EU-Umfrage: Telekom-Unternehmen lassen sich durch Roaming-Gebühren 300 Millionen Kunden entgehen

17. Februar 2014 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

28.000 EU-Bürger wurden zur Mobilfunk-Nutzung im Ausland befragt, die Ergebnisse sollten Telekommunikations-Unternehmen stutzig machen. 94% der Befragten schränken ihre Mobilfunk-Nutzung sehr stark ein, wenn sie sich im Ausland befinden. Grund hierfür sind die hohen Roaming-Gebühren, die in vielen Verträgen immer noch Standard sind. Die Europäische Kommission schätzt, dass sich die Unternehmen durch die Preisgestaltung 300 Millionen Handynutzer entgehen lassen, was auch eine Auswirkung auf andere Branchen, wie zum Beispiel den App Markt hat.

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47% der befragten geben an, niemals mobile Internetdienste im Ausland zu nutzen, lediglich 10% würden zumindest E-Mails auf dem Smartphone so nutzen wie auch zu Hause. Und mehr als ein Viertel der Befragten schaltet das Handy einfach komplett aus, wenn sie sich im Ausland befinden.

Interessant ist, dass Vielreisende sogar eher die Daten-Roaming-Option im Smartphone deaktivieren, als Menschen, die nur gelegentlich reisen. Die Europäische Kommission sieht den Grund dafür darin, dass Vielreisende eher informiert sind, welche Kosten durch Datenroaming tatsächlich entstehen können. Neelie Kroos, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, zeigt sich geschockt über diese Zahlen und fordert einmal mehr die Abschaffung der Roaming-Entgelte innerhalb der EU.

SMS und Anrufe aus dem europäischen Ausland sind Ladenhüter, lediglich 8% der Reisenden im Ausland den gleichen Telefonie-Gewohnheiten nachgeht wie zu Hause. Bei den SMS sieht es etwas freundlicher aus, aber auch hier sind nur 20% bereit, diesen Dienst genauso wie im Heimatland zu nutzen.

Datenroaming-Dienste werden von 33% der Vielreisenden deaktiviert, lediglich 16% der Gelegenheitsreisenden schalten diese Option ab. Trotzdem stieg die Nutzung von Datenroaming seit 2008 um 1500%. Grund hierfür sind bereits geltende Roamingvorschriften und von der EU auferlegte Preissenkungen.

Ziel des Legislativvorschlags für einen „vernetzten Kontinent“ ist die Abschaffung sämtlicher Roaming-Gebühren innerhalb der EU. Ab 2016 sollen Mobilfunkkunden dann auch im Ausland die gleichen Preise für die Nutzung zahlen wie im Inland. Bereits ab Juli 2014 haben Kunden das Recht, auf Reisen im Ausland statt der Dienste ihres Heimatanbieters die billigeren Roamingdienste eines lokalen Betreibers oder eines heimischen Konkurrenten zu benutzen, ohne die SIM-Karte wechseln zu müssen.


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Quelle: Europa.eu |

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