Stille Tage im Klischee – der Blogger auf der re:publica

Die Überschrift lässt einiges vermuten, oder? Eine detaillierte Aufschlüsselung und Erklärung der Blogger. Allgemein gültig. Gut recherchiert und repräsentativ. Ich sag euch was: am Arsch. Hier gibt es nur Meinung. Ich war diese Woche auf der re:publica in Berlin. Da trafen sie sich – die Blogger, die Digitalen, die „Ich mache irgendwas mit Medien-Typen“, die arbeitslosen Social Media-Berater und die Feministinnen dieses Internets.

Wisst ihr, was ich nur wenig gesehen habe? Blogger. Also das Bild des Bloggers mit tragenden Brillen, welches ich habe. Blogger ist jeder und kann jeder sein. Ein Schnitt durch die Gesellschaft. Klein, groß, dick, dünn, schlau, doof – ihr kennt das. Das komplette Spektrum Mensch. Auf der re:publica wurde ein anderes Bild von Internet-Deutschland gezeigt und ich hoffe, dass normale Menschen und Medien nicht denken, dass dies die Vertreter, der Querschnitt des deutschen Internets sind.

Menschen, die Club Mate trinken (ja, es ist nämlich hipp), obwohl das schmeckt wie Oma unterm Arm (meine Meinung, muss nicht stimmen). Ach ja, schwarze Nerd-Brillen. Man will ja anders sein (haha!) Die Apple-Dichte lag bei gefühlten 95% (da bilde ich keine Ausnahme). Viel Dummschwafelei, wenig Neues – Schmoren im eigenen Saft. Menschen, die sich wichtig vorkamen – obwohl deren Blog, Seite, whatever vielleicht weniger Leute lesen, als euer Kanarienvogel Facebook-Freunde hat. Das zählt nicht in dieser Welt. Hauptsache man erzählt etwas und man ist wichtig.

Nicht falsch verstehen, ich will hier nicht den Kamm über alle Menschen scheren, die auf der re:publica rumliefen, aber einige passten doch ganz gut in das Bild. Das Problem ist halt, dass nun alle denken, dass diese Menschen ein Spiegelbild unseres Internets sind. Dies ist mal schlichtweg falsch. Denn im Internet ist mittlerweile fast jeder. Da gibt es nicht nur Arte oder Phoenix, sondern eben auch RTL2. Und wir müssen lernen, dass es alle Kanäle gibt, nicht nur ein paar.

Wir müssen die Werkzeuge in die Hand nehmen, die uns zur Verfügung stehen. Medienkompetenz vorleben. Man überlege sich: da stellen sich bei der re:publica Menschen auf eine Bühne und halten einen Vortrag über „Blogs in Deutschland aus Sicht der Blogger“. Und dann kommt allen Ernstes heraus, dass 20 Blogger befragt wurden – Politblogger auch noch. Gehts noch? Die andere Seite meiner re:publica waren interessante Sessions mit und von Bloggern und natürlich auch Gespräche mit vielen Menschen, die kurioserweise nicht in oben angesprochenes Klischee passten.

Lasst euch bitte nicht irre machen. Internet ist Internet. Nicht schwarz, nicht weiss – vor allem ohne Nerd-Brille. Das Internet ist bunt, wie wir. Es ist unsere Aufgabe, es zu einem tollen Ort zu machen – und nicht die von Politikern oder Szenestars. Lasst euch keine Meinung vorleben, sondern bildet euch eine. Dabei ist es egal ob wie produzieren oder konsumieren. Amen & noch nen schönen Restsonntag – wer jetzt meint, ich sei ein arroganter Typ, weil ich die oben genannten Stereotypen an einen Pranger stelle – mir egal, ich bin ein Mensch mit Stärken und Schwächen – und dazu stehe ich.

Nachtrag: André von logolook hat Interviews geführt:

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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71 Kommentare

  1. Habe nach dem Mate- und Brillen-Rant aufgehört zu lesen. Damit bist du nämlich selbst viel zu schnell darin verfallen, ein Klischee für einen Blogger zu bilden. Die Nummer mit der Brille macht es nicht besser. Da waren nämlich durchaus einige Leute, die Mate getrunken haben, Hipster-Brille trugen und trotzdem ein cooles Blog hatten.

  2. Nagel uffn Kopp.

    Gut, dass deine Bullshit-Sensoren immer noch einwandfrei funktionieren, Cashy 😉

  3. Nachtrag:

    Klar, jeder hat ein Bild vom „Blogger“ vor dem inneren Auge, aber die re:publica hat gezeigt, dass so gut wie kein Blogger diesem (bzw. meinem und offensichtlich deinem) Bild entspricht. Habe übrigens auch zwei nette Modebloggerinnen kennengelernt, die ganz genau NICHT so aussahen, wie ich es mir vorgestellt habe.

  4. Gut geschrieben, danke. 🙂

  5. Ja, die re:publica ist wirklich jedes Jahr abschreckend. Da kann man wirklich nicht oft genug erwähnen, dass DIE gerade nicht der Normalfall sind. Wäre ja auch unglaublich peinlich.

  6. kurz und knapp: *thumbs up* 😉
    Außerdem warst du doch in der tagesschau – wenn das nicht repräsentativ ist, dann weiß ich auch nicht 😀

  7. Was bitte ist Club Mate?
    Und warum ist es hipp, wenn es doch wie Oma unterm Arm schmeckt?

  8. Die Bekanntheit der re:publica ist in den letzten Jahren gestiegen, auch der Umfang hat deutlich zugenommen. Ich war noch auf keiner einzigen und muss ich wohl auch nicht unbedingt gewesen sein. Scheinbar geht man hier einen ähnlichen Weg, wie viele andere Veranstaltungen. Stars und Sternchen präsentieren zu müssen oder glauben, dies tun zu müssen. Allerdings hätte ich auch nichts anderes von der re:publica erwartet. Da gehe ich dann doch lieber auf Veranstaltungen, die gemischt sind mit allem was das Netz zu bieten hat. Und das sind nun mal regionale Veranstaltungen mit einem deutlich geringeren Grad an Bekanntheit.

  9. Gilly als Person, die sich jeden Tag die komplette Turnier-Ration Club Mate reinkippt, darf man hier übrigens als Kommentator nicht ernst nehmen 😉
    Absolut meine Meinung, ich hau zum Thema gleich auch noch was raus, weiß aber jetzt schon, dass ich es nicht so präzise auf den Kopf treffen werde wie es Caschy hier getan hat…

  10. Club Mate ist eine Brause, angereichert mit Marketinglegenden und -märchen. Gehört aber zum aktuellen Berlingewichse unbedingt dazu, obwohl es doch aus der Provinz kommt.

  11. Caschy war in der Tagesschau? Link bitte 😉

  12. Wir brauchen einfach bundesweit mehr Summercamps Alfeld!

  13. Cachy hat anscheinend genau die in Berlin gefunden, über die er sich ein wenig aufregen will, und das soll er. Mit der Re:publica, wie ich sie erlebt habe, hat das allerdings nix zu tun.

    Viele sehen eben nur das, was sie gerne wollen. Mit mir nicht-lesbischen, kaffeetrinkenden, metalhörenden Nichtnerdbrillenträger hat er jedenfalls nicht gesprochen.

  14. „Die Apple-Dichte lag bei gefühlten 95%“

    Think different, wie alle anderen auch … lol

  15. @cashy, das möchte ich mir doch verbitten. Ich rieche unterm Arm nicht wie Club Mate.
    Eigentlich doch schade, dass ich nicht zur re:publica war. Eintrittsgeld sparen und nur zu den Abendveranstaltungen gehen. Das wärs sicher gewesen (oder ich rieche ich dann doch wie Club Mate unterm Arm?)

  16. Der Titel gefällt, irgendwo hab ich hier ein Album vom W…

    aber ehrlich: ähnlicht hatte ichs vermutet bei der rp11, aber ne hohe Nerddichte hat man auch auf der Cebit oder ähnlichen Events, muss man halt nen paar vernünftige rauspicken und sich mit denen besaufen.

  17. Dort traf sich eben die Elite des Netzes. Oder doch zumindest die, die sich dafür halten. Nächtes Jahr gehen sie übrigens in die Messehallen. Ja ich weiß die re:publica ist für ihre Veranstalter ein gutes Geschäft, da können die fast ein ganzes Jahr von leben.

    Die machen re:publica und krönen Beckedahl zum Kaiser des Netzes. Wir bloggen einfach weiter.

  18. Ich hab ja noch nie was von Mate gehört?!?
    Gibts das in Stuttgart nicht, oder bin ich einfach nur ignorant? 😀

  19. @dhrac: Schade eigentlich 🙂 Ich traf übrigens auch Leser dieses Bligs und andere Blogger. Auch Mate-Trinker. War toll 🙂

  20. @Caschy Ja, das ist schade. Falls du deine allgemeine Angewidertheit bis zur #rp12 überwunden hast, sehen wir uns vielleicht spätestens dann.

    Und ruf bitte mal deine Oma an, die lässt fragen, ob sie endlich den doofen Tee aus der Armbeuge nehmen kann… 🙂

  21. Ich finde du siehst das gerade etwas zu eng, gerade weil eben jeder Blogger sein kann und ist, kann die re:publica gar keinen repräsentativen Schnitt spiegeln.
    Ich möchte jetzt nicht die re:publica Besucher über einen Kamm scheren, aber ich glaube der durchschnitts Blogger interessiert sich doch gar nicht für das was dort geschieht, vorgetragen wird, der durchschnitts Blogger würde meiner Meinung eher eine Messe besuchen die seinem Blog-Schwerpunkt betrifft.

  22. Mate schmeckt anfangs kacke aber dann, Hammer. Man muss sich dran gewöhnen weil es eben nicht so süß ist aber es erfrischt. Ich trinke es gerne und lebe in ner Kleinstadt, habe keine Nerd-Brille und auch kein Blog. Caschys Meinung über diese Spezies von Blogger ist seine Meinung und dafür ist sein Blog doch da, seine Meinung zu sagen und mit den Lesern zu diskutieren.

    PS: Wenn man Club-Mate nicht kennt ist das nicht schlimm, ist ein noch ziemlich unbekanntes Getränk das man auch nicht überall bekommt, da es eben nicht jedermanns Geschmack ist.

  23. @Kevin: vielleicht sollte es mehr normale Blogger interessieren.
    @dhrac: wenigstens hat mein Blogbeitrag geholfen,dass ich dir nun folgen kann – wir werden uns wahrscheinlich zur rp12 sehen – ich muss ja den Stereotypen verwässern 😉

  24. Welch wahre Worte.

  25. „Nicht falsch verstehen, ich will hier nicht den Kamm über alle Menschen scheren“ … tue es aber trotzdem, einfach um mal wieder einen schönen Rant loslassen zu können. Muss ja mal gesagt werden! Und wenn man die ausklammert, die nicht in mein Klischee passen, passt der Rest prima ins Klischee.

    Bei der nächsten RP gibt es dann also einen Brillen-Dresscode, Apple-Zeug wird verboten und wer sich wichtig fühlt (also alle, die nicht verschämt auf den Boden gucken), fliegt gleich raus. Der Stereotyp-Verdacht gehöhrt an der Wurzel ausgemerzt.

    (Sorry, wollte auch mal rum-polemiken – dazu stehe ich 🙂

  26. @caschy Da freue ich mich jetzt sehr und folge glatt zurück 🙂

    Ich fand die Re:publica tatsächlich schön bunt und lustig und von eben jener Diversifikation, die du wohl eher vermisst hast. Klar hüpfen da auch ein paar Nerdbrillenträger, Bussinesspunks und so Marketingblödärsche wie ich durch die Flure, aber alles andere wäre doch eher verwunderlich gewesen, oder?

    Ich denke aber, dass du insofern recht hast, dass sich das ganze noch viel breiter aufstellen sollte und könnte. Wo waren die Häkel- und Handarbeitsblogger? War das ganze eigentlich politisch genug? Nur eine runde Ägypten und das war es schon?

    Nein, reichen tut das eigentlich nicht, ist aber glaube ich genau deshalb auch ein Spiegel des Status Quo: Bloggen und Social Media ist noch nicht wirklich in der Realität der meisten Deutschen angekommen, da gibt’s also noch viel zu tun.

  27. @dhrac: und genau das ist unsere Aufgabe 😉

  28. Ohne jetzt jemanden zu Nahe treten zu wollen, aber wie das Klischee es sieht, stelle ich mir den Besucher einer solchen Veranstaltung vor, Nerdbrille, einwenig den Blick für die wahre Welt verloren, sich aber dennoch für so unheimlich wichtig halten, dass man denken könnte, man steht dem Chef eines Weltkonzerns gegenüber.

    Ich weiß, ich habe ein Bild voller Klischees von dem typischen Menschen, der Veranstaltungen wie diese besucht, aber es scheint ja zu stimmen.

    Der Grund, warum ich nie eine solche besuchen würde – und auch könnte. Ich käme mit diesen Leuten nicht klar, ich würde nach kurzer Zeit mit denen aneinander geraten und mich „lustig“ machen.

    Ich möchte mit derartigen „Nerds“ auch eigentlich weniger zu tun haben, oder mich von ihnen repräsentiert sehen. Sie gehen mir mit ihrer Art extrem schnell auf die Nerven.

    Das wird auch der Grund sein, warum so eine Veranstaltung eben nicht so bunt ist, wie es das Internet ist – wie es die Blogger sind. Viele werden wohl auch ähnlich denken und darum eben auch fernbleiben.

    Na ja, und dann gibt es noch die Gruppe „RTL2“. Die bleibt einer derartigen Veranstaltung einfach fern, weil sie gar nicht verstehen würden, was dort passiert. Sie finden sich darin nicht wieder. Um diese Zielgruppe zu erreichen, müsste es wohl um „nackte Tatsachen“ und breiter, tiefer, schneller gehen. 😉

    Übrigens, weil der Blog von Caschy nicht so klischeehaft ist und er sich davon abhebt, lese ich ihn so gerne! *einmal bitte die neun an die acht zur Schleimspur wischen* xD

  29. Als alter Tee-Trinker habe ich natürlich auch mal Mate-Tee probiert. Schmeckt wie Hund hinten.

    Ist natürlich eigentlich gar kein Tee (da nicht mit den Blättern der Teepflanze hergestellt), sondern eigentlich nur ein Aufgussgetränk. Aber das nur nebenbei, in Deutschland wird ja so ziemlich alles, was man heiß aufbrühen kann und das kein Kaffee ist, als Tee bezeichnet. 😉

    Falls Club Mate geschmacklich auch nur entfernt dem aus den Blättern der Mate-Pflanze hergestellten Aufgussgetränk ähnelt, kann ich jedenfalls gerne darauf verzichten.

  30. das klingt als ob sascha lobo dann doch zum denken angeregt hat. ich meine bei den besuchern der re:publica. das hier ist nämlich schon der x. blog post darüber, wie man das große ganze fassbarer machen kann ohne sich selbst als mittelpunkt des netzes darstellen zu wollen 🙂

  31. Ginge ich zu einer solchen Messe, würde ich wahrscheinlich hauptsächlich (innerlich) über die wandelnden Klischees lachen und mich davon nerven lassen. Nein danke.

  32. Der Vortrag von Sascha Lobo war eben genau das nicht, was einige vielleicht erwartet haben: Wegweisend (im nordkoreanischen Sinne) und Programmatisch.

    Es ist nicht so, dass die Kopfsäge einmal im Jahr vom Himmel herabsteigt, um dem Mob die neue Lehre zu verkünden.

    Fassbar ist das ganze so sehr nicht, wie es das Internet ist. BILD scheitert daran ja seit 2000 mit Dämlichkeiten wie „Im Internet sind sie der Meinung, dass…“

  33. Bild? Sind das die, die auch „Todesfalle Facebook“ gebracht haben? Ich breche zusammen 😀

  34. Versteh euer Problem mit der republica nich. Wens interessiert geht hin, wen nich der geht halt nich hin. Und Denken tut doch eh jeder was er will.

  35. Gutes Geschäft? Wahrscheinlich nur, weil sie nicht alle Rechnungen bezahlen…

  36. Ja, auf Facebook lauern die Körperfresser. Obacht geben, länger leben! 😀

  37. Club Mate kommt aus Franken, gar nicht soo weit von Stuttgart entfernt. Allerdings ist es nur ein Teil des Marketings, das Zeug mit „Tee“ in Verbindung zu bringen. Das ist Zuckerwasser mit Aromen, der Mateanteil ist so irrelevant und unschmeckbar wie der Olivenöl- und Pinienkerneanteil in Pesto Genovese aus dem Supermarkt. Nur wegen des Namens ist so was in Spuren enthalten.

    An diesen ganzen Modebrausen stoßen sich einige Brauereien echt gesund. Kostet praktisch nix in der Herstellung, geht aber für mehrere Euronen über den Tresen…

  38. Die re:publica, auch in der Variante #rp11, ist ein reines Inzuchtgebilde. Das Handvoll Orga-People, das sich gegenseitig protegiert & mit Aufträgen versorgt, lässt die FDP GANZ blass aussehen.

    Angebliche Alphamenschlein (so wie der Gilly, der immer noch einen auf „Ich doch nicht!“ macht) des Internetz sorgen dafür, daß ergebene Folger ihre Aussagen aufnehmen & nach deren Vorgaben handeln.

    Und leider gibt es genug Deppen, die das asap adaptieren & als Wahrheit annehmen.

    Erinnert mittlerweile an Events, die vor ein paar Jahrzehnten im Süden Deutschlands stattfanden.

    Einfach ignorieren.

  39. Na, wenn dieser Reiner recht hat, dann sollte ich so langsam mal Opas olle SS-Uniform aufbürsten.

    Und wer ruft dann laut „Wollt ihr den totalen Tweet?“ Der Lobo doch nicht…

  40. Ganz spontan für die Menschen, die es evtl. noch nicht gelesen haben: http://goo.gl/GCGE5 (von http://differentia.wordpress.com )

  41. was das Thema Nerds angeht: Nicht die echten Nerds sind das Problem, die sind cool, verstehen von was sie labern und stellen sich auch nicht in den Mittelpunkt.

    Schlimm sind diese Pseudo-Nerds mit ihrem Apple Zeugs, die gerne echte Nerds wären und so tun als ob sie wichtig sind.

    Ich finde da muss man ganz genau unterscheiden!

  42. Ich habe ja generell so ein Problem mit den typischen „Szene-Treffs“, wo in inzestuösester Manier „Insiderwissen“ über die Leute außerhalb der Szene ausgetauscht wird. Anstatt diese Leute dann einfach mal zu fragen oder zu integrieren. War hier in Savannah beim DesignEthos genauso. Da haben Designer, Design-Lehrende (Akademiker…) und Theoretiker philosophiert wie Design die Welt für jedermann besser machen kann. Anstatt einfach mal einen Jedermann / Normalbürger zu fragen, werden da die wüstesten Theorien herbeigezogen.
    Wer „in Internet macht“ und nur im Internet lebt betreibt kulturellen Inzest. Ich weiß aus sehr sicherer Quelle, dass der Autor dieses Blogs auch offline menschlich ist.

  43. @Robert Aghte: Wen es interessiert, der geht hin, wen nicht, der geht nicht hin. Genau wie Libyen.

    Caschy war da und berichtet unter anderem von vielen wandelnden Klischees. Das kommentieren viele Interessierte. Ein Blick auf deinen Twitter-Account und deine Website, deine Selbstdarstellungs-Fotos, Bin-beim-Bäcker-hier-mit-google-maps-Standort-Posts und Fotos mit abgedroschenen Standard-Filtern: Über dich wird hier geschrieben.

  44. @Hoschi Nerdsein und Apple schliessen sich für mich seit jeher aus. Ich mag Apple-Produkte sehr gerne, habe mich mit einem MBP oder einen iPhone noch nie als Nerd gefühlt.

    Echte Nerds haben zum Beispiel ein Gentoo-Laptop und ein N900. Apple und Windows ist was für die restlichen 99%.

  45. doppel moppel

  46. Ne .. Apple ist was für die Leute die different denken 😀

  47. Ich liebe diesen Blog. Danke Caschy. 🙂

  48. Astreiner Artikel, geht runter wie Öl! Besten Dank dafür!

  49. das Web wird bunt?
    Jetzt muß ich aber kräftig lachen. Das Web war schon bunt als die meisten Nerds sich noch mit ihrem Tamagotchi beschäftigt haben.

    Das Web hat sich wunderbar gewandelt und bietet richtig geile Möglichkeiten. Es hat an Nutzern zugelegt und ist eben nichts aussergewöhnliches mehr.
    Es hat aber auch viele Leute rausgekitzelt die nun meinen sie hätten das Rad neu erfunden. Genau da kommt dann der Vergleich zu Bild. Es ist völlig egal was die fürn Bullshit verbreiten, es wird gelesen und eben nicht nur vom RTL2 Besucher. Warum liest man es? Weil sie die Sprache der Masse sprechen. Was Bild schreibt versteht jeder und es ist den Autoren scheißegal was der Leser danach denkt. Der Klick zählt.

    Dagen kommt dann der Blog. Nehmen wir mal nur den Artikel zur Verschlüsselung. Guter, sinnvoller Artikel. Bei den Kommentaren ist dann aber nur noch der geschichtliche Part von Enigma lesenswert.
    Daneben posten Nerds und das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, von 128bit Verschlüsselungen, gepackt mit möglichst vielen Fachbegriffen (ala ich kenn Begriffe, ich bin wichtig) und fordern eine Sicherheit im Net die dem Fort Knox entspricht. Hut ab….

    Der RTL2 Leser wird verstanden haben was er wollte, einer der Plan hat wird sich neben dem Scriptkiddie schlapp lachen und ich denk nur blubb.

    So und genau diese Bilder spiegeln sich auf der re:publica wieder. Man nennt das Kind nicht beim Namen „Wir treffen uns, sabbeln blöd rum und erfreuen uns am Abend beim Bier daran“.
    Vermutlich werden viele Nerds nun sogar dran glauben das sie neues erfahren haben und nun den Radschlüssel fürs Web besitzen.
    Sie werden immernoch daran glauben das man einzigartig sein muß und kein anderer ausser ihm wird die Dinge umsetzen die der Punk vorn erzählt hat.

    bis aufs verpasste Bier mit einigen Leuten war ich via Twitter bestens unterhalten. Ich werd zwar kein Nerd, sterbe dumm aber ich hatte wieder viel zu lachen.

    AMEN

  50. @Tobias: Du bist aber garstig. Von uns Selbstdarstellern lebt das Web…

  51. Das hat der @dhrac gut erkannt. Opi war bei der SS? Dann hast Du ja ggf. das Ich-folge-Gen geerbt.

    Natürlich hinkt der Vergleich und ich meine nicht nur die #rp … aber dieses selbsternannte / von hirnlosen Fans aufs Schild gehobene Häufchen von „Netizens“, die sagen, wie es „im Netz“ sein soll, ist einfach ekelerregend.

    Diese mspros, glücklichen Schnitzel und wie die Protagonisten der InzestInternetSchaft alle heißen suhlen sich in der Bewunderung der InternetMassen, die lieber nachhecheln & abfeiern, anstatt sich selber eine Meinung zu bilden.

    Stand der aktuellen Forschung ist, daß jeder Mensch diesen feuchten Lappen unter der Schädeldecke hat. Einfach mal autark nutzen, statt sich von „Helden“ vorgeben zu lassen, wie man zu sein hat, was man zu denken / tun hat.

    Und damit sind wir wieder bei Nürnberg.

  52. Gut geschrieben. Danke für dieses Artikel.
    Und Gilly fühlt sich wohl auffen Schlips, äh die Nerdbrille getreten. Find es auch immer schade, wenn sich wenige Blogger hinstellen und dann meinen sie seien „das Internet“ oder „die Blogosphäre“. Meist lehren sie über den Tellerrand zu blicken, aber besitzen diese Fähigkeit selbst kaum. Halten sich noch dazu meist für etwas besseres – elitär.

  53. Club Mate hat mit Mate-Tee so viel zu tun wie Fanta mit Orangensaft.

  54. @maik: Sich selbst darzustellen, ist grundsätzlich ja auch nichts Schlechtes. Habe deinen Nick angeklickt und dahinter einen (auf den ersten Blick) sorgfältig geführten, inhaltlich interessanten Themenblog gefunden. Das ganze ohne überbordende Selbstdarstellung.

    Das ist in meinen Augen ein positives Beispiel und weit entfernt von dem, wogegen ich selbst allergisch bin. 😉

  55. Hm, trage keine Nerdbrille, höre Rockmusik, habe lange Haare, nen lustigen Kinnbart, trage nen iPad spazieren, fand Club Mate irgendwie wie verdünnten Cider oder abgestandene Faßbrause.

    Aber den Querschnitt der Leute fand ich gut. Dick, dünn, hässlich, hübsch, bebrillt, gefärbt, beglatzt, langhaarig, dumm, schlau, labernd (Sascha Lobo) intelligent (Gunter Dueck), jung, alt etc. pp.

    Ein bunter Jahrmarkt der Blogger/innen und jener die sich für wichtig und oder unwichtig im Netz hielten.

  56. @ Tobias und @maik

    Habe Maiks Blog auch mal angeklickt und fand es thematisch interessant. Das sind doch Themen, die Leute gerne lesen.

  57. Schublade auf. Schublade zu.

  58. Nachtrag zum Video:
    Keuchel kommt am besten weg, sehr sympathisch der Kerl.
    Na als Google Pressesprecher sollte man auch reden können 😉

  59. Nerdbrille und Club-Mate? re:publiba in Berlin? Passt ja irgendwie zusammen und man könnte denken, dass die Friedrichshain-Szene anwesend war…Schön geschrieben Caschy

  60. Die meisten Blogger haben besseres zu tun als sich mit dort mit der selbst ernannten Elite zu treffen und irgendwelches Meta-Gequatsche anzuhören.

    Das Ganze ist ja nur bei wenigen Beiträgen Thema-bezogen. Meisten ist l’art pour l’art die Devise.

    Das interessant natürlich Leute die bestimmte Nischen bedienen kaum. Ich lass mich bei jeder Musik-Messe sehen, aber sowas wie die Re:publica gibt es bestenfalls im Stream neben der Arbeit.

    Meld doch mal eine Rede über Freeware/portable Software an! Dann komme ich auch nächstes Jahr.

  61. nicht hipp: ubuntu, bier, kippen, keine brille da gute augen, club mate noch nie getrunken.
    von der re:publica habe ich dieses jahr zum ersten mal gehört und mir auch beiträge angesehen. unter anderem auch die 50 min lobo?
    naja, wer es braucht?! ich nicht. schon garnicht die interessenvertretung digitale gesellschaft. da sind die linuxtage und das roadburnfestival um einiges interessanter und ergiebiger.

  62. Mate mag ich auch nicht. Aber hey, nichts gegen meine Brille 😉

    Gute Message!

  63. Jeder hält seine eigene Gruppe immer für einen bunten Querschnitt. Dadurch, dass man selber beteiligt ist, sieht und überbewertet man feine Unterschiede, die ein Außenstehender nicht wahrnimmt.

    Ich war mal auf der Veranstaltung einer Reservistenkameradschaft der Bundeswehr (fragt nicht), auf der auch stolz erzählt wurde, dass man durch die Wehrpflicht ja einen Querschnitt durch die Bevölkerung bilde und die Bundeswehr deswegen eine bunte Truppe sei. Ich fand das … leicht übertrieben. Natürlich sind das unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Kleidung, Musikgeschmack oder Barttrachten, aber der Kern, weswegen man die Gruppe bildet (Wehrpflicht statt Zivildienst, Bloggen als Sebstzweck statt Nicht-Bloggen/inhaltlicher Tätigkeit) prägt doch die Gruppe und führt zu einer Selektion. Platt gesagt: Bei den Reservisten war der Teil der Bevölkerung, der die Wehrpflicht ablehnt, leicht unterrepräsentiert; bei der re:publica der Teil der Internetnutzer, der Bloggen als Werkzeug betrachtet, um Inhalte rüberzubringen und dieses Gewese um die intelligente Schreibmaschine und die Bauchnabelschau ihrer Bediener nicht nachvollziehen kann.

    Ich glaube, dass in beiden Fällen die zweite Gruppe die *weitaus* größere ist. Die hören übrigens auch in ihrer Gruppe unterschiedliche Musik. Hat aber nichts mit der Gruppenzugehörigkeit zu tun.

  64. @Michael: Sag ich doch 😉

  65. Ich als Ur-(West)Berliner kann dich gut verstehen Caschy. Berlin ist sowas von Hip das es zum kotzen ist. Obwohl ich echt versuche gegen nix und niemandem Vorurteile zu pflegen kann ich diese Pseudo-Alternativen-Kinderplastikbrillen-Schlabberhosen-Typen nicht mehr sehen die gerade mal nen Cent in der Tasche haben aber immer an ihrem iPhone rum fummeln.

    Was Kongresse angeht kann ich Dir nur empfehlen mal im Winter den CCC Kongress zu besuchen. Wird auch viel Club-Mate getrunken aber da sind wenigstens echte Nerds! 😉

    Und was Club-Mate ansich angeht: Für mich ist es ein guter Kaffee Ersatz. Kalt und etwas geschüttelt schmeckts ganz gut und z.B. mit nem halben Humpen Bier gemischt isses auch lecker!

  66. Verdammt.
    Ich hab auch ne schwarze Hornbrille auf. Und ich hab Apple-Produkte.

    Was haben meine Eltern nur falsch gemacht?

    Aber mal zum Thema: Ich hab mitm Internet nu nicht viel zu tun, zumindest Job-technisch nicht. Wie der ein oder andere vielleicht weiss bin ich nen Junge vom Bau (sympathisch und schlau) und entdecke aber diese Leute, nur halt leicht abgewandelt, halt überall anders auch.
    Grad das vom Carsten mit „Schmorren im eigenen Saft“ betitelte betreibt doch jede „Branche“ für sich selbst. Die einen feiern sich vielleicht nur etwas mehr als die andern, und da Lobo ja wirklich mittlerweile zu jedem Schnarchthema in Bezug auf „was mitm Internet“ in irgendwelche Kamera-Objektive was zu sagen hat, ist die Präsenz der „Nerds“ vielleicht auch etwas stärker…

    Ich kenne diese ganzen Leute auch. In meiner Branche tragen sie nur statt schwarzen Brillen schwarze Rollkragenpullis und statt Apple-Produkten Echt-Leder Filofax(e?). Die heissen auch nicht Nerds sondern Architekten…

  67. ClubMate – Ich komme aus der Gegend wo’s erfunden wurde, und das ist bestimmt schon gut 25 Jahre her. Bei uns kein Szenegetränk, sondern gnadenloser Durstlöscher in Bauernkneipen („Gib mer a Bronde“), Vereinsheimen, bei Kärwas, Autoschraubaktionen usw. Dargeboten in 0,5l Glasgebinden… Ein Regionalgetränk und kein Szeneplempl 🙂

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