Ausprobiert: Honor 7: Preis-/Leistungs-Knaller aus dem Reich der Mitte

21. September 2015 Kategorie: Android, geschrieben von:

HONOR7_EMUI_LauncherLandete Huaweis Zweitmarke im letzten Jahr mit dem Honor 6 einen ordentlichen Achtungserfolg, so schielten in den letzten Monaten schon viele Smartphone-User wieder neidisch in das Reich der Mitte. Grund hierfür war das Erscheinen des Nachfolgers – das Honor 7 ist nun seit Ende August auch in Deutschland erhältlich und schickt sich an, den guten Eindruck des Vorgängers zu toppen. Nur ein paar Wochen später hatte Honor schon Probleme, die Nachfrage zu bedienen, gab es das 349 EUR-Smartphone zur Einführung dank Gutschein im hauseigenen vMall-Store doch schon für 299 EUR. Ob der Run auf das Honor 7 gerechtfertigt ist oder die Infos aus China den berüchtigten Vorschusslorbeeren entsprachen, werden wir an dieser Stelle nun einmal genau unter die Lupe nehmen.

Ich bin chronischer Smartphone-Switcher – seit dem iPhone 3G ist mein „Daily Driver“ allerdings hauptsächlich ein Device aus Cupertino, hin und wieder gibt es aber auch mal Phasen, in denen ich Richtung Android schiele. Da mir auch die Haptik und das Handling bei Smartphones sehr wichtig sind, bin ich Android-seitig letztendlich bei der Xperia-Serie von Sony hängengeblieben, die mein subjektiver Maßstab für ein Android-Smartphone ist. Wie dem auch sei: Aktuell ersetzte das Honor 7 in der 16 GB-Variante also mein iPhone 6 im Alltag.

DAS STECKT IM HUAWEI HONOR 7:

  • Display: 5,2 Zoll IPS-LCD Full HD bei 1920 x 1080 Pixeln (424 ppi)
  • Prozessor: HiSilicon Kirin 935, Octa-Core, 4 x ARM Cortex-A53 mit 2,2 GHz und 4 x ARM-Cortex A53 mit 1,5 GHz, ARM Mali-T628 GPU mit 4 Kernen
  • Arbeitsspeicher: 3 GB RAM
  • Speicher: 16 GB (erweiterbar via MicroSD-Karte, wenn keine zweite SIM benutzt wird), davon im Auslieferungszustand noch 8,84 GB frei – 64 GB-Variante noch nicht in Deutschland verfügbar
  • Kamera: Rückseite 20,7 Megapixel mit Sony IMX230-Sensor und f/2.0-Blende, 8,3 Megapixel Video-Auflösung, 30 fps Aufnahmegeschwindigkeit / Front 8 Megapixel
  • Betriebssystem: Android 5.0 Lollipop mit EMUI 3.1
  • Akku: 3100 mAh (nicht austauschbar)
  • Abmessungen: 143,2 x 71,9 x 8,5 mm, 157 Gramm
  • Verbindungstechnologien: 4G LTE, WLAN 802.11 a/b/g/n (2,4 GHz & 5 GHz), WiFi Direct, Bluetooth 4.1, GPS, A-GPS, GLONASS
  • Farben: Mystery Grey, Fantasy Silver
  • Sonstiges: Fingerabdruckleser, Dual-SIM, LED-Benachrichtungsanzeige, Umkehr- und Schnellladefunktion

HAPTIK UND OPTIK

„Recht schwer“ war mein erster Gedanke, als ich das 5,2 Zoll große Honor 7 das erste Mal in den Händen hielt – 157g bringt das Gerät auf die Waage, an die man sich aber schnell gewöhnt. Wie der große Bruder Ascend Mate 7 hat das Honor 7 eine Rückseite aus Aluminium und zwei Kunststoffabdeckungen an Ober- und Unterseite – bedingt durch die Struktur wirken die beiden Abdeckungen aber hochwertiger, als das Material vermuten lässt und gliedern sich nahtlos in die Gesamtoptik ein.

Auf der Rückseite finden wir die (leider herausstehende) Kamera samt LED-Blitz sowie ein abgerundetes viereckiges Feld, was den Fingerabdruckleser darstellt, doch dazu später mehr. Im Gegensatz zum Huawei P8 besteht das Honor 7 halt nicht gänzlich aus Aluminium und Glas und ist mit 8,5mm Dicke nicht das schlankeste Smartphone, liegt aber trotz des Gewichts wegen der abgerundeten Kanten deutlich besser in der Hand als das P8 – fein.

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Auf der rechten Seite finden wir den Ein-/Ausschalter und die Lautstärkewippe, die linke Seite beherbergt den Kartonslot für zwei SIM-Karten oder aber eine SIM- und eine MicroSD-Karte sowie den in drei Varianten frei konfigurierbaren „Smart Key“.

Oben finden wir den Headphone-Jack, unten den Micro-USB-Anschluss. Links und rechts vom letzteren befinden sich Löcher, die einen Stereolautsprecher vermuten lassen – in der Tat hat das Honor 7 an dieser Stelle aber nur einen Monolautsprecher und das Mikrofon. Ein-/Ausschalter- und Smart Key heben sich durch die geriffelte Oberfläche deutlich von der Lautstärkewippe ab, alle Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt und wirken sehr wertig. Auch nicht mehr alltäglich: Eine Benachrichtigungs-LED ist ebenfalls mit an Bord.

Übrigens, apropos Dual SIM – bedingt durch die 16 GB bleibt Euch in Sachen Speicherweiterung ODER zweiter SIM die Qual der Wahl: Wollt Ihr eine MicroSD-Karte nutzen, fällt die Option der zweiten SIM im Honor 7 (die dann auch nur 2G-fähig ist) unter den Tisch. Lösen könnte dieses „First-World“-Problem wohl nur die 64 GB-Variante des Smartphones, von der aktuell noch niemand weiß, ob und wann sie deutsche Lande erreicht.

DAS DISPLAY

Persönlich brauche ich nicht unbedingt ein Display jenseits der Full HD-Auflösung – das Honor 7 spielt mir da sauber in die Karten: Ein IPS Display mit der maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bei 424 ppi macht mich persönlich glücklich. Mehr ist zwar immer schön, aber eine höhere Auflösung kratzt auch wieder mehr am Akku. Beim Honor 7 passt die Schärfe und auch die maximale Helligkeit, die man in Anspruch nehmen kann, um auch bei direktem Lichteinfall noch etwas auf dem Smartphone ablesen zu können – maximal 420 cd/m² machen es möglich. Eine sehr gute Blickwinkelstabilität und guter Kontrast runden das Bild ab: Hier gibt es nichts zu meckern. Positiv bemerkbar – hat man die Funktion dann mal gefunden – ist die Möglichkeit, den Bildschirm via „Double-tap-to-wake“-Funktion aufzuwecken. Das Feature ist standardmäßig leider nicht aktiviert, die Funktion ist in den Einstellungen unter „Gestensteuerung“ zu finden – hier kann man auch einstellen, dass das Telefon durch das Umdrehen auf die Vorderseite nicht mehr klingelt oder beim Aufheben halt leiser klingelt.

HONOR7_EMUI_Launcher

DER AKKU

Huawei verbaut im Honor 7 einen nicht wechselbaren 3100 mAh-Akku, der im Zeitalter schrumpfender Energiespeicher erst einmal recht groß wirkt. Machen wir uns nichts vor – heutzutage sind wir froh, wenn das Smartphone den Tag übersteht und abends an den Strom kann, um für den nächsten Tag gewappnet zu sein. Daher bin ich auch immer skeptisch, wenn man glaubt, die Laufzeit eines Smartphones auf dem Papier über den Akku definieren zu können.

Um einmal zu schauen, was der Akku des Honor 7 im Stresstest zu leisten vermag, haben wir ihn mal wieder durch unsere Lieblings-Benchmark-App „PCMark“ gejagt und geschaut, ob ein Akku jenseits der 3000 mAh-Grenze auch gleichbedeutend ist mit einer entsprechend langen Laufzeit. Wie auch in den Tests meiner Kollegen waren hier die Rahmenbedingungen die gleichen: Die Helligkeit wurde manuell auf 50% heruntergestellt, WLAN und Bluetooth wurden eingeschaltet, die SIM-Karte im Gerät gelassen und alle Benachrichtigungen – wie auch von der normalen Benutzung nicht anders gewohnt – aktiviert.

akkuhonor7

Anschließend durfte der Benchmark bei 100% Akku seine Arbeit aufnehmen und unsere Alltagsszenarien im Eiltempo durchlaufen, darunter halt die Simulation von Browsernutzung (Surfen), Herumspielen mit Bildern und Videos sowie dem ganzen Drumherum. Dies geschieht solange, bis wir die 20%-Marke erreicht haben, was für mich ja immer den ungefähren Akkustand darstellt, wenn ich abends wieder das Haus betrete.

Das Ergebnis: Verblüffend. War der Akku vorher vollgeladen, stand am Ende des Benchmarks noch 20% Restlaufzeit und laut PCMark ein Work Battery Life-Wert von 7:57 Stunden zu Buche. Rechnet man das Ganze dann dank Adam Riese (oder dem Kollegen Pascal) hoch, kommen wir da auf 9:56 Stunden und somit auch auf den bisherigen Bestwert unserer Testergebnisse. Bekanntlich ist das wahre Leben ja immer unbarmherziger als jede Spielwiese – aber hier sorgt das Honor 7 definitiv für eine extrem beeindruckende Duftmarke in Sachen Akkulaufzeit.

Auch hier muss ich den obligatorischen Hinweis loswerden: Dies ist ein Testszenario und meine individuelle Nutzung des Honor 7 wird sich wohl definitiv von Eurer unterscheiden. Im Alltag habe ich die Helligkeit des Gerätes auf automatisch gestellt, WLAN und Bluetooth (Arbeitsweg pro Tag zwei Stunden mit Musik oder Hörbuch) immer an, rufe drei E-Mail-Konten per Push ab und bin täglich in den üblichen sozialen Netzwerken- und Newsapps unterwegs, während Spiele eigentlich gar nicht Teil meines smartphonetechnischen Tagesablaufes sind.

Bildschirmfoto 2015-09-21 um 09.20.35

Wenn ich abends dann noch 20-30 % Restakku habe, wenn ich wieder das traute Heim betrete, bin ich in Sachen Ausdauer meines Telefons zufrieden. Wie auch jeder andere ist dieser Akkutest ein Richtwert und variiert mit jedem Start mal nach oben, mal nach unten – gießt meine Erfahrungen also bitte nicht in Blei bzw. kreuzigt mich nicht, wenn die Laufzeiten Eures Honor 7 sich gegebenenfalls deutlich von meinen unterscheiden.

Übrigens scheint Huawei durchaus von dem Akku überzeugt zu sein, könnt Ihr das Gerät doch auch nutzen, um bedürftigen Freunden/Kollegen ein wenig Strom zu leihen – so wird das Honor 7 zur alternativen Powerbank.

DIE PERFORMANCE

Das Honor 7 ist flott – so könnte man das Thema „Performance“ schnell abtun. Obwohl ich in Sachen HiSilicon-Prozessoren erst einmal betont vorsichtig bin (zu dominant waren die Snapdragon-CPUs bisher), merkt man in der reinen Arbeitsgeschwindigkeit des Geräts keine groben Schnitzer respektive Ruckler. Wie gesagt – Android-seitig hatte ich bisher die Snapdragon-Brille auf, lasse mich aber auch gerne auf neues ein, denn bekanntlich haben ja auch andere Mütter hübsche Töchter.

Zwar ist auch der Kirin 935 kein „richtiger“ Octacore, teilt er sich doch einmal in einen 2,2 GHz Cortex-A53 Quadcore- und einen 1,5 GHz Cortex-A53 Quadcore-Prozessor auf, der von 3 GB RAM unterstützt wird. Geschenkt – das Ding kratzt natürlich nicht am Snapdragon 810 aus dem Hause Qualcomm, ist aber auch – freundlich gesagt – kein Handwärmer bei höherer Belastung. Leistungstechnisch kommt der HiSilicon Kiron 935 im Honor 7beim AnTuTu-Benchmark knapp über die 47.500-Punkte Marke und damit in Schlagdistanz zum Snapdragon 808, wie er beispielsweise auch im LG G4 werkelt.

HONOR7_AnTuTu

Keine allzu schlechte Referenz, wie ich finde. Auch der von mir nicht sonderlich geliebte EMUI-Aufsatz von Huawei störte in Sachen Geschwindigkeit überhaupt nicht – gut, der Nova Launcher ist gefühlt immer noch einen Tick schneller, aber sei’s drum: Wir wollen ja hier nicht in Erbsenzählerei verfallen. Die ein oder anderen Pünktchen könnten noch durch ein Update auf Android Lollipop 5.1.1 respektive – Vorsicht, Wunschdenken! – Marshmallow 6.0 hinzukommen. Quintessenz: Das Honor 7 ist flott, sollte auch für die Aufgaben der nächsten zwei Jahre durchaus ausreichen und hilft mir persönlich, vielleicht auch einmal über den Tellerrand von Qualcomm & Co. hinauszuschauen.

DIE KAMERA

Ich möchte nicht behaupten, dass der Eindruck eines Smartphones bei mir mit der Kamera steht und fällt, aber ein Top-Smartphone und eine mäßige Kamera passen für mich irgendwie nicht zusammen – da würde etwas fehlen bzw. das Verhältnis einfach nicht stimmen.

Im Honor 7 werkelt eine 20,7 MP-Kamera mit einem Sony IMX230-Sensor und f/2.0-Blende, die durch einen LED-Blitz unterstützt wird – und damit lassen sich (auf den Punkt gemacht) recht ansehnliche Bilder machen. Bei hellem Tageslicht inklusive Sonneneinstrahlung kommen im automatischen Modus sehr schöne Bilder zustande, während ich den Eindruck hatte, dass bei Bewölkung und weniger Licht die Fotos teilweise zu blass, respektive zu kalt, wirkten – dafür konnten die Aufnahmen aber in Sachen Detailschärfe wiederum punkten.

HONOR7_Landscape

Huawei spendiert dem Honor 7 noch einen Phasenautofokus, der beim Anlegen auf das Ziel sehr schnell scharf stellt. Leider hat man das Gefühl, dass der Auslöser immer minimal verzögert und so ist man gezwungen, trotz tollem Autofokus nach dem Auslösen noch den einen Sekundenbruchteil länger mit dem Gerät auf dem Motiv zu verweilen: Das geht besser und hebt den „Aha!“-Effekt des guten Autofokus wieder ein wenig auf. Wie dem auch sei – wer die Huawei-Software vom P8 vielleicht noch kennt, wird auch die unterschiedlichen Aufnahmemodi inkl. Verschönern- und Lichtmalerei-Modus bereits kennen. Selfie-Enthusiasten dürfen sich an der 8 MP-Frontkamera mit LED-Blitz selbst aufs Korn neben und sollten somit auch auf ihre Kosten kommen.

HONOR7_Fotomodi

Schlußendlich kann die Kamera in meinen Augen überzeugen – an der Wärme bei weniger Licht kann man arbeiten, der Detailreichtum der Bilder ist klasse und bei entsprechender Helligkeit bzw. Sonnenlicht wirken die Fotos dann wieder sehr naturgetreu. Einen kleinen Punktabzug gibt es für die Auslöseverzögerung – da bin ich vom iPhone einfach anderes gewöhnt, habe aber die Hoffnung, dass dieser (softwaretechnische) Punkt durch ein Update gelöst werden kann. In Sachen Spezifikationen bringt die Kamera eigentlich fast alles mit, um rundum zufriedenzustellen – hier sind für Huawei / Honor also noch ein kleiner Satz an Hausaufgaben zu erledigen.

HONOR7_Brunnen

DIE SOFTWARE

Das Honor 7 kommt mit dem nicht mehr taufrischen Android 5.0 Lollipop und Huaweis herstellereigenen EMUI-Aufsatz in der Version 3.1. Böse gesagt: Wer ein Android in Vanilla-Optik erwartet, guckt in die Röhre – die Optik des Honor 7 ist – wie von EMUI gewohnt – mehr eine freundliche Kopie der iOS-Oberfläche von Apple, da sind mir Sony und LG mit ihren moderaten Änderungen schon lieber. Das soll jetzt nicht herablassend klingen, sondern ist eine simple Feststellung: Alles findet auf dem Homescreen statt, es gibt keine App Drawer und die installierten Programme reihen sich Screen für Screen, Reihe für Reihe aneinander. Wer einen Vergleich zwischen EMUI und dem optisch deutlich eher am „reinen“ Android orientierten Nova-Launcher haben möchte, möge einmal hier schauen:

HONOR7_Launcher

Sieht man einmal von der Launcher-Verfremdung der Emotion UI von Huawei ab, spendiert man dem Gerät schon viele feine Funktionen: Es gibt verschiedene Stromsparmodi und parallel dazu ist auch eine Verbrauchsanzeige omnipräsent, die dem Nutzer nach längerer Laufzeit einer App im Hintergrund die Wahl lässt, was er damit denn tun möchte.

Der Fingerabdruckleser, der übrigens erschreckend genau agiert (auch das kennt man anders) kann als intelligente Taste, beispielsweise zum Auslösen der Kamera, zweckentfremdet werden – ebenso wie der SmartKey auf der linken Seite des Gerätes: Dieser lässt sich auf drei Arten belegen – so sind in meinem Falle die Funktion des Screenshots, der Taschenlampe und Google Now auf diesen Button gewandert. Die von anderen Herstellern so berüchtigte „Bloatware“ hält sich beim Honor 7 auch in Grenzen – ein paar Spiele, Apps und Links zu Webseiten sind vorhanden, lassen sich aber problemlos deinstallieren: Klasse.

HONOR7_EMUI_SIM

Ihr seht also – unabhängig von EMUI (ja, wir werden keine Freunde mehr!) hat Huawei dem Honor 7 die gewohnt sinnvollen Betriebssystemerweiterungen verpasst, die teilweise schon sehr den von Vanilla Android gewohnten Funktionsumfang sinnvoll ergänzen und gar erweitern. Ärgerlich ist, dass Android 5.0 einfach nicht mehr aktuell ist und auch in diesem Endgerät an der libStagefright-Lücke laboriert – hier wäre es wünschenswert, wenn Huawei neben Geräten, die im Gesamtpaket wirklich beeindruckend erscheinen, auch an der internen Updatepolitik etwas ändern würde.

Ein Gerät wie das Honor 7 muss mit dem aktuellsten Android 5.1.1-Release auf den Markt kommen, da darf es eigentlich keine Diskussion geben. Bis sich das vielleicht mal geändert hat, möchte man nach Android 6.o erst gar nicht fragen – davon scheinen die Kollegen aus dem Reich der Mitte im Moment einfach zu weit weg zu sein, als dass ein Gedanke daran nicht verschwendete Liebesmüh wäre.

DAS FAZIT

Das Honor 7 ist eine durchweg angenehme und positive Erscheinung mit viel Licht und ein wenig Schatten: Das Gesamtpaket stimmt: Das Smartphone ist mit seinem Form-Faktor mit 5,2 Zoll zwar an meiner persönlichen Grenze und auch das Gewicht mutet erst einmal gewöhnungsbedürftig an, fällt nach einiger Zeit der Nutzung aber kaum ins – Selbige.

Der Preis (vor allem für die, die ihr Exemplar noch bis Ende August bestellt haben) passt: Für aktuell 349 EUR bekommt Ihr neben dem im Alltag wohl für die meisten Aufgaben mehr als ausreichenden Kirin 935-Prozessor, 3 GB RAM und habt die Wahl, den Speicher des Gerätes entsprechend zu erweitern. Für den ein oder anderen nicht unwichtig sein dürfte die Dual-SIM-Funktion, für die Huawei ja mittlerweile im Positiven bekannt ist: Benutzt Ihr allerdings eine Micro-SD-Karte um den Speicher Eures Honors zu erweitern, ist es mit der zweiten SIM (die übrigens nur 2G kann) Essig – das solltet Ihr vor dem Kauf bedenken.

 

Wäre da nicht die schon der arg dreiste iOS-Optik-Klon EMUI (Gewöhnungssache?), Huaweis Updatepolitik und das aktuell noch eher zu verschmerzende NFC (wenngleich ich persönlich immer noch die Hoffnung habe, das diese Technik sich dank Android Pay doch mal endlich durchsetzt), würde ich das Gerät für den Preis fast in den Himmel loben. Warum? Ganz einfach: Die Alternativen in Sachen Neuanschaffung sind zu dem Preis durchaus überschaubar, das Preis-/Leistung-Verhältnis passt selbst für 349 EUR einfach zum angebotenen Gesamtpaket und schlussendlich ist das Honor 7 auch optisch ein Schmeichler, der mich prima durch meinen Alltag begleitet hat.

So bleibt es „nur“ bei einer Kaufempfehlung für ein tolles Gerät, das – zumindest in meinen Augen – diese drei Mankos hat. Ob Ihr damit leben könnt, müsst Ihr entscheiden, aber wenn ich das NFC- und EMUI-Thema beiseitelege (und ja, auch damit könnte ich leben), so trübt doch zumindest das nicht mehr wirklich frische Android 5.0 ein wenig meine Freude über das mit dem Honor 7 gebotene Gesamtpaket.

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Übrigens: Zur „Feier“ des aktuellen Verkaufserfolges des Honor 7 und erreichter 77.777 Likes hat Huawei am  heutigen 21. September noch mal ein kleines Schmankerl parat: Wie auch in der Pre-Order-Phase bekommt Ihr im vMall-Store das Gerät wieder für 299 EUR. Voraussetzung: Ihr registriert Euch für Huaweis eigenen Onlineshop. Die genaue Zeitspanne soll Informationen zufolge von 12 bis 0 Uhr andauern. Bleibt noch die Frage: Schlagt Ihr zu oder wartet Ihr noch eine Woche ab, bis Google wohl die neuen Katzen bzw. Nexus-Geräte aus dem Sack lässt?


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Über den Autor:

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

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