Xbox One Scorpio: Technische Daten offiziell enthüllt

Digital Foundry hatte bereits Anfang der Woche angekündigt nach einem Besuch in Redmond exklusive Neuigkeiten zur Xbox One Scorpio mitzubringen. Heute ließ man dann die Bombe platzen: Die Jungs durften als Erste die finalen Spezifikationen der 4K-Konsole veröffentlichen und haben noch viele, weitere Einzelheiten erfahren. Beispielsweise wohnte man einer Demo von „Forza Motorsport 7“ in nativem 4K mit 60 fps bei, welche nicht nur die Auflösung, sondern auch die Grafikqualität gegenüber der regulären Xbox-One-Version verbessere.

Laut Kevin Gammill, Microsofts  Leiter des Gruppen-Programms für die Xbox-Core-Plattform, gehe es bei Project Scorpio aber mehr als nur um 4K-Auflösung. Es stehen auch HDR und eben verbesserte Grafikqualität gegenüber den 1080p-Versionen plus mindestens vergleichbare oder höhere Framerates im Zentrum. Das SoC bezeichnet man dabei aktuell als „Scorpio Engine“. Es entsteht beim Partner TSMC im 16-Nanometer-FinFET-Verfahren und bietet sieben Milliarden Transistoren. Die restlichen, technischen Daten entnehmt ihr folgendem Bild:

Damit ist nun auch ein Laufwerk für Ultra-HD Blu-ray bestätigt – wie auch an der Xbox One S. Gegenüber der technisch vergleichbarsten Konkurrenz, der Sony PlayStation 4 Pro, zieht die Xbox One Scorpio die Leistung aber deftig an: 4 GByte mehr RAM, eine höhere Speicherbandbreite und eine deutlich potentere GPU. Zudem hat man auch die CPU verbessert. Es dient ein neues Custom-Design von AMD mit acht x86-Kernen und 2,3 GHz Takt als Basis.

Dass Microsofts Techniker in Zusammenarbeit mit AMD hier ihr geballtes Wissen ausspielen, zeigt sich an der Grafiklösung besonders deutlich: Die GPU taktet mit 1.172 MHz, was nur 94 MHz hinter dem maximalen Boost-Clock der Desktop-Grafikkarte AMD Radeon RX 480 liegt, die ebenfalls auf der Polaris-Architektur basiert. Eine RX 480 nutzt aber nur 36 Compute-Units – wird aber trotzdem durch einen deftigen Kühler gekühlt. Dass Microsoft eine derartige GPU also in einer Konsole platziert, ist beeindruckend. Microsoft weist auf viele, weitere Detailverbesserungen hin, wie die Vervierfachung des L2-Cache.

Der GDDR5-RAM der Konsole ist übrigens über ein 384-bit-Interface angebunden, das zwölf 32-bit-Kanäle nutzt. Die Module takten effektiv mit 6,8 GHz und erreichen somit ihre Bandbreite von 326 GB/s. Zusätzlich unterstützt Project Scorpio AMDs neue Delta Colour Compression (DCC), was an der Xbox One nicht zur Verfügung stand. Vom RAM sind übrigens 4 GByte für das System reserviert, 8 GByte stehen Entwicklern frei zur Verfügung. Der ESRAM fällt hingegen weg.

Die Xbox One Scorpio unterstützt zudem Spatial Sound, Dolby Atmos sowie Microsofts eigenes, proprietäres Format HRTF. Zur CPU stellt Microsoft übrigens klar, dass die Kerne zwar angepasst seien, aber nicht auf AMDs neuen CPUs der Reihe Ryzen basieren. Die Konsole kann sogar via Xbox GameDVR 4K-Gameplay-Videos mit 60 fps aufzeichnen. Auch hier gibt es also ein Upgrade. wird die Xbox One Scorpio an einen 1080p-Fernseher angeschlossen, findet übrigens wie an der PS4 Pro Supersampling statt. Man erhält also dennoch durch das Rendern in einer höheren Auflösung verbesserte Bildqualität. Microsoft legt dies als Voraussetzung fest, was eine Verbesserung zur PS4 Pro darstellt. Denn an Sonys Konsole gibt es leider auch viele Spiele, welche bei Erkennen eines 1080p-Displays auch nur in 1080p rendern, statt das Supersampling zu bieten.

Microsoft hat auch für die Kühlung der Xbox One Scorpio einige Überraschungen parat. So arbeitet man mit Vapour-Chamber-Cooling, was normalerweise eher von hochwertigen Grafikkarten wie der Nvidia GeForce GTX 1080 Ti bekannt ist. Trotz der ausgefuchsten Kühllösung kommt weiterhin ein internes Netzteil zum Einsatz – mit 245 Watt. Die Anschlüsse an der Rückseite sind übrigens identisch zur Xbox One S – der Kinect-Port kehrt also nicht zurück.

Die Demonstration von „Forza Motorsport 7“ soll dabei besonders beeindruckend gewesen sein, da die GPU trotz nativer 4K-Auflösung und 60fps bei nur 66,19 % lag. Allerdings wiesen die Entwickler darauf hin, dass man die Einstellungen noch nicht ganz von den Vorgaben aus „Forza Motorsport 6“ entfernt habe. Selbst wenn man die Settings so anpasse, dass sie der PC-Version auf Ultra entsprächen, erreiche man aber nur 88 % GPU-Auslastung. Zumindest das Team hinter „Forza Motorsport 7“ weiß die Xbox One Scorpio somit offenbar zu nutzen. Zu euphorisch werden sollte man freilich trotzdem nicht: Es handelt sich hier um ein isoliertes Game und man muss mehr Beispiele abwarten.

Nun heißt es dann wohl auf die E3 2017 warten: Dann will Microsoft die Xbox One Scorpio ja mit noch mehr Details vorstellen. Hoffentlich bekommen wir dann auch das Design der Konsole zu sehen. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt und freue mich schon auf weitere Neuigkeiten. Zwar bin ich bekennender PlayStation-Fan, doch die Xbox One Scorpio klingt bisher wirklich sehr vielversprechend für Konsolen-Gamer.

(via Digital Foundry)

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

15 Kommentare

  1. ziemlich geile Specs, aber wahrscheinlich ein ziemlich hiher Preis für meinen leeren Geldbeutel

  2. Michael S. says:

    Sorry aber die Specs hauen mich überhaupt nicht um. Die GPU bewegt sich nur im Bereich einer RX 480 und die ist auf dem PC selbst mit aktuellen Spielen in 4K sichtlich überfordert.

  3. @Michael S : Eine Konsole ist eine Konsole 🙂 Oder warum schaffte eine XBOX 360 noch aktuelle Spiele, wie z.B. damals GTA 5 mit folgenden Specs, während sich manche (deutlich bessere) PC’s schon in schwächster Auflösung und niedrigsten Details schwer tun:

    – 3 × 3,2 Gigahertz Taktfrequenz CPU
    – 512 MB GDDR3-Arbeitsspeicher (!!!) mit 700 MHz Taktfrequenz und 22,4 GByte/s Speicherbandbreite auf den sowohl Haupt- als auch Grafikprozessor zugreifen können (UMA)
    – GraKa irgendwas zwischen ATI X1800 und X1900

    Spiel mal GTA5 in minimalster Auflösung und minimalster Qualität bei den gleichen Vorraussetzungen 🙂 Dann reden wir weiter 🙂 Wirst wahrscheinlich entweder nichtmal ins Hauptmenü kommen (bin mir gerade gar nicht sicher, aber da gab es glaub ich keins) oder du hast Nerven aus Stahl, wenn du das wirklich „spielbar“ nennst.

  4. Abwarten, aber ohne Games wie Uncharted, God Of War oder Ähnlichen, ist das Geld in ner gtx 1080 wahrscheinlich besser angelegt.

  5. gleich mal vorbestellen

  6. Ein DirectX 12 HW Chip, mhn, das könnte spannend werden.

  7. @Thomas El-Karstelengro : Wobei du auf dem PC ebenfalls kein Uncharted oder God Of War haben wirst. Ich mag keine Exklusives. Mindestens ein PC Release sollte drin sein.

  8. 1. Wann erfahren wir den endgültigen Xbox Namen? Wird wohl kaum bei Scorpio bleiben.
    2. Hat die Ps4 Pro nicht 8+1 GB RAM?

  9. Warum denn nur x86?

  10. Yeah 😀 ich freu mich drauf!

  11. André Westphal says:

    @ rk

    Streng genommen ja, aber die zusätzlichen 1 GB sind nur für Systemanwendungen da, bringen also in Games nix. Deswegen kann die PS4 Pro z. B. verbesserte Twitch-Übertragungen, etc.

  12. Was hier keiner kritisiert, immer noch ne normale HDD, ich hätte viel lieber eine SSD mit 500GB oder 1TB gesehen und auch bezahlt.
    Vor allem da Sie schon die Option anbieten 4K aufzuzeichnen wird die Platte einiges zu tun haben.

  13. André Westphal says:

    Laut dem Video ist die HDD aber auch mit ner schnelleren Verbindung angebunden als bisher.

  14. Alles schön und gut, aber das macht noch lange keine guten Spiele! Daran krankt es doch heutzutage. Das Wenige was da kommt – auf anderen Plattformen . kann man an einer Hand abzählen.

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