Wirtschaftsministerin Zypries kündigt Prüfung von Telekom-Flatrate StreamOn an

Seit heute gibt es bei der Deutschen Telekom die Option StreamOn. Das ist für die Nutzer erst einmal klasse, gibt es doch einige Dienste, die man ohne Anrechnung auf das im Mobilfunkvertrag enthaltene Volumen nutzen kann. So kann man quasi schier endlos YouTube-Videos schauen, ohne dass das eigene Volumen angegriffen wird. Was gut klingt, ist vielen ein Dorn im Auge, Stichwort: Netzneutralität.

Wer sich für Stream On freischalten lässt, streamt bei den bei der Telekom hinterlegten Diensten künftig unbegrenzt – dies ruft nun die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf den Plan. Sie kündigte bereits an, dass man das Angebot unter die Lupe nehmen werde. „Wir müssen uns das angucken, das wird die Bundesnetzagentur tun.“.

Telekom FAQ

Übrigens: Wie damals bei Spotify gehört das Abrufen von Covern nicht in das StreamOn-Angebot. Das sagt die Telekom: Nicht zum Audio- und Videostreaming gehören z. B. das Laden von Covern, Werbung, Spiele, Software, Texte, persönliche Kommunikationsdienste (wie Sprach- und Videoanrufe, Chats und Messaging) und sonstige Inhalte, selbst wenn die Inhalte mit Audio-/Videoelementen kombiniert sind und/oder Audio-/Videoelemente enthalten.

Ebenfalls gilt StreamOn nur im Inland. Im Roamingfall wird das bei teilnehmenden Partnern verbrauchte Datenvolumen entsprechend des zugrundeliegenden Tarifs berechnet.

Als Beispiel nennt man hier Spotify, welches nicht im Telekom-Paket ist, wohl aber Apple Music. Hält sich die Telekom an das Gebot der Netzneutralität, wenn sie Ed Sheerans „Shape of you“ bei Apple Music unbegrenzt transportiert, bei Spotify aber das Datenvolumen des Kunden reduziert? Zero Rating-Tarife widersprechen eigentlich europäischen Vorgaben zur Netzneutralität, wie einige Experten meinen.

Die Deutsche Telekom selber sagt natürlich, dass man die EU-Regeln einhält. So könnten sich ja auch andere Anbieter entscheiden, Telekom-Partner zu werden, hierbei würde keine Gebühr fällig. Des Weiteren würden die inkludierten Dienste auch gedrosselt, wenn der Kunde sein Datenvolumen verbraucht hat.

Die Partner der Telekom – darunter das ZDF – teilen die Ansicht des Telekommunikationsunternehmens. „Stream On ermöglicht sämtlichen Anbietern audiovisueller Angebote kostenfreie Berücksichtigung. Daher erkennen wir keine Diskriminierung“, twitterte die ZDF-Pressestelle.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

23 Kommentare

  1. Meinem Verständnis von Netzneutralität (Gesetze unberücksichtigt) ist StreamOn nicht in Ordnung!

  2. Wie das so ist hierzulande, kaum wird was angeboten, was dem Kunden nutzt (was gerade bei der Telekom eher selten und daher durchaus zu begrüßen ist), kommt jemand daher und setzt alles daran, dass das wieder eingestellt wird.

  3. Ich selbst kann meine Medien, welchen sich auf meinem Homeserver befinden, nicht ohne Anrechnung auf mein Datenvolumen streamen. Deshalb verstößt StreamOn ganz klar gegen die Netzneutralität. So einfach ist das.

  4. @Chris R.: in diesem Fall bietet die Telekom aber nicht ein Angebot, das den Kunden nutzt, sondern ihnen schadet. Insofern wäre eine Einstellung richtig.

  5. Herr Hauser says:

    Nur zur Erinnerung:

    Brigitte „Was ist ein Browser“ Zypries

  6. @Jones:
    Hast du dich bei der Telekom gemeldet und gesagt, dass sie deinen Server aufnehmen sollen, weil du von dort streamen möchtest?
    Wenn sie das machen und dich aufnehmen, ist doch alles in Ordnung..

    Würde mich wirklich interessieren, ob sich wirklich JEDER bei der Telekom dafür freischalten lassen kann.

  7. Ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr hören, und wenn Ihr so wollt ist vieles nicht Netzneutral. Es gibt Tarife bei eplus, Telekom, o2 usw. die Gespräche ins eigene Netz kostenlos anbieten, das dürfte dann auch nicht Netzneutral sein.
    Hier wird ein kostenloses Feature angeboten, an dem sich jeder legale Streamingdienst anmelden kann, überprüft wird und dann mit hoher Wahrscheinlichkeit freigeschaltet wird. Die Kunden die es nicht nutzen möchten brauchen das StreamOn nicht zu buchen. Es sind öffentlichrechtliche Sender ebenso vertreten wie Private. Es sind mittlerweile bis auf Google Music und Spotify bereits alle großen Audiostreamingdienste vertreten und ich bin mir sicher das noch viele folgen.
    Das ist dieses typische Geheule hier in Deutschland… ähnlich damals Streetview usw.

  8. @Jones
    Der Neid der besitzlosen mal wieder, würdest du nämlich von deinen Homeserver umsonst streamen können wäre wohl alles in Ordnung oder wie? Die Gier der Menschheit dem anderen nicht die Luft zum atmen zu können, ist deren größte Dummheit. Vielen Leuten gehört tagtäglich erstmal ne tracht Prügel damit sie aufwachen und von ihren Neidhammel herunter kommen.

  9. @loselchos: Das ist einfach falsch! Wir krebsen hier seit Jahren mit Tarifen herum, die im internationalen Vergleich unter aller Sau sind. Wir bekommen für unsere 35€ einen grandiosen 1-Gigabyte Tarif, während es bspw. in Finnland dafür ganze 50 GB gibt.

    Aber anstatt dem Kunden mehr Datenvolumen zu geben, werden „StreamOn“ Dienste angeboten und irgendwann heißt es: „Wer braucht schon so viel Datenvolumen, niemand beschwert sich“.
    Mit 50 GB „General-Purpose“ Traffic kannst du mMn wesentlich mehr anstellen, als mit einer runtergerechneten StreamOn Traffic-Flat.

    Aber wie heißt es so schön: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach …

  10. Traurig wie man hier über so ein tolles Produkt herfällt. Die Netzneutralität ist keineswegs gefährdet oder gestört, im Gegenteil, anderen Anbietern steht es frei, es der Telekom gleich zu tun. Und wer jetzt sagt „ja, aber wenn die anderen das auch machen müssten, kämen manche nicht mit…“. Das mag sein, aber das gehört nunmal leider zur freien Marktwirtschaft dazu. Ähnlich wie die schwachsinnigen Klagen der VATM und Anderer gegen die Nutzung von Vectoring. Da wird auch Frau Zypries (die übrigens nicht gerade die talentierteste Person im Zusammenhang mit Technik ist) nichts dran ändern können. Ich denke auch, das die Telekom bessere Lobbyarbeit leisten kann, als Frau Zypries Einfluss hat.

    Ich habe lieber Fortschritt als Stillstand.

  11. @ShyAngel Und du hast es auch nicht verstanden ..
    Netzneutralität bedeutet, dass JEDER Traffic, egal woher und welcher Art, gleich behandelt wird. Und Ja: Dazu gehört auch der Homeserver von Jones ..
    Wenn er seine Musik lieber kauft und zuhause ablegt, was nützt ihm dann StreamOn?
    Das hat nichts mit Gier zu tun.

    Deine Tracht Prügel scheinst du heute schon bekommen zu haben. Das nächste mal bitte nicht mehr auf den Kopf …

  12. @eltomato
    Das ist aber nicht nur das Problem der Telekom, sobald ein Anbieter anfängt und verkauft die 50GB für 35€ ziehen die Anderen nach.

    Dein Finnland Vergleich hinkt hinterher, da die skandinavischen Ländern in Sachen Netzausbau etc. uns deutlich voraus sind und bei weitem nicht diese Bevölkerungsdichte haben wie in Deutschland. Wenn hier momentan jeder 50GB Freivolumen hätte würde das Netz nur überlastet sein und dauernd zusammenbrechen, und es würde sich auch wieder jeder beschweren.

    Ich kam vorher schon mit den 3GB momentan sehr gut aus(Mail, Internet, Messaging, VPN und Audio Streaming) und vermute mal jetzt mit StreamOn nochmal erheblich besser.

  13. @eltomato ich mag solche vergleiche, wie du sie anstellst. Für den Preis einer Vier-Zimmerwohnung in München kannst du dir in El Salvador ein halbes Dorf mieten. Für den Preis von einem Kasten Bier in Deutschland kann eine Familie in Nigeria einen halben Monat leben. Und so weiter. Was sollen diese sinnentleerten Vergleiche von Tarifen in verschiedenen Ländern? Achso, ich picke mir immer das raus was gerade am besten ist und das will ich dann auch in Deutschland haben. Logisch. Rückgerechnet vom halben Dorf in El Salvador werde ich nachher mal meinen Vermieter anschreiben und eine Miete von 7,90 EUR/mtl. für meine Zwei-Zimmerwohnung fordern. Cool!

  14. @blubb: Es mag sein, dass ich irgendwas daran nicht verstanden habe, also erklär mir doch bitte mal, wie die Telekom den Kunden mit diesem Angebot schadet.

    @elbundy: Zwischen Finnland und El Salvador gibt es allerdings auch noch einen großen Unterschied. Letztlich wird wohl niemand ernsthaft bestreiten, dass die Tarife hierzulande eher als hochpreisig zu bezeichnen sind.

  15. @loselchos
    Schöne Idee mit dem Nachziehen .. Es macht aber kein Anbieter, wenn diese dafür keine Nachfrage sehen .. Und genau das ist das Problem das ich bei SpeedOn sehe ..
    Du kommst ja schließlich auch sehr gut mit deinen 3 GB Volumen aus .. Jetzt noch besser …

    @elbundy
    Lieber Frankreich? Auch nicht richtig? Großbritannien? Niederlande?
    Ich spreche nicht von dritte Welt Ländern, in denen der Netzausbau ein Projekt der 6. Klasse ist. Ich spreche von Westeuropa!
    Viel Spaß beim Lesen: http://www.stern.de/digital/smartphones/lte-tarife-im-eu-vergleich–so-werden-die-deutschen-beim-datenvolumen-abgezockt-7229070.html

  16. Michael Richter says:

    Stream On ist nur wieder Augenwischerei der Telekom und gilt nur für Vertragsmodelle(N I I C H T Verträge), die auch mit Stichtag 04.04.17 Gültigkeit haben, d.h.. alle Generation 1-Magentas fallen raus, man darf aber ohne Wechselkosten in die aktuellen Verträge wechseln wie Großzügig.
    Leider ist das meist deutlich teurer, so dass Strean On für mich jetzt schon ausgestreamt hat.

  17. @eltomato
    Noch son hohler aus dem Schrank springer Gutmensch. Geh leise heulen

  18. Da muß ich Michael Richter zustimmen. Habe gerade mit der Telekom telefoniert. Dort haben Sie mir das gleiche gesagt. Würde mich 5€ pro Monat mehr kosten, trotz Magenta Eins Kunde.
    Also für gilt für mich das gleiche. Hat sich somit aus gestreamt.

  19. @Todesbrot: offensichtlich weißt Du nicht was Netzneutralität bedeutet. Es bedeutet Traffic wird gleich behandelt, es geht nicht um Tarifangebote der Provider und daß andere das ja auch könnten.
    Warum nimmt die Telekom,denn nur youtube aus drm Traffic? Warum nicht auf einen Schlag alle Streamangebote inklusive der von zuhause Streamer? Das Opt-in zeigt was als nächstes kommen wird: ein kostenpflichtiges Opt-in mit der Begründung, die Verwaltung sei so teuer. Und dann haben wir Zweiklassen Internet. Kleine Anbieter können nicht mehr konkurrieren.

  20. @ShyAngel Vielleicht googlest du nochmal das Wort Gutmensch 😀

  21. @Michael Richter und Ralf: Es ist doch einfach nur widerlich, wie manche meinen, von allen Vorteilen mit ihrem absolut kleinsten Tarif bei der Telekom profitieren zu wollen.
    Die anderen Kunden, mit ihreren teureren Tarifen bezahlen das schon mit, oder?
    Shit „Geiz ist geil“ -Mentalität.
    Für die 5€ Erhöhung beim Wechsel in den aktuellen Tarif „MagentaMobil M“ bekommt Ihr doch was dazu, was wesentlich mehr kosten würde, wenn Ihr die Optionen selber zubuchen müsstest. (2 GB Volumen mehr, All-Inclusive und HotSpot-Flat).
    Warum schreit Ihr denn nicht bei diesen Optionen nach Gleichberechtigung, wo Ihr doch schon einen Telekom-Laufzeitvertrag habt?

  22. Michael Richter says:

    @Wolfgang:
    Ich habe den Magenta L Premium, du Pinsel.
    Und nein, ich komme mit nur 5 € nicht weiter,
    Ich zahle vielleicht mehr für solche Sachen als du im Monat überhaupt verdienst.
    Ich könnte mir mehrere solcher Tarife leisten, wenn ich wollte.
    Will ich aber nicht. lieber spende ich ein paar Euronen an z.B. Flüchtlinge, Bedürftige oder gemeinnützige NGO als es der Telekom in den Rachen zu werfen.

    Ist doch komisch , dass nirgendwo über diesen kleinen Trick der Telekom im Vorfeld berichtet wurde.
    Dieses Geeier hat nur den Zweck, die Leute aus den alten Magenta-Verträgen in die neuen, teuren zu ziehen. Und wenn die Bundesnetzagentur das ganze cancelt, bist du doppelt gearscht

    Besser vorher lesen, verstehen, das Gelesene reflektieren und d a n n schreiben

  23. Aha, wenn ich für Netflix zahle und so viel gucken kann, wie ich möchte, muss Netflix gewährleisten, dass ich alle Streaming-Dienste ebenfalls nutzen kann? -> Rhetorische Frage…

    Der Kunde entscheidet sich doch bewusst zu der Tarifoption (?!). Problematisch wäre es doch, wenn die Drosselkom dies den Kunden aufzwingen und sich Dienste rauspicken würde. Ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht der Fall. Traffic wird weiterhin gleich behandelt nur die Inanspruchnahme der Dienste verändert sich mit einem solchen Kundenvertrag.

    Als einziges Problem sehe ich die Dienstidentifikation (juristisch gesehen):

    https://netzpolitik.org/2017/wieso-streamon-der-deutschen-telekom-gegen-die-netzneutralitaet-verstoesst-und-was-wir-dagegen-tun-koennen/

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