem Blog veröffentlicht hat. Zwei Brüder haben am Wochenende das Spiel Game Dev Tycoon veröffentlicht, eine Art Wirtschaftssimulation wo man ein Spielestudio leitet und Videospiele entwickelt. Direkt nach offiziellem Verkaufsstart stellten die Entwickler eine leicht abgewandelte Version auf bekannte Torrent-Seiten, die die Spieler vor eine Überraschung stellte.

Spiele-Piraterie kreativ


Nach dem Start erscheint alles völlig normal für den Spieler, allerdings bekommt er im weiteren Spielverlauf eine folgenschwere Nachricht, dass zu viele ihrer eigens entwickelten Spiele illegal heruntergeladen werden. Unausweichlich ist die darauf folgende Insolvenz, die sogleich in einigen Foren zu Protesten führte, weil die Spieler die Botschaft nicht begriffen. Im Blog beschreiben die Entwickler, dass einige sogar nach DRM-Schutz in der Wirtschaftssimulation fragten und wieso soviele ihre Version illegal herunterladen.

Soweit die mal etwas andere und kreativ umgesetzte Idee, um auf die aktuellen Probleme aufmerksam zu machen. Leider hat die Geschichte aber auch einen traurigen Aspekt, wie der Entwickler Patrick Klug beschreibt. Als er sich einen Tag später das Verhältnis zwischen legalen und illegalen Versionen im Umlauf anschaute, bekam er doch einen Schock. 93,6% (3104 User) benutzten die illegale Version, lediglich 6,4% (214 User) die legale.
Game Dev Tycoon Piracy Chart
Dabei sind nur die erfasst, die nicht hinter einer Firewall sitzen oder das Spiel einfach offline spielen. Die Daten wurden laut seinen Angaben anonym erfasst und auch nicht zurückverfolgt, dennoch ist ein solches Missverhältnis natürlich ein großes Problem für ein Indie-Game-Studio, welches viel Geld und Zeit in das DRM freie Spiel für Windows, Mac und Linux gelegt hat. Eine wirkliche Antwort für die Ursache hat er bisher allerdings auch noch nicht gefunden. Am Preis kann es zumindest nicht liegen, denn sie verlangen gerade einmal 6,49 € für das Spiel.

Klug will die Spieler auch nicht verurteilen, da er selbst früher illegale Versionen geladen hatte. Er will dies auch nicht über DRM regeln, da dies auch keinen wirklichen Schutz bietet, sondern appelliert einfach an die Vernunft der Menschen, dass sonst kleine Entwickler nicht überleben können. Über den Preis kann man die Leute wohl nicht überzeugen, wenn man sich nur an Falcon Pro erinnert, die damals 0,79 € kostete und ebenfalls sehr hohe Raten an illegalen Versionen aufwies. So muss sich immer jeder selbst hinterfragen, ob man nicht bereit ist ein paar Euro für die Arbeit solcher Entwickler zu geben. [Danke Boris!]

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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

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