Stille Tage im Klischee – der Blogger auf der re:publica

17. April 2011 Kategorie: Internet, Privates, geschrieben von: caschy

Die Überschrift lässt einiges vermuten, oder? Eine detaillierte Aufschlüsselung und Erklärung der Blogger. Allgemein gültig. Gut recherchiert und repräsentativ. Ich sag euch was: am Arsch. Hier gibt es nur Meinung. Ich war diese Woche auf der re:publica in Berlin. Da trafen sie sich – die Blogger, die Digitalen, die „Ich mache irgendwas mit Medien-Typen“, die arbeitslosen Social Media-Berater und die Feministinnen dieses Internets.

Wisst ihr, was ich nur wenig gesehen habe? Blogger. Also das Bild des Bloggers mit tragenden Brillen, welches ich habe. Blogger ist jeder und kann jeder sein. Ein Schnitt durch die Gesellschaft. Klein, groß, dick, dünn, schlau, doof – ihr kennt das. Das komplette Spektrum Mensch. Auf der re:publica wurde ein anderes Bild von Internet-Deutschland gezeigt und ich hoffe, dass normale Menschen und Medien nicht denken, dass dies die Vertreter, der Querschnitt des deutschen Internets sind.

Menschen, die Club Mate trinken (ja, es ist nämlich hipp), obwohl das schmeckt wie Oma unterm Arm (meine Meinung, muss nicht stimmen). Ach ja, schwarze Nerd-Brillen. Man will ja anders sein (haha!) Die Apple-Dichte lag bei gefühlten 95% (da bilde ich keine Ausnahme). Viel Dummschwafelei, wenig Neues – Schmoren im eigenen Saft. Menschen, die sich wichtig vorkamen – obwohl deren Blog, Seite, whatever vielleicht weniger Leute lesen, als euer Kanarienvogel Facebook-Freunde hat. Das zählt nicht in dieser Welt. Hauptsache man erzählt etwas und man ist wichtig.

Nicht falsch verstehen, ich will hier nicht den Kamm über alle Menschen scheren, die auf der re:publica rumliefen, aber einige passten doch ganz gut in das Bild. Das Problem ist halt, dass nun alle denken, dass diese Menschen ein Spiegelbild unseres Internets sind. Dies ist mal schlichtweg falsch. Denn im Internet ist mittlerweile fast jeder. Da gibt es nicht nur Arte oder Phoenix, sondern eben auch RTL2. Und wir müssen lernen, dass es alle Kanäle gibt, nicht nur ein paar.

Wir müssen die Werkzeuge in die Hand nehmen, die uns zur Verfügung stehen. Medienkompetenz vorleben. Man überlege sich: da stellen sich bei der re:publica Menschen auf eine Bühne und halten einen Vortrag über „Blogs in Deutschland aus Sicht der Blogger“. Und dann kommt allen Ernstes heraus, dass 20 Blogger befragt wurden – Politblogger auch noch. Gehts noch? Die andere Seite meiner re:publica waren interessante Sessions mit und von Bloggern und natürlich auch Gespräche mit vielen Menschen, die kurioserweise nicht in oben angesprochenes Klischee passten.

Lasst euch bitte nicht irre machen. Internet ist Internet. Nicht schwarz, nicht weiss – vor allem ohne Nerd-Brille. Das Internet ist bunt, wie wir. Es ist unsere Aufgabe, es zu einem tollen Ort zu machen – und nicht die von Politikern oder Szenestars. Lasst euch keine Meinung vorleben, sondern bildet euch eine. Dabei ist es egal ob wie produzieren oder konsumieren. Amen & noch nen schönen Restsonntag – wer jetzt meint, ich sei ein arroganter Typ, weil ich die oben genannten Stereotypen an einen Pranger stelle – mir egal, ich bin ein Mensch mit Stärken und Schwächen – und dazu stehe ich.

Nachtrag: André von logolook hat Interviews geführt:



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Über den Autor: caschy

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