Auch Barack Obama ist verschlüsselte Kommunikation ein Dorn im Auge

17. Januar 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Vor ein paar Tagen machte die Aussage des britischen Premiers David Cameron die Runde, dass Verschlüsselung moderner Internet-Kommunikation, wie etwa bei Messengern, die Arbeit der Geheimdienste erschwere und diese uneingeschränkten Zugang zu allen Kommunikationsformen haben müssten. In das gleiche Horn bläst nun US-Präsident Barack Obama. Dieser allerdings sehr widersprüchlich. Während er auf der einen Seite fordert, dass Geschäfts-Daten im privaten Sektor besser vor Hackern geschützt werden müssen, sieht es aber gleichzeitig als Problem, wenn Behörden keinen Zugriff auf Kommunikationskanäle erhalten.

Mailverschluesselung

Wie das Wall Street Journal schreibt, ist Obama der Auffassung, dass die Firmen im Silicon Valley sicher auch daran interessiert seien, das Problem zu lösen, schließlich seien sie Patrioten (man stelle sich so eine Aussage einfach einmal in Deutschland vor…). Nach den Snowden-Enthüllungen, die zeigten, dass NSA und GCHQ quasi sämtliche Kommunikation überwachen, werben Firmen bei ihren Produkten mit Verschlüsselung, bringen sie so auch in die Köpfe der Nutzer.

Um sich gegen die NSA-Spionage zu wehren, haben Unternehmen wie Google, Facebook und Apple eine Verschlüsselung eingeführt, die es auch den Unternehmen selbst unmöglich macht, die Inhalte der gespeicherten Daten einzusehen. Man will so verhindern, dass ein Unternehmen zur Herausgabe selbiger gezwungen werden kann. Obama will nun einen Weg, der die Daten zwar vor dem Zugriff Dritter schützt, aber es gleichzeitig ermöglicht, dass Behörden auf diese zugreifen können.

Solche Systeme würden aber nur mit einem Master Key funktionieren, der wiederum eine potentielle Schwachstelle darstellt. Würde der Master Key Hackern in die Hände fallen, wäre die gesamte Verschlüsselung obsolet. Was die Vorstöße der Politiker allerdings auch zeigen: gut möglich, dass die bereits eingeführte Verschlüsselung besser funktioniert als von den Behörden gehofft, wenn man jetzt schon öffentlich fordert, dass diese abgeschafft wird. Ein bisschen erinnert das an „vorher ging es auch, wir wollen das wieder“. Good luck, Mr. President!


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Über den Autor:

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