Facebook soll an Kamera-App ähnlich zu Snapchat arbeiten, möchte wieder mehr Nutzerinhalte

26. April 2016 Kategorie: Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_facebookFacebook, das Social Network schlechthin, zumindest wenn es um Nutzerzahlen geht, hat ein Problem mit seinen Nutzern. Sie teilen weniger private Inhalte. Das heißt nicht, dass sie Facebook weniger nutzen, sie nutzen es nur anders, konsumieren mehr als dass sie selbst für Inhalte sorgen. Geteilt wird über andere Netzwerke, allen voran Snapchat. Um diesem Trend entgegenzuwirken, möchte es Facebook offenbar wieder einmal mit einer Kamera-App probieren. Nun ist Facebook nicht ganz unbekannt im Business der Kamera-Apps, durch den Zukauf von Instagram konnte sich das Social Network einen großen Player sichern.

Aber Instagram ist eben nicht Facebook und Instagram ist auch nicht Snapchat. Gerade gegen letzteren Dienst soll die neue Kamera-App von Facebook aber aufgestellt werden. Die Entwicklung der App befindet sich in einer frühen Phase und es ist auch alles andere als klar, ob die App jemals auf die Nutzer losgelassen wird. Denn es ist nicht Facebooks erster Ansatz, ein Mittel gegen Snapchat zu finden. Falls sich noch jemand an Slingshot erinnert. Auch die bereits schon einmal verfügbare Facebook Camera-App brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Die neue App soll wieder als Stand-Alone-App kommen, also abgekoppelt von der Facebook-App. Das teilen von Bildern und Videos soll dadurch angeregt werden. Erreichen möchte Facebook dies offenbar auf unterschiedliche Methoden. Die neue App soll demnach sowohl Filter für Fotos bieten als auch die Möglichkeit, direkt einen Livestream zu starten, passend zu Facebooks noch recht jungem Livestreaming-Angebot.

Es ist auch gut möglich, dass die neue App auf MSQRD aufsetzt, einer Foto-App, die in Sachen Bildbearbeitung schon sehr an Snapchat erinnert. MSQRD wurde letzten Monat von Facebook gekauft und würde eigentlich einen soliden Grundstein für ein solches Vorhaben von Facebook bieten. Wäre vielleicht sogar gar nicht so unklug, Facebooks eigene Zusatz-Apps sind meist nicht so die Download-Hits, hier eine bereits bekannte App ummünzen und den Nutzern eine passende Verknüpfung zu Facebook zu bieten, könnte für beide Seiten vorteilhaft sein.

Einen Zeitplan für die neue Kamera-App von Facebook gibt es nicht, sollte sich Facebook für einen Release entscheiden, bin ich gespannt, ob das funktioniert. Würdet Ihr eine solche App von Facebook nutzen, nur weil sie von Facebook kommt? Ich kann es mir nicht vorstellen, teilweise empfinde ich die Verteilung von Inhalten über verschiedene Dienste sogar recht spannend.

(Quelle: WSJ)


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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