Windows: Browserauswahl verschwindet nach 5 Jahren wieder aus dem System

Falls Ihr Euch an das Jahr 2009 erinnern könnt, wisst Ihr sicher auch noch wie damals die Browserwahl in Windows eingeführt wurde. Die EU hatte Microsoft dazu verdonnert, Windows-Nutzern die Wahl zu lassen, welchen Browser sie nutzen wollen, man wollte so die Marktmacht des Internet Explorers eindämmen. Fünf Jahre später, also jetzt, ist die Browserwahl Geschichte, Microsoft wird diese Neu-Nutzern nicht mehr anbieten. Vereinbart wurde die Browserwahl nämlich nur für fünf Jahre. Das teilt Microsoft auch auf der Support-Webseite mit.

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Anfangs gab es zwar Anzeichen, dass die Browserwahl für ein stärkeres Wachstum bei anderen Browsern sorgte, so zum Beispiel bei Mozillas Firefox. Auf der anderen Seite zeigt der Rückgang der Anteile des Opera Browsers, dass die Wahl eventuell doch gar keine so große Auswirkung auf die Verteilung von Browsern hat. Für Microsoft war die ganze Geschichte eine recht kostspielige Angelegenheit. Ein Fehlen des Auswahl-Bildschirms über einen 14-monatigen Zeitraum bei Verteilung des Windows 7 Service Pack 1 resultierte in 561 Millionen Euro Strafe, die Microsoft zahlen musste. Im Nachhinein betrachtet wohl wenig gerechtfertigt, wenn die Browserwahl tatsächlich keine Auswirkungen auf die Verteilung hatte.

Anstatt der Browserauswahl bekommt man nun angezeigt, dass man die Webseite des Browser-Anbieters besuchen soll, wenn man einen anderen als den Internet Explorer nutzen will.

(Quelle: @alanburchill, danke Stefan!)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Das war von Anfang an non-sense. Genauso wie diese N-Versionen die keiner will.

  2. Thomas Baumann says:

    An Opera kann man das nun wirklich nicht fest machen, da dort der Umstieg auf WebKit eine sehr große Rolle spielt. Nicht wegen der Engine, gleichzeitig gab es haufenweise Rückschritte in der UI die immer noch nicht vollständig ausgemerzt worden sind. Daher fahre ich auch noch die 12.17. Auch in der Community kenne ich einige die sich entweder losgesagt haben oder wie ich bei der alten Version bleiben. Schade für den Browser. Aber wer solche Entscheidungen trifft…

  3. „Auf der anderen Seite zeigt der Rückgang der Anteile des Opera Browsers, dass die Wahl eventuell doch gar keine so große Auswirkung auf die Verteilung von Browsern hat“

    Das halte ich für eine extrem gewagte These, vom Rückgang der Opera-Anteile auf die Auswirkung der Browserauswahl von Windows zu schließen. Vor allem gab es bei Opera etwas anderes, was wirklich wesentlich bedeutsamer für Opera-Nutzer war, Stichwort Opera 12 auf der einen Seite und Opera als Chromium-Derivat auf der anderen Seite.

  4. Thomas Baumann says:

    @Larry:
    Die N Versionen find ich ganz toll 🙂
    Den fehlenden MediaPlayer kann man sich ja nach installieren und hat denn ein normales Win. Warum toll? Wenn man MSDN (oder früher Technet) Abo hat hat man wegen den N Editionen die doppelte Anzahl an Lizenzen bekommen 😀
    Zu meiner Zeit also 20x Win7 Ultimate, 20x Win7 HomePre, … statt nur 10 😉

  5. Wie ist die Browserwahl denn bitte bei Mac OS X geregelt? Da hat man doch auch den Safari, oder nicht? Wo ist dann der Unterschied? Das Argument der Marktanteile macht doch keinen Sinn? Oder verbietet man Android demnächst auch Standard Apps wie Gmail?

  6. Windows (über 90 Prozent Marktanteil) mit OS X (vielleicht etwas mehr fünf Prozent) in diesem Thema vergleichen zu wollen, das ist schon ein wenig sehr weit hergeholt.

  7. Warten wir mal ab, bis die EU Kommission das bemerkt und wann Winzigweich, äh Microsoft wieder zurückrudert. Haben die das immer noch nicht begriffen, daß die EU am längeren Hebel sitzt. Aber was soll, die EU kann immer Geld gebrauchen

  8. @Sören Hentzschel:
    ich sehe einen Browser halt als essentielles Element eines Betriebssystems. Daher der Vergleich mit OS X. Muss die EU denn bei allen marktwirtschaftlichen Vorgängen einschreiten? Demnächst bekommt der FC Bayern Transferverbot von der EU wegen Dominanz in der deutschen Liga.

    Back to topic: Konsequenz ist der Tod des Internet Explorers. Gut gemacht! Jetzt kann er ja wieder vom Werk aus installiert werden, da sich jeder Firefox oder Chrome installiert.
    Finde es auch unglaublich frech Paint und Wordpad vorzuinstallieren…. lächerlich

  9. Der Browser ist ganz sicher vieles, aber kein essentielles Element eines Betriebssystems. Der Internet Explorer mag in dieser Hinsicht vielleicht technisch gesehen ein wenig eine Sonderrolle einnehmen, aber für alle anderen Browser lässt sich das wirklich gar nicht sagen. Der Browser ist sicher ein essentielles Element im Alltag der meisten, die auf dieser Seite kommentieren, das aber unabhängig vom Betriebssystem. 😉 Der Fußball-Vergleich hinkt meiner Meinung nach, und ich halte es für richtig und wichtig, dass die EU ein Auge auf den Wettbewerb hat, das hat ja einen Grund.

  10. Mal ernsthaft, hat diese browserauswahl bisher irgendjemand hier in freier Natur gesehen? Ich habe in dieser Zeit einige rechner neu installiert, allesamt mit win 7. Aber die browserauswahl habe ich nie gesehen…

  11. Sysadmin Margarethe says:

    Der Irrsin ist: Seit dieser Auswahl-Screen eingeführt wurde (ich glaube Vista oder 7) bis heute unter Win8.1 ist es nicht möglich den IE als Standardbrowser auszuwählen. Es wird so etwas angezeigt wie „ist doch schon drauf“ und der Auswahlscreen nervt so lange nach jedem Start weiter, bis man einen Zweitbrowser als Hauptbrowser dazu installiert und anschließend wieder manuell den IE zum Hauptbrowser auswählt im System.

    IE Nutzer sind maßlos genervt von diesem Zwang zum Zweitbrowser.

  12. Ich bin froh, das dieser Mist nun weg ist. Es hat mehr gestört, als das es genutzt hat.

  13. Das Feature hat mehr genervt, als Nutzen gehabt.

  14. Microsoft sollte eher dazu verdonnert werden Windows Update für dritte zu öffnen. („Paketverwaltung“)
    Die browser Auswahl hat nur gezeigt was für Sorte verantwortliche bei der EU sitzen

  15. @Sören Hentzschel
    Was bitte ist da weit hergeholt? Betriebssystem bleibt Betriebssystem und das unabhängig davon ob das jetzt 5 % oder 90 % nutzen. Das ist eine sehr engstirnige Meinung genauso wie das ganze Urteil der EU. Denen gehört heute noch dafür mit dem Holzhammer eine auf die Rübe.

  16. Wenn du die Frage wirklich ernst meinst, dann informiere dich bitte, wieso es diese Browserauswahl gab. Die Dominanz eines Herstellers ist eben nicht egal. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man auch gegen etwas sein kann ohne zu solchen Formulierungen zu greifen, das ist schon echt übel.

  17. DIese „Funktion“ war völliger Schwachsinn, zumal die Abfrage im IE geöffnet wurde und gleichzeitig (bei einer neuen Windows-Installation) Abfragen zu IE Sicherheitseinstellungen kamen. IE hat demnach trotzdem versucht sich aufzuzwingen, von Anfang an schlecht umgesetzt meiner Meinung nach.

  18. Wenn man den EU-Case von 2007 durchliest finde ich die Argumentation schon sehr schlüssig. Und an Opera kann man dass nun wirklich nicht fest machen. Ich hab Opera früher sehr gerne benützt, aber er hat sich nicht stark weiterentwickelt und die Alternativen wurden besser.
    Bei dem IE ging es auch nicht nur um den Marktanteil von IE sondern das Microsoft eine dominante Marktposition im OS bereich hat, hatte und haben wird und versucht hat durch Bundling diese Dominanz auch im Internet zu erreichen, da immer mehr darauf verlager wurde. Welche andere Software kann sich sonst erlauben 5Jahre lang kein größeres Update zu erhalten und trotzdem der Marktbeherrscher zu sein obwohl die Alternativen damals (Jahr 2007, also Opera und vor allem Firefox) schneller und sicherer waren.
    Ein anderer wichtiger Punkt in der Argumentation der EU-Komission war, dass ein Browser und das Betriebssystem nicht unbedingt zusammen gehören und das Windows auch ohne IE funktionieren kann.
    Mittlerweile ist es wohl nicht mehr so, das die OEMs der wichtigste Vertielungskannal für Browser sind, sondern die meisten ihren Lieblingsbrowser herunterladen, wodurch das Bundling durch MS nicht mehr so effektiv ist. Wodurch auch der Verteilungsbildschirm obsolet wurde.
    Und zu den Kommentaren. Google wird auch stark durch die Wettbewerbskomission beobachtet und Leute die diesen Blog lesen sind wohl stark in einer Tech-bubble. Aber laut einer Marktanalyse durch die EU-Komission wussten vor 2007 viele Nutzer nicht, dass sie eine alternativen (besseren) Browser installieren konnten oder hatten starke technische Probleme damit, und nutzen daher durch das Bundling den IE.

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