App Annie: neue App-Analyse-Tools verfügbar, geben genaue Auskunft über die Nutzer

4. Dezember 2014 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

App Annie kennen einige vielleicht, über die Firma können App-Entwickler ein sehr genaues App-Monitoring betreiben. Wenn Ihr ein Smarpthone habt, ist die Chance sehr groß, dass ihr auch Apps installiert habt, die auf den Dienst von App Annie setzen. Mit Audience Intelligence wird nun ein weiterer Service angeboten, der Entwicklern einen noch tieferen Einblick in die App-Nutzung gibt. Das dürfte für die meisten hier uninteressant sein, was bei diesem Service aber zum Vorschein kommt, könnte jeden interessieren, auch im Hinblick darauf, was Apps eigentlich alles über Euch wissen.

AppAnnie_Intelligence

App Annie wertet nicht nur ein paar Apps von kleinen Entwicklern aus, sondern ist in mehr als 600.000 Apps vorhanden und deckt 90 Prozent der Top 100 App-Publisher ab. Man kann also davon ausgehen, dass die gewonnenen Daten einen sehr guten Überblick über den gesamten App-Markt bieten. Wie viele Nutzer allerdings genau vorhanden sind, verrät App Annie nicht, das wäre natürlich eine sehr interessante Komponente.

Auf jeden Fall gibt es bereits ein paar Einblicke, die Venture Beat von App Annie erhalten hat, um das neue System zu präsentieren. So kann man berichten, dass in den letzten zwölf Monaten zwei Drittel der Reise-App-Downloads von Männern getätigt werden. Bei On-Demand-Transit-Apps, wie zum Beispiel Uber oder diversen Taxi-Apps liegt der Anteil der Männer noch höher. Bei Sport-Apps ist der Unterschied zwischen Männlein und Weiblein am deutlichsten, mehr als drei Viertel der Downloads stammen von Männern.

Wetter-Apps werden überwiegend von „älteren“ Menschen (35+, das würde ich nicht unbedingt als alt bezeichnen…) geladen, die für die Hälfte der Downloads verantwortlich sind. Und was laden Frauen so? Foto- und Video-Apps, also solche wie Instagram oder Snapchat.

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Mit Hilfe solcher Daten können Entwickler ihre Werbung für eine App oder gar die Planung einer neuen App wesentlich effektiver gestalten. Paart man das Wissen, dass man aus solchen Zahlen erhält mit den Werbemöglichkeiten, die zum Beispiel Facebook bietet (Werbung nur an bestimmte Gruppen), kann das einen sehr viel höheren Nutzen haben als wenn Werbung auf gut Glück gebucht wird oder man meint, sein Publikum zu kennen.

Mit der Auswertung der momentan verfügbaren Daten soll aber noch nicht Schluss sein. App Annie möchte künftig auch Rezensionen analysieren, um die Meinungen von Nutzern in die Analysen mit einfließen zu lassen. Für Entwickler vielleicht noch extrem interessant ist, dass man über den Service auch die Daten zu anderen Apps erhalten kann. Gerade im Bezug auf Werbung in Fremd-Apps kann das sehr vorteilhaft sein.

Und was sagt Ihr dazu, was App Annie alles über Euch als App-Nutzer zu wissen glaubt? Auf den Screenshots seht Ihr auch Angaben wie Bildungsgrad, Einkommen oder den Familienstand. Eigentlich Daten, die niemanden etwas angehen. Spannend wäre ja noch zu wissen, woher der Dienst dies wissen will. Ich kann mich nicht erinnern, jemals nach meinem Bildungsgrad in einer App gefragt worden zu sein.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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