Amazon räumt auf und sperrt Kundenkonten von notorischen Rücksendern

30. Juli 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Amazon macht gerade den verspäteten Frühjahrsputz. Ohne Vorwarnung werden nämlich Kundenkonten gesperrt. Hier schlägt man offiziell nicht willkürlich zu, sondern sperrt Konten von Menschen, die anscheinend überdurchschnittlich viel wieder an Amazon rücksenden. Eine entsprechende Quote oder Obergrenze wird von Amazon nicht mitgeteilt.

Amazon-Logo

Den Mailwechsel mit einem Leser unseres Blogs werde ich hier auszugsweise veröffentlichen,  es handelt sich dabei um keinen Einzelfall, sondern um eine größere Anzahl von Nutzern. Gerade Kindle-Benutzer sollten hier auf der Hut sein. Wie erwähnt, die Sperrung kam ohne Vorwarnung und ließ sich nicht umkehren.

Amazon:

wir haben bemerkt, dass Sie eine hohe Anzahl Ihrer kürzlich bestellten Artikel zurückgegeben haben. Natürlich kann es gelegentlich zu Situationen kommen, in denen man Produkte zurückgeben muss, allerdings ist die Häufigkeit Ihrer Rücksendungen außergewöhnlich hoch. Wir müssen Sie deshalb darauf hinweisen, dass wir aufgrund der Überschreitung der haushaltsüblichen Anzahl an Retouren in Ihrem Kundenkonto zukünftig leider keine weiteren Bestellungen entgegennehmen können und Ihr Amazon-Konto mit sofortiger Wirkung schließen.

Viele Mails und Anrufe später:

Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund der wiederholten Überschreitung der haushaltsüblichen Anzahl an Retouren in Ihrem Kundenkonto keine weiteren Bestellungen von Ihnen entgegennehmen können. Ich darf Ihnen versichern, dass wir eine Sperrung nicht ohne gründliche Prüfung des Gebrauchs der Rücksendemöglichkeit vornehmen. Unsere Entscheidung, Ihr Konto zu schließen, ist daher endgültig. Bitte öffnen Sie keine neuen Kundenkonten.

Besonders fatal sind diese Kontoschließungen für die Kunden, die sich einen oder mehrere Kindle zugelegt haben. Diese können ab sofort keine weiteren Bücher bei Amazon kaufen. Gekaufte Inhalte lassen sich zwar weiterhin abrufen, aber keine neuen Inhalte kaufen.

Zitat unseres Lesers, welches ich natürlich nicht auf den Wahrheitsgehalt überprüfen kann:

Ich bin bzw. war seit mehr als zehn Jahren Kunde bei Amazon und habe pro Jahr viele Tausend Euro dort umgesetzt. Insgesamt so viel, dass
ich den Betrag lieber gar nicht so genau wissen möchte. Bis auf Lebensmittel habe ich so ziemlich alles bei Amazon gekauft und ich habe grundsätzlich nur die Sachen zurückgehen lassen, die nicht in Ordnung waren!

Ob Amazon hier kundenfreundlich ist oder nicht, möchte ich hier nicht diskutieren, doch diese kleinen Randgeschichten von Benutzern sollte man sich immer vor Augen halten, denn nicht nur das deutsche Konto wird gesperrt, sondern auch das Partnerprogramm, Rezensionen, Diskussionsbeiträge und Co. Betroffene können ja mal kommentieren, wie es bei ihnen abgelaufen ist. Ich hätte von Amazon zumindest erst einmal eine gelbe Karte an die jeweiligen Benutzer erwartet, kann mir aber auch vorstellen, dass es viele schwarze Schafe gibt, die “mal eben was zum ausprobieren” bestellen und dann dauerhaft zurücksenden.

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392 Kommentare

neurox 30. Juli 2013 um 21:34 Uhr

…weitere werden folgen – Schland – Rücksendeland No1

anzensepp1987 30. Juli 2013 um 21:37 Uhr

Ich habe mal von einer Statistik gelesen, nach dem 85% aller Online-Bestellungen von Kleidung zurückgesendet werden! Demnach kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass Amazon hier willkürlich handelt, sondern wirklich nur bei Kunden, die wirklich mindestens 9 von 10 Artikeln/Bestellungen zurücksenden.
Amazon hatte ja mal den Anspruch formuliert, “das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu werden”. Von daher sollte man annehmen, dass die Aktion nur einige wenige WIRKLICH schwarze Schafe betrifft.

Sven Hennig ✈ (@svhennig) 30. Juli 2013 um 21:38 Uhr

Ich muss sagen, ich kann Amazon durchaus verstehen und kenne das so von einem Bekannten bei Otto auch.

Letztendlich muss sich ein Geschäft für beide rechnen und natürlich trifft es bei solchen Aktionen auch immer falsche dabei, das wird sich kaum vermeiden lassen.

Wenn man aber hört was alles bestellt und dann nach etwas nutzen zurück geschickt wird, so muss Amazon wohl so durchgreifen

Steffi 30. Juli 2013 um 21:39 Uhr

Interessant, hatte vor ein paar Tagen mit meinem Bruder erst über Rücksendequoten gesprochen… bei Globetrotter (soweit ich das richtig in erinnerung hab) 70%.

Tchooe 30. Juli 2013 um 21:41 Uhr

Das kommt davon, wenn man als Händler zu derart großzügigen Konditionen Rücksendungen annimmt. Man muss doch nur mal in diversen Sparportalen nachlesen: „Und wenn’s nicht gefällt, kann man’s ja problemlos zurückschicken!“ Gelegentlich habe ich das auch schon genutzt, z. B. um eine Auswahl zu haben, verschiedene Größen oder wenn die Sachen sonst nirgendwo zu bekommen waren, sie mir aber bei genauem Hinsehen (über die Produktfotos müssen wir ja wohl nicht diskutieren, oder?) nicht gefallen haben.

Die Sache mit den ebooks ist allerdings mehr als ärgerlich. Ich weiß schon, warum ich ebooks nur im Sonderangebot zum Schnäppchenpreis kaufe. Wer weiß, was Amazon in Zukunft noch alles einfällt …

Hexe 30. Juli 2013 um 21:42 Uhr

womit wieder bestätigt wäre das man bei amazon nix mehr kauft!
kundenunfreundlich und schlechte bezahlung …..ect.

FlyingT 30. Juli 2013 um 21:43 Uhr

Ach so hebelt man also das Widerrufsrecht im Onlinehandel aus, gar nicht mal so unclever. “Natürlich haben sie auch bei uns das gesetzlich im Fernabsatzgesetz festgelegte 14 tägige Rückgaberecht. Sollten sie es jedoch benutzen dürfen sie nie wieder beim Marktführer einkaufen”…

zum kotzen

neurox 30. Juli 2013 um 21:44 Uhr

@hexe Das (kundenfreundlich) ist doch nicht ernst gemeint?!

MySam 30. Juli 2013 um 21:45 Uhr

Das Thema ist nicht neu, war sogar schonmal in der c’t. Letztlich wird es da schon Differenzierungen geben, sodass z.B. die Rücksendung eines Fernsehers äußerst gravierend ist, während bei einem T-Shirt das schon fast einkalkuliert ist. Vor einigen Monaten gab es bei MyDealz eine ganze Reihe von Usern, die eine gelbe Karte bekommen haben (Androhung der Kontoauflösung, wenn sich Rücksendequote nicht ändert).
Insgesamt halte ich die Vorgehensweise zwar für verständlich, die Umsetzung aber für sehr unglücklich. Zum einen würde ich in allen Fällen eine gelbe Karte erwarten, zum anderen könnte man den Nutzern vielleicht erstmal eine Rücksendepauschale auferlegen (z.B. erstmal für ein Jahr).

Robin Schulz 30. Juli 2013 um 21:46 Uhr

Mein Konto wurde ebenfalls ebenfalls auf Basis vieler Rücksendungen gesperrt. Daraufhin habe ich mal den Umsatz bei Amazon über die letzten zwei Jahre aufgelistet und kam auf ca. 11.500 Euro. Rücksendungen gab es in diesem Zeitraum insgesamt 20 Stück an der Zahl von denen allerdings 18 Sendungen wegen fehlerhafter Lieferungen oder Mängeln zurückgingen. Stellt man den Gegenstandswert (Einkaufswert) dem Wert jener Rücksendungen entgegen, ist es wirklich lachhaft was Amazon da mit seinen treuen Kunden treibt.

Jonas 30. Juli 2013 um 21:47 Uhr

“Ich darf Ihnen versichern, dass wir eine Sperrung nicht ohne gründliche Prüfung des Gebrauchs der Rücksendemöglichkeit vornehmen.” Da wird es sicherlich nicht den Falschen getroffen haben…

levestiga0r 30. Juli 2013 um 21:47 Uhr

absolut verständliche maßnahme seitens amazon – völlig korrekt personen zu sperren die das gesetzliche rückgaberecht bei online-geschäften missbrauchen. die entstandenen mehrkosten für das dauernde hin und her-senden sowie die wertminderung der artikel bleibt nämlich am ende beim normalen kunden hängen und ich persönlich sehe es nicht ein für diese “schmarotzer” (sorry aber genau das sind viele der betroffenen personen) mitzuzahlen.

Hans Hanraths 30. Juli 2013 um 21:49 Uhr

Die Nummer hat natürlich einen faden Beigeschmack. Dennoch finde ich es erschreckend mit welcher Selbstverständlichkeit heute gerade Smartphones, Tablets usw. bei Amazon (und nicht nur dort) bestellt werden und als “Testgerät” missbraucht werden. Diesen Vorgang als Empfehlung in Foren und in den Comments auf diversen Portalen auszusprechen setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Die Reaktion seitens Amazon wundert mich nicht wirklich, halte sie jedoch bezüglich der Rezensionen, Partnerprogramme etc. für überzogen.

JMK 30. Juli 2013 um 21:49 Uhr

Amazon verhält sich wie Google, Marktmacht gewinnen, auch auf Kosten des Gewinns, nach einem Quasimonopol hat man dann die komplett Kontrolle über seine Kunden.
Siehe die aktuelle Aktion mit den Hardcover-Büchern in den USA.
Früher konnte man sich Produkte auch in offline Geschäften anschauen, ohne einen Kauf zu tätigen, das ist heute doch nicht mit möglich.

neurox 30. Juli 2013 um 21:50 Uhr

@Robin Schulz Wie viel hast du von denn 11500€ “Umsatz” denn dann wirklich gekauft?

Zasch 30. Juli 2013 um 21:51 Uhr

Bei Klamotten ist die hohe Rücksendequote verständlich, denn ich will sie ja schließlich anprobieren. Wenn mir im Laden etwas daran nicht gefällt, dann hänge ich es ja auch zurück. Bei Technik habe ich quasi noch nie etwas zurückgeschickt (von offensichtlichen Defekten abgesehen), einfach aus dem Grund, weil man sich vorher ausreichend informieren kann und nur das bestellen braucht, was man auch haben möchte.
Fataler ist natürlich dann die Kindle-Sache. Deswegen stehe ich auch nicht so auf DRM. Ich besitze zwar einen Kindle, aber diese Maßname von Amazon schreckt mich dann schon ein wenig ab. Eigene Hardware faktisch unbenutzbar zu machen, weil ich zu viele T-Shirts zurückschicke finde ich falsch und unfair.

Daniel 30. Juli 2013 um 21:51 Uhr

Aus der Sicht der Händler, wie ich auch einer bin, finde ich das gut, denn ich habe ständig mit solchen Leuten zu kämpfen die Games, Bücher etc. bestellen, spielen, testen, lesen etc. und dann nach 2 Tagen zurücksenden. Als kleiner Pupshändler kannst du da kaum was machen, daher freut es mich, dass Amazon da mal hart durchgreift.

FlyingT 30. Juli 2013 um 21:51 Uhr

@levestiga0r

Amazon kann einfach die Kosten der Rücksendung durch die Käufer bezahlen lassen. Dann kommen keine extra kosten hin zu fürs “hin und her” schicken.

Norbert 30. Juli 2013 um 21:52 Uhr

Die Rücksenderitis hat teilweise aber auch erschreckende Ausmaße angenommen. Bei einem mir persönlich bekannten, kleineren Online-Händler, der fast ausschließlich über Amazon verkauft (ca. 35 – 45 Artikel pro Tag), kommt Ware zurück, die beschädigt wurde, die ohne Verpackung, ohne Etiketten ist, die gewaschen wurde, etc. Kunden, die per Hermes zurückschicken, aber 7 € Rückversand erstattet haben wollen.

Er traut sich nicht, die nicht zurückzunehmen, da negative Bewertungen der Kunden dazu führen können, dass das Verkaufskonto gesperrt wird.

FlyingT 30. Juli 2013 um 21:56 Uhr

@Zasch

mit “informieren” meinst du aber nicht “ich befummel das Gerät im stationären Handel und wenn es mir gefällt bestell ich es bei amazon” oder?

nym 30. Juli 2013 um 21:56 Uhr

Das zeigt mal wieder, das digitalen Medien (eBooks, Musik, Filme, Serien, gar Apps via den amazon Appstore), die man nicht im Rahmen einer Flatrate streamt gefälligst offen sein sollten.
Ohne DRM und/oder Zwangsbindung an einen Service!

Würde mir dann jemand das Konto sperren, so hätte ich alle meine Inhalte zumindest lokal gesichert und könnte ggf. ein andere Konto (Frau etc.) nutzen bzw. zu einem anderen Dienst umziehen.

Zwar kennt man nun die genauen Hintergründe dieses Nutzers nicht, doch auch ich retourniere gelegentlich Artikel, die schlichtweg einen defekt haben oder speziell bei Kleidung auch regelmäßig solche, die nicht passen. Völlig legitim.
Amazon kopiert mit Javari doch genau dieses Prinzip von Zalando, vorrangig im Bereich der Schuhe, und propagiert die problemlose Rückgabemöglichkeit auch noch.

Abgesehen davon dass deren Shop von Mal zu Mal unübersichtlicher wird, speziell seit unzählige Drittanbieter die Plattform fern vom Marketplace nutzen können, lässt das Shoppingerlebnis echt zum Graus werden.

Ich persönlich war stets zufrieden mit Amazon, aber so langsam nehmen die negativen Schlagzeilen wirklich überhand.

Ich bin jedenfalls froh von keinem Anbieter von Produkten/Services wirklich abhängig zu sein. Und sehe dies als Beispiel mich auch zukünftig nicht zu binden.
Vielen Dank an dich und den betroffenen Nutzer, dass die Geschichte geteilt wird! *daumen hoch

Robin Schulz 30. Juli 2013 um 21:56 Uhr

@neurox

Die 11.500 Euro beziehen sich auf die Gesamtsumme – abzüglich der beiden Rücksendungen wegen Nichtgefallen. Diese beiden Rücksendungen hatten zusammen einen Warenwert von ca. 50 Euro.

Frank Koehntopp (@koehntopp) 30. Juli 2013 um 21:57 Uhr

Betroffen.

Ich kaufe wenn möglich bei Warehousedeals, und da geht auch öfter mal etwas zurück. Wenn z.B. eine Kamera für > 1.000,– “wie neu” sein soll und 2000 Auslösungen hat, oder das Unterwasser-Gehäuse einer GoPro Rost hat, schicke ich sie eben zurück.

Wie auch immer, wenn nach Abzug der Rücksendungen in den letzten Monaten für Amazon noch ein 5-stelliger Umsatz im Plus bleibt überrascht eine solche Aktion doch arg, und ist auch ohne Vorwarnung alles andere als kundenfreundlich (ich war dort > 10 Jahre Kunde, PRIME, Seller, Kindle-User, Audible-User etc.).

Das Schlimmste ist die Wand gegen die man beim “kundenfreundlichsten Unternehmen der Welt” läuft. So geht man nicht mit Kunden um.

Ich habe keine Probleme bei anderen Händlern zu kaufen, aber das Amazon-Konto ist mehr als nur eine Shopping-Plattform.

Die Kindles (3 im Haushalt) sind damit Elektroschrott, dank DRM lässt sich der gekaufte Inhalt (zumindest legal…) nicht auf anderen Readern nutzen. Insbesondere ist der Kindle als Reader nutzlos, weil er die gekauften ePubs alternativer Händler nicht anzeigt. Ebenso geht der Zugriff auf die über Jahre (!) zusammengetragenen Highlights (> 100 Bücher) verloren, wie auch angelegte Wunschlisten etc.

Auch andere Anbieter die das Amazon-Login oder Payment benutzen fallen weg, z.B. Amazon AWS und S3.

Klar kann ich jetzt über das Konto meiner Frau einkaufen, und den Kindle dort registrieren, bestehende Daten von mir sind aber verloren. Ich bin mir nicht sicher ob das legal ist.

Ich stehe noch in EMail-Kontakt, mal gespannt wie das ausgeht. Ich denke die Publicity kostet Amazon mehr als wenn man die Kunden nett angeschrieben/angemahnt hätte…

Jonas 30. Juli 2013 um 21:57 Uhr

@FlyingT keine schlechte Idee. Bevor die Konten einfach so geschlossen werden, vorher den Betroffenen anbieten, ob Sie nicht zukünftig fürs Zurückschicken blechen möchten. Wäre doch etwas kundenfreundlicher…

Jan 30. Juli 2013 um 21:58 Uhr

Was ich allerdings nicht verstehe – ich habe beispielsweise u.a. meinen Monitor bei Amazon auch gekauft und habe dann am Tage der Lieferung festgestellt, dass der im Angebot ca. 5 € günstiger geworden war. Ich kontaktierte dann daraufhin den Amazon Support, welche mir dann sagten, die könnten aus Kulanz mir leider den Betrag nicht erstatten, ich könne aber den Monitor wieder zurück senden und erneut bestellen. Ich kann es daher nicht ganz nachvollziehen, wenn man einerseits auch zum Rücksenden so “aufruft” und dann andererseits die Kunden so bestraft.

P.S.: Ich hab den Monitor nicht zurück gesendet, weil’s mir dann doch zu lästig bzw. aufwendig war…

Internetteilnehmer 30. Juli 2013 um 21:59 Uhr

@Robin Schulz: genau wie bei mir…
@All: Natürlich kann man das für richtig halten, aber das Amazon trotz Mängel an z.B. einem Objektiv, dies noch immer verkauft und sich dann wundert warum es so hohe Rücksendequoten… und ich rede hier nicht von kleinen Mängel. Seit einiger Zeit, so jedenfalls meine Erfahrung, verkauft Amazon auch geöffnete Produkte als Neuware. Gerade bei Kameras ist das leider nicht sehr schön.

Falcon 30. Juli 2013 um 22:00 Uhr

Ich bin seit ebenfalls weit über 10 Jahren Amazon Kunde und keine Probleme bisher. Bestelle bis auf Lebensmittel auch nahezu ausnahmslos alles bei Amazon. Da kommen natürlich pro Jahr auch ein paar Retouren dazu. Allerdings nicht zum Ausprobieren sondern wirklich defekte Ware und dergleichen. Ich hab glaube ich bisher in über 10 Jahren keine handvoll Produkte retourniert weil ich sie “falsch” bestellt hatte, sprich sie nicht für den gedachten Zweck passten. Und schon gar nicht beabsichtigt.

Leif 30. Juli 2013 um 22:01 Uhr

Kann ich mehr als nachvollziehen. Immerhin gibt es sehr viele die sich bei Kleidung lieber gleich mehrere Größen oder Artikel bestellen mit dem Wissen nicht alle behalten zu wollen. Ebenso findet man beispielsweise auch in Fotoforen immer wieder mal Personen die sich für den Urlaub mal eben ein Objektiv kaufen und dann wieder zurücksenden. Dafür zu einem offiziellen Verleih zu gehen und sich etwas für ein paar Euro auzuleihen ist ihnen offenbar zu teuer.

Hier ist das Gesetz einfach nicht durchdacht. Es müsste entweder eine Möglichkeit geben bei zu vielen Rücksendungen die Rücksendemöglichkeit eines Kunden zu sperren, dann wäre auch keine Kontosperrung erforderlich, oder die Rücksendungen müssten aus eigener Tasche bezahlt werden. Aber selbst dies wäre in manchen Fällen für den Kunden noch zu günstig, wenn man bedenkt dass der Händler die Waren dann auch oft nicht mehr als neue Ware anbieten darf.

plumtree 30. Juli 2013 um 22:02 Uhr

Tja, zwiespältige Angelegenheit das.
Zum einen sind vor allem die Grenzfälle, also viele Einkäufe mit hohen Summen und einigen Rücksendungen, wirklich problematisch.
Andererseits kann ich Amazon, Otto und Co. gut verstehen. Wir verkaufen hochwertige Fotokameras (Profikram, Hasselblad und Co.) auch online und was wir da erleben ist z.T. unfassbar.
Es ist schon oft genug vorgekommen, dass “Kunden” sich so ‘ne Knipse (nicht vergessen: für teils 5stellige Beträge) “gekauft” haben, dann für eine bestimmte Gelegenheit damit fotografiert haben und sie dann im Rahmen der 14tägigen Rückgabefrist retour gingen lassen.
Ich möchte lieber gar nicht so genau wissen, was da mit technischem Gerät bei Amazon passiert. Klar sind das schwarze Schafe – aber die können den Gewinn ganz schön runterziehen
Andererseits sollte Amazon doch in der Lage sein, eine Teilsperrung durchzuführen. Also, der Kunde darf keine realen Dinge mehr bestellen, behält aber den Zugriff auf die virtuellen Daten (Kindle und Co.) und darf da auch weiter kaufen.

Edgar Tescher 30. Juli 2013 um 22:04 Uhr

Finde ich persönlich super. Schließlich bezahlen wir ja diese “Ich-bestelle-drei-kameras-probiere-diese-ausführlich-aus-und-schicke-2-wieder-zurück”-Leute mit. Ich habe bei Amazon insgesamt sicher bereits einen guten 5-stelligen Betrag umgesetzt, auch hier waren diverse Rücksendungen dabei (Garantiefälle, Mangelhafte Lieferungen usw.), aber ich würde niemals die Frechheit besitzen mir Dinge zu bestellen von denen ich genau weiß das sie oder zumindest ein Teil davon sicher wieder zurück geht. Ich habe einen Bekannten, der hat seine Diplomarbeit auf einem Drucker von Amazon gedruckt, diesen nur für den einen Zweck bestellt und anschließend zurück gesandt. Bis auf Papierkosten nichts gewesen, Amazon hat diese anstandslos zurück genommen. Ich hoffe, dass er dabei ist und auch sein Konto ein für alle Mal gesperrt wurde. Niemand auf dieser Welt braucht diese Schmarotzer die sich auf Kosten anderer gesund stoßen.

Frank Koehntopp (@koehntopp) 30. Juli 2013 um 22:05 Uhr

Eine Wertminderung bei Rücksendungen ist im Gesetz vorgesehen, wenn die Ware durch den Kunden verschlechtert wurde. Damit hätte ich auch überhaupt kein Problem.

Jan 30. Juli 2013 um 22:05 Uhr

@Internetteilnehmer:

Ich hab aktuell das Samsung Note 10.1 von Amazon bestellt, an dem die offiziellen Samsung Siegel auch durchtrennt waren. Folierung etc. war zwar noch drauf, aber trotzdem fand ich’s komisch. Hatte dann übrigens auch den Support gefragt, ob das so richtig wäre und man sagte mir, ja, das käme durch den Service, der schaut nach ob alles vollzählig ist etc. UND (!) ich könnte es ja noch bis in 30 Tagen zurück senden…

Abacus 30. Juli 2013 um 22:05 Uhr

@robin: Und welchen Anteil an den übrigen 11.450 Euro hatten die anderen 18 Rücksendungen? Bitte mal Butter bei die Fische.

Uwe1 30. Juli 2013 um 22:06 Uhr

Lol was manche Leute so zurückschicken ist echt der Hammer. Schaut euch einfach mal die Warehousedeals an. Habe mir da kürzlich einen neuen Monitor vergünstigt geleistet. Der Monitor hat nen 2mm Micro-Kratzer auf der Rückseite(!), ansonsten top Neuware, anaj und wenn jemand sowas mit der Lupe gefunden hat und dann wieder zurückschickt, kann man den auch nicht mehr zum Neupreis verkaufen…

Robin Schulz 30. Juli 2013 um 22:06 Uhr

Falls ich mir bewusst einen Artikel zur Ansicht bestelle oder der Artikel nach Ansicht Zuhause doch nicht dem entspricht was ich erwartet habe, würde ich Selbstverständlich das Rückporto aus eigener Tasche zahlen.

Bekomme ich aber einen anderen Artikel als bestellt geliefert (So geschehen erst vor einer Woche mit einem Leinwand Wandbild) oder ist der Artikel defekt, sehe ich mich als Käufer definitiv nicht in der Pflicht das Rückporto aus eigener Tasche zu zahlen.

Christian Wallrich 30. Juli 2013 um 22:08 Uhr

Solche Themen sind schwer zu diskutieren, da man die genauen Hintergründe nicht kennt. Bin bisher immer gut gefahren mit Amazon, allerdings habe ich noch nie etwas zurückschicken müssen.

Simon M. 30. Juli 2013 um 22:08 Uhr

@Jan:

Das ist wohl unterschiedlich oder liegt im ermessen des Support-Mitarbeiters oder so.
Hatte schon ne ähnliche Situation und bekam dann eine Gutschrift auf die Rechnung

Thomas 30. Juli 2013 um 22:09 Uhr

Wir setzen eine vierstellige Summe im Jahr auf Amazon um und senden selbstverständlich mehr als ein Drittel zurück – da bin ich mal gespannt…

Robin Schulz 30. Juli 2013 um 22:10 Uhr

@Abacus

Das waren ca. 750 Euro, spielt aber keine Rolle in der Sache. Bei diesen Rücksendungen handelte es sich ja um fehlerhafte und defekte Artikel. So gesehen erhielt ich in der Regel nach Eingang und Prüfung der Rücksendung eine Ersatzlieferung. Fall geklärt ;)

elknipso 30. Juli 2013 um 22:10 Uhr

Ich denke hierbei handelt es sich um Einzelfälle welche es dann wirklich übertreiben mit den Rücksendungen.
Mich würde hier mal die genauen Stückzahlen bzw. das Verhältnis interessieren. In der c’t gab es auch mal einen Leserbrief von einem welcher sich über eine Sperrung seines Kundenkontos bei Amazon gewundert/beschwert hatte und dann munter erzählt hatte, dass er den exakt gleichen Artikel 10x (!) bestellt hatte und immer wieder zurück gehen ließ, weil ihm irgendwas an der Verpackung nicht passte. Dann braucht man sich auch wirklich nicht zu wundern.

de_noogle 30. Juli 2013 um 22:11 Uhr

Finde ich ein starkes Stück, zumal Amazon Rücksendungen extrem einfach gestaltet und meiner Meinung nach eine Vorreiterrolle in Sachen Kundenservice hat. Immerhin eine Vorwarnung könnte man den Kunden aussprechen.

blubbblubb 30. Juli 2013 um 22:11 Uhr

Mich würde da mal die rechtliche Seite interessieren.

Das so ja nun mal wirklich das Widerrufsrecht aufgehoben wird.
Könnte sich ja mal jemand mit Ahnung melden.

Bin mal gespannt ob man in der nächsten Zeit etwas von Klagen liest ;)

Simon M. 30. Juli 2013 um 22:11 Uhr

Habe selbst erst 1x was zurück geschickt, da ich nicht wusste welche meiner beiden Soundsystemlösungen in mein Zimmer passen würde, und ich das nur über Maße usw. nicht abschätzen konnte.

Hatte noch nie Problem mit Amazon-Einkäufen :)
Allerdings kauf ich auch (noch) nicht soo viel
Wobei ich mit den Warehouse Deals (2.1 Anlage von Onkyo, BD-Player, oben erwähnter AV-Receiver) übrigends nur gute Erfahrungen gemacht habe.

Malte 30. Juli 2013 um 22:12 Uhr

Ist Amazon nicht gerade durch das komfortable Rücksenden so beliebt geworden? Erst die “Plus” Produkte und nun das? Ich habe auch alle möglichen Smartphones bestellt und durchgetestet, bis ich bei einem gelandet bin, das mir damals gefiel. Was hat man denn für Alternativen? Über die Freundin bestellen?

sYndrom 30. Juli 2013 um 22:13 Uhr

Vielleicht macht Amazon da keine Unterschiede zwischen Rücksendungen wegen Nichtgefallen oder Qualitätsmängeln. Ich kann mir vorstellen, dass die ab einer Rücksendequote von 50% das Konto sperren unabhängig vom Umsatz.

@Robin: 20 Rücksendungen hattest du und wie viele Bestellungen hast du nicht zurückgesendet?

Abacus 30. Juli 2013 um 22:17 Uhr

@Robin: War auch nicht böse gemeint. Es ist aber hilfreich mal alle Zahlen zu kennen um das mit seinem eigenen vergleichen zu können.

JMK 30. Juli 2013 um 22:17 Uhr

interessanter Nebenaspekt: Es werden ja die Konten komplett gesperrt und nicht nur der Versand eingestellt. Also keine ebooks oder mp3s mehr. Und das ohne Vorwarnung. Respekt.

Robin Schulz 30. Juli 2013 um 22:18 Uhr

@sYndrom

Die Bestellungen waren gar nicht mal so hoch, eher die Artikelanzahl pro Bestellung. Die genaue Zahl der nicht zurückgesandten Artikel kann ich dir aber gerade auch nicht nennen. Es war eine ganze Menge.

MichaelFreebie 30. Juli 2013 um 22:20 Uhr

Ich bin hier ein wenig von Amazon eintäuscht. Dann lieber den Beitrag der Artikel mit einem Routour-Entgelt verrechnen, wenn der Kunde im Monat mehr zurücksendet als zulässig.

Kleidung muss man anprobieren. Wenn man diese Online kauft, kann man NIE sicher sein, dass Sie passt oder gefällt, da es auf Bildern meistens anders ausschaut. Ganz klar, dass man sich dann auch mehrere Größen bestellt. Man weiß ja nicht wie die Ware geschnitten ist. Das gleiche mit Schuhen.

Elektronik muss man anfassen. Auf einem Bild kann man das nur ansatzweise erahnen, ob der Artikel dem entspricht, was man sich vorstellt. Billig verbaut, klappert alles. Liefert nicht das Ergebnis, was man sich vorstellt. Man kann es ja vorher nicht wissen.

Oder will amazon, dass man wieder in die Kaufhäuser geht? Oder noch besser: Man soll in die Kaufhäuser, die Klamotten anprobieren oder den Artikel genau anschauen und dann bei amazon kaufen. Ja ne, is’ klar!

Wenn sich Amazon als der kundenfreundlichste Online-Shop nennen will, darf es nur die in Absatz eins erwähnte Möglichkeit geben. Alles andere könnte zu einem Image Problem und Kundenrückgang führen. Klar kann das auch eine Sparmaßnahme sein, aber eine ziemlich krasse, wie ich finde.

Amazon scheint langsam den Boden unter den Füßen zu verlieren und vergisst, dass wenn sie es übertreiben auch ein Konzern wie “amazon” ganz schnell durch andere große Versandhäuser überholt werden. Jeder ist ersetzbar. Auch Versandhäuser. Alles nur eine Frage der Zeit.


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