Xbox One: Nur etwa halb so oft verkauft wie die PlayStation 4

Es ist kein Geheimnis, dass sich die PlayStation 4 deutlich besser verkauft hat als die Xbox One. Microsoft versemmelte den Launch grandios: Vorab kündigte man einen Online-Zwang, Kontenbindungen für alle Spiele (auch Discs) und einen Fokus auf Multimedia und Kinect an. Legendär mittlerweile Sonys augenzwinkernde Konter auf das Totalversagen der Redmonder. Nun sind weitere Details zu den Machtverhältnissen der letzten Konsolengeneration bekannt: So hat sich die Xbox One offenbar weniger als halb so oft verkauft wie die PlayStation 4.

An die Öffentlichkeit gelangt, sind diese Angaben im Zuge der kartellrechtlichen Prüfungen der geplanten Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft. Aufgrund der Transparenzregeln in Brasilien werden da nämlich viele Dokumente öffentlich zugänglich gemacht, die Einblicke hinter die Kulissen gewähren. Dadurch wurde etwa auch bekannt, dass Sony versucht, Entwickler davon abzuhalten, ihre Titel in den Xbox Game Pass zu schicken.

Doch zurück zur Xbox One: Es finden sich in den Dokumenten Angaben, die besagen, dass Microsoft weniger als halb so viele Xbox One verkaufen konnte, wie Sony PlayStation 4 absetzte. Das Pikante: Microsoft weigerte sich stets genaue Verkaufszahlen der Xbox One zu nennen. Offiziell berief man sich darauf, dass jene gar nicht so wichtig seien, sondern es eher um das „Player Engagement“ gehe. Man kann aber davon ausgehen, dass man sich da schlichtweg keinen direkten Vergleichen mit Sony stellen wollte.

Sony war da stets sehr offen unterwegs, schließlich konnte man sich mit den Zahlen brüsten. Rund 117,2 Mio. PlayStation 4 seien daher bisher verkauft worden. Für die Xbox One könnte man folgerichtig mit maximal ca. 58,6 Mio. verkauften Einheiten rechnen. Dies entspräche auch in etwa den Schätzungen von Marktforschern. Das ist beileibe kein Flop, dürfte aber deutlich unter den Erwartungen der Redmonder liegen.

Zugutehalten sollte man Microsoft, dass das Unternehmen ganz offensichtlich aus den Fehlern gelernt hat. Seit Phil Spencer die Xbox-Sparte leitet, hat man sich quasi um 180° gedreht: Der Fokus liegt nicht mehr auf Multimedia-Spielereien oder rigiden DRM-Maßnahmen, sondern auf den Spielern. Das sieht man auch gut an der Xbox Series X, die etwas mehr Leistung mitbringt als die PlayStation 5 und mit dem deutlich ausgereifteren Feature-Set erschien: etwa ALLM, VRR und 1440p-Bildsignal-Unterstützung ab Werk. All jenes musste Sony erst für die PS5 nachreichen. Auch der Xbox Game Pass ist ein gutes Kaufargument, sodass ich mittlerweile selbst die Xbox Series X und PlayStation 5 gleichberechtigt nebeneinander sehe.

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14 Kommentare

  1. Wenn es keine wirklich interessanten (exklusiven) Spiele gibt, dann gibt es auch wenig Anreiz dazu eine Xbox zu kaufen.
    Technische Features wie 1440p, VRR sind für tech geeks zwar interessant aber ein Großteil der Konsolenspieler wird im Detail nicht wissen was das ist – auch wenn Ms hier besser und schneller war, so wirkt sich dies allein nicht auf Verkäufe aus.
    Letztlich sind es spiele die Konsolen verkaufen und keine technischen Features.

    • Aktuell sind die Verkäufe ja in der aktuellen Konkurrenz schon deutlich näher beieinander. Liegt vermutlich aber auch daran, dass Sony vermutlich etwas mehr unter der Produktionsknappheit leidet. Die technischen Vorteile auf seitens Microsoft sind aber generell wohl kein Garant für hohe Verkaufszahlen. Das sieht man ja an der Nintendo Switch, die schon bald die PS4 überholen kann/wird.
      Denke wenn Microsoft weiterhin so knallhart den Entwickler-Markt samt Marken aufkauft, wird die Luft für Sony mit der Plattform Playstation deutlich dünner.

    • Commander Keen says:

      Richtig. Und deshalb ist die Xbox mit dem Game Pass eigentlich konkurrenzlos. Der ist bisher ja ständig für mindestens den halben Preis zu bekommen. Meine PS wird seitdem nur noch für einige Exklusivtitel entstaubt. Einen anderen Anreiz gibt es für die Sony-Konsole nicht mehr.

      • Wenn man möglichst günstig zocken will dann führt am GamePass derzeit tatsächlich kein Weg herum. Ich bin halt kritisch dem gegenüber weil die wirklich großen AAA wird man Ansicht dauerhaft im Game Pass sehen – auch wenn Ms da andere Aussagen tätigt.
        Man wird auch hier, wie bei jedem anderen Streaming Dienst Preianstiege sehe oder einfach eine geringere Qualität bekommen.
        Modern Warfare 2 wird nach aktuellem
        Stand auch erstmal nicht im Game Pass landen.
        Bisher war das lineup auf den Series Konsolen so schwach. Gab es schonmal eine generation wo erst 3 Jahre nach Release (wenn Starfield wirklich im November 2023 erscheint) ein wirklich zugkräftiger Titel erschienen ist?
        Da muss Microsoft noch eine Menge tun, denn eine wirkliche Aufmerksamkeit bekommen neben einigen 3rd Parties nach wie vor nur die großen Sony exclusives.

        • André Westphal says:

          Zugkräftige Titel gab es doch auch vor „Starfield“: Forza Horizon 5 und Halo Infinite z. B. Und fairerweise hat Sony da zwar mehr, aber auch nicht wirklich viel zu bieten. Da ist diese Generation insgesamt, auch durch Corona, sehr schleppend gestartet. Schließlich sind die meisten Titel bis heute Cross-Plattform – das nächste God of War ja etwa auch.

          • Als Next Gen only würde da sicher noch mehr gehen aber Horizon 2 fand ich selbst als Cross Gen Titel sehr sehr beeindruckend auf der ps5.
            Mit Ragnarok wird es wohl ähnlich werden, sehe deshalb in dem Cross Gen Ansatz nun auch nichts pauschal schlechtes.

  2. Unsere PS4 ist die Konsole, die fast gar nicht genutzt wird. Alle anderen (PS2 und 3, Xbox One und Series S) wurden/werden intensiv genutzt. In meinen Augen hat Microsoft mit der One viel richtig gemacht. Mit Kinect hätte ich Spaß gehabt. Aber es gab kaum Games. Sony hat mit Move auch versagt.

    • Wenn man mal an Eye Toy denkt oder die Singstar Ära… aber ich denke diese Art von „Controller“ war einfach zeitlich begrenzt, wie die Wii. Danach wollte es schlechtweg niemand mehr haben und gerade Kinect kam einfach zu spät und wurde nie ernsthaft supportet.

  3. Wenn man sich die physischen Releases ansieht gibt es da auch weiterhin mehr bei Playstation als Xbox. Heute hat man da oft nur die Wahl zwischen Playstation und Switch. Trotz dem digital Zwang scheint das auch noch genug aus zu machen. Zumindest haben sich ein paar darauf spezialisiert. Auf dem PC kann man davon nur noch träumen.

  4. Die Anzahl der verkauften Konsolen taugt bestenfalls noch als Schwanzvergleich unter den Fanbois. Bereits für diese Konsolengeneration zählen die alten Regeln nicht mehr. Der Game Pass hat alles verändert. Nun geht es nur noch darum, wer mehr Abonnenten binden kann und wie viel Geld damit gemacht wird.

    Früher hätte man noch aufgelistet, wie oft “Halo” oder “Forza” vekauft worden ist. Heute wäre die Aussagekraft dieser Zahlen ziemlich genau Null. Denn den Game Pass gibt es für Konsolen und PCs. Und im Prinzip kann man dem GP spielen, ohne die Konsole oder einen PC zu besitzen.

    Microsoft hat es erkannt: Die Hardware ist zweitrangig. Diese bittere Pille wird für Sony schwer zu schlucken sein.

  5. Am Ende wird Microsoft dieses Mal das Rennen für sich entscheiden und in Zukunft die größte Rolle auf dem Games Markt spielen.
    1. Die Zahl der PS5 Exklusivtitel ist klein und es fehlen diesmal echte Kracher
    2. Die PS5 ist viel zu schwer zu bekommen (und wenn, dann zu teuer)
    3. Der Game Pass
    4. Microsoft hat einige der dicksten Studiofische eingesackt

    • „Die PS5 ist viel zu schwer zu bekommen (und wenn, dann zu teuer)“

      3 Parameter vorausgesetzt -ein wenig Zeit- , Bedarf an -einer PS5 – und eine Kreditkarte
      ist es gar nicht so schwer. Bei Sony registrieren, abwarten, bestellen

  6. Es gab halt nie einen Grund, die Xbox One anzuschalten. Ich hatte beide Konsolen und mit Ausnahme von Sunset Overdrive und Halo 5 gab es nichts, was es wert gewesen wäre, die Xbox One zu benutzen.

    Auf der anderen Seite brachte Sony einen Spieleklassiker nach dem anderen.

    Und bisher sieht es diese Generation ähnlich aus. Ich habe wieder beide Konsolen, aber seit ich Halo Infinite (sehr enttäuscht) letzten November beendet habe, steht die Xbox Series X hier und verstaubt. Bevor Starfield erscheint, wird sich das auch nicht ändern. Ohne den Kauf von Bethesda hätte ich sie längst verkauft, besonders weil Halo Infinite endgültig der Grabstein auf der Halo-Reihe war.

  7. Patrick Graf says:

    BEI der jetzigen Generation ist es doch ähnlich.
    Die PS5 liegt mit knapp 22 Mio Konsolen weit vorne.

    Es gibt zwar traditionell (oder aus Angst) keine offiziellen Verkaufszahlen der XBox X/S aber es wird auf 15 Millionen geschätzt.
    Dabei muss man aber beachten dass die Menge für X und S zusammen zählt.
    Da sich die S viel viel besser verkauft hat als die X (alleine schon wegen der Verfügbarkeit), liegt die X geschätzt bei gerade Mal 5 – 7 Millionen weltweit.

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