Ausprobiert: Logitech Harmony Touch

28. August 2014 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

Unser Leser Björn hat sich eine Logitech Harmony Touch gekauft. Ich selber bin bislang ohne diese Fernbedienungen ausgekommen, Receiver, TV, PS4 und Apple TV ließen in mir nie den Drang aufkommen, so eine Fernbedienung zu haben. Sound kommt aus der Sonos Soundbar, kann also via Receiver- oder TV-Bedienung geregelt werden, alternativ natürlich via Smartphone.

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Zurück zu Björn. Leser und ganz angenehmer Twitterer, dem ich gerne folge. Ich fragte ihn, ob er mal ein paar Zeilen zu seinem Neuerwerb verfassen möchte und eben jenes hat er getan. Falls ihr also Fragen zu dem Hobel habt, belästigt gerne den Björn, der liest hier mit. Bühne frei:

Als technikaffiner Mensch hab ich in meinem Wohnzimmer mit diversen Multimedia-Geräten zu tun: Fernseher, SAT-Receiver, Blu-ray Player, Apple TV, 5.1 Surround-System, ein WD TV um Medien vom NAS zu schauen und eine Wii-Spielkonsole. Jedes dieser Geräte bringt eine eigene Fernbedienung mit, wovon man teilweise nicht mehr als den Ein-/Aus-Knopf benötigt. Nervt einfach. Meine Frau nutzt zudem den Fernseher öfter als ich, somit sollte das Ganze auch für sie so einfach wie möglich sein.28-08-2014 15-17-12

Im Amazon-Angebot hatte ich jetzt die Chance, eine „Logitech Harmony Touch“ für 99€ zu ergattern. „Eine Fernbedienung für alles“, so verspricht mir der Hersteller. Für mich persönlich sind knapp 100 Ocken ne ganze Menge für ne Fernbedienung, aber wenn sie mir wirklich Frust abnimmt und die Steuerung vereinfacht, würde ich wohl ein Auge zudrücken.28-08-2014 15-17-25

Auspacken

In der Packung befindet sich neben der Fernbedienung noch eine Ladestation, ein (sehr kurzes) USB-Kabel und ein Netzstecker. Das Gerät selbst hat am unteren Deckel eine gummierte und rauhe Oberfläche und liegt angenehm in der Hand, ohne zu verrutschen. Die Oberfläche besteht aus Plastik in Klavierlack-Optik und dem Touch-Display.

Die Fernbedienung wirkt sehr aufgeräumt, da dort nur die wichtigsten Tasten direkt abgebildet sind und ein Nummernblock z.B. wegfällt und über das Display optional anwählbar ist.IMG_3272

Einrichtung

Konfiguriert wird die Fernbedienung komplett mit Hilfe eines kleinen Tools, welches sich für Windows und Mac von der Herstellerseite herunterladen lässt. Mit ein paar Klicks ist es sogar möglich, die Konfiguration direkt im Browser zu erledigen, Microsoft Silverlight Plugin oder Harmony-Browser-Plug-In vorausgesetzt.IMG_3275

Nach dem ersten Anmelden wählt man zuerst den Typ des Gerätes aus und gelangt dann in die eigentliche Konfiguration. Zuerst legt man die einzelnen Geräte an, indem man Hersteller und (möglichst genau) den Gerätetyp auswählt. Meine Geräte wurden anstandslos und komplett erkannt. Logitech wirbt selbst damit, über 225.000 Geräte in der Datenbank zu haben. Meine sind zumindest dabei.

Bei der Einrichtung der Geräte werden verschiedene Einstellungen abgefragt. Zusätzlich kann man pro Gerät auch festlegen, welche Tasten im Display der Fernbedienung beim Steuern des jeweiligen Gerätes angezeigt werden sollen. Funktionen, die man also häufig verwendet, können so im direkten Zugriff bleiben. Weiterhin ist es möglich, auch Knöpfe auf der Fernbedienung mit anderen Funktionen zu belegen, was mir sehr gut gefällt.IMG_3279

Sind alle Geräte eingerichtet können Aktionen erstellt werden. Das Menü gibt schon ein paar Aktionen vor, es können aber natürlich auch eigene erstellt werden. Aktionen sind hintereinander geschaltete Ereignisse, die die einzelnen Geräte ausführen sollen, um zu einem Gesamtergebnis zu kommen. Einfachstes Beispiel: Fernsehen.

Die Aktion „Fernsehen“ schaltet somit nacheinander den Fernseher, den SAT-Receiver und die Surround-Anlage ein. Zusätzlich wählt die Aktion am Surround-Receiver den korrekten Kanal aus und legt fest, dass die Lautstärke auf der entsprechenden Taste der Fernbedienung den Ton am Surround ändert und die Kanäle am SAT-Receiver umschaltet. Sehr praktisch! Natürlich können auch alle genannten Geräte innerhalb der Aktion mit der Taste „Off“ wieder zusammen ausgeschaltet werden. Auch das lässt sich noch mit zusätzlichen Einstellungen abändern (Verzögerungszeit, Reihenfolge etc.). Auch Abfolgen von Geräteaktionen sind möglich (Fernseher Menü einschalten, zweimal nach rechts klicken und dann mit OK bestätigen).IMG_3280

Somit habe ich mir verschiedene Aktionen erstellt: Fernsehen, Blu-ray wiedergeben, Apple TV schauen, Wii spielen usw. Alle benötigten Geräte werden in der richtigen Reihenfolge eingeschaltet und die passenden Kanäle und Anschlüsse ausgewählt. Klappt hervorragend! Falls mal doch was schiefgehen sollte, bietet das Gerät noch eine „Soforthilfe“ direkt am Display an, wo einzelne Aktionen etwa nochmal wiederholt oder korrigiert werden können.IMG_3281

Für den Fernsehgenuss lassen sich 50 Kanäle als Favoriten, ähnlich einem Homescreen mit Apps, ablegen. Die Symbole der Favoriten können sogar ausgetauscht werden, was einem Perfektionisten sehr entgegenkommt, da die Senderlogos von Haus aus eher etwas verschwommen oder zu klein sind. Im Internet gibt es genügend Vorlagen für Senderlogos auf der Harmony, weshalb es mir innerhalb kurzer Zeit möglich war, das Aussehen um Längen zu verbessern und auch Logos etwa für die „Sky Bundesliga HD“-Sender einzufügen. Die Favoriten lassen sich verschieben, umbenennen und löschen, übrigens ebenfalls auf dem Display der Fernbedienung selbst.IMG_3283

Anfangs im Artikel erwähnt gibt es auch die Möglichkeit, den Zehnerblock per Wischgeste auf dem Display einzublenden. Eine Gestensteuerung für einzelne Geräte ist auch nutzbar, macht für mich aber bis jetzt wenig Sinn. Wenn ich über eine Taste die Lautstärke ändern kann, wieso sollte ich dann durch mehrfaches Hochwischen die Lautstärke erhöhen? Mal sehen, ob ich im Laufe der Zeit für Geräte doch noch einen Nutzen aus den Gesten ziehen kann.

Ansonsten bietet die Fernbedienung noch weitere Systemeinstellungen: wie lange das Display erleuchtet bleiben soll bis es sich ausschaltet, ob die Fernbedienung standardmäßig gesperrt sein soll und durch seitliches Wischen erst aktiv wird (für Leute mit kleinen Kindern nicht schlecht), sogar eine Änderung des Hintergrundbildes ist möglich. Hier kann man sich aus einem Vorrat bedienen oder sogar eigene Bilder hochladen. Für Aktionen können ebenfalls eigene Symbole hochgeladen und verwendet werden, womit man seine Fernbedienung etwas personalisieren kann.

Benutzung

Per Tipp auf das Display fängt dieses an zu Leuchten und ist einsatzbereit. Übrigens sind auch die normalen Tasten der Fernbedienung hintergrundbeleuchtet. Wie bei Homescreens auf dem Smartphone kann man per Wischgeste nach Rechts oder Links navigieren, um z.B. Favoriten oder Aktionen einzublenden und auszuwählen. Die Harmony Touch verwendet leider nur herkömmliches Infrarot und keine zusätzlichen Funkverbindungen. Um eine Aktion durchzuführen muss also die Bedienung in Richtung der Geräte gehalten werden, wie man es von herkömmlichen Fernbedienungen kennt. Für mich aber kein Hindernis.

Knöpfe haben einen angenehmen Druckpunkt, das Display reagiert gut und nur mit minimaler Verzögerung und leichtem Ruckeln. Das ist aber wirklich ertragbar und stört nicht.

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Die Harmony Touch macht genau das, was ich von ihr erwarte: sie vereinfacht die Bedienung der Geräte und verfrachtet alle weiteren Bedienungen in den Schrank. Sicher werde ich noch an ein paar Aktionen und Knöpfen feilen müssen, bis ich alles perfekt eingestellt habe. Man hat extrem viele Einstellungsmöglichkeiten und braucht etwas Zeit, bis alles perfekt konfiguriert ist. Die Ladeschale gefällt mir auch gut, somit ist der Akku immer ausreichend gefüllt. Logitech hat im Portfolio noch viele andere Harmony-Modelle, die mal günstiger und mal viel teurer sind. Für meine Zwecke reicht die Harmony Touch völlig aus. Man sollte sich aber natürlich auch informieren, was andere Modelle so drauf haben.



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Über den Autor: caschy

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